Archiv des Autors: Geerd Heinsen

Nach viel Richard nun mal Johann Str.

An den großen Opernhäusern und bei internationalen Festspielen hat er Mozart, Verdi und Wagner gesungen. Jetzt ist Wolfgang Schöne bei den Stauferfestspielen im baden-württembergischen Göppingen vom 12. bis 20. September 2014 der Sittenwächter Conte Carnero im ZigeunerbaronHanns-Horst Bauer unterhielt sich mit dem Bariton über Rollenwechsel, Marktwert  und das Singen im Alter.

Wolfgang Schöne 01-001Sie singen nach Ihrer glanzvollen internationalen Karriere als Opern- und Konzertsänger bei den Stauferfestspielen in Göppingen den Conte Carnero im Zigeunerbaron von Johann Strauß. Wie kam es dazu? Meine Frau spielt hier schon die ganzen Jahre als Geigerin im Orchester mit. So habe ich natürlich alle bisherigen Aufführungen gesehen und mich auch immer wieder mit den Beteiligten unterhalten. Man wusste also von mir. Und  Sabine Layer, die Dirigentin des Zigeunerbaron, kenne und schätze ich seit Jahrzehnten. Wir haben Liederabende zusammen gemacht und auch Oratorien aufgeführt. Sie hat mich einfach gefragt, ob ich nicht Lust hätte, da mal mitzumachen. Und ich hatte Lust. Ich mache das einfach aus Spaß. Solistisch zu singen habe ich in dieser Partie, mit Ausnahme eines kleinen Couplets und den Ensemble-Szenen, nicht so viel. Für mich als Drahtzieher der Handlung, ich bin der Vorsitzende der Sittenkommission, steht mehr der gesprochene Text im Vordergrund. Aber es ist ja nicht meine erste Operette. Den Dr. Falke in der Fledermaus habe ich natürlich schon oft gemacht, in Paris, Barcelona und an anderen großen Häusern.

Wolfgang Schöne 09Welche Bedeutung haben Ihrer Ansicht nach solche regionalen Festspiele, von denen es ja viele in Deutschland gibt? Am Anfang war ich, ehrlich gesagt, schon ein wenig skeptisch. Aber nach den ersten Aufführungen war ich total begeistert vom enorm großen Publikumsinteresse und natürlich von der sängerischen, musikalischen und szenischen Qualität. Fasziniert hat mich aber auch, wie hier Chöre, Schulen und Vereine aus der Region eingebunden werden und so eine Identität für das Publikum schaffen. So etwas muss man unterstützen, ohne dabei auf den eigenen Marktwert und die Gage zu schauen. Das dürfte den anderen Solisten, unter Ihnen übrigens auch mein früherer Stuttgarter Bassbariton-Kollege Karl-Friedrich Dürr als Schweinezüchter Zsupan, genauso gehen. Ich freue mich richtig drauf.

Wolfgang Schöne 02-001Sie waren bis 2005 festes Ensemblemitglied der Stuttgarter Staatsoper. Wie sieht Ihr sängerischer Alltag heute aus? Auch nach meinem offiziellen Abschied von Stuttgart habe ich permanent weiter gesungen. Und ich singe auch jetzt noch regelmäßig nicht nur Konzerte, sondern auch Oper, zuletzt etwa den Musiklehrer in  Ariadne auf Naxos in Hamburg oder den Arkel in Pelléas und Mélisande in Essen und erst kürzlich auch  in  Nantes und Angers.

Mit 74 noch auf der Bühne  stehen zu können, was bedeutet das für einen Sänger? Bekommt man da noch reizvolle Offerten? Für mich ist das Gott sei Dank kein Problem.  Ich werde immer noch von den Agenten angeboten. So singe ich demnächst auch wieder den wunderbaren Elias von Mendelssohn oder die h-Moll-Messe von Bach. Ich habe also noch zu tun in den Bereichen, in denen ich immer gesungen habe. Und ich hoffe sehr, dass das auch noch eine Weile so geht. Meine Frau wäre sicher die Erste, die mir sagen würde, wenn es Zeit zum Aufhören wäre. Meistens merkt man das selber ja nicht so schnell, oder man will es einfach nicht wahrhaben.

Wolfgang Schöne 03-001Woran liegt es, denken Sie, dass Sie immer noch stimmlich souverän in Oper und Konzertsaal auftreten können? Das ist schwer zu erklären. Aber es ist sicher sehr viel Glück dabei, wenn man sein 50jähriges Singjubiläum feiern kann. Das ist schon die Ausnahme und bei Baritonen und Bässen wohl eher möglich als bei Tenören. Bei mir liegt es unter anderem wohl auch daran, dass ich relativ spät angefangen habe, hochgradig professionell zu singen. Zudem bin ich nie ein Risiko eingegangen und habe  mir beim Rollenwechsel vom lyrischen über den Charakter- bis hin zum Heldenbariton verantwortungsbewusst sehr viel Zeit gelassen, sodass sich meine Stimme langsam weiter entwickeln konnte und nie beschädigt wurde. Zudem habe ich mir zwischen den einzelnen Produktionen immer wieder Pausen gegönnt.  Den Hans Sachs in Wagners Meistersingern habe ich erst mit 60 in Hamburg zum ersten Mal  gesungen. Heute wäre ein Sachs – die längste Männerpartie, die es überhaupt gibt – rein physisch natürlich nicht mehr machbar.

Plácido Domingo, exakt so alt wie Sie, singt jetzt große Bariton-Partien, wie zuletzt in Salzburg zusammen mit Anna Netrebko in Verdis Trovatore. Wie finden Sie das? Die physische Abnutzung des Stimmapparats ist durch die eigentlich unnatürlich hohe Lage bei einem Tenor sehr groß. Das kann man nicht so lange durchhalten. Abgesehen davon, dass Tenöre irgendwann nicht mehr glaubhaft als jugendliche Liebhaber auf der Bühne auftreten können. Dass Domingo  jetzt Bariton-Partien singt, davon halte ich gar nichts. Natürlich kann er die Noten alle singen, aber er wird immer sein eigentlich nicht passendes Tenor-Timbre behalten. Die Stimme hat einfach nicht die Farbe, die er für eine Bariton-Rolle  braucht, um auf der Bühne glaubwürdig zu wirken. Domingo bleibt auch bei noch so vielen „Baritönen“ immer ein Tenor, den ich persönlich kenne und sehr schätze.

Wolfgang Schöne 04-002Nun schlagen die Herzen der Opernfans bei den Männerstimmen in der Regel ja eher für Tenöre als für Baritone und Bässe. Fühlt man sich also solcher da nicht ein wenig in den Hintergrund gedrängt? Wenn man in Italien zum Essen geht, wird man im Hintergrund aus dem Lautsprecher nie eine Bariton-Arie hören, immer nur Pavarotti und Kollegen. Es ist nun mal so, dass die Tenor-Nummern populärer sind. Damit muss man leben.

Vor Ihrer Gesangskarriere waren Sie Volksschullehrer. Aktivieren Sie Ihre pädagogischen Erfahrungen auch für Gesangsunterricht und Meisterkurse? Ich habe mal ein Jahr lang aushilfsweise an der Musikhochschule Karlsruhe unterrichtet. Das habe ich zeitlich aber kaum mit meinem Beruf als Sänger auf die Reihe gebracht. Und Unterrichten ist, das muss ich ehrlich sagen, nicht so mein Ding. Deshalb habe ich auch nie an eine Professur gedacht. Allerdings gebe ich doch hin und wieder Einzelstunden.

Wolfgang Schöne 05-001Vom Lehrer zum Sänger – wie kam es zu dieser Entwicklung? Ich hatte beim Studium Musik als eines meiner Hauptfächer, und mein Professor hat mir geraten, einen Gesangslehrer zu suchen, da ich ihm im Chor aufgefallen war. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern, die mich lieber weiter als Beamten mit sicherem Einkommen gesehen hätten. Das waren für mich nie zwei Welten, die nicht zusammenkommen können. Deshalb bin ich wohl auch als erfolgreicher Sänger immer völlig normal und nahbar geblieben, habe nie Starallüren gekannt. Dabei hatte meine Mutter einen wunderbaren, fast schon professionellen Sopran und hat mich schon früh in den Kirchenchor mitgenommen, wo wir um die Wette gesungen haben.

Wo und wie haben Sie in Sachen Oper Blut geleckt, wie man sagt? Einerseits beim Studium in Hamburg. Da wurde ich in die Opernklasse aufgenommen, wo wir einen ganz wunderbaren Lehrer hatten, der uns mimische Grundkurse vermittelt hat. Andererseits konnte ich bei den Eutiner Freilichtfestspielen als Ottokar in Webers Freischütz erste Bühnenerfahrungen sammeln. Dort habe ich auch den Grafen in Lortzings Wildschütz und den Escamillo in Carmen gesungen. So hatte ich von Anfang an einen Fuß in der Operntür.

Wolfgang Schöne 006-001Sie waren 33 Jahre lang nonstop Ensemblemitglied der Stuttgarter Oper. Woran erinnern Sie sich da besonders gerne? Ich habe in Stuttgart so wahnsinnig viele Partien gesungen, dass es schwer ist, da Highlights herauszugreifen. Ganz sicher gehören dazu alle Götz Friedrich-Inszenierungen, vor allem aber seine Frau ohne Schatten, in der ich den Barak gesungen habe. Das ist eine meiner Lieblingspartien geblieben, weil sie total auf meinen Charakter, meinen Leib und meine Stimme zugeschnitten ist. Götz Friedrich hat meine Laufbahn ganz entscheidend mitgeprägt. Er hat mich vom einfachen Sänger zum Darsteller gemacht.

So konnten Sie auch in einer außergewöhnlichen Glanzrolle als aufgedonnerte Mamm´ Agata brillieren… Ja, in Donizettis Viva la Mamma, der einzigen komischen Rolle, die ich jemals auf der Bühne verkörpert habe. Was war das für ein verrückter Spaß! Meine Rollen habe ich immer alleine gemacht, ganz ohne Korrepetitor. Ich lerne die Partien, lese jede Menge über die Oper und höre mir auch CD-Aufnahmen an. Dann mache ich mir ein ziemlich genaues Bild von der Figur, das ich nach Möglichkeit auch in die Regiearbeit einbringen möchte. Probleme gab es nur dann, wenn ich gemerkt habe, dass der Regisseur schlecht vorbereitet war. Und manchmal habe ich mich auch gefragt, wie ein Dirigent Karriere machen kann mit dem, was er den Sängern auf der Bühne und seinen Musikern im Orchestergraben bietet? Natürlich habe ich auch viele Dirigenten erlebt, die ganz wunderbar waren, Silvio Varviso in Stuttgart zum Beispiel, aber auch solche, die fast niemand gekannt hat, die keinen berühmten Namen hatten. Ähnliches erlebt man übrigens auch mit Sängern. Der große Name allein macht´s nicht. Es ist schon eigenartig und erschreckend, was da bis hinauf zu den großen Festspielen über Machenschaften, Agenten und Connections so manchmal läuft.

Wolfgang Schöne 07-001Oper wird heute mit großen Namen spektakulär und mit viel Hype vermarktet. Man denke nur an den Reisezirkus von Anna Netrebko, Rolando Villazón oder Jonas Kaufmann. Nutzt das dem Genre? Schaden tut es unserem Metier ganz sicher nicht. Zudem gab´s das ja schon immer. Man denke nur an die Begeisterung für die Drei Tenöre.

 

Biographie: Wolfgang Schöne wurde 1940 in Bad Gandersheim geboren, arbeitete zunächst als Volksschullehrer und studierte ab 1964 in Hannover und Hamburg  Gesang, wo er 1969 sein Diplom als Konzertsänger und Musikpädagoge ablegte. Sein Debüt als Opernsänger hatte er 1970 bei den Eutiner Festspielen mit der Rolle des Ottokar in Webers Freischütz“ 1973 wurde er nach einem erfolgreichen Gastspiel als Guglielmo in Mozarts  Così fan tutte an das Staatstheater Stuttgart engagiert, dem er bis 2005 als festes Ensemblemitglied treu blieb. 1978 wurde er dort zum Kammersänger, 2006 zum Ehrenmitglied ernannt. Schöne sang zu Beginn seiner Karriere zunächst das lyrische Bariton-Fach. Später kamen große Charakterpartien hinzu. Schließlich übernahm er auch die großen Wagner-Partien für Heldenbariton und wirkte bei zahlreichen Uraufführungen mit. Von 1974 bis 1993 sang Wolfgang Schöne regelmäßig an der Wiener Staatsoper und trat auch bei den Salzburger Festspielen auf. Gastspiele führten ihn  zum Maggio Musicale nach Florenz, zu den Festspielen von Glyndebourne, an das Teatro La Fenice in Venedig, an das Gran Teatre del Liceu in Barcelona und an die Opéra Bastille in Paris. Wolfgang Schöne war auf der Konzert- und Opernbühne gleichermaßen zuhause und musizierte mit den führenden Orchestern der Welt, wie den Wiener und den Berliner Philharmonikern, den Orchestern von Chicago, Cleveland, Philadelphia und New York oder dem Concertgebouworkest Amsterdam. Dabei arbeitete er mit  Dirigenten wie Georg Solti, Riccardo Muti, Zubin Mehta, Lorin Maazel oder Simon Rattle zusammen. Von der New York Times wurde er für „die Schönheit seines tiefen Stimmregisters und seine Ausdruckskraft“ gefeiert.

Alle Fotos: Hanns-Horst Bauer

Wolfgang Schöne 08-001

Novembriges

Die Schrecken des Jüngsten Gerichts, die in der Offenbarung des Johannes geschildert werden oder wie wir sie durch des Schuldknechts Weib in Hugo von Hofmannsthals Jedermann kennen –  „Und denkst nit an dein eigen Schuldbuch, das du mußt vor den Richter bringen, Wenns kommt zu den vier letzten Dingen?“ –  sind das Thema von Louis Spohrs Oratorium Die letzten Dinge. Mit seinem zweiten, am Karfreitag 1826 in Kassel uraufgeführten Oratorium stellte sich der hessische Hofkapellmeister Spohr in eine Reihe mit Händel, Haydn und Mendelssohn, ein Mittler zwischen Klassik und Frühromantik. Auf einen Schlag war er ein hochberühmter Mann. Den Gipfel seiner Popularität erreichte er 1843 mit Der Fall Babylons, der kürzlich in einer Braunschweiger Aufnahme von 2013 (Coviello Classics) den Interessierten wieder ins Bewusstsein gerückt wurde. Im 20. Jahrhundert schwand Spohrs Bekanntheit rapide, seine Faust-Oper wird gelegentlich als Schlüsselwerk hochgehalten, seine Jessonda – einst ein Standardwerk – wohlwollend erwähnt, ohne dass die Versuche, an denen es nicht fehlte, zu einer Spohr-Wiederentdeckung führten. Die Werke sind keine dramatischen Würfe. Ich erinnere mich an eine mit Varady, Behle, Thomas Moser, Fischer-Dieskau und Moll prominent besetzte, aber sehr längliche konzertante Jessonda unter Geld Albrecht (bei Orfeo erschienen) in Hamburg. Von dramatischem Feuer sind auch Die letzten Dinge nicht durchlodert, aber es handelt es um eine geschmackvolle, gediegene Umsetzung der Spohr von Friedrich Rochlitz eingerichteten Bibel-Texte, die die Grundfragen der Menschheit berühren. Beide Teile des 75minütigen Werks werden durch eine ausgedehnte und wirkungsvolle Ouvertüre bzw. Sinfonie eingeleitet, die nicht ohne instrumentale Finessen sind, der Text ist sicher in Soli, Chöre und Rezitative gegliedert, wobei die Parts der Solisten unauffällig und schmucklos in das von Spohr für Laien konzipierte, bildhaft lebendige Chorgeschehen eingebetet sind. Spohrs Apokalypse ist eher tröstlich als bedrohlich.

Ivor Bolton tritt mit dem Mozarteumorchester Salzburg und dem Salzburger Bachchor als beredter Fürsprecher Spohrs auf. Ohne auf plakative Effekte zu schielen, schält er die dramatischen Momente mit sicherem Instinkt heraus. Die komplex verflochtene Musik bringt er mit rhythmischer Präzision und breit aufgefächerten Choreinwürfen zu großer Leuchtkraft, etwa im Höhepunkt Gefallen ist Babylon, an dessen bizarre Wildheit sich das versöhnliche Solistenquartett Selig sind die Toten anschließt. Für das vortreffliche Konzert am 6. Juni 2013 hatte sich Bolton ein hochrangiges Gesangsquartett aus treuen Anhängern ausgewählt: voran Sally Matthews, deren dramatisch ausgereifter lyrischer Sopran immer wieder über dem Geschehen leuchtet, dazu Katherine Goeldner mit einem fast schon zu gewichtigen Mezzosopran für die unaufwendige Aufgabe, den feinen Tenor von Jeremy Ovenden und den kernig interessanten Bariton von Andrew Foster-Williams.

Rolf Fath

 

Louis Spohr: Die letzten Dinge mit Sally Matthews, Katharine Goeldner, Jeremy Ovenden, Andrew Foster-Williams; Salzburger Bachchor; Mozarteum Orchester Salzburg; Leitung: Ivor Bolton; 2CD Oehms Classics OC 438

Catels Oper „Les Bayadères“

.

Obwohl heute kaum noch bekannt, muss Charles-Simon Catels Oper Les Bayadères doch zu dessen bedeutendsten Bühnenwerken gezählt werden (dazu auch der Artikel zu seiner Sémiramis, ebenfalls vom Palazetto Bru Zane bei Ediciones Singolares hier in operalounge.de). Das Werk konnte sich erfolgreich gegen Spontinis Vestale behaupten und erfreute sich auch außerhalb Frankreichs großer Beliebtheit (1810 im Théâtre de la Republique uraufgeführt; 1821 war die Oper immer noch so berühmt, dass sie zur Eröffnung der Salle Pelletier 1821 gewählt wurde – eine bemerkenswerte Langlebigkeit in jener Zeit). Kein Geringerer als der junge Hector Berlioz begeisterte sich 1822 bei seiner Ankunft in Paris für das Werk. Die in Indien angesiedelte Handlung bedingt zahlreiche musikalische Exotismen, und die Oper besticht besonders durch ihre meisterhaft durchgeformten Szenen der Aktschlüsse. Der Palazetto Bru Zane und Ediciones Singolares erweiterten unseren Opern-Horizont einmal mehr durch eine bemerkenswerte Rarität der frühromantischen französischen Oper.

.

Charles-Simon Catel/OBA

Charles-Simon Catel/OBA

Opern wie Lakmé oder Le Roi de Lahore und auch Meyerbeers Africaine haben hier ihre Vorläuferin (nicht nur in puncto Sujet) – eine ganz neue Ästhetik kündigt sich an, die auf dem sich entwickelnden Kommunikationsgeflecht der post-revolutionären Zeit beruht. Gleichzeitig stellt sich auch das Bedürfnis des aufgestiegenen Bürgertums nach Pracht und Luxus dar. Eine affluente Schicht drängt ins Theater, die durch die aufkommende Industrialiserung und die Erschließung neuer Märkte (Kolonien) wohlhabend geworden ist und die den durch die Revolution beseitigten Adel ablöst. Dies ist eine spannende Epoche des Übergangs. Eine zeitgenössche Kritik beschreibt die begeisterte Aufnahme bei der Uraufführung der Bayadères und widmet sich vor allem auch den renommierten Sängern: Adolphe Nourrit sang auch den Arnold in Rossinis Guillaume Tell, der Bass Prosper Dérivis zählte zu dem Stars seiner Zeit (Robert le Diable), die Sopranistin Alexandrine-Caroline Branchu war die Julia in Spontinis Vestale, Médéé Cherubinis, Amazily im Fernand Cortez und prägende Diva de l´Empire. !

.

Die Aufnahme ist eine Pracht! Vor allem in Hinsicht auf Stimmen und Interpretation.- idiomatisch perfekt sind die durchweg frankophonen Sänger ein Labsal für´s Ohr. Inzwischen hat sich so etwas wie eine Dauer-Equipe an jungen Sängern für dieses Repertoire herausgebildet, die kompetent und engagiert mit Text und Musik umgehen, ein großes Verdienst auch vom Palazetto. Phiilippe Do zum Beispiel singt hier den Tenor-Helden Démaly mit Verve und Leidenschaft, gibt den Worten Bedeutung.  Dies ist kein langweiliger Konzertabend in Sofia – dies ist erfülltes Singen! Das gilt auch für seine Kollegen, die bis in die kleinste Rolle (so die drei Bayadèren Jennifer Borghi, Mélodie Ruvio und Katia Velletaz ganz prachtvoll) hervorragend besetzt sind. Die tapfere, entschlossene Bayadère Laméa ist mit Chantal Santon dunkel und lockend vertreten, eine schöne Stimme voller Potenzial. Alndré Heyboer gibt den Bösewicht Olkar mit leichtem Bass und bester Diktion – auch er ebenso charaktervoll wie angenehm im Timbre. Mathias Vidal sticht mit seinem Rustal im ersten Akt hervor. Federic Caton macht einen würdevollen Brahmanen, Thomas Bettinger gefällt als Rutrem ebenso wie Thill Mantero und Karen Durand in kleinen Rollen. Und natürlich freut man sich über den erfahrenen und woanders oft gehörten Eric-Martin Bonnet in den Cameo-Partien des Salem und Irnanès sowie als Maratten-Offizier.

"Les Bayadères": "The assault and taking of Seringapatnam" von henry Singleton, 1800/OBA

Zu Catels „Les Bayadères“: „The assault and taking of Seringapatnam“ von Henry Singleton, 1800/OBA

Über allem wacht der Dirigent Didier Talpain mit ebenso schwungvoller wie kompetenter Hand. Er gibt am Pult von Solamente Naturali (Milos Valent) und der Musica Flora (Marek Strynd) sowie den National Bulgarian Choir Svetoslav Obretenov (Ilia Mihaylov) eine bemerkenswerte Vorstellung voller Wucht, aber auch voller Valeurs der Sinnlichkeit – so in den wunderbaren Soli der Bayadère oder des Tenors Do, voller Schattierungen dieser bemerkenswerten Oper zwischen Mozart und der frühen Romantik. Die großen Chorszenen und die wirklich fabelhaften Aktschlüsse künden Kommendes an – und ich habe mehr als einmal Anklänge an Délibes und Meyerbeer gehört. Dies ist ein weitreichendes Werk voller Überraschungen. Dazu kommt die wirklich bemerkenswerte Ausstattung (wenngleich ich das Buchformat nach wie vor für lästig halte). Drei spannende Aufsätze vom Dirigenten selbst, vom Musikwissenschaftler Gérard Condé und vor allem auch von José Bros zu der Primadonna der Uraufführung, Alexandrine-Caroline Branchu, machen interessanten Lesestoff (in Französisch und Englisch), zusammen mit dem zweisprachigen Libretto eine willkommene Bereicherung für die Fans der romantischen Oper in Frankreich. Haben müssen! G. H.

.

Nun also der Text von Didier Talpain, den wir dem CD-Buch bei Ediciones Singolares entnahmen: Les Bayadères, oder Exotik zwischen Klassizismus und Romantik: In mehrfacher Hinsicht – Thema, musikalische Behandlung, Stil… – scheint Les Bayadères zwischen zwei verschiedenen Ästhetiken angesiedelt zu sein. Zunächst einmal in seinem „orientalischen“ Rahmen: 1810 uraufgeführt, liegt es ungefähr auf halbem Weg zwischen den oft farcenhaften Turqueries des mittleren 18. bis frühen 19. Jahrhunderts und dem „orientalischen Traum“ der Romantiker.

Zu Catels „Bayadères: der Autor und  Didier Taipan/Palazetto Bru Zane

Zur ersten Kategorie gehören Glucks Le Cadi dupe (1761) und Les Pelerins de La Mecque ou la Rencontre imprevue von 1763 (Haydn verwendete das gleiche Libretto für sein Incontro improvviso von 1775), Mozarts Entführung aus dem Serail (1782), Gretrys La Caravane du Caire (1783), Joseph Martin Kraus‘ Soliman II ou les Trois Sultanes (1789) und sogar Webers Abu Hassan (1811, also zeitgleich mit Catels Les Bayaderes) und Rossinis L´Italiana inAlgeri (1813).

In den Jahren 1810-20 änderte sich die Herangehensweise der Romanciers und Librettisten an die „Ostfrage“. Das Lachen rückte in den Hintergrund – auch wenn gelegentlich noch ein Werk in der Art eines Buffa auftauchte, z. B. Cherubinis Ali Baba ou les Quarante Voleurs von 1833 (Teile des Werks waren jedoch schon viele Jahre zuvor für Koukourgi, 1793, geschrieben worden, das nie aufgeführt wurde) und später Der Barbier von Bagdad von Peter Cornelius (1858)) – und das Gefühl rückte in den Vordergrund. Der Orient faszinierte weiterhin, aber auf eine andere Art und Weise. Er war in den europäischen Hauptstädten besser bekannt, wo die Leser oft Zugang zu den Berichten der Reisenden hatten. Und um zu träumen und andere zum Träumen zu bringen, musste man weiter reisen, nach Indien, China, Ceylon

Zu Catels „Bayaderes“: Adolpe Nourrit war Tenor der Uraufführung/Wikipedia

Nach den Wüsten des Mittelmeerraums kamen die feuchten Wälder des Fernen Ostens, während die glühende Sonne von Kairo, Algier oder Mekka durch die schwerere Atmosphäre von Benares oder Colombo ersetzt wurde. Raffinesse, geheimnisvolle Umgebungen, „religiöse Exotik“ usw. standen von nun an auf der Tagesordnung. Zu den französischen Opern dieser Zeit, die in Paris aufgeführt wurden, gehörten Le Dieu et la Bayadère (Auber, 1830), Les Pécheurs de Perles (Bizet, 1863), L’Africaine (Meyerbeer, 1865; trotz ihres Titels spielt sie hauptsächlich in Indien), La Princesse Jaune (Saint-Saens, 1872), Le Roi de Lahore und Lakmé (Massenet bzw. Délibes; beide 1883).

.

Auch in Catels musikalischer Bearbeitung von Les Bayadères hat man das Gefühl, zwischen zwei Ästhetiken zu stehen, sowohl im allgemeinen Stil des Werks als auch in der Handhabung des Orchesters und der Stimme. Die lyrische Tragödie, die auf Geschichten aus der klassischen Mythologie oder der Antike basiert, erlebte ihre letzte große Zeit in den Jahren 1780-90 mit den französischen, italienischen und deutschen Komponisten wie Lemoyne, Vogel, Sacchini und Salieri, die sich an Glucks Reform hielten. Mehrere Werke von Musikern der folgenden Generation knüpften ebenfalls an diese Tradition an (einige von ihnen wurden nicht an der Pariser Opéra, sondern an der Opéra-Comique, dem Theatre Feydeau, uraufgeführt): Horatius Cocles (Mehul, 1794), Télémaque (Lesueur, 1796), Medéé (Cherubini, 1797) und Sémiramis (1802) von Catel selbst. Während des Ersten Französischen Kaiserreichs (1804-1815) entstand ein neuer Zweig: die Opéra heroique. Den Anfang machte zweifellos Gaspare Spontinis La Vestale von 1807, der größte Erfolg dieses Komponisten, der viele Gemeinsamkeiten mit Les Bayadères aufweist. Die opéra heroique ebnete natürlich den Weg für die etwa zwanzig Jahre später aufkommende grand opéra, wie sie von Auber, Meyerbeer, Halevy und anderen verkörpert wurde und die praktisch bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Mode bleiben sollte.

Alle Bestandteile der opéra heroique, von denen viele später in der großen Oper übernommen wurden, sind auch in Les Bayadères vorhanden: ein historisches Thema (die Rivalitäten zwischen Demaly, dem Rajah von Benares, und den Mahratta-Kriegern im Indien des 14. Jahrhunderts); prächtige Bühnenbilder, die sowohl Innenräume (den Harem im ersten Akt, den Palast im dritten Akt) als auch Außenräume (den öffentlichen Platz in Benares im zweiten Akt) darstellen; Tänze, die sorgfältig in die Handlung eingearbeitet sind (das für die ersten Aufführungen des Werks gedruckte Programmheft nennt 32 Tänzer im ersten Akt, 28 im zweiten Akt und 60 im dritten Akt); große Chöre (33 Männer und 26 Frauen, die (im Programmheft) angekündigt werden), die Catel viele Möglichkeiten für ihren Einsatz bieten: 2 oder 3 Stimmen für die Favoriten oder die Bayadéres, 4- oder 5-stimmige gemischte Chöre, 6-stimmige doppelte Männerchöre (für die Schlacht zwischen den Indianern und den Mahrattas). Das Ergebnis ist ein prächtiger Festzug, ein visuell prächtiges Werk, bei dem am Ende des dritten Aktes mehr als 130 Künstler auf der Bühne stehen.

Zu Catels „Les Bayadéres“:Alexandrine-Caroline Branchu sang die Laméa in der Uraufführung/OBA

Catels Orchester ist typisch für die romantische Epoche, bereits mit vielen Blechblasinstrumenten (4 Hörner und 3 Posaunen, zusätzlich zu den 2 Trompeten), aber sein „östliches“ Schlagwerk – Triangel, Becken und große Trommel – wurde von Mozart fast dreißig Jahre zuvor in Die Entführung aus dem Serail verwendet. Streicher und Holzbläser werden in der Tradition der Wiener Klassiker behandelt, außer in den begleiteten Rezitativen (sie werden alle begleitet), in denen Catel, wie andere seiner Zeit auch, zu dramatischen Zwecken viel Tremolo einsetzt.

.

Die Behandlung der Stimme ist in mancherlei Hinsicht innovativ. Die Charakterisierung der Rollen ist natürlich traditionell. Die heroische Bayadère Lamea lehnt sich zum Beispiel an Glucks Iphigénie (Iphigénie en Aulide, 1774; Iphigénie en Tauride, 1779) oder Salieris Hypermnéstre (Les Danaides, 1784) an. Aber man kann nicht umhin, in dem intensiven Lyrismus ihrer Rolle im dritten Akt eine Vorwegnahme von Meyerbeers Alice (Robert le Diable, 1831) oder sogar von Gounods Mireille in der gleichnamigen Oper von 1864 zu sehen. Und während die drei Bajaderen offensichtlich an die drei Damen in Mozarts Die Zauberflöte (1791) erinnern, kündigen die beiden Tenöre Rustan und Demaly Meyerbeers Robert und Rimbaut in Robert le Diable an, und der mächtige Olkar nimmt den Nelusko in L’Africaine desselben Komponisten vorweg. Eine Verbeugung vor der Vergangenheit also und gleichzeitig eine ausgestreckte Hand in die Zukunft.

Les Bayadères, ein grandioses Werk mit einer Musik von konstanter Raffinesse und einem Ton, der im Laufe der Handlung immer bewegter wird, hatte alle Voraussetzungen für einen Erfolg. So ist es nicht verwunderlich, dass das Werk elf Jahre nach seiner Uraufführung für die Einweihung des Salle Le Pelletier ausgewählt wurde, in dem die Pariser Oper von 1821 bis zu ihrer Zerstörung durch einen Brand im Jahr 1873 untergebracht war und der durch das Palais Garnier ersetzt wurde. Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator/ Charles-Simon Catel (1773-1830) : Les Bayadères mit Chantal Santon, Philippe Do, Andre Heyboer, Mathias Vidal, Katia Velletaz, Jennifer Borghi,Musica Florea, Solamente Naturali, Didier Talpain, 2 CDs Ediciones Singolares

.

.

Zu Catels „Les Bayadéres“: Dérivis als Olkar der Uraufführung/Blibliothèque Musée d´Opera/Palazetto

Und hier eine zeitgenössische Aufführungskritik der Uraufführung am Théâtre de la Republique in Paris von 1810: Aus Littérature Dramatique, pp. 2011; M: Catel. Les Bayadères: Die Bayadèren sind indische Tänzerinnen und gleichzeitig Ordensfrauen, die dem Brahma-Kult anhängen. Ihre Aufgabe ist es, die Sinnlichkeit durch Tänze anzuregen, die die Strenge unserer Sitten als unanständig und lasziv ansieht. Die Orientalen sind nicht so skrupulös: Sie lieben in diesen Tänzen genau das, was wir ihnen vorwerfen; der Zweck scheint ihnen die Mittel zu rechtfertigen, die Wirkung scheint ihnen zu schön, um die Ursache zu verdammen. Die Völker, deren Religion mit ihren Sinnen in Einklang steht, bei denen die Sinnlichkeit ein Teil der Moral ist, bieten gute Opernthemen. Im Lauf von zivilen Uneinigkeiten erschien eine Bayadère am Théâtre de la République. Dieses Theater war ein bisschen zu ernsthaft (schwer) für eine solche Gestalt. Die Autorin war eine Frau und diese Frau war die Schauspielerin, die die Bayadère darstellte: Sie war schöner als alle Bayadèren Indiens und sie war nicht glücklich. Anstatt sich an ihren Geist und ihre Anmut zu halten, hielt man nur an ihrer Sekte fest. Sie verehrte Schirven; die Anhänger von Wistnou, die an diesem Tag verstärkt im Parterre befanden, erregten sich gegen die Schauspielerin mit einer heiligen Wut und sie zerrissen aus ihrem Glauben heraus das Stück.

"Les Bayadéres": Stich um 1830/OBA

Zu Catels „Les Bayadères“: Stich um 1830/OBA

Die Bayadèren der Oper hatten ein anderes Schicksal wie die der République: Die Zuschauer  empfanden sich derselben Religion zugehörig wie die Darstellerinnen, die Darstellerinnen regten die Zuseher zu großer Sinnlichkeit an und sie wurden mit Applaus belohnt. Die Geschichte der Bayadèren  bietet mir viele interessante Details, die ich nicht weit zu suchen brauchte: Die Abhandlung (Dissertation) von Herrn Jouy lässt über dieses angenehme Thema nicht viel zu wünschen übrig, aber man muss sich beeilen, die Geschichte der ersten Aufführung dieser Oper, die lang erwartet wurde, ist in diesem Augenblick mehr wert als eine ganze Abhandlung der Tatsachen und Gesten aller Klöster der Bayadèren.

Inhalt – Akt 1: Ein indischer Prinz, dessen Hauptstadt Benares ist, eine Stadt, in der die Brahmanen eine berühmte Lehrstätte haben, befindet sich in einer grausamen Lage. Er ist zu der Zeit angekommen, als das Gesetz Brahmas verlangt, dass er eine Gattin unter seinen Frauen auswählt: Der Unglückliche liebt keine von ihnen: Sein Herz gehört einer Bayadère, der es ihre Religion verbietet, zu heiraten. Ich habe nicht genug Studien an der Schule von Benares gemacht, um genau zu wissen, ob der Rajah oder indische Prinz, der Demaly heißt, die Bayadère Lamea zwar nicht zu seiner Gattin, aber doch zu seiner Geliebten machen könnte. Dieser Passus müsste sich in der Verfassung der Ordensleute des Ganges befinden. Ich bin versucht zu glauben, dass Brahma ihnen nur die Aufgabe zuteilte, Begierden zu erwecken, ohne ihnen zu erlauben, sie zu befriedigen, da der Rajah Demaly so verzweifelt ist und sich so bitten lässt, eine Gattin zu wählen. Vergeblich drängen ihn die Anführer der Brahmanen und seine Minister; aber ein Anführer der Maratten namens Olkar hilft ihm aus seinen Sorgen: Während seine Priester und Minister ihn bei Vergnügungen und Festen einschläfern, überrascht Olkar Benares, erobert den Palast, lässt den Rajah in Eisen legen, bemächtigt sich der Frauen und erspart ihm so die Unannehmlichkeit, eine von ihnen zu wählen. Das ist der erste Akt, recht aktionslos, aber voll von charmanten Tänzen und sehr ansprechenden Musikstücken.

"Les Bayadéres": anonymer Stich um 1810/OBA

Zu Catels „Les Bayadères“: anonymer Stich um 1810/OBA

Im zweiten Akt sieht man den Anführer der Maratten damit beschäftigt, das berühmte Stirnband des Wistnou zu bekommen, das durch seine Kostbarkeit alle Schätze Asiens wettmacht. Der Rajah hat dieses wunderbare Juwel versteckt, und auch die wildesten Drohungen können ihn nicht dazu bewegen, es herzugeben. Olkar glaubt nichts Besseres tun zu können als sich an die Bayadère Lamea zu wenden, die so großen Einfluss auf den Geist des Rajah hat: Aber Lamea ist nicht nur eine Bayadère, sondern auch eine Heldin; sie haucht ihrem Geliebten nicht nur Sinnlichkeit ein, sondern auch Mut. Sie hat schon die treuesten Untertanen des unglücklichen Rajah versammelt: Sie plant eine Revolution.  Die Sinnlichkeit hat Demaly ins Verderben gestürzt, nun soll die Sinnlichkeit Olkar ins Verderben stürzen. Lamea verschwört sich mit ihren Gefährtinnen gegen den Sieger. Und diese Verschwörung der Tänzerinnen wird Demaly wieder auf den Thron setzen. Es ist diese Verschwörung, die den Erfolg der Oper garantiert. Lamea akzeptiert den Handel, der Olkar ihr auferlegt :Sie sieht den gefangenen Prinzen, tut so, als ob sie ihn überzeugen will, das Band Wistnous herzugeben, aber tatsächlich tut sie es, um seinen Mut durch die  Hoffnung  neu zu erwecken. Sie kehrt zu Olkar zurück, täuscht ihn mit einem falschen Bericht und berauscht ihn mit der Idee, das kostbare Band Wistnous bald zu besitzen Der wilde Maratte ist schon halb besiegt durch die Sinnlichkeit, die ihn von allen Seiten umgibt, die Bajaderen umkreisen ihn, bedrängen ihn und entwaffnen scherzend den stolzen Krieger. Dieselbe Vorgangsweise wenden sie gegen die Soldaten an, die noch weniger Widerstand leisten als ihr Anführer: Die Bayadèren nehmen ihnen Stück für Stück ihre Waffen weg, bekleiden sich damit und tanzen, so verkleidet, einen Militärtanz von ganz neuer Art.

"Les Bayadéres": der Librettist Etienne de Jouy/OBA

Zu Catels „Les Bayadères“: der Librettist Etienne de Jouy/OBA

Diese Mischung von sinnlichen und kriegerischen Bildern ist voll Charme; und das schwache Geschlecht bietet, indem es seine Weichheit und seine Anmut dem starken Geschlecht anbietet, die reizvollste und hübscheste Maskerade. Der Kampf und Sieg der Bayadèren über die Maratten (oder Maralten, er schreibt das jedes Mal anders!) erinnern an den Triumph der Nymphen über die Skythen in Das belagerte Kythira, einer opéra comique von Favart, die 1748 in Brüssel aufgeführt wurde, dann 1754 an der Opéra Comique. Die Idee dieser Art Liebeskrieg ist noch viel älter, weil Favart gemeinsam mit Fagan 1738 den ersten Entwurf dieses Themas in Prosa und mit Couplets aufführen ließ. Zu diesen Zeiten wurde diese opéra comique in die grand opéra  gebracht mit einer Musik von Gluck und dennoch mit wenig Erfolg.

"Les Bayadéres": zeitgenössische Darstellung eines indischen Harems/OBA

Zu Castels „Les Bayadères“: zeitgenössische Darstellung eines indischen Harems/OBA

Die komische Oper von Favart, voll von Witz, Anspielungen, galanten Zweideutigkeiten, ist noch besser zu lesen, als aufgeführt zu sehen; und um sie gut aufzuführen, braucht es eine Art Talent, die nicht das der Tänzerinnen der Opéra ist. Das Schauspiel der Bayadèren verliere die Hälfte ihres Reizes, wenn man darin spräche, die Nymphen von Favart schmeicheln ständig dem Geist derer, die welchen haben: Die Bayadèren wirken auf alle, die Augen haben, sie erwecken alle Ideen, die auf natürliche Weise aus den Sinnen entstehen. Diese Szene, in der der Tanz die Hauptrolle spielt, ist also nicht weniger neu, selbst nach Das belagerte Kythira; eine entzückende Allegorie, wo man die Skythen sieht, die auf Befehl des Mars Kythira belagern, die Hauptfestung der untreuen Venus, aber wo es für die ganze Besatzung nur fünf oder sechs Nymphen gibt. Nach einigen Ausfällen und eigenartigen Kämpfen, werden die Skythen gefangen, mit Blumen gefesselt und von den Nymphen im Triumphzug herumgeführt.

"Les Bayadéres": anonymer Stich nach einer Statuette von Auguste Barre 1838/Palazetto Bru Zane

Zu Castels „Les Bayadères“: anonymer Stich nach einer Statuette von Auguste Barre 1838/Palazetto Bru Zane

Diese Szenen sind mehr einfallsreiche als sinnlichen Komödienschönheiten; die Schönheiten der Bayadèren gehören eher der Pantomime, dem Tanz, der Musik an und hängen von einem großen Ensemble ab: Sie erwecken mehr Gefühle als Ideen und beschäftigen besonders die Augen und Ohren, zur großen Erleichterung des Geistes und des Herzens. Während die Maratten den Bayadèren die Waffen geben, bewaffnen sich die Anhänger Demalys, befreien ihren Prinzen schlagen die entwaffneten Maratten in die Flucht. Und diese zweite Revolution beendet den dritten Akt, der allein wie eine ganze Oper ist und die Mängel des ersten und vor allem des zweiten Akts aufwiegt. Nicht dass dieser dritte Akt nicht voll von Heroismus wäre, aber von einem etwas kalten Heroismus. Die Bayadère, nachdem sie ihren ganzen Charme dafür eingesetzt hat, Demaly wieder auf den Thron zu setzen, verweigert es, diesen Thron mit ihm zu teilen und stimmt nur zu, ihn zu heiraten, wenn das Hochzeitsbett ein Scheiterhaufen ist. Demaly, weniger um seine Großzügigkeit zu beweisen als ihr ein Recht auf die Krone zu geben, tut so, als sei er in einem Kampf, den er mit den Maratten führte, tödlich verwundet worden; Der große Brahma seinerseits verkündet, dass das Heil Demalys sehr unsicher ist, wenn er stirbt, ohne verheiratet zu sein. Also braucht der sterbende Prinz eine Frau für das Heil seiner Seele, aber da in diesem Land jede Witwe ihren Ehemann ins Jenseits begleitet, fühlen sich die Frauen demalys wenig bereit zu diesem extremen Treuebeweis. Keine will ihm für diese verhängnisvolle Reise die Hand geben. Nur Lamea opfert sich mit heroischer Leidenschaft; aber in dem Moment, wo sie mit Demaly sterben wird, hebt sich ein Schleier; sie sieht ihn sehr lebendig auf dem Thron, statt des Todes, den sie erwartet hat, warten auf sie die Ehren und Freuden in der glücklichsten Vereinigung, dem würdigen Preis für ihre Liebe und ihren Mut.

"Les Bayadéres": tanzende Bajadere um 1830/Bibliothèque Musée Opéra/Palazetto

Zu Castels „Les Bayadères“: tanzende Bajadere um 1830, eine sehr erotische Darstellung des  Genitalbereiches/Bibliothèque Musée Opéra/Palazetto

Diese Rolle der Lamea ist erhaben: Diese Bayadère ist eine große tragische Prinzessin und fast eine Corneille-Heldin, zumindest durch die Erregung der Gefühle. Nichts ist mehr geeignet, die Talente von Madame Branchu als Darstellerin zu zeigen, und ich bin nicht überrascht, dass sie in dieser Beziehung sehr geschmeichelt von der Rolle war. Die Sängerin muss nicht weniger zufrieden sein, denn sie hat schöne Arien zu singen: Diese Arien sind übersät von gesanglichen Merkmalen, die ihr nur Schwierigkeiten machen, um ihr Triumphe zu bereiten. Madame Branchu lässt weder als Darstellerin noch als Sängerin zu wünschen übrig und hat nur zu wünschen, dass solcher Ruhm dauerhaft sei, dass sie genug Kraft habe, ihn lange zu erhalten. Der Rajah Demaly ist ein recht unbedeutender Held neben seiner Bayadère: Seine Rolle ist weniger anstrengend; man entthront ihn, man setzt ihn wieder ein, ohne dass er etwas dazu beiträgt. Die Zärtlichkeit ist die Basis seiner Rolle. Und das Beste. Das er hat, ist eine zarte Arie, die er sehr zart singt mit einer sanften und melodiösen Stimme. Die Musik ist meist angenehm und abwechslungsreich, gut an das Thema angepasst, öfter schöne Arien, schöne Ensemblestücke, manchmal Lärm,, Verschwommenes, Reminiszenzen.

"Les Bayadéres": Das Innere der Salle Pelletier, wo die Oper zur Eröffnung des Hauses 1821 gegeben wurde/Bibliothèque Musée Opéra/Palazetto

Zu Castels „Les Bayadères“: Das Innere der Salle Pelletier, wo die Oper zur Eröffnung des Hauses 1821 gegeben wurde/Bibliothèque Musée Opéra/Palazetto

Man kann Catel verzeihen, dass er sich selbst herangezogen hat und in den Bayadèren fast seinen Schritt der Skythen in Semiramis reproduziert hat. Wenn das Publikum das Recht hat, die Wiederholung eines Musikstücks, das ihm gefällt, zu verlangen, warum sollte der Schöpfer dieses Stücks nicht dasselbe Recht haben.  Nicht zu vergessen sind die Maschinen und Dekorationen, die wichtige Elemente einer Oper sind. Das größte Lob, das man den Bayadèren spenden kann, ist zu sagen, dass man darin noch etwas zu bewundern gefunden hat nach all den Wundern, so viel Ruhm, so viel Himmlischem, so viel Paradiesen, die seit einiger Zeit auf diesem Theater aufeinanderfolgen und die Bewunderung schon erschöpft zu haben scheinen. (10 April 1810)

.(aus: Cours de Littérature Dramnatique, V.; PARIS. — IMPRIMERIE DE CASIMIR, RUE DE LA VIEILLE-MOMIFAIE , No. 12. RECUEIL PAR ORDRE DE MATIÈRES DES FEUILLETONS DE GEOFFROY, Tome Cinquieme, Paris Pierre Blanchard. Librairie 1825); Die Abbildungen im Text sind, soweit gekennzeichnet, dem Booklet der Neuaufnahme der „Bayadères“ bei Ediciones Singolares entnommen. Eine vollständige Auflistung der bisherigen Beiträge dieser Serie Die vergessene Operhier

Ein neues Image für Bach

Gemeinsam wollen sie der Internationalen Bachakademie Stuttgart (IBA)  behutsam ein neues Image verpassen. Mit dem neuen Akademieleiter Hans-Christoph Rademann und seinem Intendanten Gernot Rehrl sprach Hanns-Horst Bauer über Kultur, Wirtschaft und ein Wechselbad der Gefühle.

Ein Jahr ist es nun her, dass Sie die 1981 von Helmuth Rilling gegründete Internationale Bachakademie Stuttgart übernommen haben. Wie haben Sie sich „eingelebt“? Rademann: Ich bin schon etwas erstaunt, wie schnell dieses erste Jahr in Stuttgart vergangen ist. Das hat sicher mit den vielfältigen Aufgaben zu tun, die hier auf uns zugekommen sind. Das war für mich ein richtiger Sprint. Rehrl: Ich habe wieder einmal, trotz meiner fast 25-jährigen Erfahrung im Kulturmanagement, lernen müssen, dass Veränderungsprozesse einfach Zeit brauchen. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin, dachte ich, so manches ließe sich schneller entwickeln. Aber es scheint uns zumindest geglückt zu sein, das klassische Bildungsbürger-Publikum, das bereits da war, mitzunehmen und zugleich neue Besucherschichten  anzusprechen.

Internationale Bachakademie Stuttgart:  Gernot Rehrl (links) u. Hans-Christoph Rademann/  Foto Boris Schmalenberger

Internationale Bachakademie Stuttgart: Gernot Rehrl (links) u. Hans-Christoph Rademann/ Foto Boris Schmalenberger

Wie haben Sie die nicht ganz einfache Übergangssituation, in der Helmuth Rilling sich bei der Wahl seines Nachfolgers übergangen und verletzt gefühlt hatte, gemeistert? Rademann: Auch wenn wir beide damit gar nichts zu tun hatten, war ich doch sehr erschrocken und gleichzeitig innerlich berührt. Aber ich habe mir dann klar gemacht, dass ich mir mit dem reichen Erfahrungsschatz, den ich mitbringe, keine Sorgen um die neue Aufgabe machen muss.  Rehrl: Mich haben die Querelen im Vorfeld kaum belastet, weil meine Aufgabenstellung in der Zukunft lag, nämlich für die Bachakademie eine neue Ära einzuleiten. Es waren jedoch  für uns beide die hohe Schule der Diplomatie und eine hohe Sensibilität im zwischenmenschlichen Bereich gefragt. Ganz sicher hat dann bei der offiziellen Amtsübergabe die Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck mit zu einem harmonisch geglückten Übergang beigetragen.

Internationale Bachakademie Stuttgart: Hans-Christoph Rademann / Foto Hanns-Horst Bauer

Internationale Bachakademie Stuttgart: Hans-Christoph Rademann / Foto Hanns-Horst Bauer

Was hat Sie an Stuttgart und an den Führungspositionen bei der renommierten Bachakademie gereizt? Rademann: Als man mich gefragt hat, ob ich die Nachfolge von Helmuth Rilling antreten wolle, habe ich mich zunächst schon etwas gewundert, war dann aber doch der Meinung, dass sich die Findungskommission schon etwas dabei gedacht haben dürfte. Zunächst befand ich mich dann in einem Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite war mir schon klar, dass es eine enorme Herausforderung für mich sein würde, in die großen Fußstapfen eines Helmuth Rillings zu treten. Andererseits habe ich die wunderbaren Chancen und Möglichkeiten dieses Amts gesehen, wobei mich hier das Umfeld, das Zusammenspiel von Kultur und Wirtschaft, ganz besonders gereizt hat. Außerdem brauche ich Herausforderungen. Und das ist eine, an der ich ganz sicher weiter wachsen kann.  Rehrl: Solchen Herausforderungen habe ich mich in meinem beruflichen Leben ganz bewusst immer wieder gerne gestellt. Dabei ging es mir darum, etwas zu gestalten, besser: etwas umzugestalten. Hier in Stuttgart, das beim Ranking der Kulturstädte Deutschlands immerhin Platz 1 einnimmt, hat mich vor allem gereizt, eine Institution wie die Bachakademie publikums- und gesellschaftsgerecht in eine gute neue Zeit zu führen. Spannend ist für mich dabei die Vielfalt der Aufgaben: Musikfestival, die Ensembles, Abonnement-Reihen, der Akademie-Gedanke und schließlich das Sponsoring sowie Fundraising.

Internationale Bachakademie Stuttgart: Gernot Rehrl/ Foto Hanns-Horst Bauer

Internationale Bachakademie Stuttgart: Gernot Rehrl/ Foto Hanns-Horst Bauer

Wie wichtig sind Sponsoren und Mäzene für Ihre Arbeit? Rehrl: Wenn man bedenkt, dass wir die Bachakademie mit gut 70 Prozent Eigenleistung betreiben, dann ist das schon beachtlich. Diese Zahl in einer Zeit zu halten, in der wir wissen, dass sich das Publikum nicht gerade vergrößert, dürfte nicht einfach sein. Sponsoren für die Kultur zu finden, ist heute nicht leicht, da sie sich gerne auch anderweitig positionieren. Wir haben zwar durchaus neue Sponsoren, müssen aber leider auch beobachten, wie andere sich umorientieren. Rademann: Viele Sponsoren und Mäzene halten uns die Treue, manche engagieren sich sogar noch stärker als vorher. Dafür sind wir sehr dankbar. Ich würde mir natürlich wünschen, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass es bei der finanziellen Unterstützung nicht um Personen gehen sollte. Im Vordergrund müsste die Institution, der Inhalt und die Idee, die dahinter steckt, stehen. Die Gesellschaft mag sich rasant wandeln, aber ob sich der Mensch als Individuum in der Hinsicht wandelt, dass ihm Werte plötzlich egal sind, sodass er sie über Bord wirft, das bezweifle ich. Da ist die Arbeit der Bachakademie mit dem Leitsatz „Es gibt keine Zukunft ohne Vergangenheit“ enorm wichtig. Wenn wir hier die größten musikalischen Kunstwerke des Abendlandes mit Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt präsentieren, kann das nie etwas an Aktualität einbüßen. So erfüllen wir auch eine gesellschaftspolitische Aufgabe.

Was hat Sie beide hier in Stuttgart zusammengeführt? Rehrl: Wir kennen uns bereits seit 1998, als ich beim Bayerischen Rundfunk Manager des Rundfunkchors war und man mir Hans-Christoph Rademann als Chordirigenten empfohlen hatte. Nahezu 15 Jahre später haben wir uns in Berlin wiedergetroffen.

Internationale Bachakadiemie: Hans-Christoph Rademann an der Tür zur Bachakademie/Foto Hanns-Horst Bauer

Internationale Bachakadiemie: Hans-Christoph Rademann an der Tür zur Bachakademie/Foto Hanns-Horst Bauer

Wie wollen Sie die Bachakademie in eine neue Zukunft führen?  Rehrl: An die Akademie werden heute ganz andere Anforderungen gestellt als bei ihrer Gründung. Wir wollen uns mit der weltweit einzigartigen Marke „Bach“ kreativ auseinandersetzen. Rademann: In unserem ersten Jahr haben wir sehr viele Dinge weitergeführt, sind aber gerade dabei zu überlegen, ob wir nicht doch noch stärker auf Veränderung und Erneuerung setzen sollten. In den letzten Jahren haben sich Markt und Konzertbetrieb, aber auch die Vorstellungen des Publikums und die Ansprüche an eine Interpretation vehement verändert. Gerade im Bereich der Barockmusik haben sich bahnbrechende Entwicklungen vollzogen, die keine Launen, keine Moden sind, sondern etwas mit dem Erkenntnisstand zu tun haben. Die Bachakademie war, das ist unser Eindruck, so etwas wie ein abgeschlossener Zirkel. Den wollen wir öffnen.

Internationale Bachakademie Stuttgart: Hans-Christoph Rademann/ Foto Holger Schneider

Internationale Bachakademie Stuttgart: Hans-Christoph Rademann/ Foto Holger Schneider

Mit welchen Schlüsseln? Rehrl: Das läuft über neue programmatische Ansätze, vor allem aber über Projekte. Beispielsweise über unser großes Tanzprojekt „BACHBEWEGT!“, das gerade bei jungen Menschen sehr gut ankommt. Dabei bewegt die Musik des Thomaskantors nicht nur die Herzen, sondern auch die Körper. Nicht nur die der teilnehmenden Schüler, sondern generationenübergreifend auch die  ihrer Freunde, Eltern, Großeltern und Verwandten. Oder das Projekt „Trimum“, eine interreligiöse Begegnung zwischen Christen, Juden und Muslimen sowie das Junge Stuttgarter Bachensemble (JSB) mit Teilnehmern aus aller Welt. Rademann: Ich glaube daneben aber auch weiterhin an die Macht der Konzerte als eine Form der Musikvermittlung, die durchaus Zukunft hat. Deshalb bemühe ich mich  darum, jeden einzelnen Besucher auch wirklich zu erreichen. Jeder soll emotional von der Musik ergriffen werden, denn Musik ist ein Therapeutikum, das sogar heilende Wirkungen entfalten kann. Dafür sensibilisiere ich ganz bewusst  Chor und Orchester, die eine psychologische Verbindung zum Publikum herstellen sollten. So versuche ich eine große Authentizität herzustellen.

Und wie sehen die Veränderungen bei den Ensembles der Bachakademie aus? Rademann: Unsere exzellente Gächinger Kantorei habe ich als Chorspezialist in den letzten Monaten schon sehr stark qualitativ verändert und werde sie noch weiter verändern, was Homogenität und Intonation betrifft. Sie soll eine entscheidende Rolle im Kreis der weltbesten Chöre spielen. Rehrl: Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir uns auf dem Markt anders positionieren. Rademann: Aber ich fühle mich da überhaupt nicht unter Druck und will niemand nacheifern. Die Bachakademie soll in Zukunft ein international bedeutendes Kompetenzzentrum sein für die Musik der verschiedensten Epochen. Natürlich mit dem Schwerpunkt Johann Sebastian Bach, dessen Musik uns in Schwingungen versetzt,  die uns frei und lebendig macht.

Internationale Bachakademie Stuttgart: Hans-Christoph Rademann (links) u. Gernot Rehrl/ Foto Hanns-Horst Bauer

Internationale Bachakademie Stuttgart: Hans-Christoph Rademann (links) u. Gernot Rehrl/ Foto Hanns-Horst Bauer

Was haben Sie mit dem bestens etablierten Musikfest Stuttgart, das jedes Jahr Ende August/Anfang September stattfindet, vor? Rademann: Wir sind derzeit bemüht, die Politik dafür zu sensibilisieren, dass das Musikfest Stuttgart kein Aktionismus der Bachakademie ist, sondern dass es ein großes überregionales Festival für Stadt und Land sein soll. Das kann es nicht zum Nulltarif geben.

Und was wünschen Sie sich für die kommenden Jahre? Rehrl: Dass sich die Akademie zeitgemäß aufstellt und damit attraktiv und interessant ist. Rademann: Eine Bachakademie mit weltweiter Ausstrahlung, von Politik und Wirtschaft tatkräftig unterstützt und ein Publikum, das voll hinter uns steht.

 

CD Schütz, Psalmen Davids, Rademann-001Biographien: Hans-Christoph Rademann wurde 1965 in Dresden geboren und studierte an der dortigen Musikhochschule Chor- und Orchesterdirigieren. Bereits während seines Studiums gründete er den Dresdner Kammerchor. Von 1999 bis 2004 leitete er als Chefdirigent den NDR Chor. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Alte Musik, insbesondere die Erschließung unbekannter Schätze der sächsischen Musikgeschichte. 2000 erhielt er den Ruf zum Professor für Chorleitung an die Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« in Dresden.  Seit 2007 ist Hans-Christoph Rademann Chefdirigent des RIAS Kammerchors. 2010 wurde er Intendant des von ihm gegründeten Musikfests Erzgebirge. Im August 2013 übernahm Rademann von Helmuth Rilling die Leitung der Internationalen Bachakademie Stuttgart. Für seine Verdienste um das Dresdner Musikleben erhielt er im Juli dieses Jahres den Kunstpreis der Stadt Dresden. Seine zahlreichen CD-Aufnahmen wurden mehrfach mit  Preisen ausgezeichnet. Mit Kammerchor und Barockorchester Dresden realisierte er aktuell für den Stuttgarter Carus Verlag die erste Heinrich-Schütz-Gesamtaufnahme, zuletzt veröffentlicht die Psalmen Davids (Vol.8) und die Auferstehungshistorie (Vol.9). Bei harmonia mundi France ist soeben seine Maßstab setzende Aufnahme des Magnificats von C.P.E. Bach erschienen.

CD Bach, C.Ph.E. Magnificat, Rademann-001Gernot Rehrl wurde 1955 in Bamberg geboren. Nach seinen Studien im Fach Violine und Dirigieren an der Musikhochschule Würzburg ging er 1988 ins Orchestermanagement nach Wien. 1990 wurde er Leiter des künstlerischen Betriebsbüros der Münchner Philharmoniker und leitete danach die weltweite Konzerttätigkeit des Windsbacher Knabenchors. 1997 wechselte Rehrl zum Bayerischen Rundfunk und übernahm dort zunächst das Management des BR-Chors  und ab 2000 des Münchner Rundfunkorchesters. 2009 wurde Gernot Rehrl Intendant der Rundfunkorchester und –chöre GmbH Berlin (ROC), 2013 schließlich Intendant der Internationalen Bachakademie.

Licia Albanese

 

Die langjährige Sopransäule der Metropolitan Opera New York, Licia Albanese (eigentlich Felicia Albanese), starb am 15. August 2014 in New York/Manhattan im Alter von 105 Jahren. Sie wurde am 22. Juli 1909 in Bari geboren und bei Giuseppina Baldassare-Tedeschgi ausgebildet.  Sie verließ 1939 Italien nach ihrem Bühnendebüt als Madama Butterfly am Teatro Lirico Mailand und Auftritten in regionalen Theatern, nahm 1940 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an, heiratete 1945 Jahr den Finanzmann und Vorsitzenden der amerikanischen  staatlichen Rennorganisation Joseph Grimma und wurde zu einem Synonym des damaligen Met-Standards, als sie im alten wie im neuen Haus mehr als 400 Aufführungen vor allem das lyrische Fach mit Ausflügen ins schwerere wie Madama Butterfly (mehr als 300 mal), Mimì oder Tosca sang. Aber auch die San Francisco Opera profitierte von Ihrer Anwesenheit – sie sang dort von 1941 – 1961 in mehr als 120 Aufführungen.

Licia Albanese als Manon an der Met//Bridge Puglia USA

Licia Albanese als Manon an der Met//Bridge Puglia USA

Es war ihre permanente Verfügbarkeit, die ihr einen Namen der Zuverlässigkeit und des hohen Standards sicherte und die sie immer wieder auch kurzfristig einspringen ließen, so für die Bayreuther Aufnahme des Lohengrin bei Reldec/Decca. Obwohl sie auch an Häusern wie Covent Garden und großen Bühnen Amerikas sang, war sie doch eine Met-Sängerin, und ihre Aufführungen der Violetta, Butterfly oder Mimì waren Legion – sie war beste „Met-Ware“ und stand für die damaligen Qualitäten des Hauses. Die Langlebigkeit ihrer gutsitzenden, hellen und höhenbetonten Sopranstimme war ebenfalls legendär: Noch 1985 gab sie die alternde Diva Heidi Schiller in Sondheims Musical Follies mit den New Yorker Philharmonikern. 1966 hatte sie sich von der Met zurückgezogen, trat aber dort regelmäßig noch in den Galas auf und sang mit bestsitzender Stimme den „Star spangled Banner“. Ihre offizielle musikalische Hinterlassenschaft ist nicht sehr umfangreich (La Bohème und eine Live-Manon von der Met/CBS/Naxos und einige LPs/CBS/Naxos), aber ihre inoffiziellen Livemitschnitte gibt es reichlich, an ihr kommt kein Sammler vorbei. Im Folgenden eine biographische Wertschätzung der Sängerin von David Patmore in Naxos´ unersetzlicher Reihe von Künstlerbiographien. G. H.

 

Licia Albanese an der Met/Melancon/Wiki

Licia Albanese  als Butterfly, Foto oben als Violetta, beide an der Met/Melancon/Wiki

In 1940 Albanese made her début at the Metropolitan Opera, New York, as Butterfly and achieved immediate success: she was to reprise this rôle on seventy-two occasions at the Metropolitan. She stayed with the company for twenty-six years, until in 1966, insulted by what she considered a derisory contractual offer by manager Rudolf Bing, she returned the document unsigned. At the Metropolitan Albanese sang a total of 427 performances of seventeen rôles in sixteen operas, establishing herself as one of her generation’s pre-eminent interpreters of Violetta/La traviata, and excelling as Manon/Manon Lescaut in addition to Butterfly. Other parts which she sang with the company included Nedda/Pagliacci, Marguerite/Faust, Susanna/Le nozze di Figaro, Donna Anna/Don Giovanni, Giorgetta/Il Tabarro, Tosca, Micaela, and Lauretta. She also sang regularly with the San Francisco Opera, whose music director Gaetano Merola she greatly admired, giving 120 performances of twenty-two rôles between 1941 and 1951.

Licia Albanese als Tosca an der Met/Roger Gross

Licia Albanese als Tosca an der Met/Roger Gross

The high esteem in which Albanese was held in America may be judged by the fact that it was she whom Toscanini invited to sing Mimì in the fiftieth anniversary broadcast of La Bohème, the first performance of which he had conducted in Turin in 1896. So successful was this that the maestro asked Albanese to sing Violetta in his subsequent broadcast of La traviata, also in 1946. Both these productions were afterwards released commercially on disc. Albanese made her Chicago début in 1941 as Micaela and went on to sing as a distinguished guest in Baltimore, Cincinatti, Philadelphia, San Antonio and St Louis. In 1951 she returned to La Scala, as Butterfly, which she also sang in the same year at Rio de Janeiro. She retired from the stage in 1970, but remained a force in opera in America through her teaching and the Albanese Puccini Foundation, which annually awards substantial cash grants to young opera singers.

Licia Albanese wird 1995 von Präsident Clinton die Medal of Artistic Award der USA überreicht/Bridge Puglia UA

Licia Albanese wird 1995 von Präsident Clinton die Medal of Artistic Award der USA überreicht/Bridge Puglia UA

Albanese’s voice in her early career had a most appealing freshness and innocence, as may be heard in her 1938 recording of La Bohème (Mimì) with Gigli, and in the excerpts from the 1937 Covent Garden production of Turandot (Liù) with Eva Turner, conducted by Barbirolli. Later her voice filled out, while retaining its range, flexibility and beauty of tone: her 1954 recording ofManon Lescaut, opposite Jussi Björling, is a fine example of her mature art. Other recordings of note are the studio recording of Carmen (Micaela) conducted by Fritz Reiner, and a live recording of La rondine (Magda) from 1960. Albanese possessed a strong dramatic instinct and sought to make her performances as fresh as possible, giving them considerable dramatic edge as well as musical warmth.

David Patmore (A–Z of Singers)/ Naxos Rights International Ltd..

 

Licia Albanese als Desdemona in San Francisco/SFO

Licia Albanese als Desdemona in San Francisco/SFO

Ein Live-Interview von 1988 mit Licia Albanese findet sich auf der website von Bruce Duffie This interview was recorded on the telephone on February 26, 1988.  A portion was published in The Massenet Newsletter in July, 1989, and other sections were used (along with recordings) on WNIB in 1998.  It was fully transcribed, re-edited and posted on this website in 2012. To see a full list (with links) of interviews which have been transcribed and posted on this website, click here.   Award – winning broadcaster Bruce Duffie was with WNIB, Classical 97 in Chicago from 1975 until its final moment as a classical station in February of 2001.  His interviews have also appeared in various magazines and journals since 1980, and he now continues his broadcast series on WNUR-FM, as well as on Contemporary Classical Internet Radio. You are invited to visit his website for more information about his work, including selected transcripts of other interviews, plus a full list of his guests. You may also send him E-Mail with comments, questions and suggestions.

Intelligent und karrierebewusst

Meistens tritt das Ehe- und Sängerpaar Daniela Dessì und Fabio Armiliato gemeinsam vor die Öffentlichkeit, wie viele CDs und DVDs bezeugen können. Nun ist ein handliches Büchlein mit dem Titel Appassionata dem Sopran allein gewidmet, und wie so oft in Italien ist der Verfasser Mario Dal Bello zugleich Autor, Fan und Freund, der in einer Reihe von Interviews den Leser Einblicke in den Karriereverlauf, die künstlerischen und privaten Ansichten der Sängerin gewinnen lässt. Schnell gewöhnt sich der Leser an die Häufung von Adjektiven wie sincera, raffinata, sensibele, oft noch mit einem –issima verstärkt, und mag ihnen nach Beendigung der Lektüre nicht einmal widersprechen, denn Daniela Dessì erweist sich bei ihren Aussagen tatsächlich als all das und als intelligente Gestalterin ihrer Karriere noch dazu. So natürlich wie das Landleben in Gussago bei Brescia, das die beiden Genueser zu schätzen scheinen, äußert sich die Künstlerin über ihre Herkunft, Kindheit, Entdeckung der Musik und der eigenen Stimme, die sie bereits als Siebzehnjährige ihren ersten Opernauftritt haben lässt. Aus dem Mezzosopran wird ein Sopran; vom Barock über die neapolitanische Schule, Rossini, Mozart führt der Weg zu Verdi, der künstlerisch gesehen der marito, und Puccini, der l’amante ist. Erst nach 25 Jahren Karriere hat La Dessì ihre erste Norma gesungen, kürzlich Turandot und Santuzza, und Lady Macbeth ist in Vorbereitung.

Treffend weiss der Sopran die unterschiedlichen Arbeitsweisen der berühmten Dirigenten zu charakterisieren, mit denen sie zu tun hatte. Dass sie allerdings Karajan in Ostberlin getroffen haben soll, erscheint recht unwahrscheinlich, anders als der Bericht von dem stundenlangen Musizieren gemeinsam mit dem Maestro. Kürzer geraten die Ausführungen über die Regisseure, und Geheimnisse, wie die die ihr Di Stefano über die Callas anvertraute, werden natürlich nicht gelüftet. Domingo und Pavarotti geben Anlass für nett Anekdotisches.

„Pensare prima di cantare“ bewahrte die Stimme davor, überstrapaziert und in Krisen getrieben zu werden, für fast vergessene Komponisten wie Zandonai wird von der kritisch das Musikleben kommentierenden Sängerin eine Lanze gebrochen. Die Besonderheiten des japanischen Publikums finden ebenso Beachtung wie Ausflüge in´s Cross Over.

Natürlich ist eines der wichtigsten Themen die Ehe mit Fabio Armiliato, auch er bereits einmal verheiratet und mit einem Kind aus erster Ehe. Die Organisation des Familienlebens zweier Sänger, die Frage nach Für und Wider von Liebesszenen auf der Bühne mit fremdem oder vertrautem Partner, all das wird in sympathischer, schlichter und überzeugender Weise diskutiert. Ein ganzes Kapitel ist der Beziehung zu Suora Rosalina gewidmet und ihrer gemeinsamen Arbeit für eine Gruppe suchtgefährdeter Jugendlicher, die Daniela Dessì durch Musik auf den rechten Weg zu bringen versucht.

Der Folge von Interviews schließt sich eine Biographie der Sängerin an. Das Buch wird vervollständigt durch eine so umfangreiche wie sorgfältig gemachte Diskographie und einen Fotoblock mit vielen noch nie veröffentlichten Aufnahmen. Ein ähnliches, jedoch Fabio Armiliato gewidmetes Buch könnte man nur begrüßen.

Ingrid Wanja  

 

Mario Dal Bello: Appassionata – Incontro con il soprano Daniela Dessì, 75 Seiten, Paoline Editore, ISBN 978 88 315 4446 7  

Maurizio Graziani

 

Der italienische Tenor Maurizio Graziani ist im Alter von 60 Jahren in seiner Heimatstadt Macerata am 30. 07.2014 gestorben. Graziani war vor allem als Belcanto-Sänger bekannt, der sich aktiv für die öffentliche Verbreitung des Repertoires einsetzte.  Graziani studierte am Rossini-Konservatorium in Pesaro bei Carlo Bergonzi, Franco Corelli und Rina Filippini. Außerdem nahm er Unterricht bei dem bekannten Opernsänger Mario del Monaco. Während seiner rund 50 Jahre langen aktiven Karriere feierte er auch international große Erfolge. Neben regelmäßigen Auftritten in der Arena di Verona, dem Teatro Grande Brescia und dem Bellini in Catania war er auch in Japan, Australien und den USA zu hören. Bekannt war er außerdem für seine Nebentätigkeit, in der er ein Uhrengeschäft in Macerata führte.

Maurizio Graziani/OBA

Maurizio Graziani/OBA

Dazu auch die sehr persönliche Würdigung von Fernando Pallochini in La Rucola/Notizie de Macerata: L’amicizia con Maurizio Graziani è nata nei lontani anni ’70, quando il sottoscritto faceva l’agente di commercio nel settore dell’orologeria e dell’argenteria e il padre di Maurizio gestiva in viale Trieste, a Macerata, un negozio di articoli da regalo. Fu Maurizio, provetto orologiaio, ad allargare l’attività al settore dei preziosi e dell’orologeria. Era piacevolissimo parlare con lui di tanti argomenti, nacque una amicizia e una stima reciproca che mai si è interrotta, anche se ultimamente i nostri incontri erano divenuti rari. Un giorno, con timidezza, mi disse che stava studiando canto. Era stato contagiato dalla vicinanza dello Sferisterio! Inizialmente lo preparò il Maestro Silvano Pietrosi per poi passare al Conservatorio Rossini di Pesaro seguito dal Maestro Emma Raggi Valentini e all’Accademia Lirica Mozarteum di Salisburgo. E’ stato anche allievo dei Sesto Bruscantini, Gianni Raimondi, Giuseppe Di Stefano, Carlo Bergonzi e Franco Corelli. Non aveva una “vocetta”, come alcuni hanno insinuato, ma dopo averlo ascoltato dal vivo e su registrazioni abbiamo scritto più volte di una voce chiara, limpida, che arrivava agli acuti con facilità: era bravo Maurizio! E il successo gli è arrivato da ogni parte del mondo, con platee amplissime dove riceveva l’applauso corale di 5000 persone e anche presso le ristrette cerchie degli ospiti di regnanti. Ha cantato ovunque (Macerata, Novara, Alessandria, Livorno, Pisa, Ferrara, S. Severo, Cremona, Piacenza, Trapani, Modena, Verona, Catania, Cosenza, Brescia, Palermo, Pavia, Bergamo, Trieste, Sassari, Venezia, Bologna, Firenze, Roma, Torino, Genova, Ravenna, Atene, Helsinki, Londra, Freiburg, Bonn, Buenos Aires, S. Paolo, Brasilia, Tokyo, Kyoto, Osaka, Nara, Sapporo, Nagoya, Palm Beach, Oslo, Baltimora, Avenches, Graz, Vienna, Madrid, Amburgo, Seoul, Dublino, San Gallo, Sofia e Lipsia, solo per citare alcune città), forte di un repertorio assai vasto (“L’Amico Fritz”, “Gianni Schicchi”, “La Traviata”, “Nabucco”, “Rigoletto”, “Tosca”, “Madama Butterfly”, “Macbeth”, “Carmen”, “Cavalleria Rusticana”, “Pagliacci”, “I due Foscari”, “Il Trovatore”, “Il Guarany”, “Manon Lescaut”, “Adriana Lecouvreur”, “La Bohème”, “La Fanciulla del West”, Andrea Chénier”, “Stiffelio”, “Simon Boccanegra”, “Fedora”, “Turandot”, “Un ballo in maschera”, “Luisa Miller”, “La forza del destino”, “I Masnadieri”, “Norma” e nei Requiem di Verdi e Mozart) e sempre nei ruoli da protagonista. Inutilmente abbiamo provato a riportarlo allo Sferisterio, addirittura ci fu chi gli richiese un… provino! Naturalmente rifiutò quella che considerava, giustamente dato che era ben conosciuto da chi lo voleva “provare”, una umiliazione. Un anno arrivammo persino a organizzargli una cena, presenti il Sindaco Meschini e gentile consorte e tanti amici del mondo culturale maceratese, e lo chef Amoroso, che allora gestiva un ristorante in via Roma, inventò per l’occasione un piatto tanto speciale quanto prelibato: gli gnocchetti alla Graziani. Ma non ci fu verso di riportarlo allo Sferisterio. Nonostante ciò è stato presente quando, insieme con alcuni amici della lirica, organizzammo un incontro presso il salone dell’Hotel Claudiani per parlare dello Sferisterio, nel periodo in cui questo era in piena crisi di presenze e di incassi, una serata con interventi di prestigiosi personaggi, ricca di suggerimenti. Alla fine mi si avvicinò, ci abbracciammo e mi disse: “Fernando, è inutile quanto fate, ho sperato ma questa sera pur con la presenza di persone di grande portata, nessuno degli Amministratori cittadini è intervenuto a parlare”. Amava lo Sferisterio, da maceratese e da tenore. Oggi un male improvviso ci ha privato del nostro amico e della sua bella voce. Senza dubbio ci mancherà Maurizio. Fernando Pallocchini

Wie auf dem Blog von Concertodautunno zu lessen ist: Nato a Macerata, inizia giovanissimo i suoi studi musicali con il M° Silvano Pietrosi; successivamente si iscrive al Conservatorio “Gioacchino Rossini” di Pesaro dove inizia lo studio del canto con il M° Sig.ra Emma Raggi Valentini. Inoltre ha frequentato l’Accademia Lirica di Osimo e l’Accademia Lirica Mozarteum di Salisburgo. Ha perfezionato i suoi studi con i maestri: Arrigo Pola, Ettore Campogalliani, Antonio Tonini, Paride Venturi, Sesto Bruscantini, Gianni Raimondi, Giuseppe Di Stefano, Carlo Bergonzi, Franco Corelli. Dal 1989 ad oggi ha cantato nelle città di: Macerata, Novara, Alessandria, Livorno, Pisa, Ferrara, S. Severo, Cremona, Piacenza, Trapani, Modena, Verona, Catania, Cosenza, Brescia, Palermo, Pavia, Bergamo, Trieste, Sassari, Venezia, Bologna, Firenze, Roma, Torino, Genova, Ravenna, Atene, Helsinki, Londra, Freiburg, Bonn, Buenos Aires, S. Paolo, Brasilia, Tokyo, Kyoto, Osaka, Nara, Sapporo, Nagoya, Palm Beach, Oslo, Baltimora, Avenches, Graz, Vienna, Madrid, Amburgo, Seoul, Dublino, San Gallo, Sofia, Lipsia, ecc., nelle opere “L’Amico Fritz”, “Gianni Schicchi”, “La Traviata”, “Nabucco”, “Rigoletto”, “Tosca”, “Madama Butterfly”, “Macbeth”, “Carmen”, “Cavalleria Rusticana”, “Pagliacci”, “I due Foscari”, “Il Trovatore”, “Il Guarany”, “Manon Lescaut”, “Adriana Lecouvreur”, “La Bohème”, “La Fanciulla del West”, Andrea Chénier”, “Stiffelio”, “Simon Boccanegra”, “Fedora”, “Turandot”, “Un ballo in maschera”, “Luisa Miller”, “La forza del destino”, “I Masnadieri”, “Norma” e nei Requiem di Verdi e Mozart. Ha collaborato nelle varie rappresentazioni con i Maestri: Nello Santi, Massimo De Bernart, Maurizio Arena, Angelo Campori, John Neschling, Angelo Cavallaro, Anton Guadagno, Donato Renzetti, Andrea Licata, Viatoslav Sutej, Piergiorgio Moranti. Nel 2004 è stato Calaf nella produzione di Turandot del Teatro Coccia di Novara..

Cristina Deutekom

.

Dazu schreibt Wikipedia: Cristina Deutekom, also known as Christine Deutekom and Christina Deutekom (28 August 1931 – 7 August 2014) was a Dutch coloratura soprano opera singer. She sang with all the leading tenors of her time, including Carlo Bergonzi, José Carreras, Franco Corelli, Plácido Domingo, Nicolai Gedda, Alfredo Kraus, Luciano Pavarotti, and Richard Tucker.

Deutekom was born in 1931 in Amsterdam as Christine (Stientje) Engel. After some smaller roles, her breakthrough came in 1963, portraying the Queen of the Night in Mozart’s Zauberflöte  at the Dutch National Opera. She then sang the same role at all major European opera houses and also at the Metropolitan Opera in New York in 1968. In 1974 she opened the Met season as Elena in I vespri siciliani alongside Plácido Domingo.

Besides the Queen of the Night, her Mozart roles included Donna Anna in Don Giovanni, Fiordiligi in Così fan tutte and Vitellia in La clemenza di Tito. She sang the great bel canto roles, specifically in Rossini’s Armida, inBellini’s Norma and I puritani, and in Donizetti’s Lucia di Lammermoor. She went on to the great dramatic Verdi roles including Abigaile in Nabucco, Lady Macbeth, Leonora in Il trovatore, Amelia in Un ballo in maschera, and Elena in I vespri siciliani. Other roles which were captured in commercial recordings include Giselda in I Lombardi and Odabella in Attila (alle Philips). Finally, she sang the title role in Puccini’s Turandot. Deutekom’s stage career ended in 1986, when she suffered a heart attack. She turned to giving master classes internationally.

She made a return in November 1996 at the Concertgebouw Operafeest, at the age of 65 singing the Bolero from I vespri siciliani and Anna Elisa’s aria Liebe, du Himmel auf Erden from the operetta Paganini, reportedly „bringing the house down“. As of 2001, she was a guest teacher at the Royal Conservatory of The Hague, but after suffering a stroke in 2004, she retired from public life. She married Jaap Deutekom, a boxer, in 1952 and they had a daughter, Irma Deutekom, in 1955. She died on 7 August 2014 after a fall in her home.

 

Repertoire: Beethoven: Fidelio (Marzelline); Bellini: Bianca e Fernando (Bianca); Cherubini: Médée (Medea); Händel: Alcina (Alcina); Rossini: Mosè in Egitto (Sinaide); Saint-Saëns: Henry VIII (Catherine de Aragon);  Strauss, R: Der Rosenkavalier (Marianne Leitmetzerin);  Verdi: Alzira (Alzira), I masnadieri (Amalia), Rigoletto (Gilda), Simon Boccanegra (Amelia/Maria); Wagner: Götterdämmerung (Woglinde), Das Rheingold (Woglinde), Die Walküre (Walküre)

Honors:  Knight in the order of Orange-Nassau, 1974,  Singer of the year, Milan, 1974; Singer of the year, Milan, 1973; Premio Romeo e Juliet, Verona, 1972; Rigoletto d’Oro, Mantua, 1973 Monteverdi d’Oro, Venice, 1972; Palco Scenico d’Oro, Mantua, 1971; Grand Prix du Disque of the Académie Charles Cros, Paris, 1968;  Arena d’Oro, Verona, 1976

Foto oben: Volksrant.nl

„Halbe Sachen gibt es für mich nicht!“

Im August wird er 72 und steht immer noch als Coach und Tänzer auf der Bühne: Egon Madsen, einer der ganz Großen der internationalen Ballettszene, der mit zu John Crankos Stuttgarter „Ballettwunder“ beigetragen hat. Jetzt hat er auch noch die Sprechbühne für sich entdeckt. Im Theaterhaus Stuttgart tauscht er mit Gitte (Hænning) Love Letters aus.  Mit Hanns-Horst Bauer unterhielt er sich dort über Charisma, positives Denken und das Arbeiten im Alter.

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Herr Madsen, wer Sie beim turbulenten „Celebration“-Flashmob von Gauthier Dance in einem großen Stuttgarter Kaufhaus in Aktion gesehen hat, fragt sich unwillkürlich, wo nimmt der Mann diese umwerfende und mitreißende Power her. In dem Moment, wo es ernst wird, wo der Vorhang aufgeht, da bekomme ich automatisch einen Energieschub, um hundertprozentig auf der Bühne stehen zu können. Halbe Sachen gibt es für mich nicht.

Dieser Energieschub kann aber doch nicht alles sein? Sicher nicht. Ganz entscheidend ist auch, dass ich ein sehr positiv denkender Mensch bin. „Ich bin heute müde“ oder „Ich habe keine Lust“, das gibt es für mich nicht. Ich gebe immer alles, was ich habe, und das mit Spaß und Freude, denn wenn man ein Publikum hat, das einen schätzt und liebt, dann muss man ihm auch etwas zurückgeben.

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Was gibt Ihnen diese Kraft? Woher nehmen Sie Ihre positive Einstellung? Das ist etwas, was ich eigentlich immer schon gehabt habe, das ist mir angeboren. Ich komme aus einer ganz einfachen Schuster-Familie, und wir hatten untereinander immer einen sehr guten Kontakt. Prägend für mich war wohl vor allem meine Mutter, eine kleine rundliche Frau mit viel Witz und Humor, die immer positiv eingestellt war. Dieses Charisma habe ich dann im Verlauf meines Lebens immer weiter entwickelt.

Sie hatten also, den Eindruck gewinnt man, eine glückliche Kindheit und konnten sich frei entfalten. Wie kamen Sie denn zum Tanz? Die Begeisterung dafür hatte ich wohl schon von klein auf. Ich hatte immer das innere Bedürfnis, tanzen müssen. Wenn´s Musik im Radio gab, dann habe ich mich dazu bewegt. In der Schule habe ich zwar im Chor mitgesungen, und das sogar sehr gut, aber hingezogen hat es mich eher zum Theater. Kein Wunder also, dass Freunde meinen Eltern empfohlen haben, diesen Drang zu unterstützen. Deshalb haben sie mich, als ich neun war, in die Ballettschule von Thea Jolles in Aarhus geschickt, wo man festgestellt hat, dass ich sehr talentiert bin. So stand ich mit Zehn bereits auf der Bühne und bin mit dem Kinderballett auch groß auf Tournee gegangen.

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Trotzdem sind Sie später von der Ballettschule des Königlich Dänischen Balletts abgelehnt worden. Wie sind Sie damit, eigentlich erfolgsgewohnt, fertiggeworden? Ich bin immerhin unter die letzten 25 von 250 Bewerbern gekommen. Über die Ablehnung war ich aber eigentlich sehr froh, denn da hat mich bereits  die strenge Aufnahme-Prozedur unheimlich genervt. Die Atmosphäre dort hat mir überhaupt nicht gefallen.

Als Sie gerade mal 18 Jahre alt waren, hat der leider so früh verstorbene John Cranko Sie nach Stuttgart geholt. Wie haben Sie sich da gefühlt? Das war merkwürdig und spannend zugleich, denn Cranko hat mich ohne Vortanzen engagiert. So stand ich plötzlich mit einem Koffer und meinem Teddybär in Stuttgart.

Und waren bereits ein Jahr später Solotänzer beim Stuttgarter Ballett, das Sie zusammen mit Marcia Haydée, Birgit Keil, Richard Cragun und anderen Tänzern ganz entscheidend mitgeprägt und so das legendäre Stuttgarter „Ballettwunder“ bewirkt haben. Was hat es denn mit diesem Wunder auf sich? Ganz entscheidend dafür war sicher die sehr gute, ja geradezu familiäre Arbeitsatmosphäre in der Kompanie. Die Harmonie war unheimlich stark. So etwas gibt es heute wohl kaum mehr. Das Stuttgarter „Ballettwunder“ gibt es auch nur einmal. So etwas kann man nicht nachmachen.

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Sind die „Initialen R.B.M.E.“ mit  Brahms´ zweitem Klavierkonzert, die Cranko für Sie, Ricky, Marcia und Birgit choreographiert hat, also tatsächlich ein Freundschafts-Ballett? Ja, zweifellos. Wir haben uns immer sehr gut verstanden. Und Cranko hat uns in diesem Ballett nachgezeichnet, wie wir wirklich waren. Deshalb ist es heute für andere Tänzer eine große Herausforderung, die „Initialen“ nachzutanzen.

Sie wurden als Stars im In- und Ausland groß gefeiert. Gab es da kein Konkurrenzdenken untereinander? Nein, eigentlich nicht, denn wir Vier waren ja so verschieden. Birgit mit ihrem wunderschönen Körper stand für die lange Linie, Marcia für Romantik, Dramatik und Komik, Ricky war stärker, größer und muskulöser als ich, und ich war ein bisschen feiner neben ihm.

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Welche Bedeutung hatte Cranko für Sie ganz persönlich? John war für mich als sehr junger Tänzer so etwas wie eine Vaterfigur. Ich war damals, heute wohl nicht  mehr, ein  ruhiger, zurückhaltender, fast schon scheuer Mensch und habe auch nicht sehr viel geredet. Er hat mich unbewusst erzogen und mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben.

Und für Ihre tänzerische Entwicklung, für Ihre Karriere? Er hat uns die Rollen ganz individuell auf den Körper choreographiert, für unsere ganz persönliche Ausstrahlung. So hatten wir die tolle Möglichkeit, uns mit jeder Rolle wirklich identifizieren zu können.

Ihre großen Rollen haben Sie mit wechselnden Partnerinnen getanzt. Ist es nicht schwierig, sich immer wieder auf neue Star-Ballerinen einstellen zu müssen? Da muss man in kürzester Zeit versuchen, die Partnerin kennenzulernen und zu spüren, wie man mit ihr umgehen, wie man sie anfassen muss. Probleme hatte ich dabei eigentlich nie.

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Im Gespräch: Egon Madsen/Foto Hanns-Horst Bauer

Wirklich nie? Bei keinem einzigen großen Pas de deux? Nun, jede Partnerin bringt ein anderes Gewicht mit. Deshalb musste ich, der ich ja eher schmal war, zunächst Muskeln aufbauen. Ich erinnere mich an eine meiner frühen Aufführungen, als ich Marcia von hinten hinaus auf die Bühne tragen musste. Aber das ging bei mir nicht. Wir sind damals mehr zu Fuß gelaufen als sie in der Luft war. Daran musste ich arbeiten.

Im Fitness-Studio, wie es die Tänzer heute zum Teil machen? Nein, bei uns war der Körper, wie er war. Ich musste ganz einfach  Pas de deux-Arbeit leistet. Ich mache noch heute täglich meine Bodenübungen und Stretchings. Zu Hause in Italien jogge ich mit meiner Frau am Strand. Dazu kommt ein spezielles Yoga und ein bisschen Krafttraining. Wenn man älter wird, muss man einfach etwas für seinen Körper tun.

Für ältere Tänzer ab 40 haben Sie sich beim Nederlands Dance Theater III  in Den Haag  engagiert. Was hat Sie  daran gereizt?  Da hatte ich die Möglichkeit zu zeigen, was man als Tänzer und Charakterdarsteller auch nach 35 noch auf der Bühne leisten kann.

Die meisten Tänzer beenden ihre Laufbahn  in der Regel in diesem Alter und werden dann vielleicht Ballettmeister oder Direktor. Wie kommt es, dass Sie mit bald 70 immer noch aktiv auf der Bühne stehen? Das ist keine Frage des Alters, sondern des Körperbaus und der inneren Einstellung.  Ich habe vermutlich einen anderen Körper als die meisten. Dadurch dass meine Knochen sehr fein und unglaublich flexibel sind, kann ich mich länger auf der Bühne halten. Von kleineren Knie-oder Rückenproblemen mal abgesehen, hatte ich eigentlich nie ernsthafte Schwierigkeiten mit meiner Gesundheit.

Das Buch zum Tänzer Egon Madsen im Henschel verlag

Das Buch zum Tänzer Egon Madsen im Henschel Verlag, bereits in operalounge.de bei Erscheinen besprochen

Im Augenblick arbeiten Sie als Company Coach bei Gauthier Dance im Stuttgarter Theaterhaus, wo Sie mit Christian Spucks „Don Q.“ zusammen mit Eric Gauthier auch einen großen Triumph als Tänzer feiern konnten. Woher kommt Ihre Begeisterung und Ihr Engagement für diese junge Truppe? Gauthier Dance ist eine ganz wunderbare Sache und ich bin dem Leiter des Theaterhauses, Werner Schretzmeier, dafür sehr dankbar. Dort zu arbeiten, ist einfach ein Genuss. So hat Stuttgart zwei Ballettkompanien mit unterschiedlicher Zielsetzung.

Welchen Stellenwert kann denn das Ballett, der Tanz ganz allgemein in unserer Gesellschaft einnehmen? Sicher einen sehr wichtigen, durchaus auch gesellschaftskritischen, denn Tanz braucht keine Sprache, sondern nur Bewegung, kann also weltweit überall verstanden werden.

Aber da müssen zum Teil doch auch Vorurteile abgebaut werden? Ja, zum Beispiel immer noch, was den Beruf des männlichen Tänzers angeht. Zu sagen, das sei kein Beruf für einen Mann, ist absoluter Quatsch. Tanzen ist Hochleistungssport!

Egon Madsen mit Gitte Hænnig bei "Love Letters" in Stuttgart"/Foto Regina Brockes

Egon Madsen mit Gitte Hænnig bei „Love Letters“ in Stuttgart“/Foto Regina Brockes/Theaterhaus

 

Jetzt machen Sie zusammen mit Gitte Hænning auch noch Theater. Was reizte Sie daran? Schauspieler war ich ja eigentlich schon immer, beim Tanzen wie auch privat. Meine Person ist immer in Action. Und Werner Schretzmeier, der Leiter des Stuttgarter Theaterhauses, wollte schon immer mal ein Stück mit mir machen. Wir wussten anfangs nur nicht, was und mit wem. Schließlich kamen wir auf A.R. Gurneys „Love Letters“ und auf Gitte, die im Theaterhaus 2007 bereits zusammen mit Wencke Myhre und Siw Malmkvist aufgetreten war. Natürlich kannte ich Gittes großen Schlagererfolg „Ich will ´nen Cowboy als Mann“, aber persönlich hatte ich sie nie vorher getroffen. So wurden es also zwei Dänen, was vor allem deshalb sehr reizvoll ist, weil unser Akzent die Sache sehr charmant und locker macht. Bei unserem ersten Treffen haben wir übrigens erstaunt festgestellt, dass sie in Aarhus geboren ist und ich dort aufgewachsen bin. Wir sind uns aber nie begegnet. Und das Stück „Love Letters“ berührt mich sehr, ich habe gemerkt, dass in diesen Liebesbriefen sehr viel von mir ganz persönlich steckt. Meine Frau und ich haben unsere Liebesbriefe bis heute aufbewahrt.

Ein Blick zurück:"Schwanensee" 1972 - zum Foto aus dem nachstehend genannten Buch schreibt die Autorin: "Bildtext im Buch: "Von Verehrern verfolgt: der blonde Prinz in John Crankos ´Schwanensee´/ Schwanensee, hier 1972" © Leslie E.Spatt (Egon Madsen, Ein Tanzleben S.58)

Ein Blick zurück:“Schwanensee“ 1972 – zum Foto aus dem nachstehend genannten Buch schreibt die Autorin: „Von Verehrern verfolgt: der blonde Prinz in John Crankos ´Schwanensee´, hier 1972“ © Leslie E.Spatt (Egon Madsen, Ein Tanzleben S.58)

Was kommt nach dem Stück? Werden Sie auch wieder als Tänzer auf der Bühne stehen? Ja, da ist schon etwas ganz konkret  für´s  kommende Jahr in Planung, wenn das Theaterhaus 30 wird: Eine Produktion nach einer Idee von mir, bei der ich auch Regie führen werde. Das wird etwas ganz Persönliches mit fünf verschiedenen Choreographen und fünf Tänzern über 40, 60 und 70, so eine Art eine Generationengeschichte, bei der ich natürlich auch selbst auf der Bühne stehen werde.

 

Biographie: Egon Madsen wurde am 24.August 1942 in Ringe auf der dänischen Ostsee-Insel Fünen als Sohn einer Schusterfamilie geboren. Bühnenerfahrungen sammelte er zunächst mit dem Kinderballett von Aarhus und fand danach sein erstes festes Engagement beim Tivoli-Pantomimentheater in Kopenhagen. 1961 holte ihn Choreograph und Ballettdirektor John Cranko nach Stuttgart, wo er bereits nach einem Jahr als Solist auftrat. Hier schrieb er Ballettgeschichte und trug mit zum Entstehen des legendären Stuttgarter „Ballettwunders“ bei. Er kreierte Rollen, die ihm Cranko auf den Körper choreographierte: Paris in Romeo und Julia, Joker in Strawinskys Jeu de cartes, Lenski in Onegin, Gremio in Der Widerspenstigen Zähmung, Prinz Siegfried im Schwanensee oder Don José in Carmen. Auch andere berühmte Choreographen arbeiteten mit ihm zusammen. 1981 verließ Madsen Stuttgart und arbeitete als Ballettdirektor zunächst in Frankfurt, dann in Stockholm und schließlich in Florenz. 1990 kehrte er als Ballettmeister und stellvertretender Ballettdirektor mit Marcia Haydée an der Spitze nach Stuttgart zurück. 1996 ging er als Erster Ballettmeister nach Leipzig und 1999 nach Amsterdam zum Nederlands Dance Theater III für Tänzer ab 40, dessen Leitung er ein Jahr später übernahm und bis zu dessen Auflösung 2007 innehatte. Seit 2009 ist er Company Coach von Gauthier Dance im Stuttgarter Theaterhaus. Für sein Lebenswerk erhielt er 2011 den Deutschen Tanzpreis. Egon Madsen lebt mit seiner Frau Lucia Isenring, mit der zusammen er in Stuttgart getanzt hat, in Italien. Anlässlich seines 70.Geburtstags erschien im Henschel Verlag eine von Dagmar Ellen Fischer verfasste Biographie: Egon Madsen, Ein Tanzleben (Henschel Verlag  ISBN 978-3-89487-729-3). H.-H. B 

 

Fotos Egon Madsen: Hanns-Horst Bauer

Foto Gitte Hænning und Egon Madsen: Regina Brocke/Theaterhaus Stuttgart

Celibidache, Lehmann, Cluytens und Bernstein

Vor die Aufgabe gestellt, Einspielungen unterschiedlicher Dirigenten summarisch zu besprechen, sucht man gerne nach einem gemeinsamen Nenner. Selten wird er in der künstlerischen Gestaltung zu finden sein, dafür sind die Pult-Maestri in der Regel zu individuell. Verbindungslinien lassen sich eher en detail ziehen: Repertoirevorlieben, Klangideal u.a. An dieser Stelle bietet sich ein ganz äußerliches Faktum als roter Faden an. Sowohl Sergiu Celibidache als auch André Cluytens, Fritz Lehmann und Leonard Bernstein haben die Berliner Philharmoniker geleitet, auch wenn das bei den hier vorstellten Aufnahmen nicht überall dokumentiert ist.

Hinzuweisen ist auch auf die klanglich ausserordentlichen Aufnahmen Celibidaches beu audite, wie bereits in operalounge.de besprochen

Hinzuweisen ist auch auf die klanglich außerordentlichen Aufnahmen Celibidaches bei audite, wie bereits in operalounge.de besprochen

Sergiu Celibidache war bekanntermaßen, i.G. zu seinem Antipoden Herbert von Karajan, welcher ihn nach dem Tode Wilhelm Furtwänglers bei der Besetzung des philharmonischen Chefpostens überrundete), strikt gegen Studioproduktionen und  die kommerzielle Verwertung von Konzertmitschnitten, da er einzig die Wirkung des „hic ed nunc“ gelten ließ. Rundfunkaufnahmen ließ er hingegen in etwas inkonsequenter Weise zu. Nach seinem Tod 1996 wurden – mit Zustimmung von Sohn Serge – die meisten seiner Konzerte mit den Münchner Philharmonikern (Celibidaches letzte Chefposition) von EMI ausgewertet, während sich die DG an die Archivbestände des Süddeutschen Rundfunks heranpirschte (hier wirkte der Dirigent zwischen 1972 und 1977). Aus dem Ausland waren schon zuvor diverse Mitschnitte zugänglich, so die kompletten Brahms-Sinfonien mit dem Mailänder RAI-Orchester vom Ende der 50er Jahre.

Die „Erste“ von Brahms gibt es nun auch in einer Konzertaufzeichnung mit den Wiener Symphonikern von 1952 (auf dem hauseigenen WS-Label). Dieses Jahr markiert in der Karriere von Sergiu Celibidache einen Wendepunkt, wurde ihm eine leichte, unterschwellige Pulteitelkeit von seinem Lehrer Heinz Tiessen mit gestrengem Nachdruck ausgetrieben. Die Wiener Aufführung vom 30.Oktober lässt keine Extravaganzen spüren und schon gar nicht die später oft kritisierten Zeitlupentempi. Brahms‘ Musik klingt vorwärts drängend, frisch und dramatisch impulsiv. Editorisch irritiert allerdings, dass nicht das komplette Konzert (es enthielt noch Franz Liszts „Les Préludes“ und das 2.Klavierkonzert von Maurice Ravel mit Robert Casadesus) veröffentlicht wurde. Das holte dann später Orfeo nach. Da das VÖ-Datum September 2013 noch nicht solange zurückliegt, darf in diesem Zusammenhang an die audite-Kassette „Celibidache – The Berlin Recordings 1945-1957“ (13 CDs, Berliner Philharmoniker, RSO Berlin) erinnert werden, welche ein hochinteressantes Programm mit vielen unbekannten Werken offeriert, bei welchen der Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert liegt.

cluytensIn dieser Anthologie befindet sich auch eine Aufnahme von Georges Bizets herrlich jugendfrischer C-Dur-Sinfonie, mit welcher zu André Cluytens übergeleitet werden kann. Dessen Interpretation entstand im gleichen Jahr 1953, nimmt sich im Adagio ganze 2 Minuten mehr Zeit, ist im Finale hingegen um 40 Sekunden rascher. Aber das sind natürlich keine wirklich qualitativen Kriterien. Die Lockerheit und Quirligkeit der Musik sind hier wie dort stimmig eingefangen. Obwohl Cluytens um 1960 mit den Berliner Philharmonikern sämtliche Sinfonien Ludwig van Beethovens erarbeitete und ab 1955 äußerst erfolgreich in Bayreuth wirkte, gilt er doch als besonders kompetenter Sachwalter für die französische Musik. Dem trägt eine 4-CD-Kollektion mit Einspielungen aus den frühen 50er Jahren bei Documents Rechnung (es handelt sich bereits um eine Wiederauflage). Das über weite Strecken zarte Requiem von Gabriel Fauré erfährt unter Cluytens‘ Händen eine eminent sublime Darstellung, bei der Sinfonie César Francks und der selten zu hörenden „Symphonie sur un chant montagnard francais“ von Vincent d’Indy (den Klavierpart hat Aldo Ciccolini inne) setzt es freilich so manche Prankenhiebe. Selbstverständlich sind auch Claude Debussy („La Boite à joujoux“) und Maurice Ravel (beide „Daphnis“-Suiten, „Tombeau de Couperin“) berücksichtigt. Trotz Mono-Klangbild klingen alle Werke räumlich und rauschhaft. Mit dem 2. Klavierkonzert von Beethoven (Solomon, Philharmonia Orchestra) und Mozarts Konzert Nr. 24, welches ganz besonders auch von Clara Haskils natürlichem Anschlag lebt (das Orchestre National de France begleitet bei diesem öffentlichen Konzert) wird zu Beginn ein „klassischer“ Akzent gesetzt. Das Mozart-Werk ist übrigens auch in einer weiteren Cluytens-Edition von Documents zu finden, einer firmen-typischen 10-CD-Kollektion, welche jüngeren Datums ist, hier allerdings nicht zur Besprechung ansteht.

fritz lehmannZu den Karrierestationen von Fritz Lehmann (1904-1956) gehören Kleinstädte wie Hildesheim und Bad Pyrmont. Sein Studium absolvierte der gebürtige Mannheimer u.a. in Göttingen, wo er 1934 die Händel-Festspiele ins Leben rief und nach dem Kriege nochmals leitete. Seine Vertrautheit mit barockem Repertoire dokumentiert u.a. eine Bach‘sche Matthäus-Passion (1949, mit dem ganz jungen Dietrich Fischer-Dieskau, Elfride Trötschel, Helmut Krebs  u.a.) oder auch das Weihnachtsoratorium dieses Komponisten (Gunthild Weber, Sieglinde Wagner, Helmut Krebs, Heinz Rehfuß – Dirigatübernahme bei den letzten Kantaten: Günther Arndt). Auf Magdalen lernt man den Dirigenten mit Franz Schubert („Unvollendete“) und Beethoven (Leonore III, 2. Sinfonie) kennen. Unter seiner Stabführung spielen die Berliner Philharmoniker mit vibrierender Emotion und großer Klangintensität. Gültige Interpretationen, an die rechtens erinnert wird.

Bernstein beethovenBei den „Berlinern“ war auch Leonard Bernstein gelegentlich zu Gast, selten allerdings, zumal sich die rechte Chemie zwischen ihm und dem Orchester nicht recht einstellen wollte (anders als bei den Kollegen in Wien). Anzuzeigen ist seine erste Einspielung von Beethovens „Missa solemnis“ (1962). Mit den Concertgebouw-Musikern hat er das Werk 16 Jahre später nochmals aufgenommen (Edda Moser, Hanna Schwarz, René Kollo, Kurt Moll). Die von Alto neu herausgebrachte Produktion mit dem New York Philharmonic, voll und präsent im Klang, zeigt einmal mehr, dass Beethoven dem Gigantismus eines Gustav Mahler durchaus nahe steht. Und seine Neigung, die menschliche Stimme seiner Inspiration auf mitunter fast „inhumane“ Weise dienstbar zu machen, wird hier ebenso evident wie bei der Fidelio-Leonore. In der Messe haben sich die hohen Frauenstimmen, Solo wie Chor, oft über lange Strecken im Bereich des hohen „C“ anzusiedeln, eine tour de force, für welche der Westminster Choir wie auch die mit einem leuchtendem Sopran aufwartende Eileen Farrell (einmal bewältigt sie souverän auch das “Des“) nicht hoch genug gepriesen werden können. Von den anderen Solisten macht Kim Borg mit seinem voluminösen Bass noch besonderen Eindruck, während Richard Lewis bei aller Kultur des Singens mitunter etwas weichlich klingt. Carol Smith gibt ihren Alt-Part mit angenehmer Wärme. Das Beethoven‘sche Gipfelpanorama ist natürlich eine Herausforderung für den Ekstatiker Bernstein. Er bietet eine pathosgesättigte, aber auch klangdifferenzierte und rhythmisch enorm prägnante Interpretation.

Christoph Zimmermann

 

Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 1 c-Moll, opus 68. Wiener Symphoniker: Sergiu Celibidache (1952) (WS 002)

André Cluytens – Noble Maitre de Musique (Documents 233113)

Fritz Lehmann dirigiert Schubert und Beethoven (Magdalen 8020)

Beethoven: Missa solemnis (Eileen Farrell, Carol Smith, Richard Lewis, Kim Borg, Westminster Choir, New York Philharmonic: Leonard Bernstein) (alto 1240)

Carlo Bergonzi

 

Carlo Bergonzi  ist tot (* 13. Juli 1924 in VidalenzoItalien; † 25. Juli 2014 in Mailand). Er begann seine Bühnenkarriere nach Studium am Konservatorium „Arrigo Boito“ in Parma als Bariton und debütierte 1948 am Theater in Lecce in der Rolle des Figaro in Rossinis Oper Il Barbiere di Siviglia. Obwohl er in der Folge weitere Bariton-Rollen übernahm (u.a. Rigoletto), schulte er 1950/51 auf das Tenorfach um und trat am 12. Januar 1951 in Bari erstmals als Titelheld in Giordanos Oper Andrea Chénier auf. In weiterer Folge entwickelte er sich zu einem der führenden lirico-spinto-Tenöre des 20. Jahrhunderts. Bergonzi trat mit großem Erfolg auf allen bedeutenden Opernbühnen der Welt auf. Besondere Erfolge erzielte er an der Metropolitan Opera in New York City (Antrittsrolle: Radames), wo er über 25 Jahre zu den führenden Tenören gehörte. Auch in der Arena di Verona sang er in 21 Spielzeiten seine wichtigsten Partien. Wenn er auch beim breiten Publikum etwas im Schatten seiner Kollegen Franco CorelliGiuseppe Di StefanoMario Del Monaco und später Luciano Pavarotti stand, wurde er in der Fachwelt umso mehr geschätzt. Der englische Gesangsfachmann John Steane in seinem Werk The Grand Tradition und Jürgen Kesting in Die großen Sänger sehen in ihm, besonders wegen seiner überragenden Gesangstechnik, einen der wichtigsten Tenöre nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zentrum von Carlo Bergonzis Repertoire standen vor allem die Werke Verdis. Dieser Tatsache verdankt er neben vielen anderen Ehrungen zwei bedeutende Preise den Verdi d’oro  (1972, Associazione „Amici di Verdi“) und im Jahre 2000 den Gramophone’s Lifetime Achievement Award mit der Begründung: Größter Verdi-Tenor des 20. Jahrhunderts. Bergonzi starb am 25. Juli 2014 im Alter von 90 Jahren in Mailand. Wikipedia

Goldene Zeiten: Carlo Bergonzi, Eve Queler, Licia Albanese und Aprile Millo/Foto Queler

Goldene Zeiten: Carlo Bergonzi, Eve Queler, Licia Albanese und Aprile Millo at the Columbus Club/Foto Queler

Die Dirigentin und langjährige künstlerische Freundin Bergonzis, Eve Queler, schickte uns ihre (nachfolgenden) Gedanken zum Tode des Tenors, der so viel mit ihr in New York gesungen hatte. Upon learning the news of the death of Carlo Bergonzi: My musical life was so greatly enriched by meeting and working with Carlo Bergonzi. What an open smiling, cooperative individual he was. His great voice was a part of his personality, always up. 1977 we did Edgar with Bergonzi in the title role (and Scotto), which was recorded for CBS – we only needed on correction take, so perfect was the concert.

Carlo Bergonzi/OBA

Carlo Bergonzi/opera chic

Our next concert together was October 20, 1981, Verdi’s I Due Foscari with Marguerita Castro-Alberty and Renato Bruson. A few years later we had (1986) Verdi’s I Lombardi all Prima Crociata with Aprile Millo and Paul Plishka. We repeated that performance in the same year at the Academy of Music in Philadelphia. In these performances as in everything I did with Opera Orchestra of New York, it was my policy to combine the Carnegie cast with the cover cast as often as possible to allow the young singers to have a sense of what it feels like to sing a duet with a super star and sometimes to hang out a little bit or listen to some words of wisdom, or the excellent diction as employed by Bergonzi.

Bergonzi und Scotto beim Carnegie-Hall-Konzert von Puccinis "Edgar" unter Eve Queler/Foto OONY

Bergonzi und Scotto beim Carnegie-Hall-Konzert von Puccinis „Edgar“ unter Eve Queler/Foto OONY

Carlo was superb in sharing with the young singers, in fact he told me he loved working with them. This was different from other star tenors with whom I worked. We presented him in a recital at Carnegie Hall accompanied by Vincenzo Scalera, one in April 1994 and the other in Aprile 1996. To celebrate the occasion,Robert Wagenfeld, Board member of Opera Orchestra of New York threw a splendid dinner for Bergonzi at the Columbus Club in New York City. Photos from this occasion include Licia Albanese, Aprile Millo, Bob Wagenfeld, myself and Renata Scotto. We made one more attempt to work together. I offered Carlo a concert of Arias which would feature the final scene of Otello, which I had heard him sing so very movingly with piano accompaniment at a concert featuring the winners of the Licia Albanese Puccini competition.

Der junge Carlo Bergonzi als Rodolfo/OBA

Der junge Carlo Bergonzi als Rodolfo/Amici del´Opera

Carlo responded that he wanted to do the entire opera. I tried counter offers but he was adamant that he wanted to whole opera. I was uneasy to conduct my first Otello ever anywhere at Carnegie Hall in spite of the fact that everything I did at Carnegie Hall was my first time with that opera .Fortunately, I was invited to conducted several performances of Otello in Toluca, Mexico. I brought the cover cast for these two performances. Several of the singers singing smaller parts also sang at Carnegie Hall. The night of the performance, Carlo was not in good voice. There was huge pressure as in the sold out house in Box 1 were his colleagues,Domingo, Pavarotti and Carreras who had come to New York for this event. Bergonzi tried valiantly and sang the first two acts, then had to bow out.

 

 

 

Ugo Benelli

 

Spätestens die Italienischen Romanzen im zweiten großen Veröffentlichungsschub von Deccas „Most wanted recitals“ (dazu der Beitrag in operalounge.de) machen noch einmal auf den italienischen Tenor des Zwischenfachs, Ugo Benelli, aufmerksam, der wie seine Kollegen Alva, Valetti oder Monti jene Sparte bediente, das heute so gut wie ausgestorben ist, den tenore di grazia, Rossinis oder Bellinis Ideal, aber eben auch fähig, größer zu singen, der aber eben immer bei seinem „Leisten“ blieb und durch Süße des unverkennbar individuellen Tons und unerhörte Technik der bestsitzenden Stimme sich auszeichnete. Der flämische Journalist Jan Neckers, selber Musik- und Stimmenkenner par excellence und Autor vieler Publikationen zu diesem Thema, hat uns liebenswürdigerweise sein Gespräch von 2011 mit Benelli bei Opera Nostalgia überlassen und dem seine eigenen Erinnerungen an den Tenor vorangestellt. Geerd Heinsen

Ugo Benelli: Tonio in "La Figlia del Regimento" an der Scala/Benelli

Ugo Benelli: Tonio in „La Figlia del Reggimento“ an der Scala/Benelli

Like most people in those days before internet and with only Opera Magazine widely available in Europe I had not heard of Ugo Benelli until the moment Decca made public its recordings of  La Cenerantola (with Simionato) and Il Barbiere di Siviglia (with Berganza, Corena, Ghiaurov and Ausensi – also unknown unless one collected zarzuela LP’s which rarely left Spain in the fifties and sixties). All at once it seemed there was a new Rossini tenor star in heaven and one who did not only have style and coloratura facility. There was the sweetness of Monti as well and a very good top; in short this was a more attractive voice than Luigi Alva who somewhat monopolized the role of Almaviva. Moreover at Decca some producers had discovered that a really complete recording without the usual cuts was quite a selling argument for their sets so that they would supersede (together with their superior sound) the  Callas or De los Angeles recordings of the same operas. Therefore producer Eric Smith and conductor Silvio Varviso (who nevertheless resorted to barbarous cuts in a Norma recording a few years later) went for the full score and re-instated „Cessa di più resistere in the second act of Barbiere, brilliantly sung by Benelli. From that moment on Benelli became the best tenore di grazia of his generation; a worthy successor to his great predecessors in the twenties and thirties: Roberto D’Alessio, Giovanni Manurita, Luigi Fort, Nino Ederle. Nevertheless Benelli had two big problems; one was called Corelli, Bergonzi, Price, Cossotto, Del Monaco, Tucker, Caballé etc. The great Verdi and Puccini hits could still be easily cast on the world’s big stages as there were still the voices to sing them while “The New Golden Age of Singing” was on between 1945 and 1975 and the interest in belcanto operas was not overwhelming. The second problem was that the real Rossini renaissance started only at the end of the seventies and many of the official recordings would only appear ten years later at the moment Benelli had already a full career behind him, transferring to interesting comprimari roles.

Ugo Benelli: "L´ajo del Imbarrazzo"/Rai/Benelli/Benelli

Ugo Benelli: „L´ajo del Imbarrazzo“/Rai/Benelli

Personally I heard the tenor for the first time in early 1968. Flemish public radio organized several opera concerts a year, mostly with less than stellar singers (and it is a cliché but a true one: singers like Antonioli, Amadeo, Novelli, La Macchia, Vicentini, De Osma, Berini, Marchica, Maccianti, Mariotti etc. would indeed be stars nowadays). So it came as a small surprise there would be a concert with a big name we knew from records like Benelli while Enzo Dara too already had a fine reputation and Giovanna Santelli would never be known outside a small circle of collectors. The concert took place in the formidable big auditorium Studio 4 of Flemish Radio at the Flageyplein in Elsene-Brussel. There was only one small disillusion: the announced “Suzel buon di” for which Benelli’s voice was so well suited was replaced by a far more common Elisir duet. Benelli in the flesh was as good as on his recordings. His “Una furtiva lagrima” was the best I ever heard, sung meltingly beautiful and the house rightfully came down. As every young belcanto lover I was somewhat conceited and though I always attended those concerts I sometimes neglected to record them (and discovered a few years later at the producer’s untimely death that a barbarian had ordered them to be wiped as “tape was not cheap”). With the Benelli concert I did not take a risk and I have proof of his performance. Somewhat later I once again was lucky enough to attend a radio concert, recorded at the Ghent Opera on the 27th of April 1968. It was a Rossini gala concert with Benelli, Alfredo Mariotti (with whom he had recorded Don Pasquale), Cecilia Fusco and Oralia Dominguez. I vividly remember his ding ding utterances in the amusing finale of the first act of L’Italiana and the lovely sheen of the voice when he repeated the main theme in that marvellous under recorded “Dal tuo stellato soglio” from Mosé.

Ugo Benelli: "La Cenerentola"/Benelli

Ugo Benelli: „La Cenerentola“/Benelli

The last time I heard him was at a performance of Don Pasquale at De Munt in 1973. The voice had maybe lost a little bit of its beauty though it was still extremely fine but there was some new strength as well.  He capped the cabaletta to the “Povero Ernesto !with a clear high C and what a pity it is he was not allowed to record that part of the score on his DG recording of 1964. In the seventies he was several times on TV and we could watch him in complete performances of Il capello di paglia di Firenze and L’Italiana in Algeri, both shot in colour in 1975 and 1976. By 1983 he decided to switch to comprimari roles and sang Dr. Cajus at De Munt, though the voice had still a lot to offer. Witness the live recordings circulating among collectors of his concerts with popular Italian songs at Wexford in 1983 or Aix in 1985.Some years ago I wrote a review of his delightful performance on the Deutsche Gramophon Don Pasquale recording and I compared him with that star of today: Juan Diego Floréz. I could only conclude that in my opinion Benelli was born too soon as he was in no way less gifted than the Peruvian tenor. Indeed, as I heard both in the flesh, I still think Benelli had the slightly more beautiful voice and it is a shame Decca or other labels didn’t offer him more recording opportunities so that nowadays he is somewhat unjustly forgotten. Recently I got a mail from “un vecchio tenore” to thank me for my review.  That’s when I got the idea to ask Mr. Benelli for an interview and he was glad to concede it. Nowadays Ugo Benelli still lives in his beloved Genova; in an apartment with a fine sight on the Mediterranean. Every year he presents an operatic concert in his birth place and he teaches. Those who want to contact him will find all necessary information on his website ugobenelli.comJan Neckers

Ugo Benelli: begeisterter Motorradfahrer/Benelli

Ugo Benelli: begeisterter Motorradfahrer/Benelli

Und nun das Interview: Please, tell us something about your youth in Genova. I was born on the 20th of January of 1935 in the beautiful port city. My grandfather and my parents made hats for ladies and I helped when growing up. War time was terrible for my family. After Italy surrendered to the Allies in 1943 my father was captured by the Germans and taken to Germany. He was there for more than two years until he finally came back: out of 150 prisoners only seven returned; all others had starved. It is said our name derives from Ben-Eli (son of God). Maybe we are from Jewish extraction. Anyway, my mother with two children, Ugo six and Paolo two and an old grandfather, stayed in Genova under threat of continuous air attacks. The worst raid was by the RAF which razed almost the whole of the city. After the war I had a very normal life: going to school, studying…not too much and spending my free time in the nearby church oratory playing football, table-tennis and playing jokes on other boys. Once as a boy scout I couldn’t resist pissing into the hat of a boy I disliked. I was somewhat unpredictable but I received punishment when I deserved it.

Ugo Benelli: "La Cenerentola" mit Sesto Bruscantini in der RAI-Verfilmung von 1963/Benelli

Ugo Benelli: „La Cenerentola“ mit Sesto Bruscantini in der RAI-Verfilmung von 1963/Benelli

When did music come into your life? It was always there. My grandfather had a gramophone with many records to create a pleasant atmosphere in the workshop. I remember Caruso’s Vesti la giubba” and No Pagliaccio non son”, Pertile’s Oh Lola and Mamma quell vino”, Martinelli’s Che gelida and Celeste Aida”, Stracciari’s “Di Provenza and Pari siamo”, Ruffo’s Cortigiani”. All in all more than one hundred records. Moreover my aunt played the piano in the house. When she got married I started to have lessons though I was not too enthusiastic being ten years old. And then there was the movie house. I saw movies with Gigli, Lugo, Tagliavini, Becchi and Gobbi and loved their songs. As a tenor I would often sing songs from their movies like “Vieni, c’è una strada nel bosco”, Mamma”, “ Funiculi, funicula”,Vento, vento”, “Malinconia”,”Santa Lucia”, Musica Proibita”. Before it was bombed out I never visited the Carlo Felice opera house but soon after the war I attended two performances with my mother when I was twelve. The theatre was slightly restored. There were no boxes anymore but red curtains covered the walls. I remember a Traviata with Tebaldi, Prandelli, Capecchi and Elisir with Tagliavini, Taddei and Alda Noni.

Ugo Benelli: Falsacappa in "Les Bandits" in Genf/Benelli

Ugo Benelli: Falsacappa in „Les Bandits“ in Genf/Benelli

When did you start singing seriously? I loved singing in church, at school and at home. When I was eighteen a lady living next door was very impressed and took me to her singing teacher. At the time I had just taken a job as an accountant and my father was not happy with a singing career. But my mother encouraged me and I started studying seriously. I studied with Pietro Magenta, a private teacher who in reality was a very famous lawyer. His father had been an ambassador to the Court of Saint-Petersburg. Magenta was passionate about singing and he was a very good teacher who had several talented pupils like Giuseppe Campora, Rosetta Noli, Ottavio Garaventa, Piero Di Palma, Fabio Giongo etc. I didn’t have to pay for his lessons and we pupils only contributed a slight sum for the rent of the studio and the electricity. When Magenta was happy with our progress he would offer us a delightful evening meal with fine French wines. I studied with him for three years and then I won a competition organized by La Scala and entered Scuola Perfezionamento Artisti Lirici (I Cadetti della Scala). The main teacher was maestro Giulio Confalonieri though I followed courses as well with maestro Ettore Campogalliani and Maestro Russo. A good knowledge of solfège was required and all teachers provided severe vocal and stage training. And smoking was definitely not allowed. Maestro Confalonieri at La Scala was one of the most experienced musicologists in the world and I learnt ornamentation with him. At the time ornamentation had to be legato. Only afterwards Claudio Abbado – very fond of Teresa Berganza’s Spanish style –  would allow staccato ornamentation which became somewhat obligatory for all singers. Maybe in another twenty years a new conductor will go back and ask legato once again. But I also learned from older singers as I loved to listen to their recordings of Ecco ridente il cielo and Se il mio nome”. Giovanni Manurita’s was technically perfect though somewhat old-fashioned. I particularly studied Roberto D’Alessio’s recording of Il Barbiere as I loved his voice, his style and his cadenze. When I auditioned in Florence singing Ecco ridente”, D’Alessio was in the board of examiners which I didn’t’  know. He jumped out of his chair exclaiming “you have studied my recording !”. I got the contract.

Ugo Benelli: Zigarettenpause/Benelli

Ugo Benelli: Zigarettenpause/Benelli

What’s your take on vocal technique? First and most important; you need to study and continue to study. I studied SIX years. I’d like to quote Verdi who said (on composing): “let’s return to the ancients and it will mean progress”. He or she who cannot breathe properly will never learn properly how to sing. I know that Bergonzi for instance did more breathing than vocal exercises. Therefore an aspiring singer has to do long exercises on how to breathe with the nose. Even during actually singing, try to breathe with your nose and don’t hurry: do it calmly. Sesto Bruscantini, a great friend who taught me a lot on stage deportment, advised me to tie a belt under the diaphragm so that I would be sure the breath would leave as low as possible. Take care. At the outset of my career everything went smoothly. I had a natural voice but after a few problems it started to lower. I bought a professional recorder and my wife played some chords on the piano. I repeated them and after each vocalise I listened and repeated the right notes and again and again till I had it right. Ferruccio Tagliavini used the same method; hours and hours at the piano looking for the right and beautiful sound. Paolo Montarsolo used to say that one should sing like one sleeps: only the diaphragm and the breath are important while the rest of the body should be completely relaxed.

Ugo Benelli: "L´Italiana in Algeri" mit Teresa Berganza an der Scala/Benelli

Ugo Benelli: „L´Italiana in Algeri“ mit Teresa Berganza an der Scala/Benelli

When did you make your début and how did the career take off from then onwards? My début was in Montevideo in 1958. I sang Arlecchino in Salieri’s Arlecchinata and I was very afraid. The following year I sang in Barbiere in Cincinatti. In 1960 I made my début at the Liceu of Barcelona with Falstaff. In those days you had to prove your worth and were not immediately asked in famous theatres. In 1962 I sang for the first time in Palermo and the year afterwards I was at the Regio in Parma with Falstaff. That year too I made my début with Sonnambula in “la mia seconda patria”;  Ireland. At the festival of Wexford where I would often return I started with La Finta Giardiniera in ´65. In 1966 I sang for the first time in your country: Cosi fan tutte at De Munt. One year later I had the greatest triumph of my career when I sang Nemorino at Glyndebourne. The following year was maybe the most important as I had débuts at the Venice Fenice with I Quatro Rusteghi, the San Carlo with Elisir and finally at La Scala with La Pietra del Paragone. In 69 I sang I Quatro at the Rome Opera, Don Giovanni at Dallas and that same year I substituted for Luciano Pavarotti in La Figlia del Reggimento at La Scala: a great success. Finally our own Carlo Felice engaged me for the same opera. Important dates are my opening of La Scala with L’Italiana in 1973 and my début at Covent Garden the year afterwards in Don Pasquale. That severe critic Harold Rosenthal wrote I was the best Ernesto he ever heard, on a par with the famous Schipa-recording.

Ugo Benelli: Die Scala bei den Wiener Festwochen 1973 mit "La Cenerentola"/Benelli

Ugo Benelli: Die Scala bei den Wiener Festwochen 1973 mit „La Cenerentola“/Benelli

Wasn’t it difficult to have a career and a personal life as well? Well, it was not easy. I got married with Angela Maria on October 23rd of 1961. This year will be the 50th anniversary of our marriage. Our children are Roberto and Nicoletta. He is a biologist who does cancer research and has three little Benelli’s: Miriam, Sara and Stefano. Nicoletta has a beautiful daughter, Roberta, who goes to university. But as a singer I was often far from home, far more than I would have liked. Sometimes when I came home the children were somewhat afraid of me and it took me several days to conquer them again. Angela often left the children for a few days with their grannies so that she could stay with me.

Ugo Benelli: mit Tenor-Kollegen Chris Merritt/Neckers/Benelli

Ugo Benelli: mit Tenor-Kollege Chris Merritt/Neckers/Benelli

How was your recording career? In 1963 I started with that famous Decca Cenerentola with Giulietta Simionato, Paolo Montarsolo, Sesto Bruscantini and Giovanni Foiani. The following year I recorded Barbiere  conducted by Varviso. It was producer Erik Smith who engaged me for the Decca recordings. Erik and I became very close friends so that I had my son baptized Roberto Paolo Erik. I never signed an exclusivity contract though once we discussed it. But the Rossini renaissance was very far off in those days so that I never got to record other operas. That same 1964 I recorded Don Pasquale for Deutsche Grammophon, now re-issued on CD though it is a pity the cabaletta was cut. One year afterwards Karajan asked me to sing Beppe in his famous Pagliacci with Bergonzi and Taddei.

Ugo Benelli: Probenpause bei der "Figaro"-Einspielung unter Zubin Mehta bei Sony/Benelli

Ugo Benelli: Probenpause bei der „Figaro“-Einspielung unter Zubin Mehta bei Sony/Benelli

By the way, there is still a story going around that soprano Joan Carlyle substituted at the last moment for somebody else but this is not true. She was there from the first rehearsal. I repeated the same role for Decca two years later with McCracken and Lorengar. In 1968 I recorded my only solo album for Decca together with Lydia Marimpietra: romantic songs by Rossini and Bellini. The pianist on that album is a certain Enrico Fabbro, in reality Erik Smith. I never was required to record an operatic album. Then I had to wait till 1975 for the famous television performance of Il capello di paglia di Firenze and one year later I finally did L’Italiana in Algeri with the young Lucia Valentini-Terrani as Luigi Alva still sang Lindoro in the 1963 Decca recording. And there are many recordings of my comprimari roles in lesser known operas, especially on the Bongiovanni label.

Ugo Benelli: mit Tenor-Kollegen Chris Merritt/Neckers/Benelli

Ugo Benelli: mit Tenor-Kollege Chris Merritt/Neckers/Benelli

How come Alva was somewhat preferred to you at La Scala? Do not forget Alva is eight years older than me. So he reached La Scala several years before me and he started his career contemporaneously with Panerai, Bruscantini etc. He was already a star when I came at La Scala and he took precedence. Nevertheless I had the big opportunity to be the “first choice” as Lindoro in L’Italiana in Algeri and I had the honour of opening the La Scala season in 1973 which is a dream for every singer. Abbado had chosen me. At La Scala I was paid 1.000.000 lire a night (something like $ 1500 at the time).

Ugo Benelli: als Podestà in "La Finta Giardinera" bei den Salzburger Festspielen/Benelli

Ugo Benelli: als Podestà in „La Finta Giardinera“ bei den Salzburger Festspielen/Benelli

Did you ever perform with the Metropolitan Company? During the sixties I auditioned for Rudolf Bing and his European representative in Europe Roberto Bauer. My audition  went very well and they proposed me to sing Don Giovanni and Madama Butterfly. The first role I could do but no way I would wreck my voice as a “tenore di grazia”  on the second role, so I declined the offer. Mind you, it was not a question of decibels. My voice always projected well and it rang more beautiful in a big than in a small house. In 1973 I had a difficult choice. Schuyler Chapin was now general manager and Levine the principal conductor and they asked me for their own production of L’ Italiana in Algeri. As the performance dates clashed with the La Scala rehearsals for the same opera I had to refuse. Thirteen years later Levine and producer Jean-Pierre Ponelle asked me for 4 performances as Don Basilio in Le Nozze. It was the same evening Thomas Hampson made his début as the count and José van Dam, Kathleen Battle, Paolo Montarsolo and Elisabeth Söderström and Frederica von Stade too were in the cast.

Ugo Benelli:"La Cenerentola" mit Frederica von Stade in Los Angeles/Benelli

Ugo Benelli:“La Cenerentola“ mit Frederica von Stade in Los Angeles/Benelli

What were your favourite roles and where did you draw a line? I loved to sing La Fille du Régiment and I sang more than 40 performances of it. I especially remember my performances with Mirella Freni and at La Scala I sang with her in two performances, substituting for Pavarotti who was ill. At the time we still sang it in Italian though it was the French performing edition which included the aria “Pour me raprocher de Marie” (= Per viver vicino a Maria). I also sang the role at the Teatro Regio in Turin, the Teatro Comunale in Bologna and the Liceu in Barcelona. Another favourite was Le Comte Ory which I sang for the first time in 1968. At the time only Michel Sénéchal and myself covered the role and I took part in many productions; in French too with Erede conducting and Ponelle directing. And another fine role was Ernesto in Don Pasquale.

What were the heaviest roles you attempted? In 1961 I sang Des Grieux in Massenet’s Manon at Cincinnatti Summer Opera with Mary Costa and Nicola Moscona. A foolish thing to do at that time but I was too young and too involved. Later on I often sang Nadir in Les Pêcheurs de perles; in Italian and in French; the latter one at the Teatro Petruzelli in Bari in 1982. I was asked to sing Werther by the Teatro Sociale di Como but I declined. I knew Tito Schipa sang the role but I thought it could be dangerous even to sing only one performance. I never tried to force my voice and the natural evolution made it possible to sing more roles of a “tenore lirico”. So I sang in Linda di Chamonix. Maybe I should have dropped my Rossini roles at that moment and go for the Duca or Arturo as Trieste asked me to sing I Puritani.

Ugo Benelli: La Vescia in "Il Campanello" in Triest/Benelli

Ugo Benelli: La Vescia in „Il Campanello“ in Triest/Benelli

When did you decide to change from primo to secondo uomo? In 1982 I was in Glyndebourne singing Il Barbiere and L’amour des trois oranges. Before I left George Christie asked me to come back next year to sing Basilio during Glyndebourne’s 50th jubilee. At first I was very disappointed to become a second tenor but my wife asked me to reconsider as I was approaching my fifties. Thanks to this decision my career went on for 23 years more.

Isn’t it a pity you didn’t make more records? Yes it is. My first agent however was very possessive and I decided to manage my own career. Maybe not the best solution. I have several great live tapes of my performances and I hope some of them will appear on record.

What’s your opinion of your rivals and successors? Luigi Alva had a very fine voice; pure class. One should not forget Pietro Botazzo who sang so easily. Then there was Renzo Casselato who had a very beautiful voice; somewhat like a very young Gigli. At the time some people would ask my opinion on my own voice and I would say:” Well, I’ve got a little of the qualities of those three colleagues !”

Ugi Benelli: Inaugurazione della stagione concertistica/ di Santa Cecilia GIULIETTA E ROMEO Direttore Georges Ptrêtre/ U. Benelli, B.M. Casoni, G. Pretre e signora, il presidente della repubblica Leone e signora leone/Benelli

Ugi Benelli: Inaugurazione della stagione concertistica/ di Santa Cecilia GIULIETTA E ROMEO Direttore Georges Ptrêtre/ U. Benelli, B.M. Casoni, G. Prètre e signora, il presidente della repubblica Leone e signora leone/Benelli

Later on there was Rockwell Blake. He was very strong in staccato notes (the machine gun sound/Neckers) though his voice was not commonly called beautiful but he was a great professional. Nowadays one hears that Blake’s method is the way to sing Rossini. But I still think that in ten, twenty years singers will return to more legato in florid singing like my maestro Giulio Confalonieri wanted it. After Blake came Bruce Ford; a great tenor. The sound was more rounded and he had a very long breath and was a great technician. During a recording I handed over my sceptre, symbolically spoken of course.

Jan Neckers, historicus, columnist bij " 't Palieterke " en "De Kerjeuze Mecheleir" als figurant in "De laatste opstand"

Jan Neckers, historicus, columnist bij “ ‚t Palieterke “ en „De Kerjeuze Mecheleir“ als figurant in „De laatste opstand“/Mechelen Blogt

And of course there is now Juan Diego Floréz. I first heard him in Wexford when he sang in L’Etoile du Nord by Meyerbeer. I immediately understood here was a tenor with great potential. I told him he should only apply himself to mezza-voce and to smoothly going from forte to piano. Much later he sang in Genova and I went to his dressing-room. When he saw me the first thing he said was: “You heard, Maestro ? I can now do it !”. I heard him in La Donna del Lago. Unbelievable. When ascending and descending a phrase with his acrobatic agility he can even smoothly sing a note in the descending part when the breath with other singers runs out. This makes him unique. (Jan Neckers)

Eine Diskographie gibt es hier.

Emmanuel & Schmitt

.

Der Franzose Maurice Emmanuel, der von 1862 bis 1938 lebte, ist einer der großen Unbekannten unter solch Zeitgenossen wie Debussy, Ravel, Dukas oder Roussell. Bevor es ihn zum Komponieren zog, machte er sich als Lehrer und Musikwissenschaftler einen Namen. Zu seinen Schülern gehören Messiaen und Dutilleux, zu seinen Schriften eine bedeutende Analyse von Debussys Pelléas und die monumentale Musikgeschichte Histoire de la langue musicale. Er schrieb in der Mehrzahl Kammermusik und nur sechs größer dimensionierte Werke, darunter drei Opern.

Alle beziehen sich auf antike Dramen: Amphitryon nach Plautus (1936), Prométhée enchaîné (1916-18) und Salamine, beide nach Aischylos. Diese Anfang der 20er Jahre begonnene, aber erst 1929 an der Pariser Opera uraufgeführte Tragédie lyrique nach der Tragödie Die Perser ist jetzt erstmals auf CD veröffentlicht worden, in einer attraktiven Rundfunkproduktion aus dem Jahr 1958. Hintergrund der Oper ist der Untergang der persischen Flotte in der Seeschlacht von Salamis, Thema der Krieg und seine schrecklichen Auswirkungen auf das Volk, den König Xerxes und seine Familie. Die nur gut eine Stunde dauernde Oper, die in drei nahtlos ineinander übergehende Akte unterteilt ist, besitzt Größe und dramatische Dichte. Von der stürmischen, martialischen Ouvertüre bis zum finalen Klagegesang entwickelt das Stück eine hoch artifizielle, faszinierende Spannung. Es ist das Nebeneinander von Orchesterwucht und partiell sparsamer, dennoch raffinierter Instrumentierung, von Rezitation, Parlando und expressivem Gesang, die Salamine so aufregend macht.

"Salamine": Flore Wend singt die Reine Atossa/Voix des arts

„Salamine“: Flore Wend singt die Reine Atossa/Voix des arts, dort auch ein weiterer ausführlichger Artikel zum Komponisten

Die historische RTF-Aufnahme von 1958 aus den Archiv des nationalen INA (Institut Audiovisel) punktet mit stilsicheren Solisten, die alle im französischen Repertoire bewandert und deshalb idiomatische Vermittler der bei frankophilen Vokalwerken so wichtigen subtilen Ton-/Wortverschmelzung sind. Jeder von ihnen hat einen großen Auftritt: Lucien Lovano spricht den Monolog des Chorführers wunderbar klangvoll und prononciert; der Traumerzählung der Königin Atossa verleiht die Schweizerin Flore Wend mit klarem, schlankem Sopran expressive Energie; Bernard Demigny erfüllt die lange Erzählung des Boten durch seine differenzierte vokale Gestaltung mit Leben; Jean Giraudeau gibt der inneren Zerrissenheit des Xerxés mit hellem lyrischem, dabei substanzreichem Tenor markantes Profil. Großes Gewicht kommt dem teils kommentierenden, teils aktiv ins Geschehen eingreifende Chor zu: eine vielseitige Aufgabe, die der französische Rundfunkchor überlegen bewältigt. Mit Tony Aubin steht ein erfahrener Kapellmeister am Pult des mit strahlenden Blechbläsern glänzenden RTF-Orchesters, der einen starken Sinn für die Effekte der Musik hat und sie konturenscharf und mit leidenschaftlichem Zugriff dirigiert. Ein zusätzlicher Gewinn ist das zweisprachige Begleitbooklet, das sich durch einen äußerst informativen Artikel zu Komponisten und Werk auszeichnet.

schmitt antoineThematisch passend, weil auch in die Antike führend, ist die Orchestersuite Antoine et Cléopâtre von Emmanuels Kollegen Florent Schmitt (1870 – 1958), die schon vor einiger Zeit bei timpani erschienen ist. Das in üppigsten Klangfarben schillernde Tongemälde nach dem Drama von Shakespeare wird von Jacquer Mercier und dem famosen Orchestre national de Lorraine in allen Valeurs ausgeleuchtet und ebenso kompetent dargeboten, wie die kürzlich hier besprochene Aufnahme von Schmitts Ballett Le Petit Elfe Ferme-l’Œil durch das gleiche Team. Ergänzt wird die Suite durch die zweisätzigen Mirages: La tristesse de Pan, eine  impressionistisch funkelnde Reminiszenz an Debussys Hirtengott und La tragique chevauchée nach Byrons Mazeppa, das mit stampfenden Rhythmen plastisch in Musik umgesetzte Bild einer daherstürmenden Reiterstaffel. Karin Coper

.

 

Maurice Emmanuel: Salamine; mit Flore Wend (Atossa), Bernard Demigny (le Messager), Jean Giraudeau (Xerxés), Joseph Peyron (Un dignitaire de la Cour) André Vessières (L’ombre de Darius), Lucien Lovano (le Coryphée); Orchestre radio-symphonique et Choeurs (René Alix) de la RTF; Leitung: Tony Aubin; solstice SOCD 301

Florent Schmitt: Antoine et Cléopâtre, Mirages; Orchestre national de Lorraine, Leitung Jacques Mercier; timpani, 1C1133

Abbildung oben: Wilhelm von Kaulbach, La bataille de Salamine, 1868, Neue Pinakothek, Munich

Bisherige Beiträge in unserer Serie Die vergessene Oper finden Sie hier

Lorin Maazel

 

Manche Menschen kann man sich aus der Konzertlandschaft einfach nicht wegdenken. Der Dirigent Lorin Maazel ist so ein Mensch. Er war ein großartiger Dirigent, ein empathischer Künstler und ein Urgestein der deutschen Klassikszene. Nun ist er im Alter von 84 Jahren am 13. Juli 2014 in Castleton/Virginia an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Da bleibt einzig und allein die Musik. Glücklicherweise hinterlässt Maazel ein reiches Oeuvre an wunderbaren Aufnahmen. Unvergesslich sind seine Interpretationen von Tondichtungen aus der Feder von Richard Strauss, die Einspielungen verschiedener Dvorák-Sinfonien, ausdrucksvolle Alben mit Werken von Bartók, Rimsky-Korssakoff und Rachmaninoff. Das Album „Sentimento“, das Maazel 2002 mit dem Tenor Andrea Bocelli und dem London Symphony Orchestra aufgenommen hat, wurde zu einem der erfolgreichsten Klassikalben aller Zeiten.

Lorin Maazel/Cantan ellas

Lorin Maazel/Cantan ellas

Nach einer Jugend als Wunderkind zeigte Lorin Maazel sich an vielem interessiert – er studierte Mathematik, Philosophie und Sprachen, spielte leidenschaftlich Tischtennis und schrieb Kurzgeschichten. Der Liebe zur Musik blieb er treu. Am Dirigentenpult fühlte er sich zuhause, das konnte man spüren – er wurde einer der bekanntesten, erfolgreichsten und beliebtesten Dirigenten der Welt. Für Maazel war dabei vor allem eines wichtig: „Der Musiker muss sich wohl fühlen, so dass er weiß, wo er ist und was von ihm erwartet wird, und sich auf die Schönheit der Töne konzentrieren kann.“ Er war Generalmusikdirektor der Deutschen Oper und der Wiener Staatsoper, Chefdirigent des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, der New Yorker Philharmoniker und zuletzt der Münchner Philharmoniker: Über 150 renommierte Orchester hat Lorin Maazel im Laufe seines bewegten Lebens dirigiert, mehr als 300 Alben mit klassischer Musik aufgenommen. Wo auch immer Lorin Maazel am Pult stand, füllte er die musikalischen Partituren mit leidenschaftlichem Leben und spornte die Klangkörper zu höchster Ausdruckskraft an. Universal

Dazu die Biographie von der website seiner Familie:  The world-renowned conductor, composer, and mentor, Maestro Lorin Maazel, devoted more than 75 years of his life to music making. A second-generation American, born in Paris on March 6, 1930, Lorin Maazel began violin lessons at age five and conducting lessons at age seven. He studied with Vladimir Bakaleinikoff, and appeared publicly for the first time at age eight. Between ages nine and fifteen, he conducted most of the major American orchestras, including the NBC Symphony at the invitation of Arturo Toscanini. In the course of his decades-long career, Maestro Maazel conducted more than 150 orchestras in no fewer than 5,000 opera and concert performances. He has made more than 300 recordings, including symphonic cycles of complete orchestral works by Beethoven, Brahms, Debussy, Mahler, Schubert, Tchaikovsky, Rachmaninoff, and Richard Strauss, winning ten Grands Prix du Disques.

Maazel was also a highly regarded composer, with a wide-ranging catalog of works written primarily over the last 15 years. His first opera, 1984, based on George Orwell’s literary masterpiece, had its world premiere at the Royal Opera House, Covent Garden and a sold-out revival at La Scala, Milan. During his career, Maestro Maazel served as Artistic Director of the Deutsche Oper Berlin and General Manager of the Vienna State Opera, as Music Director of the Radio Symphony of Berlin, the Symphony Orchestra of the Bavarian Radio, the Pittsburgh Symphony, the Cleveland Orchestra, the Munich Philharmonic, and the New York Philharmonic.  In the last year, he maintained an active conducting schedule, leading 111 concerts in 2013 alone, from Oman to Munich. A true citizen of the world, fluent in seven languages, Maestro Maazel led orchestras and performances around the globe. He viewed music as a bridge-builder. During his career, he worked in East Berlin and the former Soviet Union. In February 2008, he and the New York Philharmonic visited Pyongyang, North Korea, to perform a concert broadcast on North Korean state television, airing live internationally. “I have always believed that the arts, per se, and their exponents, artists, have a broader role to play in the public arena. But it must be totally apolitical, nonpartisan, and free of issue-specific agendas. It is a role of the highest possible order; bringing peoples and their cultures together on common ground, where the roots of peaceful interchange can imperceptibly but irrevocably take hold,” he wrote in the Wall Street Journal in 2008.

In addition to conducting and composing, Maestro Maazel was an avid reader and lover of literature, a student of philosophy, astronomy, and math, a film buff, and fierce ping-pong player. He wrote short fiction, watched his fair share of tennis (rare was the U.S. Open he didn’t catch on TV) and listened for pleasure to all kinds of music, especially Tony Bennett. Maestro Maazel was also an ardent fan of technology and engaged with tens of thousands of fans through his blog, Facebook, and Twitter.  With his wife, Dietlinde Turban Maazel, he founded the Castleton Festival in 2009 and has held annual summer performances and training seminars since then at state-of-the-art venues they built on his Virginia farm. Knowing the value of mentoring he himself benefited from as a youth, Maestro Maazel established the Castleton Festival with a mission: it would be a “vista-opener,” in his words, an opportunity to nurture young musicians through mentoring and performing, to draw audiences to performances showcasing young talent, and to bring fresh energy to classical music alongside established artists such as Denyce Graves and Sir James Galway.

The Castleton Festival is Maestro Maazel’s legacy.  As the music soared, he rejoiced in seeing young players, singers, and conductors be transported to unimagined realms. Addressing the audience at the June 28, 2014 opening night of the Castleton Festival, Maestro Maazel described working with the young orchestra and singers as a “more than a labor of love – a labor of joy.”

 

http://www.maestromaazel.com/        https://de.wikipedia.org/wiki/Lorin_Maazel

Titanen-Ausgabe

Wilhelm Furtwängler (1886 – 1954) gilt als der bedeutendste deutsche Dirigent des 20. Jahrhunderts. Seine Aufnahmen haben Maßstäbe gesetzt. Doch die Arbeit in den Studios hat ihm vor allem wegen der Unterbrechungen für Korrekturen nie behagt. Umso wertvoller sind deshalb die Live-Mitschnitte von Konzerten und insbesondere von Opern. Die hier vorgelegte Kollektion unternimmt erstmals den Versuch, alle erhalten gebliebenen Tonaufnahmen der von  Furtwängler geleiteten Opernaufführungen in Komplettfassungen oder Ausschnitten zu dokumentieren (Intense Media 600168 Furtwängler 41CD Box).

Im Zentrum stehen dabei jene vier Abende im März/April 1950, als die Mailänder Scala als erstes Opernhaus der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg Wagners Ring-Zyklus auf die Bühne brachte. Ergänzt wird diese legendäre Interpretation Furtwänglers durch seine Wagner-Dirigate in London, Wien, Nürnberg und Bayreuth sowie insbesondere durch Tristan und Isolde vom Oktober 1947 aus dem Berliner Admiralspalast, wo Frida Leider, einst Furtwänglers gefeierte Brünnhilde, Regie führte.

Die eigentliche Heimat für den Operndirigenten wurde ab 1948 jedoch Salzburg. Von Fidelio aus diesem Jahr existieren leider nur Fragmente, dafür konnte aber die grandiose Aufführung von 1950 (mit Flagstad und Patzak) mühevoll restauriert werden. Ebenfalls von 1950 stammt der erste Don Giovanni (mit Gobbi), dem im Jahr darauf Die Zauberflöte folgte. Es war die erste Operninszenierung in der inzwischen berühmt gewordenen Felsenreitschule.

Musikkritiker beschrieben Furtwängler als Interpreten, der „durch eine rätselhafte, über das Klanglich-Musikalische hinausgreifende Kraft der Intuition“ zu wirken vermochte. Die Live-Aufnahmen dieser Box machen es zum Erlebnis. DER RING DES NIBELUNGEN, TANNHÄUSER, TRISTAN UND ISOLDE, LOHENGRIN, DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG, FIDELIO, DIE ZAUBERFLÖTE, DIE HOCHZEIT DES FIGARO,DON GIOVANNI, ORFEO ED EURIDICE, OTELLO, DER FREISChÜTZ.

Die Presse schrieb: Furtwängler mit großartigen Opern-Live-Events / Der legendäre Ring“aus der Mailänder Scala / Berlin 1947: Der erste Nachkriegs-Tristan / Tannhäuser in  Wien, Meistersinger in Nürnberg / Die Opern-Gesamtaufnahmen aus Salzburg

 

Intense Media