Barbers "Vanessa" beim National Symphony Orchestra
Starkes Orchester, blasse Figuren
. Viel Aufhebens wird um die Menüfolge gemacht. Zuerst „Potage crème aux perles“, „Langoustines grillées sauce aux huïtres“, „Palombes roties natures“ und schließlich „Gâteau d’amandes au miel“. Seit zwanzig Jahren wartet Vanessa wartet auf die Rückkehr ihres einstigen Liebhabers Anatol. Jede Nuance der Neubegegnung will deshalb durchdacht sein. Die Spiegel hat sie verhängt, Bilder abgenommen. […]
Weltpremiere: Giordanos Montenegro-Oper "Marina" bei Decca
Kriegs-Romanze
. Kaum ist Montenegro seit einigen Jahren als Reiseland begehrt, erscheinen auf wundersame Weise montenegrinische Opern auf der Musikbühne. Vor zwei Jahren La montagne noire der Augusta Holmés, deren Pariser Grand Opera von 1895 in Dortmund wiederentdeckt wurde und inzwischen auch eine Wiederaufführung in Frankreich erlebte. In diesem Februar kam es in Mailands Teatro Dal […]
Neues vom Chavalier Saint-George bei Chateau de Versailles
„Le Mozart noir“
. Bereits in dem Artikel zur Oper Morgiane des amerikanischen schwarzen Südstaatlers Edmond Dédée war hier in operalounge von einem europäischen schwarzen Komponisten die Rede, der Im Frankreich des 18. Jahrhunderts eine bemerkenswerte soziale Position innehatte: Joseph Bologne de Saint-George. Er schrieb Opern und für anderen Genres der klassischen Musik und brachte es sogar bis […]
Michele Carafas "Masianello" im Oktober 2026 bei Naxos
Finalmente!
. Michele Caravas Oper Masaniello (aufgeführt beim Festival Rossini in Wildbad) erscheint am 9. Oktober 2026 beim Label Naxos auf einer Doppel-CD. Katalognummer: 8.660614-15 (2 CDs). Mitwirkende: Mert Süngü, Catherine Trottmann, Kraków Philharmonic Orchestra u.a. unter der Leitung von Nicola Pascoli. Dazu auch unsere Beitrag in der Reihe Die vergessene Oper.
Der Neue Wagner-„Ring“ aus Dallas bei Delos
Nicht homogen, aber interessant
. „Da muss ein Italiener kommen, um uns zu zeigen, wie man Hänsel und Gretel spielt“, hieß es bewundernd und verwundert in der Berliner Staatskapelle in den Neunzigern, als Fabio Luisi das erste Mal die Humperdinck-Oper in der Lindenoper dirigierte. Muss es nun heißen:“Da muss ein Italiener ein amerikanisches Orchester dirigieren, um uns darüber zu […]
(Die vergessene Oper 220)
Ture Rangströms „Kronbruden“
. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts entstehen Opern, die sich auf Texte von August Strindberg beziehen. Schon zuvor hatte Strindberg selbst erste Ideen zur opernhaften Umsetzung seiner Texte entwickelt. In ihrer ersten Phase, die sich auf die Zeit bis 1930 begrenzen lässt, ist die Opernrezeption von Strindberg in erster Linie ein deutschsprachiges Phänomen. Dementsprechend erfolgt […]
Neu bei Vox nur-digital : Wagners "Tristan und Isolde" als Querschnitt von 1964
Die alte Weise
. Der „neue“ alte Vox-Querschnitt von Richard Wagners Tristan und Isolde – nun nur-digital bei Vox/Naxos – ist insofern von Bedeutung, weil dies erst der dritte „offizielle“ Tristan der Plattengeschichte ist (wenn auch „nur“ Auszüge). 1964 (so auf der Rückseite der originalen LP) in Innsbruck aufgenommen, gehen ihm der antike unter Karl Elmendorf von 1928 […]
(Die vergessene Oper 219)
Thomas de Hartmanns „Esther“
Die Welt vor dem Terror retten
. „Déplorable Sion, qu’a tu fait de ta gloire?“. Mit der Frage dringt der Sprecher mitten in das Drama, das von Königin Esther handelt, die das jüdische Volk in seiner persischen Diaspora durch ihre Fürbitte beim König vor der Vernichtung rettet. Das fröhliche jüdische Purim-Fest erinnert seither an diese Rettung. Sein auf dem biblischen Buch […]
Zum 200. Todestag: Die Carl Maria von Weber - Edition bei Warner
Wo ist Euryanthe?
.. „The spirit of Romanticism“: Warner hat für den Titel seiner Editions-CD-Box zum 200. Todestag von Carl Maria von Weber die englische Sprache gewählt. Das lässt – abgesehen von rein kommerziellen, vertriebstechnischen Gründen – einige Assoziationen zu. Weber starb am 5. Juni 1826 in London. Dort hatte er seine letzte Oper Oberon mit einem englischen […]
Bayreuther "Tristan" von 1952 nun bei Note 1
Frisch gemacht
. Mit Wagners Tristan und Isolde hatte Orfeo 2003 seine auf mindestens siebzehn Alben angewachsene Reihe Bayreuther Festspiele live eröffnet. Es handelte sich um den Mitschnitt der Premiere vom 23. Juli 1952. Der damalige Festspielleiter Wolfgang Wagner (1919-2010) bot seine ganze Autorität auf, um diese Edition zu ermöglichen (damals für orfeo). Im Booklet schrieb er: […]
Charles Tournemires "Légende de Tristan" vom Theater Ulm
Spirituelle Aura
. Drei Jahre nach der Uraufführung von Charles Tournemires Tristan-Oper brachte das Theater Ulm den Mitschnitt der Premiere vom Dezember 2022 in einer schmalen Pappbox heraus (2 CD 0660042024367), die neben den beiden CDs ein deutschsprachiges Booklet mit ausführlicher Tracklist, Handlung und einem Aufsatz über den bislang kaum bekannten Komponisten enthält. Mittlerweile hatten GMD Felix […]
Bei ALPHA: Noch ein "Atys" von Lully
Lully Zuwachs
. Von Jean-Baptiste Lullys Atys gibt es mehrere hochrangige Dokumente auf Tonträgern. Pionier war 1987 William Christie am Pult seines Ensembles Les Arts Florissants bei harmonia mundi france, gefolgt von Hugo Reyne und seiner Simphonie du Marais 2016. Bei Château de VERSAILLES gab es 2022 eine besonders aufwändige Ausgabe im CD- und DVD-Format aus der […]
Verdis "Don Carlo" mit Franco Corelli aus Wien bei Urania
Unübertroffener Glanz
. Der fanatische Opernfreund besaß sie natürlich längst, die Don-Carlo-Aufnahme aus der Wiener Staatsoper aus den Siebzigern, damals u. a. auf den Markt gebracht von dem Mailänder Label Myto. Nun ist sie remastered von Urania vorgestellt und natürlich technisch auf einem weit höheren Niveau. Horst Stein stand damals am Dirigentenpult und beginnt mit getragenen Tempi, […]
(Die vergessene Oper 218)
Charles Silvers „Belle au bois dormant“
Vom Palazzetto Bru Zane
. Das Märchen von Dornröschen erinnern wir vor allem als großes Ballett von Tchaikovsky. Gelungene Opernversionen sind aber kaum bekannt. Dabei bietet der Stoff doch alles, was man für eine Oper braucht. Spezialeffekte, Gruselpotenzial, große Liebesduette, üppige Festszenen. Jetzt ist tatsächlich eine opulente Dornröschenoper erschienen, in einer Weltpremiere ausgegraben vom Palazzetto Bru Zane. Der Komponist […]
(Die vergessene Oper 218)
Joachim Raffs „Dame Kobold“
. Im Schatten Wagners hatte es im letzten Drittel des 19 Jahrhunderts eine eigenständige deutsche, insbesondere komische Oper schwer, galten doch die häufig monströs langatmigen Meistersinger als das Maß der Dinge. Umso mehr erfreut und überrascht eine Aufnahme aus Mariánske Lázné, Marienbad, wo im Dezember 2024 im dortigen Casino der Chor des Theaters aus dem […]
