Arias for Giovanni Rubinelli von Filippo Miaccia bei Glossa
Schatzsucher am Werk
. Immer wieder überrascht der italienische Countertenor Filippo Mineccia mit seinen Alben, die nicht das gängige Repertoire bedienen, sondern stets Unbekanntes offerieren. So stellte er bei Glossa eine Platte mit Arien von Attilio Ariosti vor oder nahm für Pan Classics Alto-Arien von Leonardo Vinci auf. Auch seine Glossa-CD mit dem Titel Orlando, amore, gelosi, follia […]
Johann Simon Mayrs Joseph-Oratorium bei Naxos
Opernhafte Bibelstunde
. Der aus dem Oberbayerischen stammende Johann Simon Mayr (1763-1845), der ab 1789 in Bergamo und Venedig studierte, fortan als italienischer Komponist in Italien lebte und als Lehrer Donizettis in die Enzyklopädien einging, war ein unerschöpflich sprudelnder Musikfabrikant. Gut 60 Opern, unzählige Kantaten und mehr als ein Dutzend Oratorien entstanden wie vom Fließband. Dabei besitzen […]
Simone Kermes mit "La Luce" bei Prospero
Più ombra di luce
. Was lange währt muss nicht zwangsläufig gut werden, und so ist auch die bereits 2020 in Corona-Zeiten aufgenommene, aber erst jetzt veröffentlichte CD von Simone Kermes, mediumsgemäß ohne optische Reize außer eines Booklets auskommen müssend eine eher zweifelhafte Angelegenheit. Der Sängerin war stets eher wegen ihrer phantasievollen Garderoben und ihres exaltierten Verhaltens wegen die […]
(Die vergessene Oper 220)
Ture Rangströms „Kronbruden“
. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts entstehen Opern, die sich auf Texte von August Strindberg beziehen. Schon zuvor hatte Strindberg selbst erste Ideen zur opernhaften Umsetzung seiner Texte entwickelt. In ihrer ersten Phase, die sich auf die Zeit bis 1930 begrenzen lässt, ist die Opernrezeption von Strindberg in erster Linie ein deutschsprachiges Phänomen. Dementsprechend erfolgt […]
Der Neue Wagner-„Ring“ aus Dallas bei Delos
Nicht homogen, aber interessant
. „Da muss ein Italiener kommen, um uns zu zeigen, wie man Hänsel und Gretel spielt“, hieß es bewundernd und verwundert in der Berliner Staatskapelle in den Neunzigern, als Fabio Luisi das erste Mal die Humperdinck-Oper in der Lindenoper dirigierte. Muss es nun heißen:“Da muss ein Italiener ein amerikanisches Orchester dirigieren, um uns darüber zu […]
Neu bei Vox nur-digital : Wagners "Tristan und Isolde" als Querschnitt von 1964
Die alte Weise
. Der „neue“ alte Vox-Querschnitt von Richard Wagners Tristan und Isolde – nun nur-digital bei Vox/Naxos – ist insofern von Bedeutung, weil dies erst der dritte „offizielle“ Tristan der Plattengeschichte ist (wenn auch „nur“ Auszüge). 1964 (so auf der Rückseite der originalen LP) in Innsbruck aufgenommen, gehen ihm der antike unter Karl Elmendorf von 1928 […]
(Die vergessene Oper 219)
Thomas de Hartmanns „Esther“
Die Welt vor dem Terror retten
. „Déplorable Sion, qu’a tu fait de ta gloire?“. Mit der Frage dringt der Sprecher mitten in das Drama, das von Königin Esther handelt, die das jüdische Volk in seiner persischen Diaspora durch ihre Fürbitte beim König vor der Vernichtung rettet. Das fröhliche jüdische Purim-Fest erinnert seither an diese Rettung. Sein auf dem biblischen Buch […]
Zum 200. Todestag: Die Carl Maria von Weber - Edition bei Warner
Wo ist Euryanthe?
.. „The spirit of Romanticism“: Warner hat für den Titel seiner Editions-CD-Box zum 200. Todestag von Carl Maria von Weber die englische Sprache gewählt. Das lässt – abgesehen von rein kommerziellen, vertriebstechnischen Gründen – einige Assoziationen zu. Weber starb am 5. Juni 1826 in London. Dort hatte er seine letzte Oper Oberon mit einem englischen […]
Bayreuther "Tristan" von 1952 nun bei Note 1
Frisch gemacht
. Mit Wagners Tristan und Isolde hatte Orfeo 2003 seine auf mindestens siebzehn Alben angewachsene Reihe Bayreuther Festspiele live eröffnet. Es handelte sich um den Mitschnitt der Premiere vom 23. Juli 1952. Der damalige Festspielleiter Wolfgang Wagner (1919-2010) bot seine ganze Autorität auf, um diese Edition zu ermöglichen (damals für orfeo). Im Booklet schrieb er: […]
Charles Tournemires "Légende de Tristan" vom Theater Ulm
Spirituelle Aura
. Drei Jahre nach der Uraufführung von Charles Tournemires Tristan-Oper brachte das Theater Ulm den Mitschnitt der Premiere vom Dezember 2022 in einer schmalen Pappbox heraus (2 CD 0660042024367), die neben den beiden CDs ein deutschsprachiges Booklet mit ausführlicher Tracklist, Handlung und einem Aufsatz über den bislang kaum bekannten Komponisten enthält. Mittlerweile hatten GMD Felix […]
Bei ALPHA: Noch ein "Atys" von Lully
Lully Zuwachs
. Von Jean-Baptiste Lullys Atys gibt es mehrere hochrangige Dokumente auf Tonträgern. Pionier war 1987 William Christie am Pult seines Ensembles Les Arts Florissants bei harmonia mundi france, gefolgt von Hugo Reyne und seiner Simphonie du Marais 2016. Bei Château de VERSAILLES gab es 2022 eine besonders aufwändige Ausgabe im CD- und DVD-Format aus der […]
Verdis "Don Carlo" mit Franco Corelli aus Wien bei Urania
Unübertroffener Glanz
. Der fanatische Opernfreund besaß sie natürlich längst, die Don-Carlo-Aufnahme aus der Wiener Staatsoper aus den Siebzigern, damals u. a. auf den Markt gebracht von dem Mailänder Label Myto. Nun ist sie remastered von Urania vorgestellt und natürlich technisch auf einem weit höheren Niveau. Horst Stein stand damals am Dirigentenpult und beginnt mit getragenen Tempi, […]
Bei Aparté: Xavier Sabata mit "Furioso"
In Rage
. Die neue Platte des katalanischen Countertenors Xavier Sabata entstand im November 2025 in Lyon (AP425). Furioso ist ihr Titel, was sofort an Vivaldis Oper Orlando furioso denken lässt. Diese findet sich tatsächlich auf der CD neben anderen Werken, welche auf dem Mythos von Lodovico Ariosto fußen – also eine sehr originelle und kluge […]
(Die vergessene Oper 218)
Charles Silvers „Belle au bois dormant“
Vom Palazzetto Bru Zane
. Das Märchen von Dornröschen erinnern wir vor allem als großes Ballett von Tchaikovsky. Gelungene Opernversionen sind aber kaum bekannt. Dabei bietet der Stoff doch alles, was man für eine Oper braucht. Spezialeffekte, Gruselpotenzial, große Liebesduette, üppige Festszenen. Jetzt ist tatsächlich eine opulente Dornröschenoper erschienen, in einer Weltpremiere ausgegraben vom Palazzetto Bru Zane. Der Komponist […]
Malin Byström: "German Opera Scenes and Arias" bei BIS
Gelungener Fachwechsel
.Als „strahlend“, „funkelnd“ und „silbrig“ wird der Sopran der Schwedin Malin Byström bezeichnet, was ihn natürlich für Richard Strauss prädestinieren würde, weniger Erwartungen weckt ihre CD mit dem Titel German Opera Scenes and Arias, wenn man sie auch für eine „singende Schauspielerin“ hält- das abschätzen zu können, bedürfe es der Optik, die der Tonträger erwartungsgemäß […]
