CD 

Gegenwärtiges und Zukünftiges

. Die Crux der klassischen Musik generell und der Oper im besonderen ist es, dass seit den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts kaum noch Musik entstanden ist, die auch nur annähernd so volkstümlich wurde wie das mit gutem Grund bis zur Stunde der Uraufführung zurückgehaltene „La donna è mobile“ oder der Schöne Jungfrauenkranz, den zu Heinrich […]

Aufregend

. Am 13. März erscheint die neueste Veröffentlichung aus dem Palazzetto Bru Zane: Mit Mazeppa liegt erstmals eine Gesamtaufnahme der Oper in fünf Akten von Clémence de Grandval (1828–1907) vor. Das Werk nach einem Libretto von Charles Grandmougin und Georges Hartmann wurde 1892 im Grand Théâtre de Bordeaux uraufgeführt. In konzentrierter dramatischer Form erzählt die […]

Repertoire-Bereicherung

. So sehr einander ähnlich wie eineiige Zwillinge und wie es uns das Cover zur CD nahelegen will, sind die Zwei Witwen (Dvě vdovy), um die es in Bedřich Smetanas gleichnamiger Oper geht nicht, im Gegenteil: Während die eine in froher Selbstbestimmtheit weiterhin ehelos bleibt, findet die Andere in einer neuen Liebe ihr Glück. Dabei kommt […]

Diskrete Opulenz

. Mit der zweiten Veröffentlichung von mehr als zwanzig Mélodies für Gesang und Orchester von Jules Massenet schließt der Palazzetto Bru Zane die vollständige Aufnahme seiner Werke von Massenet ab und setzt seine vor genau zehn Jahren begonnene Verteidigung und Illustration des Genres fort. Anlässlich eines Festivals, das Camille Saint-Saëns gewidmet war, entdeckte das Redaktionsteam […]

Dyonisos Lavrangas´ Oper „Dido“

. Und wieder stellt uns der griechische Dirigent und Musikologe Byron Fidetzis eine „neue“ Oper seiner Heimat vor, die zu Unrecht vergessen ist. Fidetzis sieht es ja – zu Recht – als seine Aufgabean, das musikalische kulturelle Erbe Griechenlands zu reaktivieren und damit erneut zur Diskussion vorzustellen. Das hat er in der Vergangenheit so vielfach […]

Im rotchinesischen Meer

. Ganz sicher zu den Garanten für das Fortleben der klassischen Musik gehören in Europa die Asiaten, seien es Japaner, Koreaner oder auch Chinesen, die nicht nur beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker oder weniger prominenten Ereignissen im Saal sitzen, sondern auch die vielen Chormitglieder und Orchestermusiker, die inzwischen in keinem europäischen Klangkörper fehlen. Viele Opernhäuser […]

Nun als Barocktenor

. Berlins Opernfreunde erinnern sich noch heute an eine Macbeth-Premiere 2000 an der Staatsoper, in der ein noch unbekannter Tenor als Macduff Ovationen erntete. Wie gebannt war man, als die ersten Töne des Rezitativs („O figli miei“) und danach die Arie („Ah, la paterna mano“) mit geradezu magischem Klang erklangen. In Folge sang Rolando Villazón […]

Konkurrenz für Pfitzner

. Mit dem Oratorium Palestrina von Carl Loewe, das bei Rondeau auf einer CD veröffentlicht wurde, ist dem federführenden SWR Kultur eine große Überraschung gelungen. Der Sender hatte sich auf eine seiner Aufgabe aus den Gründerjahren besonnen, dem Publikum ohne Blick auf Quoten auch solche Werke anzubieten, die die Kassen nicht von selbst klingeln lassen. […]

Zauberoper ohne Zauber

. Aus Frankreich kommen gegenwärtig immer neue Opernaufnahmen mit hat – man das Gefühl – immer denselben Sängern, namentlich bei Glossa und dem Chateau de Versailles. Nun eben bei Glossa mit Jean-Baptiste Cardonnes Omphale. Wieder mit wieder dabei sind Judith van Wanroy und Reinoud van Mechelen. Beide eine sichere Bank in solchen Einspielungen von französischen […]

Edmond Dédès Oper „Morgiane“

. Opernliebhaber erleben dieser Tage beim Label Delos eine absolute Überraschung: eine im märchenhaften Isphahan angesiedelte Story in der Vertonung eines schwarzen amerikanischen Komponisten mit Sitz in Bordeaux um 1880, nie aufgeführt, aber für eine Premiere in eben seiner Wahlheimat beabsichtigt, erst 2008 durch Zufall in einer riesigen Manuskripten-Sammlung in Harvard entdeckt, nun 2025 konzertant […]

Ein Kanadier in Wien

. Der musikalische Jahresbeginn, auf den man sich stets aufs Neue freut und ohne den etwas fehlte, so die einen. Alle Jahre wieder alter Wein durch neue Schläuche, so die anderen. Ohne Frage ist das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker längst zum Neujahrskonzert schlechthin avanciert. Obwohl seine Wurzeln weit zurückreichen, wurde es zu dem großen Medienspektakel, […]

Pracht für Auge und Ohr

. In wacher Erinnerung ist die szenische Aufführung von Nicola Porporas Oper Polifemo 2019 in der Salzburger Felsenreitschule im Rahmen der dortigen Pfingstfestspiele. Julia Lezhneva sang damals die weibliche Hauptrolle der Galatea. Der russischen Sopranistin, eine Ikone der Barockszene, begegnet man nun wieder in einer Veröffentlichung des Labels Château de Versalles, das zwei Aufführungen des […]