Gioachino Rossini

Junges und Altes

  „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Das Spieglein, vor dem schon die kleine Elsa gestanden hatte, ging auch der erwachsenen Elsa Dreisig nicht aus dem Kopf. Mit 27 Jahren hat sie jetzt für ihr CD-Debüt „Miroir(s)“  abermals das Spieglein befragt (Erato 0190295634131). Die Antwort dürfte der französisch-dänischen Sopranistin Elsa Dreisig, die an […]

Köstlicher Flop

  Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu, und mit ihm geht auch das Rossini-Jubiläums-Jahr zu Ende. Kurz vor Toresschluss erschien bei Naxos Rossinis Oper Aureliano in Palmira in einem Mitschnitt vom Rossini-Festival in Bad Wildbad. Die Oper gehört zu meinen Rossini-Favoriten. Das ist einer der ganz wenigen Flops Rossinis – und der hat ihn […]

Michel Hampes Comédie humaine 

  Die einen lieben Austen-Verfilmungen oder Downtown Abbey, die anderen möglicherweise die Ausgabe von fünf Rossini-Opern, die Michael Hampe zwischen 1988 und 1992 als Zusammenarbeit der Kölner Oper und Schwetzinger Festspiele inszenierte. Aufgenommen im Schwetzinger Schlosstheater, bieten sie genau die Qualitäten der britischen Serien oder Literaturverfilmungen: akribische historische Genauigkeit, Stilgefühl und feinfühlige Charakterzeichnungen. Die fünf frühen […]

Syrakus zum Dritten

  Der am 3. Dezember 1820 auf dem Höhepunkt seines Schaffens als vorletzte seiner neapoliantischen Opern am Teatro San Carlo uraufgeführte Maometto Secondo gehört zu Rossinis ambitioniertesten Werken. Später glättete er für Aufführungen in Venedig bzw. Paris einige der avanciertesten Passagen. So enthält die Fassung, die zwei Jahre später in Venedig zur Aufführung kam, eine umfangreiche, zehnminütige […]

Vergnügliches aus Malmö

  Fast immer ein Grund zur Freude sind die meistens weniger bekannten Opern in Aufführungen aus meistens weniger im Zentrum des Interesses stehenden Opernhäusern, die das Label Naxos in schöner Regelmäßigkeit auf den Markt bringt. So bestellt ist es auch um Rossinis heitere Oper Le Comte Ory von der Oper Malmö in einer hochamüsanten, liebenswerten und dabei […]

Red Trash Sea

  Pisa’s Teatro Verdi is a fairly disreputable looking building from the outside, placed on a not very important side street a few blocks from the Arno River, but inside it is all creamy brown and green velour and soft lights set in the classic Italian horseshoe opera house style, all trimmed in white and […]

Heimspiel

  Rossini’s final opera, Semiramide,  written for Italy had its world premiere at Venice’s La Fenice Opera House on Feb. 3, 1823, starring the composer’s new wife, Isabella Colbran as the Babylonian queen.  Now, on the 150th anniversary of the composer’s death La Fenice has once again mounted the monumental work in a production and […]

Qual tenero diletto

  Stopp. Da stimmt doch etwas nicht. „Die kritische Ausgabe seiner Werke durch die Fondazione Rossini in Pesaro“, schreibt der im Vorjahr verstorbene Rossini-Kenner und Liebhaber Philip Gossett im Vorwort der 50 CDs umfassenden Rossini-Edition von Warner (weitgehend aus den Beständen der EMI und Erato), „hat mittlerweile mehr als die Hälfte seiner Opern, besonders die […]

Una voce molto fa`

  Es hatte sich bei Opernfreunden in Ost- wie West-Berlin wie ein Lauffeuer herumgesprochen, dass beim heißumlagerten Gastsspiel der Römischen Oper mit ihrer muffigen Pappe-Produktion des Barbiere di Siviglia 1987 eine junge, unbekannte Sängerin auftreten würde, die Anlass zu größten Hoffnungen geben sollte. Und wer eine Karte legal oder eher noch auf dem illegalen Markt […]

ungekürzt, aber enttäuschend

  Belcanto-Liebhaber und vor allem Sammler von Raritäten warten mit Spannung auf jede Neuveröffentlichung der rührigen britischen Firma Opera Rara. Selbst wenn man auch über die Auswahl der Sänger maulen mag, die man in diesem Fall entweder als „alte Schuhe“ oder „ungeeignet“ nennen möchte. denn die jüngste Initiative betrifft Rossinis Melodramma tragico Semiramide, welches freilich nicht […]

Und wieder mal Krankenbetten

  Mittlerweile ist es keine sonderlich originelle Idee mehr, die Handlung eines Stückes in ein Krankenhaus, eine psychiatrische Anstalt, ein Pflegeheim oder gar ein Sterbehospiz zu verlegen. Derlei Beispiel gab es in Berlins Opernhäusern in den letzten Jahren zur Genüge – man denke nur an Falstaff, Cendrillon, Tristan und Isolde, Die Frau ohne Schatten oder […]

Wirkungsvolle Kontraste

  Die Sinfonia, die nahtlos in den Chor der Soldaten und Bevölkerung in der nubischen Hauptstadt Dongala mündet, ist von dunklem Ernst und instrumentaler Lieblichkeit im Solo der Flöte, feierlich und pompös, mit sanften Melodien, starken Akzenten und Finesse und einem wirkungsvollen Kontrast aus Orchesterspiel und Bühnenmusik. José Miguel Pérez-Sierra dirigiert die Szene in Rossinis  Ricciardo e Zoraide, die […]