Gioachino Rossini

Opernhafte Marienfrömmigkeit

Das mittelalterliche Reimgebet Stabat Mater setzte sich erst im 18. Jahrhundert als Ausdruck der Marienfrömmigkeit durch, 1727 führte Papst Benedikt XIII. am Freitag nach dem Passionssonntag das Fest der sieben Schmerzen Mariä ein, die Anzahl der Kompositionen stieg an. Pergolesis Stabat Mater aus dem Jahr 1736 wurde populär, Vertonungen gab es bereits zuvor, bspw. von Palestrina und […]

Tenorparade an der Adria

  Seit Jahren versucht auch das ROF in Rossinis Geburtsort an der italienischen Adria, sich dem zeitgenössischen Regietheater zu nähern. Es gab umstrittene Versuche von Damiano Michieletto mit der Gazza ladra 2007 oder dem Sigismondo 2010 – nun war die katalanische Künstlergruppe La Fura dels Baus nach Pesaro eingeladen worden, um die Eröffnungsproduktion dieses Sommers, […]

Würdevoll

  Wir wissen nicht, nach welchen Kriterien die Festspiele Rossini in Wildbad ihre Aufnahmen mal als DVD, mal nur als CD herausbringen. Die diesjährige L’ occasione fa il ladro wird beispielsweise als DVD aufgenommen, während rechtzeitig zum Festspielauftakt bei Naxos Adelaide di Borgogna (2 CD 8.660401-02) auf CD erschien. Was heißt nur? Wenn ich mich richtig erinnere, […]

Stimmenfest mit Inszenierungsschwächen

  Die lothringische Oper in Nancy hat bei Rossinis Semiramide ein Experiment gewagt, man besetzte die Hosenrolle des Arsace nicht mit einer Mezzosopranistin, sondern mit einem Countertenor. Franco Fagioli, der sich dieses Rossini-Repertoire mit seiner letzten Solo-CD bei DG bereits erschlossen hat, stand neben der georgischen Sopranistin Salome Jicia in der Titelrolle im Mittelpunkt einer […]

Vokaler Glanz in szenischer Öde

  Eine Königin, die in Komplizenschaft mit einem notorischen Erzschurken ihren Gemahl ermordet, um selbst den Thron zu besteigen, eine ob der Freveltat aus den Fugen geratene gesellschaftliche Ordnung, beherrscht von Schuld, Angst und Gewalt, und ein ersehnter Rächer in in Gestalt des überlebenden Sohnes, auf dessen Erscheinen alle warten… Ja klar, hatten wir doch […]

Beate Uhse im Heiligen Land

  Wenigstens die scheußliche Gummi-Sex-Puppe und deren häufigen Gebrauch durch die Kreuzritter hätte Regisseurin Mariame Clément dem feinen alten Herrn am Dirigentenpult und auch dem Publikum bei ihrer Armida-Inszenierung an der Opera Vlaanderen ersparen können, aber die Damen aus der Regieriege scheinen ihre männlichen Kollegen wohl noch an ekelerregenden Absonderlichkeiten übertreffen zu wollen, um  im […]

Hotelgäste

Im Frack durch die Halle eines Luxushotels zu schlendern, am Billardtisch zu verweilen, Champagner nippen: eine schöne Vorstellung. In der Rolle des Raimbaud übernimmt Roberto Di Candia die Aufgabe des Majordomo und lädt die Besucher des Teatro Rossini, die bereits während der Ouvertüre den Hinweis des „Grand Hotel Rossini“ auf die abendlichte Lustbarkeit lesen konnten,  […]