Cavallis "Elena" bei Ricercar

Erotische Verwirrungen

Im Gegensatz zu seiner Calisto ist Francesco Cavallis 1659 in Venedig uraufgeführte Elena eine Rarität auf unseren Bühnen – umso verdienstvoller die Initiative des Festivals von Aix-en-Provence, 2013 das Dramma per musica in einer Inszenierung von Jean-Yves Ruf und der Ausstattung von Laure Pichat/Bühne sowie Claudia Jenatsch/Kostüme gezeigt zu haben. Ricercar hat die Produktion nun […]

Lieder von Pauline Viardot und Alphons Diepenbrock bei Brilliant Classics und cpo

Interessantes und Lässliches

Der Name Alphons Diepenbrock fiel mir, wenn ich mich erinnere, erstmals im Zusammenhang mit Mahlers Siebter auf, die Riccardo Chailly bei seiner Einspielung mit dem Royal Concertgebouw Orchestra mit Diepenbrocks Im großen Schweigen gekoppelt hatte. Was Sinn macht, da der Niederländer Diepenbrock (1862-1921) mit Willem Mengelberg, dem langjährigen Dirigenten des Orchesters, und mit Mahler selbst […]

Maria Callas remastered bei Warner

“Qui la voce sua suave…”

. Eigentlich bricht es mir das Herz, die Ikone des Opern-Gesangs, Maria Callas, nicht mehr bei ihrer alten Stammfirma EMI zu sehen. Die Unbill der globalen Wirtschaft hatte vor rund 4 Jahren auch die Ehrwürdige erreicht. Die EMI war in den letzten 20 Jahren vielfach in Bedrängnis, wurde immer wieder verkauft. Aber sie behielt stets […]

Lawrence Brownlee mit Rossini-Arien bei Delos

Bravourarien

Eine der auf den internationalen Opernbühnen begehrtesten Tenorstimmen für Mozart, den Belcanto, insbesondere aber für Rossini ,hat der Amerikaner Lawrence Brownlee, von dem es jetzt eine CD mit dem Titel Virtuoso Rossini Arias bei Delos gibt. Erwarten würde man die Arien des Almaviva aus dem Barbiere, insbesondere die selten zu hörende Bravourarie am Schluss der Oper, aber […]

Petrassi, Fuga, Cilea und Rossini auf Naxos, Morlacchi und Sgambati auf Tactus

Italienische Instrumentalmusik

Giacomo Fuga am Konzertflügel und Mario Ancillotti am Cello präsentieren mit reichlich Schwung und klanglicher Süffisanz Werke der oft sperrigen italienischen Avantgarde der 1930er Jahre. Gerade Goffredo Petrassis „Preludio, Aria e Finale“ für Cello und Klavier von 1933 gehen sie mit einer rhythmischen Kraft an, die mit robusten Cellostrichen und klar akzentuierten Klavierakkorden in das […]

italienische Nachkriegs-Tenöre

Gino Penno & Kollegen

  Gino Penno? Das ist doch der Manrico im Trovatore mit der Callas an der Scala 1953 (Foto oben/Cetra)! Das war vor allem einer der flexibelsten Tenöre der italienischen Nachkriegszeit und einer der bestausehenden dazu (nach Corelli natürlich). Er war in der Nachriegsszene Italiens nicht wegzudenken, war namentlich ein Sänger von zeitgenössischen Erstaufführungen und des Standardrepertoires […]

Joyce DiDonatos Neuaufnahme "Stella di Napoli" bei Erato

Sternenglanz aus Neapel

Die Anhänger von Joyce DiDonato warten auf jede CD ihres Idols mit Ungeduld. Die neue bei Erato/Warner Classics (8256 463656 23) dürfte auf ganz besonderen Zuspruch stoßen, denn die amerikanische Mezzosopranistin präsentiert unter dem Titel Stella di Napoli neapolitanische Opernarien des Belcanto, darunter drei Weltersteinspielungen. Gleich die erste Nummer des Programms, „Stelle Ove t’aggiri“, aus […]

Die vergessene Oper (45)

Rodgers & Hart’s „Dearest Enemy“

Auf den Spuren von Victor Herberts “irischer” Oper/Operette Eileen (dazu den Artikel zum Werk ebenhier in operalounge.de) kommt von New World Records ein Jahr später Rodgers & Harts “American Musical Comedy” Dearest Enemy von 1925 in der Serie “The Foundation of the American Musical Theater”. Wie bereits in Eileen steht der irische Dirigent David Brophy […]

Die vergessene Oper (46)

Traumland Operette

. An der Komischen Oper Berlin erprobte Barrie Kosky erfolgreich die Operette neu, obwohl als Genre eigentlich nur noch ein Museumsvehikel und vom Musical längst überflügelt. Doch offensichtlich steckt immer noch Power in ihr, sofern sie angemessen präsentiert wird. In dem Wie liegt halt meist der ganze Unterschied. Die Operette ist ohne Bühne gleichwohl meist […]

"L´Arlesiana" aus Freiburg mit restaurierter Arie bei cpo

Werbewirksam

 „E la solita storia del pastore“: Jeder Opernfreund kennt das Lamento des Federico aus dem Opern-Drama L’Arlesiana von Francesco Cilea, das bei der Uraufführung 1897 von Enrico Caruso gesungen wurde. Aber es gibt noch eine weitere Tenorarie, die bei der Premiere erklang, die Romanze „Una mattina“. Sie fiel den zahlreichen Umarbeitungen, die Cilea vornehmen musste, […]

(Die vergessene Oper 199)

Victor Herberts „Eileen“

. Ostersonntag, der 24. April, 1916, markiert in der irischen Geschichte einen der blutigsten Tage, denn der Aufstand gegen die britischen Dauer-Besatzer wurde nach kurzem Sieg von der englischen Staatsmacht brutal und mit enormen  Todesopfern niedergeschlagen, und es dauerte bis in die Neuzeit, bis es nach einem kurzen Intermezzo 1919 bis 1922 (Irische Republik/IRA etc.) […]