Oper

„Eine Stimme wie Feuer und Eis“

  „Es war als würde man von einem Laserstrahl getroffen. Gestochen scharf, im positiven Sinn, nicht aggressiv“, sagt der britische Regisseur von Opernübertragungen Brian Large über Birgit Nilsson. Er kommt in der Dokumentation „A league of her Own“ von Thomas Voigt und Wolfgang Wunderlich zu Wort. Sein Urteil ist wie ein Motto. Es macht neugierig, […]

Moderne Regie am rechten Platz

  Mozarts Lucio Silla aus dem Teatro Real in Madrid hat alle Ingredienzien einer Produktion à la modernes Regietheater, und gerade deswegen macht sie die eigentlich vier Stunden dauernde Opera Seria des sechzehnjährigen Mozart erst goutierbar. Ein schmuddeliges Bühnenbild, für das sich die Drehbühne (Christian Schmidt) zwischen beschädigter Kachel- und grauer Betonwand bewegt, Elendsgestalten zusätzlich zum Personal […]

Virile Sinnlichkeit

  Mit großer Spannung war das Rollendebüt von Jonas Kaufmann als Titelheld in Verdis Otello erwartet worden. Der Startenor hatte für diesen wichtigen Schritt in seiner Karriere das Royal Opera House Covent Garden gewählt  – wegen Antonio Pappano, wie er in einem Interview, das als Bonus der DVD-Ausgabe von Sony beigefügt ist, selbst bekundet. Der […]

Kein Happy End

    Nicht gerade zu den liebenswürdigsten Märchen zählt das vom Goldenen Hahn, immerhin Rimsky-Korsakovs meistgespielte Oper, deren Libretto auf einem Text von Alexander Puschkin fußt. Die Brüsseler Oper hat daraus eine köstliche, auf dem schmalen Grat von Tragik und Komik sicher balancierende Produktion gemacht, in der trotz der Absurdität der Handlung  alles schlüssig erscheint, […]

Gemischtes Glück

  Erst jetzt veröffentlicht Naxos/Unitel die bereits vor drei Jahren in der Oper Stuttgart aufgenommene Produktion von Jommellis Dramma per musica  Il Vologeso (2 DVD 2.110395-96). Die Württembergische Staatsoper hatte in der Saison 2014/15 den 300. Geburtstag des Komponisten zum Anlass genommen, den Vologeso als eines seiner zentralen Werke unter dem Titel Berenike, Königin von […]

Festspieldokument aus Karlsruhe

  Von den drei deutschen Händel-Festspielstätten ist Karlsruhe die jüngste – erstmals 1985 wurden dort Händel-Festspiele in Zusammenarbeit mit dem Badischen Staatstheater Karlsruhe veranstaltet. Von Beginn haben sich die Festspiele das Ziel gestellt, seltene Werke des Komponisten wiederaufzuführen. So im Jahre 2016 das Dramma per musica Arminio, das bei seiner Uraufführung in London 1737 wenig […]

Italienische Lehrjahre

  Im Innenhof des aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammenden Palazzo Ducale, in dem in der Ortsmitte Martina Francas alle wesentlichen Opernaufführungen des Festivals stattfinden, gab es 2017 und nun als Mitschnitte auf DVD (DYN-37802) und CD (2 CD, CDS780202) von Dynamic die vierte der italienischen Opern Giacomo Meyerbeers, die 1820 an der Mailänder Scala […]

Donizetti-Rarität

  Mit Verspätung bringt Hardy die optische Aufzeichnung eines seltenen Donizetti-Werkes vom Festival in Bergamo aus dem Jahre 1984 heraus – Sancia di Castiglia, uraufgeführt 1832 in Neapel im selben Jahr wie der ungleich berühmtere Elisir d’amore. Die zweiaktige Tragedia Lirica auf ein Libretto von Pietro Salatini spielt in Toledo um 990 und sieht die […]

„Der selige Augenblick“

  Es klingt wie eine Botschaft aus einer versunkenen Zeit. „Mi batte il cor … O Paradiso!“ Vor allem dann, wenn Caruso den Vasco da Gama in Meyerbeers Oper L’Africaine singt. Die Arie ist die Erkennungsmelodie einer Fernsehserie, in der Regisseur und Produzent Jan Schmidt-Garre den Erinnerungen an legendäre Tenöre der Schellackzeit (Belcanto – The Tenors […]

Neues von Sissi

  Der Kini höchstpersönlich lässt sich von Zettler, dem Ersten Hofillluminator, und Klarei, dem Chef des Livrées, in die Geheimnisse der neuen Theatertechnik einführen und besteht auf einer Lichtprobe. Er ist entzückt von den neuen technischen Möglichkeiten. Dann erreichen bereits die  ersten Gäste die Herreninsel (Bühne: Volker Thiele). Gräfin Larisch-Wallersee, die Erbprinzessin von Thurn und […]

Devia la Grande

  In die stürmische Sinfonia ist „God Save the Queen“ eingewoben, doch ansonsten hält sich Gaetano Donizetti im Ende Oktober 1837 in Neapel uraufgeführten Roberto Devereux nicht unnötig mit orchestraler Stimmungsmalerei und atmosphärischen Schilderungen auf.  Der dritte Teil seiner sogenannten Tudor-Trilogie nach Anna Bolena und Maria Stuarda kommt schnell auf den Punkt, wie wenn den […]

Assoziation als Regie

  Leonardo Vinci (1690-1730) hat seit der Einspielung von „Artaserse“ auf CD und DVD mit fünf Countertenören (Jaroussky, Cencic, Fagioli, Barna-Sabadus und Mynenko) durch Virgin Classis (2012) bei einem breiteren Barockopernpublikum wieder einen Namen. Das italienische Label Dynamic ist bekannt dafür, Raritäten bei Aufführungen auf Festivals in Italien und auch mal anderswo aufzuspüren und hat […]