Bellinis "Aldelson e Salvini" bei Opera Rara

Frühes im Studio

  Wer Bellinis Erstling Adelson e Salvini von 1825 hören will, musste bislang auf die zweiaktige Fassung einer Live-Aufnahme von 1992 aus dem Teatro Bellini Catania zurückgreifen (oder auf die noch ältere von 1985 mit dem Drottningholms Barockensemble). Nun legt Opera Rara eine Neueinspielung vor, die in den Londoner  BBC Maida Vale Studios im Mai […]

Catalanis "La Wally" an der Wiener Volksoper

Liebestod in Tirol

  Gleich zwei krankheitsbedingte Umbesetzungen gab es bei der Premiere von Alfredo Catalanis Bergoper La Wally an der Volksoper Wien (25. März 2017). Anstelle von Endrik Wottrich sang Vincent Schirrmacher den Giuseppe Hagenbach, und für Martin Winkler sprang Bernd Valentin als Vincenzo Gellner ein. Was sich als schlechtes Omen hätte erweisen können, entpuppte sich dann […]

Verdis "Oberto" aus Heidenheim bei Coviello Classics

Ma che coraggio!

  Alle Frühwerke  Giuseppe Verdis bis hin zum Macbetto wollen die Heidenheimer Festspiele unter ihrem Leiter Marcus Bosch in den kommenden Jahren aufführen und haben 2016 zwangsläufig mit dem ersten überlieferten, nämlich Oberto (eigentlich mit dem Zusatz Conte di San Bonifacio) begonnen. Eine Aufzeichnung davon liegt jetzt auf zwei CDs vor. Das Cover kündet von […]

Mayrs "Telemaco" bei Naxos

Nymphisches

  Die Reihe der Einspielungen von Werken Johann Simon Mayrs setzt Naxos mit dem Dramma per musica Telemaco nell’isola di Calipso fort, das 1797 in turbulenten politischen Zeiten im von Napoleons Truppen besetzten Venedig zur Uraufführung kam (8.660388-89). Viele Komponisten haben die mythologische Geschichte von Telemaco vertont. Der Sohn Ulisses strandet auf einer Insel und begegnet […]

Verdis "Jérusalem" an der Opéra de Wallonie Liège

Finalement: Le Ballet

  Wie nicht zuletzt Anselm Gerhard in seinem Standardwerk  „Die Verstädterung der Oper“ (Stuttgart 1992) umfassend ausgeführt hat, war Paris  in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (und darüber hinaus) die zentrale Opernstadt Europas, deren Spielstätten wie das Théâtre Italien oder die Opéra Le Peletier Schauplatz zahlreicher Premieren und Sängerfeste waren. Wer sich als Opernkomponist einen […]

Bei Ëvoe Records: "Carnevale di Venezia"

Vivaldi mit Rätseln

  Reizvoll ist das Programm einer neuen CD bei Ëvoe Records mit dem Titel Carnevale di Venezia (ËVOE 003). Zu hören sind Arien und Instrumentalstücke aus fünf Opern und drei geistlichen Werken Vivaldis, die von der Cappella dell’Ospedale della Pietà Venezia unter Leitung von Stefan Plewniak musiziert werden – einem Klangkörper, der nach dem venezianischen […]

MUSIKALISCHES IN DER HAUPTSTADT

BERLIN: REPERTOIRE, CONCERTS & FRINGE

  Piotr Beczala im Konzerthaus – beglückender Liederabend. Der Auftritt des polnischen Weltklassetenors im gut besuchten Großen Saal des Konzerthauses am 21. 3. war ein denkwürdiges Ereignis, erlebte das Publikum den Sänger doch in stimmlicher Bestform und dazu mit einem interessanten, vielfältigen Programm. Piotr Beczala sang in vier Sprachen, beginnend mit der Dichterliebe von Schumann […]

"Trompe-la-Mort" von Luca Francesconi au Palais Garnier

Geräuschkulisse

  Die Arbeit des flämischen Regisseurs Guy Cassiers ist durch eine enge Beziehung zur Literatur gekennzeichnet. Es liebt es, sich mit großen literarischen Fresken auseinanderzusetzen, die er für die Bühne adaptiert: Tolstoï, Proust, Musil oder Littell, um nur einige zu nennen. Für Trompe-la-Mort (Der Unsterbliche) an der Pariser Oper nun führt er, ausgehend von der Idee, dass […]

Die Berghaus-"Elektra" an der Opéra de Lyon

Für Nachgeborene

  Das diesjährige Frühlingsfestival an der Opéra National de Lyon stand unter dem Motto „Mémoires“ und zeigte epochale Inszenierungen der letzten Jahrzehnte, zur Wiederbesichtigung für einen Teil des Publikums, zum nachträglichen Kennenlernen für andere wie etwa den Rezensenten – Ruth Berghaus‘ Elektra hatte ihre ursprüngliche Premiere 1986 in Dresden, fünf Jahre vor meinem allerersten Opernbesuch, und war auch als […]

Brittens "Death in Venice" an der Deutschen Oper Berlin

Tod eines Pädophilen?

  Aschenbach ist schon tot, bevor die Handlung überhaupt einsetzt. Vor einem Hintergrund, der die optischen Anleihen bei einer Trauerhalle nicht verleugnet, versammeln sich Teile des Personals. An einer Seite riesige violette Blumen, die fatal an Rotkohlköpfe erinnern, zu einem Berg getürmt, der später auch als Handlungsebene für die jugendlichen Akteure herangezogen wird. Aus dieser […]