Jacques Offenbach

„Dis-mois, Vénus…”

  Ums Image der Operettendiva steht‘s derzeit nicht gut. Abgesehen davon, dass es seit Margit Schramm wohl keine wirkliche hauptberufliche Operettendiva mehr gab, verwechseln die meisten Opernsängerinnen, die seither vorübergehend in den Rolle einer „OD“ geschlüpft sind, das Fach meist mit einer besonders dümmlichen Karnevalsveranstaltung. Egal ob Ingeborg Hallstein, Renée Fleming, Angela Denoke oder Anna […]

Ahoi Esther, Cora & Howard

  Eine neue cpo-Aufnahme bringt Freund Kevin Clarke so in Wallung, dass wir seinen hymnischen Artikel (und seine witzigen Assoziationen) zur neu- und wiederentdeckten Ballett-Musik in Offenbachs Orphée aux enfers auf seiner Website des ORCA (Operetta Research Center Amsterdam) für uns ausborgten und operalounge.de-Lesern nicht vorenthalten wollen. Unterwassermusik in der Operette (und in der Oper allemal) […]

Antike Mythen an der Salzach

  Ganz im Heute verortet Simon Stone Luigi Cherubinis Opéra  Médée im Großen Festspielhaus. Der Regisseur ist auch der Kameramann eines Schwarz/Weiß-Filmes, der das Geschehen durchgängig begleitet und schon zur Ouverture beginnt. Dieser führt das Stück in die Nähe eines TV-Psycho-Thrillers mit einem Beziehungsdrama, das tödlich ausgeht. Zunächst sieht man Médée und ihren Mann Jason […]

Müdes Peru

  Die Erwartungen waren groß und werden nicht erfüllt. Marc Minkowski hätte man eine rasante Périchole zugetraut, nach seinem Orphée und der Belle Hélène hätte man spritzige Parlandi und lustvolle Ensembles erwartet. Nichts wirklich davon hier. Unentschlossen im musikalischen Drive zieht sich die Geschichte bühnenrumpelnd um die moralischen Verwicklungen der  spanischen Straßensängerin dahin, nicht sonderlich […]

Staatsmacht in schwarzer Limolusine

  Die Opéra de Lyon beschloss ihre Saison mit Barbe-Bleue, einem ersten Beitrag zum Offenbachjahr (im Dezember folgt dann die Reprise des hochgelobten Roi Carotte), und vereinte dafür einen ausgewiesenen Spezialisten fürs komische Fach, eine offenbacherprobte Besetzung und einen jungen italienischen Dirigenten – und die Rechnung ging zweifellos auf. Laurent Pelly holte das Stück ins […]

Flotte Revue

  Die Prinzessin von Trapezunt“  von Jacques Offenbachs galt  zu seinen Lebzeiten  eines seiner populärsten Werke. Die Uraufführung fand im Sommer 1869 in Baden-Baden durch sein eigenes Pariser Ensemble des am Champs d’Élisée gelegenen Théatre des Bouffes-Parisiens statt. Nach Aufführungen einer überarbeiteten und auf drei Akte erweiterten Fassung an den Bouffes-Parisiens und  Wiederaufnahmen in den 1870er-Jahren […]

„Denn Offenbach macht glücklich.“

  Nein, man kann nicht wirklich behaupten, dass es keine Überfülle an spannender Offenbach-Literatur gäbe, die seit dem 150. Geburtstag des Komponisten 1969 herausgekommen wäre, angefangen mit P. Walter Jacobs rororo-Monographie Offenbach in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten.  Und deshalb gibt es in lockeren Abständen literarische und akustische updates zum Offenbach-Jahr 2019. Die finden sich weiter unten auf […]

Offenbachs Grand Opéra „Les Fées du Rhin“

  Lange hielt sich die Behauptung, Offenbach habe Zeit seine Lebens eine Grand Opéra schreiben wollen und nur mit  Les contes d´Hoffmann habe er dies erreicht, wobei er die Uraufführung nicht mehr erlebte. Spätestens seit 2002 war es mit dieser Legende vorbei, als erstmals (in Lubljana) die Rheinnixen erstaufgeführt wurden, eine für Wien komponierte veritable Grand Opéra […]

Im Wiegeschritt durchs Kaiserreich

  Zuerst also das Buch: Natürlich ist auch Barkouf enthalten. Jener titelgebende Hund von Jacques Offenbachs 1860 an der Opéra-Comique uraufgeführter Opéra-bouffe, der an der Opéra national du Rhin derzeit die Regierungsgeschäfte von Lahore übernimmt. Quasi als hors d’oeuvre zu den diversen Vorhaben, die Köln zum 200. Geburtstag Offenbachs im kommenden Jahr anrichtet. Dorthin wandert […]

Musikalisch zumindest mitreissend

  Offenbachs Grande-Duchesse de Gérolstein ist das Paradebeispiel der Offenbachiade. Im Jahr der Uraufführung, 1867, zumal bei der Pariser Weltausstellung, errang die dreiaktige Opéra-bouffe einen Triumph, der den Erfolg alle anderen Offenbach-Stücke übertraf.  Staatsmänner, Politiker und Granden, Fürsten, Könige und Kaiser ließen es sich nicht nehmen, eine der  200 Aufführungen, die schon innerhalb eines  halben […]

Grau in Grau

  Aus dem Jahr 2005 stammt Laurent Pellys Inszenierung von Offenbachs Opéra fantastique Les Contes d’Hoffmann in der Fasssung von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck. Nach der Premiere an der Opéra National de Lyon ging die Produktion an das Gran Teatre del Liceu in Barcelona und von dort an die San Francisco Opera. Nun ist […]

Offenbach-Hommage

  Da ist so allerhand los im Königreich Krokodyne, wo es einen korrupten Polizeichef, einen königlichen Schwarzmagier sowie speichelleckende Minister gibt. Regent ist der vergnügungssüchtige, laufend Schulden anhäufende Prinz Fridolin XXIV., der vom guten, zauberkräftigen Geist Robin zum Wohle des Landes mittels einer Reise in fantastische Welten auf den Pfad der Tugend gebracht werden soll. […]