Dire vergessene Oper (29)
Steffanis „Alarico il Batha“
Seit dem „Steffani-Projekt“ von Cecilia Bartoli und Diego Fasolis mit seinem Ensemble I Barocchisti bei der Decca, das mit Opernarien und geistlichen Werken von Agostino Steffani bekannt machte, ist der Komponist wieder im Gespräch. Kürzlich gab es aus dem Sendesaal Bremen eine Übertragung seiner Niobe, die sicher bald den Weg auf die CD finden […]
Die frühen Jahre des Dirigenten in einer umfangreichen Edition bei Documents
Ein halber Meter Karajan
Der junge Karajan! Kaum ist das geschrieben, will es schon wieder in Frage gestellt werden. Für mich ist er niemals jung im herkömmlichen Sinne gewesen, übrigens auch äußerlich nicht. Es gibt dieses so wunderbare wie problematische Foto, das ihn 1941 mit der Sopranistin Germaine Lubin vor dem Bühneneingang der Pariser Oper zeigt. Große Teile Frankreichs, […]
Neue Boxen mit Hans Hotter, George London, Lauritz Melchior und Léopold Simoneau
Darf es noch ein Monolog mehr sein?
Mit der Stimme von Hans Hotter habe ich nicht die geringsten Schwierigkeiten. Seine Defizite empfinde ich zugleich auch als Stärken. Ich kenne keinen anderen Sänger, bei dem ich dieses Phänomen auch so beobachten konnte. Als die Stimme noch ihren wuchtigen Kern besaß, also vor etwa 1950, ging das auch auf Kosten des Ausdrucksvermögens. Je mehr […]
Die vergessene Oper (02)
„Lurline“ von Vincent Wallace
. Bei Naxos ist die erste CD-Einspielung der Oper Lurline von Vincent Wallace unter der Leitung von Richard Bonynge erschienen. Der Metier-Kenner und Spezialist für Viktorianische Oper, Kurt Gänzl, hat für Operalounge die Aufnahme gehört. In den letzten Jahrzehnten haben Plattenproduzenten zwar mehrfach nach unbekannten Bühnenwerke der Vergangenheit gegriffen, um Aufnahmen auf den Markt zu […]
Donizettis "Belisario" bei Opera Rara
DAS MILITÄR UND DIE FRAUEN…
Donizettis Belisario von 1836 ist auf dem Musikmarkt nicht mit einer einzigen kommerziellen Einspielung vertreten, lediglich einige Live-Aufnahmen kursieren, von denen besonders die mit Leyla Gencer von 1969 aus dem La Fenice und 1970 aus Bergamo von Bedeutung sind. Die zentrale Sopranpartie der Antonina gehörte lange zu den cavalli di battaglia der türkischen Sängerin. […]
(Die vergessene Oper 17b)
Wagner: „Der fliegende Holländer“ 1841
Maue Wogen
. „Während Dietschs Oper (Le Vaisseau fantôme) ihre Karriere im Januar 1843 bereits beendete, startete jene von Wagner die ihrige just am 2. Januar 1843 im Königlichen Sächsischen Hoftheater in Dresden. Unter den Sängern der Premiere behält man bis heute den Namen Wilhelmine Schröder-Devrients in Erinnerung, die als Senta triumphierte. Scheinbar durch seinen Pariser Misserfolg […]
Documents gräbt eine amerikanische "Walküre" aus
Sieglinde nicht mehr taufrisch
Der NBC Broadcast vom 20. März 1940 aus dem Bostoner Opernhaus, welcher diese Aufführung der Walküre in Boston gastierenden New Yorker Met landesweit übertrug, ist zu unser aller Glück erhalten geblieben und längst Legende. Die Besetzung versammelt die internationale Elite des Wagnergesangs jener Zeit, der noch junge Dirigent Erich Leinsdorf hat ein Ensemble zur Verfügung, […]
Der zweite Fidelio-Akt mit Dorothy Dow und Peter Anders aus Neapel
Mal Deutsch, mal Italienisch
Die vorliegende CD, die den 2. Fidelio-Akt in einer wahrhaft historischen Version enthält, widersetzt sich anfangs dem CD-Player und ist nur auf dem PC abspielbar. So weit, so schlecht, aber auch mit der Aufnahme als solcher will man nicht recht froh werden. Über die Bedeutung von Peter Anders als Sänger muss hier nicht weiter referiert […]
Die vergessene Oper (22)
Massenets Oper „Le Mage“
Für Musikliebhaber mit Faible fürs französische Repertoire ist das Palazzetto Bru Zane eine Fundgrube sondergleichen. Seit 2009 belebt das in Venedig sitzende Musikzentrum, das Teil der gleichnamigen Stiftung ist, das kompositorische Erbe zwischen 1780 – 1920. Jüngster Streich ist die Ersteinspielung von Jules Massenets 1891 in Paris uraufgeführter achter Oper Le Mage (Der Zauberer). […]
Deutscher "Don Carlos" aus der Berliner Staatsoper bei Walhall
Kleines Duett entschädigt für Striche
Dieser Don Carlos führt an den Beginn der Karriere von Ludmila Dvorakova in der DDR zurück. Die Elisabeth war nach dem Octavian die zweite Premiere der aus der Gegend um Prag stammenden Sängerin an der Berliner Staatsoper im Jahr 1960. Die Stimme ließ aufhorchen, dunkel und üppig, noch ungelenk in der Aussprache. Isolde, Brünnhilde, Ortrud […]
Histoirische Highlights bei Magdalen/Metronom Recordings
Otello-Häppchen aus sechs Jahrzehnten
Auf den ersten Blick ist es ja keine schlechte Idee, einen großen Querschnitt des Otello von Giuseppe Verdi mit verschiedenen Interpreten aus sechs Jahrzehnten zusammenzustellen. Caruso und Zenatello bis Vickers, Martinelli bis Vinay und del Monaco. Ähnlich große Namen bei den Jagos, den Desdemonas und den Dirigenten. Schnell wird aber klar, dass der sich anbietende Vergleich […]
Historischer Strauss und Weill auf jeweils 10 CD bei intense media/Membran
Hier kommt alles zu allem
Es ist wie mit der BILD. Keiner kauft sie, doch jeder kennt sie. Man findet sie in den Schütten der Buchhandlungen, in Ramschecken und vor Kaufhäusern. Die billigen 10-CD-Boxen werden mit spitzen Fingern angefasst. Und doch gekauft. Der Preis macht’s. Die meisten Titel kennt der Sammler, aber es gibt immer eine CD oder ein Fundstück, […]
Die vergessene Oper (23)
Johann Christoph Vogels „Toison d’or“
Zwischen Gluck und Spontini - ein deutscher Komponist in Paris
. Johann Christoph Vogel wurde am 18. März 1756 in Nürnberg geboren und starb am 26. Juni 1788 in Paris. In seiner kurzen Laufbahn schrieb er zwei Opern, Sinfonien, Quartette, Konzerte und einige Kammermusikwerke. Im Jahr 1776 beschloss Vogel, sich in Paris niederzulassen, angezogen von der blühenden Kunstszene unter dem Einfluss von Königin Marie-Antoinette. Dort […]
Ignaz Paderewskis "Manru" bei Dux
Unter Zigeunern
. Eine Hand wäscht die andere. Ich führe deine Oper auf, und du spielst bei mir Klavier. So etwa könnte es gewesen sein, als Paderewskis Manru 1902 in New York aufgeführt wurde – und die bislang einzige an der Met aufgeführt polnische Oper geblieben ist (zugegeben – die Auswahl ist nicht riesig). Wie anders lässt […]
Anton Urspruchs heitere Oper bei Naxos
Nicht Unmöglich
Nie gehört. Anton Urspruch. Ich gestehe, eine Lücke, die Dank Naxos und Peter P. Pachl, dessen Siegfried-Wagner-Intitiative beim gleichen Label man kennt, geschlossen wird (und der das Projekt in aller Ausführlichkeit auf Operalounge vorstelltt). Urspruch, 1850 in Frankfurt geboren, wo er 1907 starb, bewegte sich in ähnlichen Kreise, wie der 19 Jahre jüngere Wagner-Sohn Siegfried. […]
