Hommage: Magda Olivero als Adriana Lecouvreur bei Testament
La voce del melodramma
Ebenso wie über die Callas, die Schwarzkopf oder die Gencer ist über die unvergleichliche und kürzlich (am 8. September 2014) verstorbene Magda Olivero absolut alles gesagt. Sie ist die letzte Zeugin einer langen und aufregenden Epoche, sie wurde vom Komponisten Cilea selbst (angeblich) aus ihrer Zurückgezogenheit wieder ins Bühnenleben zurückgeholt und premierte sein bedeutendstes Werk, […]
Ein neuer "Mitridate" bei Signum und ein historischer "Idomeneo" bei Brilliant Classics
Mozart neu und antik
Vergleicht man Mozart-Einspielungen unterschiedlicher Jahrzehnte, oder gar durch ein halbes Jahrhundert Abstand der Aufnahmedaten getrennte Interpretationen, so lassen sich gänzlich gegenläufige Entwicklungen beobachten. Kann man bei Werktreue und editorischer Sorgfalt deutliche Fortschritte beobachten, so ist andererseits die Qualität des Mozart-Gesanges auf ein erschütterndes Allzeit-Tief gesunken. Ersteres ist mit Sicherheit den Innovationen wie das Spiel auf […]
Francis Poulenc und Suzanne Danco bei INA
Französische Rundfunkarchiv-Funde
Da scheint das Institut national de l’audiovisuel, kurz INA, dieses Mal aber besonders tief in den Archiven gesucht zu haben. So tief, dass auf der Francis Poulenc gewidmeten Doppel-CD mit Rundfunkaufnahmen in einem Fall Interpreten und Aufnahmedaten nicht überliefert und auch nicht mehr rekonstruierbar sind. Vier Uraufführungen (Stabat Mater, Sonate pour flûte et piano, La […]
"Così fan tutte" unter Teodor Currentzis bei Musicaeterna
Ernstes Seelendrama
Der Dirigent Teodor Currentzis bringt es auf den Punkt: „Innerhalb eines einzigen Tages stolpern Leute, die für ihre Geliebten sterben würden, durch eine lächerliche Maskerade und heiraten am Ende ihnen sehr vertraute wildfremde Menschen.“ Keine schlechte Charakterisierung von Mozarts Oper Così fan tutte, vor allem genau das, was Teodor Currentzis in seiner nach dem Figaro […]
Die vergessene Oper (52)
„Les Barbares“ von Saint-Saens
Behaarte Männer im Vesta-Tempel
. Die Oper Les Barbares von Saint-Saens nach Sardou hatte 1901 im Pariser Palais Garnier ihre Premiere, nachdem sie eigentlich für das Riesenrund der Chorégie in Orange vorgesehen war, was sich auch in ihrem dramaturgischen Konzept widerspiegelt. Der Plot fokussiert sich weniger auf das zu erwartende Blutvergießen und Abschlachten, das assoziativ mit dem Wort „Barbaren“ […]
Die ZEIT-Edition: Große Oper für kleine Hörer
Dingsbums-Prinzessinnen
„Ich weiß, überhaupt nicht, was ich machen soll“, klagt das Mädchen. Es ist bei seiner Cousine „in Kairo mit den großen Pyramiden“ zu Besuch. Gestern verkleideten sie sich als Prinzessinnen, Cousine Amneris als ägyptische Prinzessin, sie selbst als Prinzessin, kaum kann sie das Wort aussprechen, aus Äthiopien, legten dann Ketten um die Haare, so wie, […]
CD-Premiere von „Fantasio“ bei Opera Rara
Offenbach historisch-kritisch
Das ist wirklich eine „fantasioistische“ Geschichte: rund 140 Jahre nach ihrer Uraufführung wurde im Dezember 2013 Jacques Offenbachs opéra-comique Fantasio in der Londoner Henry-Wood-Hall erstmals wieder in authentischer Form geboten (konzertant), nachdem in den Jahren zuvor verlässliches Notenmaterial aus teilweise obskuren Quellen und Adressen zusammengetragen werden konnte. Spiritus Rector bei diesem Unternehmen ist der Offenbach-Forscher […]
Opern von Milhaud und Braunfels bei Naxos und BR-Klassik
Opern nach Claudel
Zwei Opern nach Texten von Paul Claudel. Bemerkenswerter Zufall. Claudel hat neben einigen christlich fundierten und symbolistischen Bühnenwerken, darunter das unbegreifbar umfangreiche, fast nur von Festspielen zu bewältigende Stück Der seidene Schuh, auch die Basis zu einigen Opern geliefert. Am bekanntesten ist wahrscheinlich sein Text zu Honeggers dramatischem Oratorium Jeanne d‘ Arc au bûcher; daneben […]
Cavallis "Elena" bei Ricercar
Erotische Verwirrungen
Im Gegensatz zu seiner Calisto ist Francesco Cavallis 1659 in Venedig uraufgeführte Elena eine Rarität auf unseren Bühnen – umso verdienstvoller die Initiative des Festivals von Aix-en-Provence, 2013 das Dramma per musica in einer Inszenierung von Jean-Yves Ruf und der Ausstattung von Laure Pichat/Bühne sowie Claudia Jenatsch/Kostüme gezeigt zu haben. Ricercar hat die Produktion nun […]
Die Londoner "Walküre" unter Georg Solti bei Testament
Eine Offenbarung in Stereo
Es rast im Orchester. Zu wilder Hatz werden die Streicher angefacht. Ich kenne keine andere Musik, die die Flucht eines Menschen vor seinen Häschern so glaubhaft ausdrückt wie das Vorspiel zu Richard Wagners Walküre. Natürlich stellt sich diese Wirkung nicht von selbst ein. Es braucht den richtigen Dirigenten. Einen vom Schlage Georg Soltis. Der hat das […]
"L´Arlesiana" aus Freiburg mit restaurierter Arie bei cpo
Werbewirksam
„E la solita storia del pastore“: Jeder Opernfreund kennt das Lamento des Federico aus dem Opern-Drama L’Arlesiana von Francesco Cilea, das bei der Uraufführung 1897 von Enrico Caruso gesungen wurde. Aber es gibt noch eine weitere Tenorarie, die bei der Premiere erklang, die Romanze „Una mattina“. Sie fiel den zahlreichen Umarbeitungen, die Cilea vornehmen musste, […]
(Die vergessene Oper 199)
Victor Herberts „Eileen“
Irischer Freiheitskampf am Broadway
. Ostersonntag, der 24. April, 1916, markiert in der irischen Geschichte einen der blutigsten Tage, denn der Aufstand gegen die britischen Dauer-Besatzer wurde nach kurzem Sieg von der englischen Staatsmacht brutal und mit enormen Todesopfern niedergeschlagen, und es dauerte bis in die Neuzeit, bis es nach einem kurzen Intermezzo 1919 bis 1922 (Irische Republik/IRA etc.) […]
Der Operndirigent Wilhelm Furtwängler live bei Intense Media
Aus dem Vollen geschöpft
Wer, bitte, ist Tannenhäuser? Der Grafiker, der die Box mit den Opernmitschnitten unter Wilhelm Furtwängler gestaltete, muss ein Verehrer von Ludwig Tieck sein. In dessen Geschichte vom „Getreuen Eckhard“ kommt ursprünglich jemand dieses Namens vor – inzwischen aber längst der Schreibweise angepasst, wie sie auch Richard Wagner für seinen aufmüpfigen Minnesänger wählte – Tannhäuser. Dieser […]
"L’Italiana in Algeri" und "Francesca da Rimini" bei Urania neu aufgelegt
Tiefer Griff in die Archive
Früher war alles besser! Wirklich? Drei Wiederveröffentlichungen aus dem historischen Bereich geben Anlass, sich auch einmal kritisch mit der guten (noch gar nicht so) alten Zeit auseinanderzusetzen. Da ist zum einen Rossinis L’Italiana in Algeri (Urania Records WS 121.235) aus dem Jahr 1963, ursprünglich bei der Decca erschienen. Auf den ersten Blick ist hier geradezu […]
Auf 41 CDs eine Live-Opernbox von Furtwängler bei Intense Media
Titanen-Ausgabe
Wilhelm Furtwängler (1886 – 1954) gilt als der bedeutendste deutsche Dirigent des 20. Jahrhunderts. Seine Aufnahmen haben Maßstäbe gesetzt. Doch die Arbeit in den Studios hat ihm vor allem wegen der Unterbrechungen für Korrekturen nie behagt. Umso wertvoller sind deshalb die Live-Mitschnitte von Konzerten und insbesondere von Opern. Die hier vorgelegte Kollektion unternimmt erstmals den Versuch, […]
