Vincenzo Bellini

Bellinis Opernerstling

  Bei Naxos erschien der SWR-Mitschnitt der Bellini-Oper Bianca e Gernando (das G- in Gernando ist wichtig in der Unterscheidung zur Zweitfassung der Oper als Bianca e Fernando) von 2016 – wieder eine der wirklichen Überraschungen von „Rossini in Wildbad“, dem deutschen Festival, das seit Jahren mit hoher Qualität nicht nur bei Rossini-Aufführungen (und Mitschnitten) […]

Frühes im Studio

  Wer Bellinis Erstling Adelson e Salvini von 1825 hören will, musste bislang auf die zweiaktige Fassung einer Live-Aufnahme von 1992 aus dem Teatro Bellini Catania zurückgreifen (oder auf die noch ältere von 1985 mit dem Drottningholms Barockensemble). Nun legt Opera Rara eine Neueinspielung vor, die in den Londoner  BBC Maida Vale Studios im Mai […]

Mal wieder Mafiöses

  Hat man sich damit abgefunden, dass heutige Regisseure das geistige Vermögen des Publikums als so geringfügig einschätzen, dass es nicht in der Lage ist zu erkennen, was sich aus den Geschehnissen der Vergangenheit mit welchem Profit für das eigene Leben herausfiltern lässt, dann kann man sich mit Christof Loys Lesart von Bellinis I Capuleti […]

Ein akustisches Fest für Vincenzo

  Klingt zwar seltsam, aber irgendeine geheimnisvolle Verbindung scheint es doch zu geben zwischen den druidischen Wäldern der Norma und den Hochöfen und Fördertürmen des Ruhrgebietes… Jedenfalls hat das gallische Superweib offenbar Konjunktur im Revier; nach der Wiederaufnahme in Duisburg letztes Jahr und der Neuinszenierung in Gelsenkirchen dieses Frühjahr wurden nun auch in Essen die […]

Solides aus Barcelona

  Eine ansehnliche Norma gibt es auf Blu-ray aus dem Liceu aus Barcelona, die Regisseur Kevin Newbury traditionell, unaufgeregt und sängerdienlich inszeniert und R.B. Schlather aufgefrischt hat im Einheitsbühnenbild von David Korins, das sich nur durch das Öffnen und Schließen des riesigen, klobigen Scheunentors verändern lässt, Stierköpfe und ein Pferdegerüst außer Steinquadern und viel Holz, […]

Was hat sie sich nur gedacht…

  Die Gelsenkirchener Oper heißt eben nicht „Opernhaus“ oder „Städtische Bühnen“ oder etwas in der Richtung, sie heißt Musiktheater im Revier. Ein Name, der kein Zufall ist, sondern Programm, ein künstlerisches Statement und zugleich eine Versprechung. In der Tat nimmt der Intendant Michael Schulz, ebenso wie seine Vorgänger, den Begriff sehr ernst und läßt risikolos-langweilige […]

Neue Transparenz

  Im so umfangreichen wie informativen Booklet zur Doppel-CD zu Bellinis Oper I Capuleti e i Montecchi bei Glossa, live aufgenommen 2014 in Rieti,  beklagt Dirigent Fabio Biondi, dass nicht auch für den romantischen Belcanto wie für das barocke und klassische (womit hier Verdi gemeint ist) Repertoire nach dem authentischen Klang, wie er zu den Ohren […]

Drei Nummern zu gross

  Mit Spannung erwartet geriet Norma mit Maria Agresta und Marco Berti am Théâtre des Champs-Elysées zu einem enttäuschenden Erlebnis. Wie André Tubeuf im Folgenden (in Französisch, pardon!) ausführt, ist Maria Agresta trotz des kleinen Saales nicht im Besitz der gestalterischen und vor allem vokalen Mittel für diese fast unmenschliche Partie. Sie ist – wie Tubeuf sagt – […]

Konzentration und Legato

  Mit Interesse liest man im Programmheft, was das Produktionsteam nach einem Gang zu den Quellen – Handschriften, frühe Klavierauszüge, aber auch Dokumente zu den ersten Interpret/-innen – bei dieser Norma anders als in der Aufführungstradition der letzten Jahrzehnte zu machen beschlossen hat. Originaler. Und wie klingt das nun? Meinem Erlebnis nach – großartig! Einiges […]

Betörend

Neben der Adalgisa hat Joyce DiDonato noch eine weitere Bellini-Rolle in ihrem Belcanto-Repertoire, das mit Rossinis Angelina, Elena, Rosina und Isolier sowie Donizettis Maria Stuarda inzwischen eine stattliche Anzahl von Partien aufweist. Es ist der Romeo in I Capuleti e i Montecchi, der nun in einer DVD-Aufzeichnung aus dem War Memorial House in San Francisco […]

Visuell duchgehend scheusslich

Grübelnd mag manch Besucher die Aufführung von Bellinis Sonnambula in der Stuttgarter Staatsoper verlassen haben, und ebenso wird es manchem Betrachter der entsprechenden DVD ergehen. Bedeuten Blut auf dem Nachthemd und an den Beinen der Amina und ein rotfarbenes Etwas, das Teresa verstohlen davon trägt, abnorm starke Menstruation, Fehlgeburt oder gar noch Schlimmeres? Unappetitlich, neurotisch, […]