Oehms Classics

Abseits der Hauptpfade

  Eine veritable Entdeckung ist Fernand de La Tombelle. Es entspricht dem Selbstverständnis von Palazzetto Bru Zane, dass bei der ehrenwerten Erforschung der französischen Musik auch die Pflänzchen abseits der Hauptwege gepflückt werden, sprich erstmals 23 unbekannte Mélodies Antoine Louis Joseph Gueyrand Fernand Fouant de La Tombelle veröffentlicht werden. Die Lieder korrigieren oder bereichern die Epoche […]

Frühes Barock aus Frankfurt

  Schon eine Tradition ist die Zusammenarbeit der Oper Frankfurt mit OEHMS CLASSICS, verschiedene Produktionen des Hauses als Live-Mitschnitte auf CD zu veröffentlichen. Oft  handelt es sich dabei um Neuschöpfungen, Ausgrabungen oder Raritäten. Aktuelles Beispiel ist die Oper L’Orontea des 1623 in Arezzo geborenen Komponisten Antonio Cesti, die 1656 in Innsbruck am Hof des Erzherzogs […]

Mähren lag um die Ecke

  Kann man die Fotos im reichhaltigen Booklet zur CD Jenufa als stellvertretend für die gesamte Inszenierung von Peter Konwitschny von 2014 in Graz ansehen, dann muss es die Regie, was die ansonsten verfemte Werktreue an geht, außergewöhnlich gut mit Janảčeks Oper gemeint haben. Das mag es auch den Sängern erleichtert haben, fast durchweg beachtliche […]

Weltflucht

  Die Firma Oehms arbeitet sich an Walter Braunfels heran. Nach der weltweit ersten Einspielung des Konzertes für Orgel, Knabenchor und Orchester nun Orchestral Songs – und zwar mit Volume 1 (OC 1846) und Volume 2 (OC 1847) gleich zweifach. Dirigent ist wiederum Hansjörg Albrecht, der Künstlerische Leiter des Münchener Bach-Chores und Bach-Orchesters. Er gilt, um […]

Ullmann, Schumann und Rachmaninoff

  Zwei bemerkenswerte Frauen und große Dichterinnen stehen im Mittelpunkt der Lieder-Zyklen von Viktor Ullmann, welche die an der Musikhochschule ihrer Geburtsstadt München ausgebildete Christina Landshamer für ihre, wenn ich es richtig sehe, erste Soloaufnahme mit Liedern von cheap pharmacy Robert Schumann kombinierte (Oehms Classics OC 1848): Elizabeth Barrett-Browning, die obwohl kränkelnd seit Jugendzeit und […]

Gelsen in der Lagune

  Der italienische Adel ist auch nicht mehr das, was er war: Der Herzog von Urbino paradiert mit seiner schmucken Ausgehuniform längst nicht mehr in den Gassen des kleinen Weltkulturerbe-Städtchens, sondern musste sich als Kapitän auf dem gleichnamigen Kreuzfahrschiff verdingen. Immerhin gelangt er auch auf diese Weise regelmäßig nach Venedig, wo die unguten Auswirkungen der […]

Lieder-Schwemme

  Die Konkurrenz schläft nicht. Der Lied-Sektor ist umkämpft. Christian Immler singt Schumanns neunteiligen Liederkreis op. 24, James Gilchrist neben op. 24 auch den Liederkreis op. 39 und Dichterliebe op. 48, Sebastian Noack ebenfalls den Liederkreis op. 24 und die Dichterliebe op. 48 nach Abschnitten aus Heines Buch der Lieder, dazu Belsazar op. 57 und […]

Von allerletzten Dingen

    Mit einem Riesenbrocken, Olivier Messiaens Turangalila-Symphonie, hatte Simone Young 2005 ihr erstes Konzert in Hamburg bestritten, mit einem von Thema und Bedeutsamkeit her ähnlich anspruchsvollen Werk, Franz Schmidts Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln, beschloss sie den Hamburger Teil ihrer Dirigentenkarriere. Der Komponist ist berühmt-berüchtigt für ein einst überaus beliebtes Wunschkonzert-Stück, das Zwischenspiel […]

Blinde Liebe

  „Liebe macht blind“. „Sagt man. In Tschaikowskys letzter Oper allerdings passiert das Gegenteil“, schreibt Klaus Stübler im Beiheft (deutsch, englisch) der Oehms Classics-Aufnahme (OC 963 2 CDs), die zwei Konzertaufführungen des Gürzenich-Orchesters Köln aus dem Oktober 2014 einfängt, indem Dmitrij Kitajenko, Ehrendirigent des Orchesters, seinem dortigen Tschaikowsky-Zyklus noch den Einakter Jolanthe anfügte. Nach der […]

Diebisches Paar

  Nicht die elektronische Steuererklärung verursacht im Melodramma La gazza ladra die Turbulenzen, welche die arme Ninetta an den Rand des Schafotts führen, sondern der Vogel, der sich besonders von glänzenden Gegenständen angezogen zeigt, eine Eigenschaft, die Rossini in eben jener „Diebischen Elster“ sozusagen als Hobby-Ornithologe auf die Bühnenbühne brachte. Die Elster musste Federn lassen, […]

Die „Müllerin“ aus der Wigmore Hall

Wolfgang Holzmair ist ein gern gesehener Gast in der Londoner Wigmore Hall. Der Saal hat einen ausgezeichneten Ruf. Der österreichische Bariton auch. Viele Musiker schwören darauf, dass Kammermusik und Lieder nirgendwo auf der Welt besser klingen als in dieser Halle, die 1901 von der Berliner Pianoforte-Fabrik Bechstein errichtet wurde. Eine eigene CD-Reihe mit Aufnahmen aus […]