Jonas Kaufmann

Mehr oder weniger Gelungenes

  Vielleicht ist Jonas Kaufmann noch kein Otello, aber ganz sicherlich ist er kein Nadir oder Roméo mehr, und ausgerechnet mit des Letzteren „L’amour“ beginnt er seine neueste CD unter dem Titel „L’Opéra“, die ganz dem französischen Fach gewidmet ist. Die Aufnahme entstand im Frühjahr 2017, also ungefähr zur gleichen Zeit, in der der Tenor […]

One more day to Revolution?

  Wohl selten in der Geschichte der Kunstform Oper dürften soviele Menschen in einem Raum – noch dazu einem so großen wie dem Münchner Nationaltheater – in einem Moment exakt dasselbe gedacht haben; „Auf geht’s beim Schichtl“ nämlich. Nicht-Einwohnern der Landeshauptstadt muss man das vielleicht erklären: der Schichtl ist eine traditionelle Attraktion auf dem Oktoberfest, […]

Mit beiden Füßen im Wasser

  Wer für „Jonas Kaufmann’s Make-up“ zuständig war erfahren wir ebenso wie den Namen des „Hairdresser“, der ihm die Locken gelegt hat. Eine Seite widmet das Beiheft zur aktuellen DVD den Mitwirkenden der Dokumentation „My Italy“, eine zweite den Zuständigen für das Konzert „Dolce Vita“, dies wiederum im historischen Teatro Carignano in Turin im Juli […]

Interpretation und Emotion

  Schier aus dem Häuschen geriet das Publikum des Teatro San Carlo di Napoli, eingeschlossen Ministerpräsident Matteo Renzo und die Minister für Kultur und Erziehung, als Jonas Kaufmann mit seinem italienischen Programm „Dolce Vita“ den Saal zum Kochen brachte. Wobei die nun vorliegende CD doch einige Verwirrung schafft. Eigenartig dass gerade das Stück, nämlich Lucio Dallas Caruso, dessen Interpretation […]

Mitreissend

  Unsterblich weniger durch seine Dichtkunst als durch die gleichnamige Oper von Umberto Giordano wurde Andrea (André) Chénier, eines der letzten Opfer des Terrors Robespierres, ehe dieser selbst die Guillotine besteigen musste. Aus Covent Garden gibt es jetzt eine DVD/Blu-ray, die dem geplagten Opernfreund die seltene Möglichkeit gibt, mit den Personen des Stücks zu fühlen, […]

Und wieder mal Jonas Kaufmann als…

  Joans Kaufmann ist als Florestan/ Fidelio visuell mehr als gut dokumentiert, nun also aus Salzburg. Wenn es wie ein Aufschrei freudiger Befreiung durch das Publikum nach der Leonore Nr.3 unmittelbar vor dem unsichtbar bleibenden Schlusschor geht, wenn Orchester und Dirigent wie die Teufel gespielt haben, als wollten sie die trübsinnige Bühne mit einem beinahe […]

Das falsche Objekt

  Jeder weiß, dass Mahler sein Lied von der Erde für zwei verschiedene Stimmen (und Stimmlagen!) geschrieben hat. Die eine ist natürlich ein Tenor. Der Gehalt (die Stimmung), das in den ungeraden Nummer gesungen wird, das enthusiastisch fast bis zum Wahnsinn, visionär ist, verlangt eine extreme Stimme, die keine Angst hat, das A lang zu […]

Staatsopern-Festtage 2016

  Überraschend fiel die Wahl der diesjährigen Festtagsproduktion an der Berliner Staatsoper (zum 20. Jubiläum der Festtage) auf Glucks Azione teatrale per musica Orfeo ed Euridice – ähnlich Alte Musik hat Daniel Barenboim mit der Staatskapelle Berlin bisher noch nicht dirigiert. Man hört, dass dieser klassizistische Stil für ihn neues und ungewohntes Terrain darstellt – […]

Trübes Ambiente mit gutem Gesang

  Hätte Leonora das recht unsympathisch triumphierende Lächeln von Alvaro bei der Zustimmung zur gemeinsamen Flucht gesehen, hätte sie sich vielleicht noch eines Besseren besonnen, so aber nimmt die Geschichte von La Forza del Destino ihren vorbestimmten Lauf, beginnend in einem hässlichen Fünfziger-Jahre-Esszimmer und endend zwischen einem Haufen weißer Kreuze, die den Sterbenden noch einige […]

Doppeltes Rollendebüt

  Eine kuriose Vorgeschichte hat das doppelte Rollendebüt von Jonas Kaufmann als Turiddu und Canio bei den Salzburger Osterfestspielen im vergangenen Jahr. Zunächst war er lediglich als Canio vorgesehen, hatte sich gewünscht, anstelle des Baritons den Prolog singen zu dürfen, und ergriff, als die Suche nach einem Turiddu sich als schwierig erwies, auf Bitte der […]

Sans nerf ni tension

  Dem Vernehmen nach waren die Buh-Orkane an der der Opéra Bastille anlässlich der Premiere von La Damnation de Faust kürzlich (am 9. Dezember 2015) so enorm und anhaltend, dass selbst die versierte Sophie Koch Probleme mit ihrem Einsatz für „D´amour l´ardente flamme“ hatte. Das Spektakel entzündete die lautstarke Reaktion des nicht wirklich für seine lautstarke Kritik bekannten Pariser […]

I tedeschi in Egitto

  Eine ungewöhnliche Aida-Aufnahme gibt es aus Rom, wo eine der ganz, ganz wenigen Studio-Produktionen unserer Zeit entstand und ihre Geburt wohl nur dem Umstand einer ungewöhnlichen Besetzung verdankt. Anja Harteros und Jonas Kaufmann, als bewährtes Traumpaar der Operngegenwart gehandelt, sangen ihre erste Aida und seinen ersten Radamès. Womit deutlich wird, dass nicht nur die […]