Decca

Keine Scheu vor Pathos

  Genau im Jahre 1900 wurde Sir Edward Elgars berühmtestes Oratorium The Dream of Gerontius uraufgeführt. Seither zählt es nicht nur zu den wichtigsten Werken dieses Komponisten, sondern auch zu den populärsten englischen Oratorien überhaupt. Die Erstaufführung war indes alles andere als ein Erfolg, doch setzte der Siegeszug des über 90-minütigen Vokalwerkes bereits bald danach ein. […]

Streng

  Noch gar nicht so lange ist es her, da ist der Decca mit Händels unbekannter Oper Arminio einen Überraschungserfolg gelungen. Jetzt, ein Jahr später, legt sie nach mit einer weiteren Händel-Entdeckung, Ottone. Wieder mit dabei: Countertenor Max Emanuel Cencic und Dirigent George Petrou. Die Decca setzt auf den Fortsetzungsgedanken, nicht nur die Titelhelden sind gleich besetzt, auch thematisch knüpft man an den […]

Aida als Juliette

  Nicht immer ist Aida drin, wo „Aida“ drauf steht, zumindest nicht die Verdische Prinzessin aus Äthiopien begegnet dem Hörer der CD mit dem Titel Aida – ganz groß – und Garifullina – ganz klein -, dabei muss sich zumindest nach ihrem Sieg im Operalia-Wettbewerb in Verona und speziellem Domingo-Lob die junge tatarische Sopranistin auch mit ihrem […]

Im Gesangsolymp

  Erscheint am 14. April: In einer konzertanten Aufführung von Porporas Germanico Re di Germania im Januar dieses Jahres in Krakau sorgte Julia Lezhneva mit ans Unwirkliche grenzender Virtuosität für einen sensationellen Auftritt. Nun legt die Sopranistin bei DECCA ihr drittes Soloalbum vor, welches die Eindrücke vom Konzert in Polen bestätigt (483 1518). Das Programm […]

Vermächtnis

  Hoffen wir, dass der liebestrunkene Calaf nicht ebenso enttäuscht und erstaunt war wie der Zuschauer, als Turandot (bei der Mailänder Expo 2015) ihres raffinerten Kopfschmucks beraubt wurde, denn die kurzen, verständlicherweise nach zwei anstrengenden Akten verschwitzt am Kopf klebenden Haare verwundern doch sehr bei den sonst so und das meistens mit Erfolg auf Attraktivität bedachten Italienern. […]

Mostly modern

  Samuel Barbers Knoxville: Summer of 1915 liegt in Aufnahmen mit prominenten amerikanischen Diven vor – so Elenor Steber, die die Komposition 1948 unter Serge Koussevitzky aus der Taufe hob, Eileen Farrell und Leontyne Price. Zu ihnen gesellt sich nun Renée Fleming, die sie an den Anfang ihrer neuen CD mit dem Titel „Distant Light“ […]

Warum?

  Oft kommt es vor, dass der Opernbesucher sich fragt, warum ein Dirigent eine Szene zulässt, die die Musik Lügen straft, sie nicht mehr zu der vom Komponisten beabsichtigten Wirkung bringen kann, sondern sogar verhindert, dass man überhaupt noch auf sie hört. Weit seltener geschieht es, dass ein Dirigent für eine Aufnahme Sänger auswählt, die […]

Rohdiamant

  Der Vorname von Pumeza Matshikiza bedeutet in ihrer Muttersprache Xhosa „erfüllen“, was die DECCA im Booklet zu ihrer zweiten CD zum Anlass nimmt, nach dem CD-Debüt mit „Voice of Hope“ nun von einer CD der Erfüllung zu schreiben, obwohl diese neben dem Namen der südafrikanischen Sängerin nur den schlichten Namen ARIAS trägt. „Erfüllung“ spricht […]

Beeindruckende Revitalisierung

Max E. Cencic ist nicht nur Sänger und künstlerischer Leiter des Labels Parnassus, inzwischen ist er auch zum Unternehmer geworden: Seine Wanderoper tritt mit barocken Projekten europaweit auf und besorgt sowohl die Inszenierung als auch die CD-Einspielung. Cencic führte sogar selber Regie bei der von der Presse hochgelobten szenischen Aufführung des Arminio im Rahmen der […]

Vierblättriges Kleeblatt

  Baroque Divas heißt ein neues Album bei Decca, das vier Sängerinnen mit Arien vorwiegend aus Werken der opera seria vereint (478 8099). Solche Zusammenstellungen sind seit einiger Zeit beliebt – man denke nur an die Veröffentlichungen mit mehreren Tenören oder Countern. Oft sind diese CDs Zusammenschnitte mit Ausschnitten aus vorhandenen Recitals oder Gesamtaufnahmen, was […]

Killing with kindness…

  Eigentlich sind alle Ingredienzien für einen faszinierenden Operettenabend auf der DVD mit Lehárs Dauerbrenner Die lustige Witwe (hier The Merry Widow) vom Januar 2015 aus der MET vorhanden: eine aufwändige, abwechslungsreiche Bühne, kostbare Kostüme, die sogar innerhalb eines Akts gewechselt werden, ein großartiges Orchester, dazu eine mit der leichten Muse vertraute Regisseurin und ebensolche Sänger, als […]

Vokalisen der Wiener Sezession

  Renée Flemings Affinität zur Musik der Neuen Wiener Schule ist bekannt. Bereits 1996 spielte sie (damals noch für Sony) unter James Levine drei Ausschnitte aus Bergs Wozzeck und dessen Drei Stücke op. 6 sowie die Lulu-Suite ein. 2005 folgten für die DG des Komponisten Sieben frühe Lieder und das Sopransolo von Mahlers Vierter unter […]