Die vergessene Oper (57)
Gustaaf Francies de Pauw: „Bellida“
. Kennt irgendjemand den Namen Gustaaf Francies de Pauw? Ich nicht, muss ich gestehen, und dennoch ist er der Komponist einer faszinierenden Spät-Belcanto-Oper namens Bellida, die gerade bei der Firma 401DutchOperas.com zum Downloaden herausgekommen ist. Der Musik-Journalist und dto. Kultur-Macher René Seghers hat nach einer Serie von Live-Aufführung in Belgien die Oper 2004 mitgeschnitten und […]
Wer war doch noch ...
Heinz Wagner
Am 1. September 2014 starb Heinz Wagner, der Autor des unsersetzlichen Großen Handbuches der Oper (im Florian Noetzel Verlag) infolge eines unglücklichen Sturzes. Opernliebhaber sind ihm zu großem Dank verpflichtet, denn sein inzwischen in die 5. Auflage gegangenes Kompendium ist zu einem Haushaltswort geworden und steht in den Regalen der meisten Melomanen. Es kann ohne […]
Zum Tode von ...
Irene Dalis
Am 14. Dezember (2014; am selben Tag wie ihre Kollegin Janis Martin) starb die bedeutende amerikanische Mezzosopranistin Irene Dalis im Alter von 89 Jahren – Opernfreunden ist sie als Kundry und Ortrud in Bayreuth bekannt, woher es doch einige Mitschnitte gibt. Auch an der Deutschen Oper Berlin sang sie und an den großen Häusern […]
Zum Tode von ...
Janis Martin
Mit 76 Jahren starb im Dezember 2014 die amerikanische Sängerin Janis Martin, die für mich lange Jahre das „schwere Fach“ an meiner musikalischen Heimstatt, der Deutschen Oper Berlin, prägte. Erst als Gutrune und dann als Brünnhilde war sie nach Kuchta und Ligendza eine Offenbarung an kraftvollem Wagnergesang, an engagiertem Spiel und leidenschaftlich-entschlossenem Feuer. Ihr robuster, […]
(Die vergessene Oper 04)
Gossecs „Thésée“
. Der Komponist Francois-Joseph Gossec: Der in Vergnies im Hennegau geborene Francois-Joseph Gossec (1734-1829) erlebte drei wesentliche Epochen der Musikgeschichte, in denen jeweils Rameau, Mozart und Berlioz wirkten. Er kam zur Zeit der großen Tragédies lyriques Rameaus zur Welt, arbeitete beim Ballett der Petits Riens von Mozart mit und starb, als Berlioz seine berühmte Symphonie […]
Ein Werbefilm über Glyndebourne 1955
Es bleibt einem das Herz stehen!
Unvergessene Künstler wie Sena Jurinac auf DVD
Mit freudiger Überraschung entdeckte ich im Archiv des englischen Glyndebourne Festival einen Film, und nun in erster Farbqualität, der lange und nur in Teilen unter Sammlern kursierende: „On such a night“, ein faszinierender Einblick in Glyndebournes Nozze di Figaro mit so mythischen Sängern wie Sena Jurinac, Sesto Bruscantini, Franco Calabrese, Monica Sinclair oder Elena […]
Die vergessene Oper (53)
Catalanis „Loreley“
Leidenschaften am Rhein
. Im November 2014 gab es – wohlverdient, wenngleich vielleicht als Werk etwas wenig schwungvoll und zudem natürlich nicht erstmals in der Moderne vorgeführt, sondern bereits 1984 in Oberhausen gehört/gesehen – im Münchner Prinzregententheater Die Loreley von Max Bruch, Mendelssohn-verhaftet und spätromantisch-deutsch, inzwischen gibt es davon auch eine Cd-Einspielung.. Das brachte uns auf die Idee […]
„Interrupted Melody“: Eileen Farrell singt Marjorie Lawrence bei MGM
Glorioser Gesang und ein bewegender Film
Drei große Frauen in einem Hollywood-Spektakel bei MGM
Der legendäre Spielfilm Interrupted Melody über das Leben und Leiden der großen Wagner- und Opernsängerin Marjorie Lawrence, die an Polio erkrankte und die im letzten Teil ihrer glanzvollen Karriere sich nur sitzend auf der Bühne zeigte, war Fans natürlich immer ein Begriff, weil nicht nur die betörende Hollywood-Actrice Eleanor Parker und der smarte Glenn Ford […]
Die vergessene Oper (157)
Moniuszkos „Paria“
Eine Indienoper aus Polen
. Da saß ich nun vor der Aufnahme des Moniuszkoschen Paria und wusste nicht recht, wo anfangen, denn nach einer abenteuerlichen Detektivgeschichte hörte ich noch einmal die Musik und fragte mich, war es das alles wert? Unsere Reihe Vergessener Opern ist ja in operalounge.de eine Erfolgsserie von inzwischen einigen Folgen. Und natürlich hat das Aufspüren […]
Die vergessene Oper (52)
„Les Barbares“ von Saint-Saens
Behaarte Männer im Vesta-Tempel
. Die Oper Les Barbares von Saint-Saens nach Sardou hatte 1901 im Pariser Palais Garnier ihre Premiere, nachdem sie eigentlich für das Riesenrund der Chorégie in Orange vorgesehen war, was sich auch in ihrem dramaturgischen Konzept widerspiegelt. Der Plot fokussiert sich weniger auf das zu erwartende Blutvergießen und Abschlachten, das assoziativ mit dem Wort „Barbaren“ […]
Die vergessene Oper (49)
Karel Mirys „Bouchard d´Avesnes“
Intrigen in Flandern
. Die gegenwärtige Beschäftigung mit französischsprachiger romantischer Oper, vom Palazetto Bru Zane so überwältigend angestoßen und an vielen Zentren namentlich Frankreichs realisiert, hat einen erstaunlichen Nebenschauplatz im belgischen Gent gefunden, wo bereits vor einiger Zeit Charles V des flämischen Komponisten Karel Miry aufgeführt und als CD zugänglich gemacht wurde – operalounge.de hat darüber berichtet. Nun […]
Die vergessene Oper (50)
Goldmarks „Merlin“
Zauberoper
. Nach seinem Welterfolg Die Königin von Saba (1875) wartete Carl Goldmark (1830-1915) über zehn Jahre, bis er seine Oper Merlin 1886 herausbrachte. Dies zeigt seine Akribie bei Komposition und Instrumentation; außerdem verzichtete er bei der neuen Oper auf jede Orientalistik, die ihm in der Königin von Saba auch Kritik eingebracht hatte. Wie damals bei […]
Ungemein vielseitig
Auf weiten Pfaden
Auf eine nahezu sechs Jahrzehnte währende Karriere, die extrem frühzeitig begann und extrem spät zu Ende ging, kann die Sängerin Anny Schlemm verweisen, die am 22.Februar dieses Jahres (2014) ihren 85. Geburtstag in Granz beging Und sie passt in kaum ein Schema. Mit 17 Jahren betrat Anny Schlemm in Halle erstmals die Bretter einer Bühne, […]
Maria Callas remastered bei Warner
“Qui la voce sua suave…”
Klang: Eine Frage der Ästhetik und der Erwartung
. Eigentlich bricht es mir das Herz, die Ikone des Opern-Gesangs, Maria Callas, nicht mehr bei ihrer alten Stammfirma EMI zu sehen. Die Unbill der globalen Wirtschaft hatte vor rund 4 Jahren auch die Ehrwürdige erreicht. Die EMI war in den letzten 20 Jahren vielfach in Bedrängnis, wurde immer wieder verkauft. Aber sie behielt stets […]
italienische Nachkriegs-Tenöre
Gino Penno & Kollegen
Rare Dokumente aus einer Zeit des Tenor-Überflusses
Gino Penno? Das ist doch der Manrico im Trovatore mit der Callas an der Scala 1953 (Foto oben/Cetra)! Das war vor allem einer der flexibelsten Tenöre der italienischen Nachkriegszeit und einer der bestausehenden dazu (nach Corelli natürlich). Er war in der Nachriegsszene Italiens nicht wegzudenken, war namentlich ein Sänger von zeitgenössischen Erstaufführungen und des Standardrepertoires […]
