Tristan und Isolde

Bayreuther Festspiele 2017

  Musikalisch faszinierend – mit einer guten Sängerbesetzung und einem sensiblen Dirigenten (Chor und Orchester sind ohnehin immer erstrangig) ist der Parsifal im Bayreuther Festspielhaus immer ein Erlebnis der besonderen Art, das niemanden unberührt lässt. Da ist es fast zweitrangig, wer für die Inszenierung verantwortlich ist. Das waren seit 1951 Wieland Wagner, dessen Maßstäbe setzende Regiearbeit […]

Wagner mit Sogwirkung

  In Bayreuth folgt in diesem Sommer 2017 auf die Neuinszenierung der Meistersinger durch Barrie Kosky Tristan und Isolde. In dieser Koppelung kommt das nicht oft vor. Sinnvoller wäre es natürlich umgekehrt. Denn mit den Meistersingern von Nürnberg lässt Wagner seinen Tristan hinter sich. „Mein Kind, von Tristan und Isolde / Kenn‘ ich ein traurig […]

Osterfestspiele Baden-Baden 2016

, Langsam baut sich ein heller Kreis auf dem schwarzen Zwischenvorhang auf. Das sausende, brausende Rad der Zeit der Mathilde Wesendonk? Die schwarze Sonne der Romantik, der Melancholie (Lars von Triers Endzeitfilm „Melancholia“ mit dem Tristan-Akkord fällt sofort ein), ein Fadenkreuz? Ein Schiffsradar, den wir auf der Kommandobrücke des Schiffes wiederfinden, auf welchem das Festspielhaus […]

Feldlager und Schreckenskammer

  Treppauf, treppab eilen Isolde und später der hinzukommen Tristan durch ein helles, sich über viele Etagen und Zwischengeschosse erstreckendes Treppenlabyrinth, ohne sich nahe zu kommen. Immer wenn die Gefahr besteht, dass sie allein sein könnten, kappen die beiden Aufpasser Brangäne und Kurwenal die Verbindungswege, worauf die Treppen wie Feuerwehrleitern in den New Yorker Hinterhöfen […]

Mild und leise

  Da stand sie nun. Alleine vor einer gigantischen Menge schweren rot-goldenen Stoffes, vor dem Vorhang, umtost vom schier grenzenlosen Jubel des bis unters Dach ausverkauften Münchner Nationaltheaters. Hier wurde (am 08./12. Juli 2015) nicht einfach eine Sängerin gefeiert für die Leistung der vorangegangenen fünf Stunden, hier verabschiedete sich eine Hohepriesterin von ihrer Gemeinde. So […]

Aus dem Vollen geschöpft

Wer, bitte, ist Tannenhäuser? Der Grafiker, der die Box mit den Opernmitschnitten unter Wilhelm Furtwängler gestaltete, muss ein Verehrer von Ludwig Tieck sein. In dessen Geschichte vom „Getreuen Eckhard“ kommt ursprünglich jemand dieses Namens vor – inzwischen aber längst der Schreibweise angepasst, wie sie auch Richard Wagner für seinen aufmüpfigen Minnesänger wählte – Tannhäuser. Dieser […]

Zum Tode von Spas Wenkoff

    Dresden, am 12. Oktober 1975. Premiere im Großen Haus, heute Schauspielhaus, damals auch Spielstätte der Staatsoper. Eine mit Spannung erwartete Premiere steht an, Richard Wagner, Tristan und Isolde, am Pult der Staatskapelle Marek Janowski, Regie Harry Kupfer (Foto oben/Döhring). Als Tristan gibt ein Sänger sein Debüt, mit dieser Wahnsinnspartie in Dresden, von dem […]