Orfeo

Aus Bayreuther Truhen

  Orfeo unterbricht seine Bayreuther Festspielserie mit Beethoven. Dessen 9. Sinfonie hat in Bayreuth stets eine ganz besondere Rolle gespielt. Richard Wagner führte sie bei der Grundsteinlegung des Festsspielhauses am 22. Mai 1872 im Markgräflichen Opernhaus auf, das er ursprünglich für seinen Ring des Nibelungen in Erwägung gezogen hatte. 1933, nach dem Nachtantritt der Nationalsozialisten, […]

Interessante Parallelen

  Igor Strawinsky gilt als Revolutionär des Balletts, Werke wie der „Feuervogel“ sind bis heute auf der Bühne und im Konzertsaal sehr populär. Jetzt ist ein anderer Vogel von ihm auf CD wiederauferstanden, Le Rossignol (Die Nachtigall), eine frühe Kurzoper. Es ist sich kein Zufall, dass Strawinsky eine Schwäche für magische Vögel hatte. Das hängt […]

Der Star ist das Orchester

  Von den immerhin zehn Opern von Antonin Dvorák ist die 1901 uraufgeführte Rusalka sicherlich die bedeutendste und zudem auch die weithin meistgespielte. Als „lyrisches Märchen in drei Akten“ bezeichnet, lassen sich viele Parallelen zur deutschen Undine, zur dänischen kleinen Meerjungfrau und zur französischen Melusine finden. Die Überschreitung natürlicher Grenzen wird dem ungleichen Liebespaar Nixe […]

Einstimmung auf Bayreuth

  Der Bariton Michael Volle hat sich in den letzten Jahren als einer der wichtigsten lebenden deutschen Lied- und Konzertsänger etabliert. Sein Repertoire reicht von Mozart über Weber, Tschaikowski und Puccini bis hin zu Henze. Einen Schwerpunkt nimmt indes Wagner ein. Bei den Bayreuther Festspielen war er bereits 2007 und 2008 als Sixtus Beckmesser in […]

Historienpflege

  Die erfreuliche Knappertsbusch-Renaissance geht weiter. Wohl kein Label setzte sich in den letzten Jahren so intensiv für den „Kna“ ein wie Orfeo. Dies verdient an dieser Stelle gesondertes Lob. Zuletzt erschienen die Bayreuther Meistersinger von 1960 (C 917 154 L); erstmals in bestmöglicher Tonqualität), der Münchner Lohengrin von 1963 (C 900 153 D); gleichsam der Heilige Gral in der Diskographie) und […]

Wiener Erinnerungen

  Viel zu früh ist Tenor Johan Botha (1965—2016) im vorigen Jahr infolge tückischer Krankheit gestorben. Der gebürtige Südafrikaner und (seit 1998) Wahlösterreicher hatte eine enge Verbindung besonders zu Wien, wo er die letzten zwei Jahrzehnte seines kurzen Lebens verbrachte. Die Wiener Staatsoper war seine künstlerische Heimat, an nicht weniger als 222 Abenden zwischen dem […]

Salzburger „Brettl“

  Arnold Schönberg ist die Klammer, die zwei Salzburger Konzerte verbindet. Sie sind in der Festspielreihe bei Orfeo erschienen. Zwanzig Jahre liegen dazwischen. Es wurde sich nicht eben gerissen um den Österreicher Schönberg in Salzburg. Mit einer gewissen Regelmäßigkeit taucht er aber in den Programmen auf. Auch der nach ihm benannte Chor, der 1972 gegründet […]

Frische und Reife

  Dem Verismo verschworen scheinen sich momentan unsere Operndiven zu haben, denn nach Anna Netrebko und Elina Garanca legt nun auch Krassimira Stoyanova eine CD dieses Titels vor. Die ihre zeichnet sich zuerst einmal dadurch aus, dass den Arien nicht unvermittelt beginnen, sondern dass häufig mit einigen Takten der vorangehenden Musik in die Stimmung der […]

Erfrischendes Debüt

  Aus den drei Da-Ponte-Opern Mozarts stammen die Arien auf der Debüt-CD von Anett Fritsch, was nur auf den ersten Blick verwundert, während der zweite darüber belehrt, dass der Sopran aus den Nozze gleich drei, aus Così und Don Giovanni immerhin noch zwei Partien sich zu eigen gemacht hat. Auf der Bühne singt sie, so […]

Erfrischend

  Pavol Breslik gehört seit mehr als 10 Jahren zu den gefragten Belcanto- und Mozart Tenören in Europa – spätestens seit 2005, als der slowakische Sänger von der Zeitschrift „Opernwelt“ zum „Nachwuchssänger des Jahres“ erklärt wurde, reißen sich die Veranstalter um ihn. Nun hat er beim Label orfeo ein Recital mit Mozart-Arien herausgebracht. Pavol Breslik […]

Kathleen Ferrier

  An Kathleen Ferrier zu erinnern, ist Pflicht eines Musikmagazins, stellt die Sängerin (die im vergangenen Jahr 100 Jahre geworden wäre) doch ein Monument erfüllten Gesangs dar. EMI und Decca haben aus diesem Anlass ihre Schätze hervorgeholt und ihre Editionen mit auch bislang unveröffentlichten Dokumenten bereichert, was der Musikliebhaber dankbar vermerkt. Neben den Meilensteinen der Decca, die stets den Löwenanteil der […]