Wiener Staatsoper

à la deuxieme

  Les troyens gelten als das „Opus summus“ vom Hector Berlioz und können ohne Übertreibung tatsächlich als „Grand Opéra“ bezeichnet weden. (…) An der Wiener Staatsoper erschien das Werk erstmals am 17.10.1976 als erste Premiere der Direktion von Egon Seefehlner unter der Leitung von Gerd Albrecht und in der Inszenierung Tom O’Horgans im Spielplan. Die Hauptrollen […]

Dünn gestrickte Touristen-Aufführung

  Die Enttäuschung war ebenso groß wie die Erwartungen: Für die Premiere der letzten Oper Bellinis, I Puritani (in der Wiederaufnahme der Produktion von 2015, vergl. den Neuen Merker online) am 4. Jänner 2017 an der Wiener Staatsoper wollte man sich  eine Aufführung erhoffen, die einem Opernhaus von internationalem Ruf würdig ist. Und die als […]

Wasserspiele

  Psycho-Thriller, Dreiecksgeschichte, Eifersuchtsdrama all das ist Claude Debussys Vertonung von Pelléas und Mélisande. Regisseur Marco Arturo Marelli hat mit seiner ansehnlichen Bühne – ein Schloss im Wassergraben – beste Voraussetzungen geschaffen. Die werden jedoch nicht genützt. Die Geschichte ist einfach und wird dennoch für rätselhaft gehalten: Ein Prinz findet eine Fremde im Wald, nimmt […]

Stalin als stummer Zeuge

  Mit einigem Recht gilt Dmitri Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk (Libretto: Arkadi Preis) als eine der bedeutendsten Opern des 20. Jahrhunderts. Die abgründige und hocherotische Thematik machte den Sowjets bereits die literarische Vorlage von Nikolai Leskow (1865) verdächtig. Der Typus einer selbstbewussten Frau, die sich nicht mehr abfinden will mit ihrem langweiligen Dasein als […]

„Ah, si la liberté…“

  In Fortsetzung seines Zyklus von Opern aus der Zeit vor Mozart stellt Direktor Meyer nach Händels Alcina (2010) und Glucks Alceste (2012) nun neuerlich eine Gluck-Oper, nämlich Armide, zur Diskussion. Ich habe es schon anlässlich meiner Anmerkungen zum Spielplan dieser Saison festgehalten, dass ich nicht ganz verstehe, warum man sich wieder für ein Werk […]

Unverkennbar vom ersten Ton an

Die Karriere vor der Karriere ist für mich das spannendste Kapitel in der künstlerischen Biographie von Christa Ludwig, die sich über fast ein halbes Jahrhundert erstreckt. Noch vor ihrem Engagement an das Mutterhaus des Gesangs, die Wiener Staatsoper, ließ sie in Frankfurt, Darmstadt und Hannover aufhorchen, so dass sie für etliche Operneinspielungen beim Rundfunk herangezogen […]

Vom Volksgesang zu Wagner

Großgewachsen ist sie, blond und schön – beim ersten Treffen auf der Geburtstagsfeier von Freunden in Berlin fallen einem sofort diese Merkmale von Edith Haller auf, auch ihre interessante, erotisch-dunkle Sprechstimme, das ansteckende Lachen, die bewegliche Mimik und natürlich die Hände in der Luft. Aber angesichts von Statur und blonden Haaren denke nicht nur ich […]