Norbert Orth

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Am 18. August 1939 in Dortmund geboren, schlug Norbert Orth zunächst eine Laufbahn als Industriekaufmann ein, ehe er sich dem Gesang zuwandte. Nach Studien in Hamburg, Köln und Dortmund debütierte er 1966 als Ferrando in Così fan tutte in Enschede. Über Kiel, die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf und Nürnberg kam er 1976 an die Bayerische Staatsoper in München, der er 20 Jahre als Ensemblemitglied angehörte. Gastspiele führten ihn u. a. nach Paris, New York, Berlin, Stuttgart, Hannover, Dresden, Chemnitz, Kassel, Essen, Zürich, Bordeaux, Lyon, Salzburg und Tokio. Auftritte bei den Bayreuther Festspielen (1973/74 als Augustin Moser und 1984 als Loge) waren frühe Höhepunkt in seiner Laufbahn. Ab den frühen 1980er Jahren wechselte Orth zunehmend ins Heldenfach. Sein letzter Auftritt an der Bayerischen Staatsoper am 26. Mai 1996 als einspringender Stolzing rettete die Vorstellung. Zu seinem Repertoire gehörte auch die Solopartie in Beethovens Sinfonie Nr. 9. Daneben trat er als Oratorien- und Liedersänger erfolgreich in Erscheinung. Auf Schallplatte ist er u. a. in der Entführung aus dem Serail (Eurodisc), in Hoffmanns Erzählungen (HMV) und Tiefland (RCA) festgehalten. Bereits am 27. August 2023 ist Norbert Orth kurz nach seinem 84. Geburtstag verstorben. Daniel Hauser