Hugh Beresford

 

Mit Bedauern hörten wir vom Ableben des Opernsängers Hugh Beresford am 23. November 2020 im Alter von 94 Jahren in Wien. Dazu ein Auszug aus dem unschätzbaren Großen Sängerlexikon Kutsch/Riemens: Hugh Beresford, Bariton/Tenor, * 17.12.1925 Birkenhead (England) geboren; er begann sein Gesangstudium am Royal College of Music in Manchester, kam dann an die Musikakademie von Wien und war in London, Mailand und Düsseldorf Schüler von Dino Borgioli, Alfred Piccaver, Melchiorre Luise, Francesco Carino und Wolfgang Steinbrueck. 1951 wurde er mit dem Richard Tauber-Preis ausgezeichnet. 1953 debütierte er (als Bariton) am Landestheater von Linz/Donau als Wolfram im »Tannhäuser«. Er sang dann an den Stadttheatern von Graz und Augsburg sowie 1958-60 am Opernhaus von Wuppertal. 1960 wurde er Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Jetzt begann für den Künstler eine große internationale Karriere. Seit 1960 gastierte er mehrfach an der Londoner Covent Garden Oper, weitere Gastspiele führten ihn an die Staatsopern von Wien (1961 als Mandryka in »Arabella« von R. Strauss), München und Stuttgart, an die Opernhäuser von Frankfurt a.M. und Zürich und an die Grand Opéra Paris. 1963 und 1966 wirkte er beim Holland Festival mit. 1966 sang er am Teatro Fenice Venedig den Mandryka in »Arabella«. 1969 war er in Amsterdam als Rigoletto zu Gast, 1964 und 1965 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel als Rigoletto und 1981 als Siegmund in der »Walküre«, 1966 am Teatro Verdi in Triest als Wolfram im »Tannhäuser«. 1968 gastierte er an der Deutschen Oper Berlin, seit 1967 oft an der Staatsoper Hamburg, 1970 am Staatstheater von Karlsruhe, 1975 an der Scottish Opera Glasgow in der Tenorpartie des Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Dabei galten als seine großen Rollen im Bariton-Fach der Rigoletto, der Nabucco wie der Posa im »Don Carlos« von Verdi, der Graf Luna im »Troubadour«, der Ford im »Falstaff« von Verdi, der Jago im »Othello« vom gleichen Meister, der Alfio in »Cavalleria rusticana«, der Eugen Onegin von Tschaikowsky und der Don Giovanni. Seine Stimme wandelte sich dann jedoch zum Heldentenor. Als Tenor sang er u.a. den Peter Grimes in der gleichnamigen Oper von Benjamin Britten, den Herodes in »Salome« von R. Strauss und den Canio im »Bajazzo«. Er blieb bis 1970 an der Deutschen Oper am Rhein engagiert und sang dann 1971-76 und nochmals 1978-84 am Opernhaus von Köln. 1973 übernahm er an der Wiener Staatsoper den Othello von Verdi und den Florestan im »Fidelio«, bei den Bayreuther Festspielen 1972-73 den Tannhäuser, 1981 in Köln den Florestan und den Erik im »Fliegenden Holländer«.

Einspielungen: Eurodisc-Aufnahmen (Querschnitte durch »Rigoletto« und »Faust« von Gounod, als Bariton). Mondo Musica (Mandryka in »Arabella« von R. Strauss, Teatro Fenice Venedig 1966). [Lexikon: Beresford, Hugh. Großes Sängerlexikon, S. 1817 (vgl. Sängerlex. Bd. 6, S. 251) (c) Verlag K.G. Saur] (Foto oben: Hugh Beresford und Melitta Muszely in „Hoffmanns Erzählungen“ an der Komischen Oper Berlin 1956/ Wikipedia)