Ludwig van Beethoven

Aus Bayreuther Truhen

  Orfeo unterbricht seine Bayreuther Festspielserie mit Beethoven. Dessen 9. Sinfonie hat in Bayreuth stets eine ganz besondere Rolle gespielt. Richard Wagner führte sie bei der Grundsteinlegung des Festsspielhauses am 22. Mai 1872 im Markgräflichen Opernhaus auf, das er ursprünglich für seinen Ring des Nibelungen in Erwägung gezogen hatte. 1933, nach dem Nachtantritt der Nationalsozialisten, […]

Zwischen Tradition und Moderne

  An Gesamtaufnahmen der neun Sinfonien von Ludwig van Beethoven besteht wahrlich kein Mangel. Selbst wenn man sich bloß aufs einundzwanzigste Jahrhundert beschränkt, sind da unter anderem die Zyklen von Paavo Järvi mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (RCA), Frans Brüggen mit dem Orchestra of the Eighteenth Century (Glossa), Emmanuel Krivine mit La Chambre Philharmonique (Naïve), […]

„Töt´erst sein Weib…“

  Leonore 1805/ 1814: Manche Opern haben sich nach einem frühen Misserfolg oder einer deutlichen Veränderung der Aufführungsbedingungen im Repertoire erst in stark überarbeiteter Form durchgesetzt – wie zum Beispiel Verdis Simon Boccanegra oder Puccinis Madama Butterfly. In anderen Fällen (etwa Mussorgskys Boris Godunow) lässt sich über die Vorzüge einer Fassung reichlich diskutieren, und jede […]

Und wieder mal Jonas Kaufmann als…

  Joans Kaufmann ist als Florestan/ Fidelio visuell mehr als gut dokumentiert, nun also aus Salzburg. Wenn es wie ein Aufschrei freudiger Befreiung durch das Publikum nach der Leonore Nr.3 unmittelbar vor dem unsichtbar bleibenden Schlusschor geht, wenn Orchester und Dirigent wie die Teufel gespielt haben, als wollten sie die trübsinnige Bühne mit einem beinahe […]

Hochspannung in Luzern

Wilhelm Furtwängler hat sich zeitlebens mit Beethovens Neunter auseinander gesetzt. Er hat das Werk nach Recherchen des Musikpublizisten Herbert Haffner, der eine umfangreiche Biografie über den Dirigenten verfasste, einhundertdrei Mal aufgeführt. Nach bisherigem Stand haben sich dreizehn Aufnahmen erhalten, zwölf sind im Laufe der Jahre zugänglich gewesen, ein Mitschnitt von 1949 aus der Mailänder Scala […]

Zwei Zeitgenossen teilen sich eine CD

Über die musikalische Verwandtschaft der Zeitgenossen Beethoven und Cherubini wurde schon verschiedentlich geschrieben und diskutiert. Diese CD (Dabringhaus und Grimm MDG 940 1854-6) unternimmt den reizvollen Versuch, Werke der beiden Komponisten direkt gegenüberzustellen. Beethovens erste „Leonoren-Ouvertüre“, von den prächtigeren, späteren aus dem Repertoire verdrängt, ist ein absolut eigenständiges, schönes Konzertstück, dem man gerne öfter begegnen […]

Aus der Zeit gefallen

In der kaum mehr zu überblickenden Reihe der 10-CD-Boxen, die inzwischen fast schon Kult-Status genießen, sind nun auch ein Arturo-Toscanini– und ein Glenn-Gould-Album erschienen. Der konsumentenfreundliche Preis dieser Boxen ist natürlich wesentlicher Teil ihres Erfolgs. In manchen Fällen würde man  lieber etwas mehr bezahlen, dafür aber technisch besser aufbereitete Einspielungen hören. Im Fall der Toscanini-Box […]

Fidelio, mal wieder klassisch

Ach, wie schön ist es, wieder mal einen Fidelio zu sehen, ohne knallorange Guantanamo-Kleidung, ohne Gaza-Streifen-Aktualisierungen, auch nicht als Aufarbeitung des Holocaust und nicht aufgezeichnet in einem realen Gefängnis. Fast ist man versucht zu sagen, ja, das gab es einmal: Joseph Sonnleitners schwächelndes Libretto als persönliches Befreiungsdrama der napoleonischen Zeit, den idealistischen Gedanken von Humanität […]