Komische Oper Berlin

Tanzperformance mit Gesang

  Ihrem Sensationserfolg Pelléas et Mélisande ließ die Komische Oper ein nicht minder eigenwilliges und verrätseltes Stück folgen – und das sogar als Berliner Erstaufführung: Philip Glass’ 1980 in Rotterdam uraufgeführte Oper Satyagraha. Sie trägt den Untertitel M. K. Ghandi in Südafrika, womit der Handlungsverlauf des dreiaktigen Werkes umrissen ist. Auf diesem Kontinent beginnt in […]

Wenn sich Nachbarn streiten…

  Der Ehrgeiz der Komischen Oper Berlin, ihren Spielplan von der Operette und dem Musical über Klassiker des Repertoires bis zur zeitgenössischen Musik auszudehnen, ist anerkennenswert und verdienstvoll. In diesem Rahmen sich auch eine große französische Barockoper zu wagen, scheint allerdings vermessen angesichts des deprimierenden Ergebnisses. Opfer ist Rameaus tragédie lyrique Zoroastre, die den Kampf […]

Gnadenlos

  Als Berliner Erstaufführung präsentiert die Komische Oper Aribert Reimanns 2010 in Wien uraufgeführte Oper Medea in einer musikalisch glanzvollen Interpretation. Benedict Andrews’ Inszenierung auf der bis auf die schwarzen Brandmauern leere Bühne (Johannes Schütz) arbeitet mit den Mitteln des epischen Theaters, so dass die Aufführung zunächst kühl und unsinnlich wirkt. Die Sängerdarsteller aber stürzen […]

Schweinereien

  Seinen Jahrmarkt von Sorotschinzi nach Gogol hat Musorgskij unvollendet hinterlassen. Vergleicht man mit dem Szenenentwurf von Mai 1877, hat er 12 von 20 Szenen im Wesentlichen komponiert hinterlassen, wenn auch größtenteils unorchestriert (wobei die Szenenlängen enorm divergieren). Gegenüber den Vervollständigungen des Weggefährten César Cui (1917) und von Nikolaj Tscherepnin (1923; nicht von dessen Sohn […]

Animationszauber

  Die englische Theatergruppe „ 1927“  hat nach ihrer überaus erfolgreichen Zauberflöte an der Komischen Oper erneut einen Coup gelandet – diesmal mit einem Doppelabend höchst unterschiedlicher Werke, der mit Strawinskys Petruschka beginnt und mit Ravels L’Enfant et les Sortilèges endet. Die durch Ballettaufführungen bekannte Burlesque des russischen Komponisten wurde 1911 in Paris uraufgeführt und […]

Kálmán-Finale

  Eine schöne Tradition an der Berliner Behrenstraße ist die alljährliche konzertante Operettenaufführung vor Weihnachten – in diesem Jahr galt sie Emmerich Kálmáns letztem vollendetem Werk Marinka. Das Romantic Musical wurde 1945 am Broadway in Anwesenheit von Kálmáns Tochter Yvonne uraufgeführt – und die in Sachen ihres Vaters unermüdlich in der Welt umher Reisende war […]

Vom Tuntenball zur „Giselle“

  Ein Klassiker im Repertoire ist Rossinis Melodramma giocoso La Cenerentola, Massenets Vertonung von Perraults Aschenputtel-Märchen dagegen ein Außenseiter. Unter dem Titel Cendrillon kam die Conte de Fées 1899 an der Opéra-Comique in Paris zur Uraufführung. Die Komische Oper darf sich nun mit dem Verdienst schmücken, das Werk erstmals in Berlin vorgestellt zu haben. Damiano […]

Kalter Plänterwald

  „Wien ist überall“ sagt Michal Zadara und siedelt entsprechend dieser Behauptung seine Inszenierung von HK Grubers Geschichten aus dem Wiener Wald an der Komischen Oper in einer austauschbaren, anonymen Großstadtlandschaft an. Die Verweise auf die deutsche Hauptstadt sind freilich omnipräsent, vor allem in den Autos mit Berliner Kennzeichen, welche die Szene (Robert Rumas) dominieren […]

Warum?

  Die große Chance, dem interessierten Publikum mit Heinrich Marschners wegweisender Schauer-Oper Der Vampyr ein seltenes Werk der deutschen Romantik – Bindeglied zwischen Webers Der Freischütz und Wagners Der fliegende Holländer – vorzustellen, hat die Komische Oper bei ihrer Neuinszenierung vertan. Die Oper erklingt hier als Torso – die Dialoge gestrichen, die Personen reduziert und […]

Auf dem Rasenstück

  Unvergleichlich (und noch im Repertoire) ist Götz Friedrichs poetische Inszenierung von Tschaikowskys Jewgeni Onegin an der Deutschen Oper Berlin (dort als Eugen Onegin, ebenfalls in Russisch). Im Haus an der Behrenstraße zeigt Barrie Kosky nun seine Lesart der Lyrischen Szenen (in russischer Sprache!) und erzielte damit am 31. 1. einen weiteren Premierentriumph des seit […]

Musiktheater-Marathon

  Spektakulär und ehrgeizig eröffnete Barrie Kosky 2012 sein Amt als Intendant der Komischen Oper Berlin mit einer aufwändigen Monteverdi-Trilogie, in der alle drei Opern des Komponisten hintereinander gezeigt wurden. Ein Marathon von zwölf Stunden Theater, ein einzigartiges Projekt, das nun von ARTHAUS als Schuber mit fünf DVDs (109078) veröffentlicht wurde und in einem Abstand […]

„Is that a gun in your pocket or….?“

Zu Weihnachten 2014 schenkt die Komische Oper den Berlinern (und Operetten-Sympatisanten) eine sehr späte – und überfällige – Hauptstadtpremiere von Emmerich Kálmáns letzter Operette: Arizona Lady (1954). Das Werk knüpft an die frühere transatlantische Tradition Kálmáns an und bringt singende und reitende Cowboys auf die Bühne sowie einen knallbunten Wilden Westen, mit einigen dunklen Untertönen. […]