Grand Théâtre de Genève

Köstliches mit Tiefgang

  Über die geradezu detektivische Geschichte der Wiederauffindung aller Teile der Partitur von Offenbachs Fantasio hat operalounge.de schon mehrfach berichtet. Nun ist der verlorene Musensohn also auch erstmals in Genf auf der Bühne der Opéra zu erleben. Müssen die melodische Inspiration und der stilistische Abwechslungsreichtum dieser Opéra-comique noch gelobt werden? Aber ja, mindestens, bis jede fünfte Neuproduktion […]

Grandioser Tschajkovskij

  Tschajkovskij besitzt als Komponist von Opern wie von Instrumentalmusik einen Personalstil, der ihn so leicht wiedererkennbar macht wie etwa Verdi. Das kann darüber hinwegtäuschen, dass jede seiner Opern eine ausgeprägte eigene Dramaturgie besitzt, beinahe könnte man schon von verschiedenen Genres sprechen. Seine Orleanskaja Deva (Die Jungfrau von Orléans), die als Gemeinschaftsprojekt des Orchestre de la […]

Bravouröse Manon

  Manon in der Regie von Olivier Py am Grand Théâtre de Genève lebt von den frisch und detailliert gezeichneten Charakteren, den suggestiven und schnelle Verwandlungen erlaubenden Bühnenbildern von Pierre-André Weitz (parallel schiebbaren Außenwänden und Innenräumen in verschiedenen Tiefen des Bühnenraums) und der kontrastreichen Entwicklung vom vaudevillehaften Beginn in einem zwielichtig-eindeutgen Hotelquartier (bevölkert von abgebrühten […]

Magisches

  Zur Saisoneröffnung des Grand Théâtre de Genève gastierten Teodor Currentzis, sein Orchester MusicAeterna und der Chor der Oper Perm mit Purcells unvollendeter Semi-Opera The Indian Queen (ergänzt durch andere Stücke des Komponisten). Die halbszenische Version basiert auf einer Fassung und Inszenierung von Peter Sellars; davon war dank der Licht- und Farbgestaltung und dem Spiel […]

Perfektes Soufflé

  Wie kommt es bloß, dass ein so entzückendes Stück wie Gounods Médecin malgré lui (Arzt wider Willen) selbst im frankophonen Raum nur selten auf den Spielplänen erscheint? Die Musik ist geist-, melodien- und anspielungsreich – das Streitduett zwischen Martine und Sganarelle klingt fast nach einer Médée-Parodie, bei den Berufschören der Holzhacker und der Ärzte […]

Magnifique!

  Der Solocellist, der die Ouvertüre eröffnet, sitzt auf der Bühne, in dezenter Schweizer Tracht, und spielt. Ein idyllischer Moment, getragen vom expressiven, in sich selbst ruhenden Spiel von Stephan Rieckhoff. Die Bläser am Ende der Cellokantilene kündigen hier die habsburgischen Soldaten an, die den Cellisten verhaften und sein Instrument zerstören. So lässt David Pountney […]