Ulf Schirmer

Lust und Leid der Kurtisanen

  Für Freunde der großen französischen Oper wieder ein Leckerl  in Gestalt von Camille Saint-Saens´ Drame lyrique in vier Akten, Proserpine – wie schon mehrfach  vom Münchner Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer mit den Solisten Véronique Gens, Fréderic Altoun, Marie-Adeline Henry, Andrew Foster-Williams, Jean Teitgen, vor allem Matthias Vidal (und anderen). Der Bayerische Rundfunk sendete dies […]

Adrenalin-Rausch

   Es gibt Opernabende – auch wenn sie wie hier am Nachmittag stattfinden (26.2.2017) –, an denen es einen nach dem letzten Takt innerlich fast zerreißt; die Begeisterung, das Adrenalin kochen und wollen raus, sich in einem Bravo-Schrei entladen… (…) Gerade erst an der heimatlichen Staatsoper genossen, ging es diesen Monat mit der bereits aus […]

Nationale Rückbesinnung

  Und wieder ermöglicht die Initiative des in operalounge.de viel gerühmten Palazetto Bru Zane einen weiteren Einblick in die große romantische Oper Frankreichs – diesmal mit drei Konzerten in München, Versailles und Wien mit Cinq-Mars, einer weitgehend  unbekannten Oper von Charles Gounod (* 17. Juni 1818 in Paris; † 18. Oktober 1893 in Saint-Cloud) nach […]

Komödie ohne Happy End

  Giuditta spielt in Süditalien und Libyen. Aktueller können Orte von Handlungen nicht sein. Mit einen gewichtigen Unterschied zur Gegenwart. Damals – wir schreiben 1930 – ging die Reise mit dem Schiff von Europa über das Mittelmeer nach dem Norden Afrikas. Und nicht umgekehrt. „Lustig, ohne Sorge in die schöne weite Welt…“ Afrika bedeutet noch […]

Bedächtig heiter

  Die 1903 in München erstaufgeführte Oper Die neugierigen Frauen sollte ursprünglich in Ermanno Wolf-Ferraris Heimatstadt Venedig als Le donne curiose ihre Premiere feiern. Als sich dies zerschlug wurde das auf einer Komödie Carlos Goldonis basierende italienische Libretto von Luigi Sugana durch Hermann Teibler schnell übersetzt (schon damals wurden Schwächen und Stilblüten der Übersetzung bemerkt) und dann […]

Vorstufe zur grossen Oper

Es ist verführerisch darüber zu spekulieren, wie es wäre, die Werke großer Meister chronologisch zum ersten Mal zu hören! Was wäre das für ein Effekt, wenn man im Leben zuerst die Silvanas dieser Welt kennenlernte und dann erst die Meisterwerke… Vermutlich verliebten wir glühend uns in Frühwerke wie Wagners Liebesverbot, Webers Silvana oder Rossinis Scala di Seta, um dann vor Begeisterung völlig […]

Plädoyer für eine Anti-Oper

Am besten ist es, ich sage es gleich zu Beginn. Ich hege eine heimliche Liebe zum Intermezzo von Richard Strauss, diesem Unding, das sich bürgerliche Komödie mit sinfonischen Zwischenspielen in zwei Aufzügen nennt. Dafür muss ich mich oft entschuldigen, wenigstens aber erklären. Warum denn ausgerechnet dieses Stück? Weder Fisch noch Fleisch. Und diese Story erst. Ein […]

Arbeiter-Oper mit Flecken

  Lortzings Oper Regina ist ein Zwitter zwischen dem üblichen Lortzing-Idiom und einem ambitionierten Sozialdrama – in gesetzten Arien und aufbrausenden Chören (namentlich der Einleitung, die mehr verspricht, als die Oper halten kann) verbreiten sich Solisten und Massen, Lortzing-Style, wenig überzeugend, aber doch spannend zu erleben, wie der Komponist der eher gutmütigen Erfindungen sich der […]