Stiffelio

Buchstaben-Würfelei

  So unmerklich schlägt das Schicksal zu, wird aus Hoffnung ein heimtückischer Anschlag. Ein einziger Buchstabe muss verschoben werden, dann findet das Gemetzel der katholischen Adeligen an den protestantischen Hugenotten statt. An der Budapester Oper im schönen Erkel Theater hat János Szikora Giacomo Meyerbeers Fünfakter Les Huguenots auf sinnfällige, aber auch simple Weise auf die Bühne gestemmt. […]

Religiöse Verzückung

  Manche Wege führen schneller ans Ziel, wenn man sich Zeit nimmt. Wenn die Kreuzfahrer endlich das Panorama Jerusalems erblicken und in der „Hymne général“ Gott preisen, „À toi gloire, Ŏ Dieu de victoire“, wirkt die annähernd vierstündige Aufführung von Giuseppe Verdis Jérusalem am Teatro Regio in Parma um einiges spannender und konziser als die […]

Bei Mennoniten

  Stiffelio ist eine Oper aus Verdis mittlerem Opernschaffen, die aber erst seit Herausgabe einer Neuausgabe in den neunziger Jahren wieder, selten genug, öfter aufgeführt wird. Dabei hatte sie Verdi 1850, seinem vielleicht fruchtbarsten Jahr mit Rigoletto, Trovatore und Traviata, konzipiert. Und die Musik klingt sehr danach, mit einer dem Ambiente der evangelikalischen Religionsgemeinschaft angemessenen […]

Verdis Stiffelio: Exkurs über Kirche und Moral

  Angesichts  wenig Überraschendem beim ohnehin eher selten vertretenen  Stiffelio (nun aus Parma 2013 bei Unitel) ist ein Blick auf die recht knappen  Dokumente für diese Oper angebracht. Bemerkenswerterweise  hatte die RAI/Cetra in ihrer Verdi-Hommage 1951 (dazu den Artikel ebenhier) diese vielleicht auch  moralisch  für  damalige  Verhältnisse „schwierige“ Oper in ihrem Aufführungs-Kanon ausgelassen. Und bis 1980 (wie […]