Richard Wagner

Mutiger Kraftakt

  Nach umfangreichen Umbauten im Stadttheater (Neue Klimatechnik, Schallsegel zur Verbesserung der Akustik, Erneuerung der Bestuhlung und neue Studiobühne) wagte es nun das Theater für Niedersachsen (TfN), mit Richard Wagners großem Liebesdrama Tristan und Isolde wiederzueröffnen. Bei der Größe des Orchesters mit nur 30 Planstellen kam ich mit einer ziemlich großen Portion Skepsis nach Hildesheim, […]

Wirres Konzept

  Im November 2015 hatte am Theater an der Wien eine neue Produktion von Richard Wagners Oper Der fliegende Holländer Premiere, die jetzt bei Naxos als DVD herausgekommen ist. In Vorgesprächen und Interviews wurde vom Regisseur Olivier Py wortreich herausgestellt, dass es sich um die pausenlose Originalfassung handele. Diese war 1841 von Wagner in Paris fertiggestellt worden […]

Finale im Bergdorf

    „Vollendet das ewige Werk“ singt Wotan im Rheingold und meint damit den Bau der Götterburg Walhall. Und alle am Oldenburgischen Staatstheater könnten eigentlich einstimmen. Da wäre dann aber die in der Oldenburger Theatergeschichte erstmalige Vollendung der kompletten Tetralogie von Richard Wagners Ring des Nibelungen gemeint. Begonnen hat das ehrgeizige Unterfangen im Februar 2017 und fand […]

Von Clowns und Schwanenrittern

  Tannhäuser: Gerade noch mal die Kurve gekriegt und die Biegung bei der mangels Nachfrage geschlossenen Biogas-Anlage genommen. Das schräge Völkchen im mausgrauen Kastenwagen unternimmt eine fröhliche Landpartie, die als Werbebotschaft für Thüringen herhalten könnte. Das Mädchen im schwarzen Glitzereinteiler sitzt am Steuer, hinten der schrille, sich selbst spielende, in Klamotten wühlende Transvestit Le Gateau […]

Banales Märchenspiel

  Der erste Entwurf des Bayreuther Lohengrin 2018 von Neo Rauch und Rosa Loy habe ihm Brabant als ein untergegangenes Land gezeigt, erzählt Yuval Sharon, „ohne Elektrizität, ein Land, das die Energie verloren und das Verlorene zum Göttlichen überhöht hat“. Entsprechend dunkel ist, es als der Heerrufer die Grafen, Edle und Freie von Brabant unter […]

Wiener Block

  150 Jahre ist sie nun alt, unsere Wiener Staatsoper am Ring. Hatte man 1969 das Hundertjahr-Jubiläum zwar mit einer glanzvollen Ausstellung in der Hofburg, aber ohne festliche Premiere, sondern mit einem Überblick über das damals aktuelle Repertoire gefeiert, so gibt es heuer am Jubiläumstag selbst die Premiere eines Werkes, das in diesem Jahr selbst […]

Provinziell

  Wieder also ein Meeting der Superreichen, Reichen und Schönen, oder solchen, die sich dafür halten. Adel, Geldadel und VIPs gaben sich wieder einmal ein Stelldichein in Salzburg. Der Anlass ist eigentlich egal bei der Kulisse. Aber die Salzburger Osterfestspiele geben immer einen willkommenen, einen exklusiven Laufsteg ab, auf dem man sich standesgemäß zeigen kann. Schon die […]

à la deuxieme

  Les troyens gelten als das „Opus summus“ vom Hector Berlioz und können ohne Übertreibung tatsächlich als „Grand Opéra“ bezeichnet weden. (…) An der Wiener Staatsoper erschien das Werk erstmals am 17.10.1976 als erste Premiere der Direktion von Egon Seefehlner unter der Leitung von Gerd Albrecht und in der Inszenierung Tom O’Horgans im Spielplan. Die Hauptrollen […]

Eindrucksvoller Neuanfang

  Was für ein spektakulär-gewichtiger Umbruch! So etwas hat es am Staatstheater Stuttgart noch nie gegeben. Zum Start der neuen Saison treten alle drei Intendanten von Europas größtem Dreispartenhaus ihre Ämter neu an: Am Schauspiel übernimmt Burkhard C. Kosminski vom glücklosen Armin Petras, Tamas Detrich tritt das Ballett-Erbe des fast schon legendären Reid Anderson an, […]

Grüße aus den Alpen

  Richard Wagners Ring des Nibelungen am Oldenburgischen Staatstheater – das klingt abenteuerlich. Und es ist auch erstmalig, dass sich das Theater in seiner langjährigen Geschichte an die gesamte Tetralogie wagt. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist Hendrik Vestmann neuer Generalmusikdirektor in Oldenburg, der sich den immensen Herausforderungen eines kompletten Rings stellt. Im April 2017 fiel […]

Grandioses Hohes Paar

  Il faut, tout compte fait, seulement s’incliner devant l’émotion, et l’évidence. Il n’y a pas de poème lyrique (plus banalement appelé opéra) qui égale en plénitude, en pureté, en poids d’être le Tristande Wagner. Si on l’oublie parfois, c’est que Tristan und Isolde exige, exactement comme Le Trouvère, la conjonction des cinq meilleurs chanteurs du monde dans leur […]