Pan Classics

Mattes Feuer

  Ein interessantes Programm mit Arien und Ouvertüren (Sinfonie) aus Opern von Geminiano Giacomelli, maestro di capella am Hof von Parma in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, offeriert der italienische Countertenor Flavio Ferri-Benedetti auf seiner neuen CD bei PAN CLASSICS (PC10370). Fiamma vorace ist sie betitelt – nach einer Arie des Anassandro aus der 1734 […]

Archäologisches aus Wien

  Fündig geworden in der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek ist der Tenor Markus Miesenberger auf der Suche nach Notenmaterial von Giovanni Bononcini und zugleich aufmerksam auf den Namen eines der Sänger namens Silvio ohne einen hinzugefügten Familiennamen. Auch auf anderen Besetzungszetteln fiel ihm der schlichte Vorname auf und ließ ihn zu dem Schluss kommen, dass […]

Späte Entdeckung

  Das ebenso Erfreuliche wie Überraschende an den kleineren Opernhäusern der deutschen Theater-Landschaft sind verstärkt in den letzten Jahren der Wagemut und Kreativität der Programmgestalter – wer hätte gedacht, dass es an den Bühnen der Stadt Gera eine absolut unbekannte Oper eines absolut unbekannten Komponisten der Jahrhundertwende (1904) zu erleben geben würde? Hans Sommer? Wirklich nie gehört, […]

Grosstat

  Abwechslung ist das halbe Leben, Veränderung auch – eine hochinteressante und wichtige Neuveröffentlichung von Niccolò Jommelis Arien for Alt (und es bleibt zu diskutieren, ob Alto oder Alt) aus der Sicht eines amerikanischen Kollegen, eben Joseph Newsome, der sich meiner Meinung nach in ebenso kundiger wie kritischer Sicht über Musik und musikalische Neuheiten auslässt; […]

Aus Göttingen

  Für das Théâtre national de l’Opéra hatte er nicht viel übrig. Der Revue blanche vertraute Claude Debussy 1901 an, „Ein nicht vorgewarnter Passant hält es für einen Bahnhof, einmal eingetreten, glaubt er sich in ein türkisches Bad versetzt. Man macht dort immer noch seltsame Geräusche. Die Leute, die dafür bezahlen, nennen es Musik“. Die […]

Mannheimer Uraufführung

  „Im Angedenken an Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch“ lautet die Zugeignung auf dem Klavierauszug von Mieczyslaw Weinbergs 1994 im Druck erschiener Oper Der Idiot. Weinberg setzte damit seinem 13 Jahre älteren und 1975 verstorbenen Kollegen und Förderer ein Denkmal, indem er Dostojewskis aufrechten, liebeswerten, gegen Konventionen verstoßenden Fürsten Myschkin, den angeblichen „Idioten“, mit dem sensiblen, Demütigungen […]

Windgassen als neuer Siegfried

  1953 war ein guter Bayreuther Jahrgang. Die Nachkriegsfestspiele fanden zum dritten Mal statt. Der Neuanfang war künstlerisch geglückt. Mit Lohengrin gelangte ein weiteres Werk auf den Spielplan. Wieland Wagner feilte an seiner Ring-Inszenierung, die 1951 erstmals gezeigt worden war. Bei allem Glanz nach außen etablieren sich die Festspiele nach innen als Werkstatt. Leider ist […]

Frühe Meisterwerke

Francesco Cavalli – der bedeutendste venezianische Komponist in der Mitte des 17. Jahrhunderts und Schüler Monteverdis – schuf ca. 30 seiner 42 Opern für Venedig. Die seit 1637 bestehende venezianische Oper – das Teatro San Cassiano – war nicht höfisch, sondern kommerziell. Jedermann konnte gegen Eintrittsgeld das Spektakel besuchen. Es ging ums Geld – das […]

Arien, Kantaten und Lieder

„Equivocal“ nennt The New Grove Dictionary of Opera Scarlattis Bedeutung für die Geschichte der Oper. Einerseits habe keiner in den letzten zwei Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts mehr dazu beigetragen, Neapels Ruf als führendes Opernzentrum zu festigen, habe kein Italiener zu dieser Zeit mehr Opernmusik von vergleichbarer Qualität komponiert und wurde keinem von seinen Zeitgenossen mehr […]