Georg Friedrich Händel

Abseits der Hauptpfade

  Eine veritable Entdeckung ist Fernand de La Tombelle. Es entspricht dem Selbstverständnis von Palazzetto Bru Zane, dass bei der ehrenwerten Erforschung der französischen Musik auch die Pflänzchen abseits der Hauptwege gepflückt werden, sprich erstmals 23 unbekannte Mélodies Antoine Louis Joseph Gueyrand Fernand Fouant de La Tombelle veröffentlicht werden. Die Lieder korrigieren oder bereichern die Epoche […]

Glaube und Eifersucht

  Georg Friedrich Händels spätes Oratorium Theodora steht in der Tradition einer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Christenverfolgung im römischen Reich, ähnliche Geschichten erzählen auch Donizettis Oper „Poliuto“ oder der Hollywood-Monumentalfilm „Quo vadis?“ nach dem Roman von Henryk Sienkiewic. Das Oratorium spielt zu Beginn des 4. Jahrhunderts, der Stadthalter Valens befiehlt Opfergaben zum kaiserlichen Geburtstag, die […]

„Never give up“

  Knapp vier Stunden Händel am Stück mit jeder Menge Da-capo-Arien, da müssen sich die Akteure szenisch wie musikalisch heute schon etwas einfallen lassen, um das Publikum im Opernhaus bis zum Finale bei der Stange zu halten. Wenn bei der, von wenigen Buhs mal abgesehen, begeistert aufgenommenen Ariodante-Premiere in der Stuttgarter Oper am 5.März ein […]

Barocker Prunk

  Von einem Oratorium erwartet man nicht gerade ein Fest für die Augen durch eine Orgie von Ausstattung und den Einsatz einer raffinierten Bühnentechnik. Barrie Kosky allerdings „enttäuschte“ in dieser Hinsicht mit seiner Inszenierung von Händels Saul aufs angenehmste und bietet visuell so Raffinertes wie Ivor Bolton mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment […]

Bewegend: Gauvin & Jaroussky

  Nicht viele Aufnahmen von Händels Partenope (Uraufführung 1730 in London) finden sich im Katalog ­ – bekannt sind die erste Einspielung von 1978 unter Sigiswald Kuijken mit Krisztina Laki in der Titelrolle, eine spätere unter Christian Curnyn mit Rosemary Joshua sowie eine DVD-Aufzeichnung unter Lars Ulrik Mortensen mit Inger Dam Jensen. Zeit also für […]

Zerbrechlicher Händel

  Mit dem keuschen Blick einer Jungfrau schaut Julia Lezhneva vom Cover ihres  zweiten Soloalbums bei Decca, das ganz Händel mit seinen frühen italienischen Werken gewidmet ist und natürlich auch einen Hit des Komponisten, „Lascia la spina“, aus dem Oratorium Il Trionfo del Tempo e del Disinganno enthält. Die russische Sopranistin singt passend zum Ausdruck […]

Puppen-Zauber

  Einen zauberhaften Händel-Rinaldo aus Halle hat Arthaus als Blu-ray veröffentlicht, der Händel- wie Barock- als auch Marionettenfreunde glücklich machen kann, denn die Sänger sind allesamt in den Orchestergraben verbannt, während die Bühne den Puppen des Mailänder Marionetten-Theaters Carlo Colla e Figli vorbehalten ist, das es seit über 200 Jahren gibt und das die Tradition, […]

Geistliches fürs Konzert

Joshua ist eines der spektakulären Oratorien von Georg Friedrich Händel – die Mauern Jerichos werden zum  Einsturz gebracht, Mond und Sonne müssen still stehen, ein Liebespaar findet sein Glück und Händel hat wunderbare Musik dazu komponiert. Dennoch gehört Joshua nicht zu den bekanntesten Werken des Hallensers. Christopher Hogwood urteilte, dass es sich weniger um eine […]

Zwiespältiger Held

Der Countertenor Bejun Mehta gehört seit einigen Jahren zu den bevorzugten Interpreten von René Jacobs; ihm übertrug der Dirigent auch die Titelrolle in seiner Neueinspielung von Händels Orlando, die im Sommer des vergangenen Jahres im Concertgebouw von Brügge entstand. Die für Senesino komponierte Partie fordert vom Interpreten die Bewältigung elegischer, kantabler und heldischer Passagen sowie […]

Und noch ein Counter-Duell

Die letzte CD-Einspielung von Händels Dramma per musica Tamerlano liegt Jahre zurück – höchste Zeit also für eine Neuaufnahme, die naïve in einer exquisiten Besetzung vorlegt und dabei die spätere Fassung (von 1731) vorstellt (V 53739). Die Titelrolle singt Xavier Sabata, der seit einigen Jahren zur internationalen Elite in diesem Fach zählt, die des Andronico […]