Giacomo Puccini

Warum nun noch eine …

  Man muss sich schon sehr anstrengen, will man erreichen, dass der Zuschauer wenig Anteil am Schicksal Mimis und Rodolfos in der Bohème aus Covent Garden bei der Hausfirma  Opus Arte nimmt, und Richard Jones ist das über weite Strecken gelungen, wobei ihm Stewart Lainig als Designer ein williger Helfershelfer war. Der erste und letzte Akt verdammt die […]

Im Klosterhof

  Sommerzeit ist ja allenthalben Festspielzeit. Auch das Stadttheater St. Gallen richtet nun bereits zum 13. Mal seine Sommerfestspiele aus, deren zentrales Projekt jeweils die Oper vor der Klosterfassade ist (heuer vom 29.06. bis 13.07.) Und einmal mehr ist es dem Ostschweizer Theater zu verdanken, dass wir einer Rarität, gar einer Schweizer Première beiwohnen konnten: […]

Es muss nicht immer „Tosca“ sein

  Es muss nicht immer Tosca sein – das ließ sich aus den vielen zufriedenen Gesichtern und Foyerkommentaren bei Il Trittico im trotz eisigen Außentemperaturen randvollen Teatro Municipale di Piacenza schließen (Die Verbund-Produktion wird/wurde auch in Modena, Reggio Emilia und Ferrara gezeigt). „Ah“s und „Oh“s, als sich der Vorhang für Il Tabarro hob; Bühnenbildner Giacomo […]

Das männermordende Weib

  Ist es  Zufall, dass  Turandot nach dem Tod der Sklavin Liù endet? Der Tod hatte Puccini die Feder aus der Hand genommen. Der Komponist hatte sich mit dem letzten Akt seiner letzten Oper schwer getan. Fünfmal ließ er das Libretto zum dritten Akt verändern. Er wollte das Werk mit einem Happyend beschließen, mit einer Szene […]

Welt-Theater in drei Teilen

  „Come è difficile esser felici“ seufzt Giorgetta, zwischen missmutigem Ehemann und impulsivem amante hin- und her gerissen in Il tabarro, dem Eingangsstück von Puccinis trittico. Das Tryptichon, Musiktheater im Dreierpack – der rheinische Teil der Menschheit würde jetzt das Wort „Dreigestirn“ verwenden – gehört zu den wenig bekannten Opern Puccinis und erobert sich nach Jahrzehnten weitgehender […]

Können und Wollen

    Im Rahmen seiner Promotion-Tour für The Händel Album gab Philip Jaroussky am 11.11.2017 ein beeindruckend gutes Konzert im Festspielhaus Baden-Baden. Der sympathische Franzose hat seine Fans auf beiden Seiten des Rheins, zahlreich strömten sie in die badische Kurstadt und ließen sich begeistern, es gab mehrfach stehende Ovationen. Jaroussky sang 11 der 13 Arien seines Albums, er verzichtete auf „Sussurrate, […]

Junges Ensemble

  Dem doppelten schmerzvollen Aufschrei „Mimì“ fügt der Rodolfo in der Bohème-Produktion des Opernhauses von Malmö noch einen weiteren, allerdings unartikulierten Schmerzenslaut hinzu, ehe es sehr schnell dunkel wird auf der Bühne. Dabei hätte man doch gern noch gewusst – und moderne Regie macht daraus oft ein zusätzliches Drama-, wie es weitergeht. Umarmen die Freunde […]

Opernquiz

    Giacomo Puccinis Complete Songs for soprano and piano bei Naxos könnten auch unter dem Titel “Opernquiz” durchgehen, denn der  (wenn er nichts von Puccinis haushälterischem Tun wusste) erstaunte Hörer wird feststellen, dass der bulgarische Sopran Krassimira Stoyanova bestens bekannte Themen aus des Komponisten berühmten und weniger bekannten Opern singt, die der  zum Teil bereits in […]

Vermächtnis

  Hoffen wir, dass der liebestrunkene Calaf nicht ebenso enttäuscht und erstaunt war wie der Zuschauer, als Turandot (bei der Mailänder Expo 2015) ihres raffinerten Kopfschmucks beraubt wurde, denn die kurzen, verständlicherweise nach zwei anstrengenden Akten verschwitzt am Kopf klebenden Haare verwundern doch sehr bei den sonst so und das meistens mit Erfolg auf Attraktivität bedachten Italienern. […]

Und wieder eine neue …

    Ohne Rast und ohne Ruh‘ erarbeitet sich Plácido Domingo eine Baritonpartie nach der anderen, im eigenen Haus in LA mit Puccinis Gianni Schicchi, dem bauernschlauen Erbschleicher auf ganz besondere Art. Ob es allerdings das extrem ausgeprägte Gerechtigkeitsempfinden von Regisseur Woody Allen ist, das ihn sich der durch eine List errungenen Beute nicht erfreuen, […]

Fingerübungen im Bordell

So unterhaltsam wie vielseitig und tiefgründig ist das Buch von Vincenzo Ramón Bisogno mit dem umfangreichen Titel Giacomo Puccini – Bello e…possibile…Tradizione, modernità e futuro della musica.  Pikant beginnt es mit der Schilderung eines Bordells seiner Vaterstadt Lucca, wo der junge Komponist mit Klavierspielen Geld verdienen und seine früh zur Witwe gewordene Mutter damit unterstützen muss. Pikant bleibt […]