Euroarts

Send in the Clowns

  „Rien“ malt die Leuchtschrift über die nahezu leere Bühne des Salzburger Festspielhauses. Mehrere Papierstöße und eine Handvoll Raben befinden sich auf der kleinen Kreisfläche in der Mitte. Und ein schwarzer Lehnsessel, aus dem sich, komplett im schwarzen Ganzkörperanzug wie ein tapsiger Tanzbär, nur mit weißer, altertümlich mittelalterlicher Halskrause angetan, der glatzköpfige Faust herauswindet und […]

Modernes Märchen

  Ihren Augen nicht trauen mochten vor einigen Jahren die Zuschauer bei der Premiere von Rimski-Korsakovs  Die Zarenbraut in der Staatsoper, als während der Ouvertüre ein märchenhaftes, lebendiges Genrebild mit allem, was einen russischen Winter ausmachen soll, mit Zwiebeltürmen, Troika, Babuschkas und  dicken Pelzmänteln in fröhlicher Buntheit hinter dem Gazevorhang erschien. Aber der Traum von […]

Sex & Crime Im Dreierpack

  Monteverdi 3 x Poppea nennt sich eine Neuveröffentlichung von EuroArts, welche das Melodramma des Komponisten in zweifacher Aufführung sowie  eine choreografische Deutung des Stoffes von Christian Spuck beim Gauthier Dance Stuttgart von 2013 vereint (206318, 3 DVD). Letztere wurde hier bereits besprochen. DVD 1 bringt eine Aufzeichnung aus der Norwegischen Nationaloper Oslo aus dem […]

Sanfte Trauerarbeit

  Noch bevor die Oper beginnt, betritt ein Mann die Bühne, ein Fischer mit Gummistiefeln und Wetterjacke, setzt einen leuchtenden, runden Lampion ab und beginnt zu rauchen. Ein zweiter Mann tritt hinzu, dann ein Paar, und auch eine kindsgroße Roboterfigur („Sie befinden sich in der sicheren Zone“) in Begleitung eines Mannes. Weitere Menschen kommen auf […]

Titelheld im Duo

Mario Schröders Chaplin gehört zu den Erfolgsproduktionen des LEIPZIGER BALLETT und ist nun als DVD bei EuroArts greifbar (2059828). Die musikalische Folie dazu bildet  eine Collage aus Kompositionen von Adams, Leoncavallo, Schnittke, Henze, Wagner, Barber und  Britten, aber auch Chaplin selbst. Das Gewandhausorchester spielt unter Matthias Foremny und erweist sich in diesem stilistischen Mix als […]

Italien um 1800

So also haben wir uns das Italien um 1800 vorzustellen, wenige Jahre nach Goethes Italienreise und nachdem 1796 die Franzosen die Macht übernommen hatten, Gaspare Spontini war 26 Jahre alt, Rossini erst acht. Ein liebeswert buntes Land mit aufgedrehten, buntscheckig aufgeputzten Menschen, die sich den ganzen Tag um ihre Amouren kümmern und sich gegenseitig ein […]

Betörend

Neben der Adalgisa hat Joyce DiDonato noch eine weitere Bellini-Rolle in ihrem Belcanto-Repertoire, das mit Rossinis Angelina, Elena, Rosina und Isolier sowie Donizettis Maria Stuarda inzwischen eine stattliche Anzahl von Partien aufweist. Es ist der Romeo in I Capuleti e i Montecchi, der nun in einer DVD-Aufzeichnung aus dem War Memorial House in San Francisco […]

Mimikry

Nicht verführen lassen von dem märchenhaft schönen Cover sollte sich derjenige, der auf eine den Liebhaber von „operas fairytale“ erfreuende Aufnahme von Dvoráks Rusalka aus Brüssel hofft. Da gibt es zwar einen Wassermann mit Dreizack und langem Rauschebart und eine auf einer Mondsichel schwebende, gekrönte weibliche Figur mit rot flackerndem Herzen (Muttergottes?) in den Händen […]

Großes Werk und bedeutende Produktion

Gar nicht böse sein, muss man darüber, dass bei Euroarts eine Blu-ray Disc einer Produktion erschienen ist, die dem Opernfreund sehr bekannt vorkommt und die er immer sehr geschätzt hat: Boitos Mefistofele aus der San Francisco Opera. Nur gab es die vor Jahren mit Samuel Ramey in der Titelpartie, der in der Robert-Carsen-Inszenierung durch boshafte […]

Dokumente großer Tänzer

Great Dancers of Our Time nennt sich eine DVD bei EUROARTS, die Auftritte von Lucia Lacarra, Kiyoko Kimura und Vladimir Malakhov festhält (2053478). Die Beiträge mit dem russischen Startänzer wurden bereits 2003 im Apollo Saal der Staatsoper gefilmt, doch sind diese Dokumente im Zusammenhang mit seinem Berliner Bühnenabschied gerade jetzt von besonderem Interesse. Zudem zeigen sie […]

Machtvoll

Zunächst etwas peinlich berührt ist man bei der Betrachtung der Inszenierung von Gershwins Porgy and Bess durch die Washington Opera (und 2009 aufgenommen in San Francisco)  von der Idylle voller Klischees, die vor dem Riesenwohnhaus mit vielen kleinen Zellen (Bühne Peter J. Davison) für seine Bewohner herrscht und die beim Aufgehen des Vorhangs vom Publikum […]