Deutsche Oper Berlin

Ermüdender Dauerdreh

  Mit der Grand opéra Le Prophète vollendete die Deutsche Oper Berlin ihren Meyerbeer-Zyklus, der sich über drei Spielzeiten erstreckte. Wenn die Inszenierung von Oliver Py auch die vorangegangenen von Vasco da Gama und Les Huguenots zu übertreffen scheint, so leidet sie doch unter den gängigen und austauschbaren Zutaten des Regietheaters. Die Bühne von Ausstatter […]

Liebe in Feinripp

  Vermummte und Maskierte dringen des Nachts in den Schlafraum des Königs. Höhnisch präsentieren sie ihm seinen gequälten und vergewaltigten Geliebten in einem Brautkleid. Edward und Gaveston werden auf die Knie gezwungen, in einer pervertierten Hochzeitsszene mit einander vermählt und anschließend erstochen. Ein Engel bleibt zurück und streicht Edward über den Kopf, „Fürchte dich nicht!“. […]

Der allgegenwärtige Tod

  Die Verbundenheit von Aribert Reimann mit der Deutschen Oper Berlin ist beeindruckend – bereits vier seiner mittlerweile neun Opern erlebten an diesem Hause ihre Uraufführung. Nun kehrt der 81jährige Komponist mit seiner neuesten Schöpfung nach Berlin zurück. L’Invisible heißt diese Trilogie lyrique nach Maurice Maeterlincks Dramen L’Intruse, Intérieur und La mort de Tintagiles, die der […]

Gladys Kuchta

  Als zweiten Beitrag zu unserer Hommage an Berlins ehemalige Hochdramatische (dazu auch der Artikel über ihre Dokumente eben hier), Gladys Kuchta (sie wurde am 16. Juni 1915 in Chicopee/ Massachissets geboren), bringen wir hier ein historisches Porträt von ihr, das Peter Maria Katona, heute machtvoller Besetzungschef des Royal Opera House Covent Garden, für unsere […]

Brummkreisel-Albtraum

  Den Ur-Boris von 1869 wählte die Deutsche Oper Berlin für ihre Neuinszenierung von Mussorgskis Boris Godunow, die in Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden entstand, wo sie bereits im März 2016 gezeigt wurde. Das Einheitsbühnenbild von Miriam Buether hat zwei Ebenen – oben eine Empore in Form einer Lunette in zumeist gleißendem […]

Feuchter Traum im Nebel

  Eine Oper als Traum oder Erinnerung einer der handelnden Personen zu erzählen, ist seit einiger Zeit eine gängige Methode auf unseren Bühnen. Im Falle der Neuinszenierung von Wagners Der fliegender Holländer an der Deutschen Oper Berlin ist es Erik, der schon zum Beginn der Ouvertüre auf dem Bühnenboden hockt, träumt, nachsinnt, dann aggressiv auffährt […]

Tod eines Pädophilen?

  Aschenbach ist schon tot, bevor die Handlung überhaupt einsetzt. Vor einem Hintergrund, der die optischen Anleihen bei einer Trauerhalle nicht verleugnet, versammeln sich Teile des Personals. An einer Seite riesige violette Blumen, die fatal an Rotkohlköpfe erinnern, zu einem Berg getürmt, der später auch als Handlungsebene für die jugendlichen Akteure herangezogen wird. Aus dieser […]

Schwul und langweilig

  Eine Gestalt aus der englischen Historie, Edward II,  macht Andrea Lorenzo Scartazzini zum Gegenstand seiner neuen Oper, die als Kompositionsauftrag der Deutschen Oper Berlin erteilt und dort am 19. Februar 2017 erfolgreich uraufgeführt wurde. König Edward II. lebte von 1284  – 1327, heiratete die französischen Prinzessin Isabella, mit der er mehrere Kinder hatte, lebte […]

Meyerbeer-Hausse

  Giacomo Meyerbeer und vor allem seine Oper Les Huguenots haben in der jüngsten Zeit eine bemerkenswerte hausse erlebt – nach Nürnberg 2014 haben 2016 gleich drei deutsche Bühnen das Werk gezeigt: Kiel, Würzburg und jetzt Berlins Deutsche Oper kurz vor Jahresschluss mit der neuen David-Alden-Produktion. Die Deutsche Oper hatte ja bereits 1966 mit einem […]