Christoph Willibald Gluck

Missverständnis

  Mitte des 18. Jahrhunderts malte der Mode-Porträtist Jean-Marc Nattier eine schöne Dame, die den Betrachter etwas rätselhaft anschaut, während sie in einem Notendruck blättert (Foto oben:Die Herzogin von Trémoille von Jean Marc Nattier, 1741/ Wiki). Aufgeschlagen ist Armides Arie „Armide est encore plus aimable“ aus dem ersten Akt der Oper von Jean-Baptiste Lully. Das […]

„Ah, si la liberté…“

  In Fortsetzung seines Zyklus von Opern aus der Zeit vor Mozart stellt Direktor Meyer nach Händels Alcina (2010) und Glucks Alceste (2012) nun neuerlich eine Gluck-Oper, nämlich Armide, zur Diskussion. Ich habe es schon anlässlich meiner Anmerkungen zum Spielplan dieser Saison festgehalten, dass ich nicht ganz verstehe, warum man sich wieder für ein Werk […]

Franco Fagiolis DG-Debüt

Die Deutsche Grammophon hat zum ersten Mal einen Countertenor exklusiv unter Vertrag genommen. Und man hat sich richtig entschieden: Franco Fagioli ist (für mich) der stimmlich flexibelste Kandidat seiner Stimmlage und das beweist er auch auf der neu erschienen und ganz auf ihn zugeschnittenen Gesamtaufnahme von Glucks Orfeo ed Euridice. Zu hören ist die italienische […]

Heroische Koloraturen

Auf dem Weg zum Idomeneo-Debüt (im September 2013 in Frankfurt) war Daniel Behle bei den Aufnahmen seiner CD mit Gluck-Opernarien (Decca  478 6758). Und Mozart ist auch beim Abhören dieser Neuveröffentlichung präsent. Der Tenor singt auf dieser Einspielung Ausschnitte aus neun verschiedenen Werken, darunter vier Weltpremieren. Fast am Schluss findet sich der bekannteste Titel der Auswahl – […]

Lückenschluss im Gluck-Regal

Wieder gibt die SONY/deutsche harmonia mundi in ihrer Reihe „Opern aus den Archiven der Welt“, die von Bayer Kultur und dem Ensemble l’arte del mondo unter seinem künstlerischen Leiter Werner Ehrhardt initiiert wurde, eine Weltersteinspielung heraus – Glucks La clemenza di Tito. Metastasios Textbuch zählt zu den meistvertonten Libretti (u. a. von Caldara, Hasse und […]

Ein modernes psychologisches Drama

Wagners modernes psychologisches Drama: Iphigenia in Aulis (1847): Gedanken zur Umarbeitung von Glucks Iphigénie en Aulide (1774) – der Dirigent Christoph Speringi m Gespräch mit Norbert Bolín anlässlich der Neuaufnahme bei Oehms Classics Norbert Bolín: Mit der Umarbeitung von Glucks Tragédie-Opera Iphigénie en Aulide stellt sich Wagner in eine historische Dimen­sion, die ihn selbstverständlich mit […]

Zwischen Drive und Langeweile

Das Interessante an der neuen Oehms-Aufnahme der Gluckschen Iphigenia in Aulide in der rabiaten Wagner-Fassung ist u. a. das Gespräch zwischen Norbert Bolin und dem Dirigenten Christoph Spering im beiliegenden Booklet, weil dort die entscheidenden Details der Wagnerschen Intentionen ausgebreitet werden. Man macht sich heute nicht mehr klar, dass, wenn die Aulidische Iphigenie in Deutschland […]