Hector Berlioz

Berlioz 2019: Gloire à John Nelson

  Das große Berlioz-Jahr 2019 neigt sich seinem Ende zu. Blickt man auf die Diskographie, die im letzten halben Jahrhundert stattlich angewachsen ist und mittlerweile (fast) keine Wünsche offenlässt, dann kann man sich freilich schon fragen, ob es zum Beispiel einer weiteren Einspielung der Grande Messe des morts, des monumentalen Requiems, bedarf. Ein Mangel an vorbildlichen Aufnahmen besteht eigentlich […]

Das Bessere ist des Guten Feind

  Berlioz und kein Ende. Wohl noch nie wurde soviel auf den Tonträgermark geworfen, ob Neueinspielungen oder Wiederauflagen, wie anlässlich des 150. Todestages dieses bedeutenden und in seiner vollen Genialität erst posthum wirklich gewürdigten französischen Komponisten. Da kann und will auch Sony nicht beiseite stehen, das eine recht bunt zusammengewürfelt erscheinende 10-CD-Box auf den Mark wirft . Die Aufmachung ist denkbar […]

Reichhaltig

  Mit viel Aufwand eröffnete das Berliner Musikfest am 31. August 2019 – was für ein Füllhorn an Überraschungen allein für den Opernfreund, denn vier bzw. fünf konzertante Opern  standen auf dem Programm, wenngleich in Teilen schlecht plakatiert in der Stadt: Benvenuto Cellini, Die Frau ohne Schatten, Rusalka und Roméo et Juliette von Berlioz, dazu kommen […]

Grandios

  Entschieden auf die buffoneske Seite von Berlioz‘ Benvenuto Cellini, als Buffa entworfen und für die Grand Opéra in eine ebensolche umgewandelt, schlug sich Terry Gilliam, als er das Werk nach Art des Hauses an der ENO in englischer Sprache inszenierte. Die original-französische Fassung aus Amsterdam gibt es nun als DVD bei Naxos, und man […]

UND ewig Berlioz

  Im Berlioz-Jubiläumsjahr sind nicht nur mehrere Inszenierungen über die Bretter gegangen und etliche CD-Produktionen erschienen, welche das Publikum zu einer frischen Bewertung dieses bedeutenden, aber von vielen nicht so richtig geliebten Komponisten aufgefordert haben (die OperaLounge hat mehrmals darüber berichtet). Auch publizistisch hat sich viel getan, und der Egomane Berlioz würde sich bestimmt über […]

Fuit Troja, stat Roma

  Das Berlioz-Jahr 2019 bringt nicht nur einige Neuaufnahmen und mehr oder weniger zusammengefasste Gesamtausgaben der bisher aufgenommenen Werke (so bei Warner mit ihren Ex-EMI-Einspielungen,  einigem anderen aus ihren eigenen Beständen sowie die neuen Troyens aus Strassburg), sonder hält uns dazu an – mehr noch als sonst vielleicht – einen näheren Blick auf sein Ouevre […]

Sehnsucht nach dem goldenen Zeitalter

   „Berlioz pour toujors“! möchte man ausrufen angesichts der Fülle an Aufnahmen, die es inzwischen von dem großen Komponisten unseres Nachbarlandes jenseits des Rheins gibt (wo er nachweislich am wenigsten geschätzt wird, wie man der jüngsten Aufführung seines opus summum an der Pariser Oper bei Arte TV entnehmen konnte). Das Berlioz-Jahr 2019 (Berlioz: * 11. Dezember 1803 […]

à la deuxieme

  Les troyens gelten als das „Opus summus“ vom Hector Berlioz und können ohne Übertreibung tatsächlich als „Grand Opéra“ bezeichnet weden. (…) An der Wiener Staatsoper erschien das Werk erstmals am 17.10.1976 als erste Premiere der Direktion von Egon Seefehlner unter der Leitung von Gerd Albrecht und in der Inszenierung Tom O’Horgans im Spielplan. Die Hauptrollen […]

Bewundernswerte Marianne Crebassa

  On a bien lu le titre; on ne se plaindra pas d’avoir été trompé. Ce n’est ni la version italienne avec contralto (ou, comme récemment au Théâtre des Champs-Elysées, contre-ténor) et l’âge baroque qui y transparaît encore, et la naissance de l’émotionnel au théâtre. Ni la version française noble, châtiée, avec ses manières et […]

Bewegte Cartoons

  Die Produktion von Berlioz‘ Benvenuto Cellini von Terry Gilliam, 2014 an der ENO aus der Taufe gehoben, ist nach einer überaus passenden Zwischenstation letzte Saison in Rom nun an der Opéra Bastille angekommen. Neben gelegentlichen Auftritten im Flying Circus und den Kinofilmen hat Gilliam das Werk von Monty Python vor allem mit seinen bewegten Collagen-Cartoons […]

Gloire á Enée

  Die neue Aufnahme von Berlioz´ opus summus, in der Folge der Konzerte in Strasbourg im April 2017 in der dortigen Salle Erasme, kann in mancher Hinsicht als eine der defintiven Aufnahmen dieses Riesenwerkes gelten. Sie atmet französischen Geist und wurde – Dank an Warner – in einer kongenialen Umgebung, in Strasbourg, aufgeommen, mit einem führenden nationalen […]

Zu selten aufgeführt

  Nicht aus dem Sichwundern heraus kommt man beim Genuss der Aufführung von Berlioz‘ Opéra Comique Béatrice et Bénédict von Glyndebourner Festival 2016, dem Staunen darüber, dass dieses zauberhafte Werk nicht öfter aufgeführt wird. Seine Verehrung für Shakespeare brachte der Komponist, verheiratet mit einer berühmten Shakespeare-Schauspielerin, dazu, als Libretto das Lustspiel Much Ado about nothing […]

Luxusbesetzung

  Zu spät stellten wir fest, dass es ja im April 2017 im Straßburger Palais de la Musique et des Congrès, Salle Erasme, ein Konzert der absoluten Sonderklasse gegeben hat: Berlioz-Fachmann John Nelson dirigierte zweimal Les Troyens mit den Solisten Michael Spyres, Marie-Nicole Lemieux und Joyce DiDonato in den Hauptrollen. Dazu kam eine weitgehend nationalsprachige […]

Vom Singspiel zur Grand Opéra

  Lachnith? Oder Lachnitt? Nie gehört, und erst ein Blick auf die französische Wikipedia-Seite bringt Erkenntnis, denn Louis Wenceslas/Wenzel Lachnith (1746-1820) war ein böhmischer Komponist, der im ersten Drittel des nachrevolutionären Jahrhunderts in Paris lebte, aber davon mehr später. In das Blickfeld unserer Tage getreten ist er mit seiner sehr unbekümmerten Neuschöpfung der Mozartschen Zauberflöte im […]