BelAir

Glaube und Eifersucht

  Georg Friedrich Händels spätes Oratorium Theodora steht in der Tradition einer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Christenverfolgung im römischen Reich, ähnliche Geschichten erzählen auch Donizettis Oper „Poliuto“ oder der Hollywood-Monumentalfilm „Quo vadis?“ nach dem Roman von Henryk Sienkiewic. Das Oratorium spielt zu Beginn des 4. Jahrhunderts, der Stadthalter Valens befiehlt Opfergaben zum kaiserlichen Geburtstag, die […]

Betrogener Betrüger

  Bei der Premiere während der Berliner Festtage des Jahres 2015 konnte man bis zum Schluss des 1. Akts noch guten Mutes sein, einem interessanten, aber auch schlüssigen Abend beizuwohnen. Zwar versucht Regisseur und Bühnenbildner Dmitri Tcherniakov das Unmögliche, nämlich die Säkularisierung der Handlung, die er ganz brav, weil weitgehend zutreffend, im Programmheft darstellt, und […]

Platt gewal(t)zt

Kein „Tanzhäuser“ sollte der neue Tannhäuser an der Berliner Staatsoper werden, hatte Daniel Barenboim auf der einführenden Pressekonferenz im Frühjahr 2014 versprochen, auf der Sasha Waltz in der Doppelfunktion von Regisseurin und Choreographin merkwürdig verschwiegen geblieben war, gemeint hatte, die Architektur des Hauses hätte sie dazu inspiriert, die Handlung von Wagners Oper in den Fünfzigern […]

Gemischte Wirkung

Viel Schlimmes bekommen die zarten Ballettelevinnen in der Brüsseler Inszenierung von Bergs Lulu zu sehen, denn Regisseur Krzysztof Warlikowski begnügt sich nicht mit einer Lulu, der phänomenalen Sängerin Barbara Hannigan, sondern hat deren gleich mehrere auf die Bühne der Monnaie gebracht,  so die als Schwarzer Schwan kostümierte Tänzerin Rosalba Torres Guerrero, die in einer Glasvitrine […]