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Siegfried Wagner im Schwulen Museum Berlin? Erbitterte Wagnerianer werden einmal mehr mit den Augen rollen, ist doch der Wagner-Sohn nicht wirklich einer von der Bayreuther Firma geliebter. Zumal er es mit seinen eigenen Opern nie in die Heiligen Hallen gebracht, und die Familie Wagner es doch weitgehend geschafft hat, zumindest nach dem Krieg seine Werke zu  desavouieren. Es ist Enthusiasten wie Peter P. Pachl und der Siegfried-Wagner-Gesellschaft (sowie der Plattenfirma cpo und vor allem der Naxos-Tochter Marco Polo mit ihrer hervorragenden Siegfried-Wagner-Opern-Edition, wie ein Leser nachstehend zu Reicht hinweist) vorbehalten, sich nach wenigen modernen Aufführungen intensiv um Verbreitung und Rezeption des bis heute gemiedenen  Komponisten zu kümmern. Als Dirigent jedoch war er lebenswichtig für die Opern seines Vaters und des Fortbestandes Bayreuths nach Richard Wagners Tod. Seine revolutionären Bühneninnovationen (so beim Tannhäuser 1930) bereiteten den Weg für Wieland Wagners Neues Bayreuth; seine künstlerische Leitung des Hauses sowie seine nie nachlassende Werbung für das Werk des Vaters  bescherte diesem ein neues, dauerhaftes Leben in der Neuzeit.  Er selbst starb 1930, also zweieinhab Jahre vor der Machtergreifung und dem kalendarischen Beginn des Faschismus in Deutschland.  Dieses wichtige historisches Faktum soll nicht vergessen sein.

Heute mehr als früher scheint seine Homosexualität ein brennendes Thema, wann immer man von Siegfried Wagner spricht – vielleicht zu sehr seine Verdienste als Komponist, Organisator und Dirigent überdeckend?  Heute, wo Personen des öffentlichen Lebens schon beim geringsten Anzeichen sogar im Fernsehen geoutet werden und das Privatleben eines Donald Trump grelle Schlagzeilen produziert, ist Intimes von öffentlichem Interesse, oft überproportional und auf Kosten der Betroffenen, so auch hier.

Dennoch – das Leben und die Lebensumstände dieses so im immer wieder publizierten Bannkreis der Bayreuther Familie Stehenden nun mit einer eigenen Ausstellung (zudem erstmals in Berlin) nachzuvollziehen, ist ein reizvolles Projekt, dem sich das Schwule Museum in Berlin im kommenden halben Jahr (2017) widmet.

Dazu erscheint auch der gleichnamige 2. Band der Neuen Schriftenreihe der Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft e. V. (Band 2, 2017); Herausgegeben von Achim Bahr und Peter P. Pachl/ ISBN: 978-3-924522-69-8/ Bestell-Nr.: ARE 2269/ Im Vertrieb der Are Musik Verlag GmbH Postfach 210143 D 55060 Mainz/ www.aremusik.com

Die Ausstellung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft e.V. und dem Richard-Wagner-Museum Bayreuth. Zur Ausstellung wird es einen Katalog geben, herausgegeben von Achim Bahr in der Schriftenreihe der Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft e. V.. Er ist im Museumsshop erhältlich, darin gibt es u. a. Essays zu den schwul-lesbischen Sänger_innen der Bayreuther Festspiele, zu den homoerotischen Elementen in den Opern von Siegfried Wagner und eine Analyse zu Richard Wagner, Homosexualität und Musikforschung. Es wird eine Veranstaltungsreihe im Schwulen Museum* geben, mit Vorträgen und Diskussionen. Es sprechen u.a. Manuel Brug (Die Welt) und Johannes Kram (Nollendorfblog) über Homophobie im Opernbetrieb  sowie Michael Zywietz (Bremen) über das Problem der Musikwissenschaft mit homosexuellen Themen und Künstler_innen. Peter P. Pachl wird wiederholt in Leben und Werk Siegfried Wagners einführen. Eine Konzertreihe wird gestaltet von pianopianissimo-musiktheater München (Foto oben: der junge Siegrfried Wagner / Foto aus P. P. Pachl: „Siegfried Wagner“/ Nymphenburger 1988)

Schwules Museum Lützowstraße 73, 10785 Berlin; Tel.: +49 (0)30 69 59 90 50 ; Fax: +49 (0)30 61 20 22 89/ Tickets online buchen; mehr Infos unter www.schwulesmuseum.de

 

 

Vom 9. bis 25. Juni 2017 widmen sich die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci (Programm & Konzept Andrea Palent/ Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin und Jelle Dierickx/ Dramnaturg und künstlerischer Koordinator) den vielfälti­gen Verbindungen zwischen Erde, Feuer, Wasser, Luft und Musik. In Potsdams Schlössern und Gärten werden die Elemente in Form von Sintflut und Donnerwetter, singenden Steinen, wir­belnden Winden, Schöpfung oder Chaos von Künstlern aus 23 Ländern in über 80 Konzerten, Opern und Führungen musikalisch ausgelotet. Ob bei feurig spanischer Barockoper, einer luf­tigen Sanssouci Jazznacht, beim Fahrradkonzert, den Babelsberger Wassermusiken oder bei exklusiven Hausmusiken am Wasser – die Musik ist ganz in ihrem Element!

Musikfestspiele Potsdam  Sanssouci 2017: Palmensaal 2015/ Foto Stefan Gloede

Im Herzen des Park Sanssouci umarmen vier Statuen die Große Fontäne, es sind die allego­rischen Figuren von Feuer, Wasser, Erde und Luft. Nicht weit davon entfernt, in der Bilder­galerie Sanssouci, zeigt Jan Brueghel d. J. in seinem Gemälde Wasser und Erde verkörpert durch Thetis und Ceres; auf dem Dach des Alten Rathauses versucht Atlas, die Himmels­kugel zu tragen. Es liegt also nahe: Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci zeigen 2017, wie sich Komponisten, Interpreten, Musiktheoretiker, Wissenschaftler oder Instrumenten­bauer im Wandel der Jahrhunderte mit dem Viergespann Feuer, Wasser, Erde und Luft bis heute beschäftigen.

Gleich drei Musiktheaterproduktionen greifen das Thema auf. Als ein Opfer der Elementar­gewalten irrte der Seefahrer Odysseus über die Meere. In William Kentridges legendärer Inszenierung von Monteverdis »II ritorno d’Ulisse« reist Odysseus im Zusammenspiel von Sängern, Puppen und Videoanimationen durch Zeit und Raum. In die Welt des spanischen Barock entführt Antonio de Literes’Opera »Los Elementos« mit sinnlich-explosiver Rhyth­mik und viel Liebe zur weiblichen Stimme. Als Oper für Kinder zeigt die Premiere »Eine kleine Zauberflöte«, wie Tamino und Papageno durch Feuer und Wasser gehen müssen, um die wirkliche Prinzessin zu gewinnen.

Weitere Konzerte beleuchten den Einfluss der Elemente auf Musik und Musiktheorie: von den Tierkreiszeichen zur Alchemie, von den Temperamenten und der damit verbundenen Säftelehre bis hin zur Sphärenharmonie. Auch erklingen Instrumente aus Stein und Glas sowie Pneumaphone oder die baskischen Klanghölzer Txalaparta.

Als Leitbild menschlicher Welterkundung ist die Lehre von Erde, Feuer, Wasser und Luft quasi die Mutter der Naturwissenschaften. Darum sind die Musikfestspiele auch zu Gast an einem der wichtigsten Wissenschaftsstandorte der Region: dem Campus Golm der Universität Potsdam.

Die Babelsberger Wassermusiken feiern Fürst Pücklers Wasserkünste, die nach 100 Jahren wieder sprudeln. Den Schlosspark Babelsberg in neuer, alter Frische erleben die Besucher bei musikalischen Spaziergängen mit Musikinstrumenten rund ums Wasser, Wasserklang­spielen für Kinder und einem Picknickkonzert – erstmals auf der Liegewiese am Tiefen See.

Musikfestspiele Potsdam  Sanssouci 2017: Eröffnung in der Potsdamer Friedenskirche 2016/2015/ Foto Stefan Gloede

Zu den Opern im Einzelnen: Monteverdis »Ritorno d´Ulisse in Patria« (Nikolaisaal Potsdam, Samstag, 10. Juni 2017, 19.00 Uhr | Montag, 12. Juni 2017, 19.30 Uhr; Handspring Puppet Compasny | Ricervar Consort: Musikalische Leitung: Philippe Pierlot, Regie, Videoanimation & Bühne: William Kentridge) »Welche Gegenden umgeben mich? Welche Luft atme ich? Welchen Boden betrete ich?« In William Kentridges Produktion dieses Monteverdi-Klassikers erwacht Homers »Odyssee« zu anschaulich bildhaftem, neuem Leben. Kentridge verlegt die Handlung in das Johan­nesburg der Mitte des vorigen Jahrhunderts; er kombiniert die großartige Musik und das überragende Libretto mit Animationsfilmen seiner Kohlezeichnungen sowie lebensgroß­en hölzernen Puppen, die von der Handspring Puppet Company wunderbar von Hand ge­schnitzt wurden. So entfaltet sich vor dem Publikum die Macht des Mythos in seiner ganzen Vielschichtigkeit. Die Musik wird von Ricercar Consort interpretiert und mit Philippe Pierlot steht ein Spezialist für Alte Musik am Pult. Odysseus ist nicht mehr auf Ithaka, stattdessen liegt er in Erinnerungen schwelgend in einem Krankenhausbett in Johannesburg, bevor er sich dem Tod stellen muss. Die Erin­nerungen an seine zehnjährige Reise nach dem Trojanischen Krieg und das romantische Wiedersehen mit seiner Frau Penelope werden zu einem epischen Traum, der nicht nur ins klassische Griechenland führt, sondern auch in Monteverdis Venedig und das Südafrika der Gegenwart. Eine zeitlose Geschichte über das Elementare im Leben, über Rückkehr, Schicksal, grenzenlose Liebe und menschliche Schwäche.

»II ritorno d’Ulisse« wurde zuerst 1998 beim Künsten FESTIVAL des Arts in Brüssel aufge­führt. Anschließend war die Produktion auf Tournee in Südafrika, Belgien, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Portugal, Frankreich, den USA, Luxemburg, Italien, Australien und Großbritannien zu sehen. Die Fassung 2016 wurde produziert von Quaternaire/Paris mit Unterstützung des Asia Culture Center – Asian Arts Theater (Gwangju), des Lincoln Center’s White Light Festival (New York) und der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci.

Musikfestspiele Potsdam  Sanssouci 2017: Fahrradkonzert 20152015/ Foto Stefdan Gloede

»Los Elementos«: Barockoper al espanol (Orangerieschloss Sanssouci Freitag, 16. Juni 2017 , 20.00 Uhr / Deutschlandpremiere; Samstag, 17. Juni 2017 / Montag, 19. Juni 2017 / Dienstag, 20. Juni 2017, 20.00 Uhr Le tendre amour) Dank ihrer Konzerte und Vorstellungen voller Kreativität, Esprit und Persönlichkeit hat das Ensemble Le tendre Amour die Alte-Musik-Szene überrascht und einen Stil geschaffen, der Zuschauer auf der ganzen Welt begeistert. Von temperamentvoller spanischer Kammeroper über tiefgründiges Shakespeare-Theater bis zu schwungvollem Barockzirkus – Le tendre Amour  machen Gewöhnliches zu Außergewöhnlichem und ziehen das Publikum hinein in ihre Welt einmaliger Schönheit.

Das Ensemble hat seinen Sitz in Spanien und wird geleitet und organisiert von Katy Elin und Esteban Mazer. Hunderte Konzerte führten Le tendre Amour  zu den angesehensten Festivals für Alte Musik und in Konzerthäuser. Zweimal erhielten sie den Jurica Murai und den Ivan Lukacic-Preis beim Varazdin Barockfestival in den Kategorien Beste Interpretation und Bestes Konzert. Die Gruppe war drei Jahre lang »Ensemble in Residence« beim Seviqc Brezice Festival in Slowenien. Einige Kammeroperproduktionen der letzten Zeit waren »Le Devin du Village« (Styriarte Festival Österreich), »La Serva Padrona« (Teatre de Sarriä, Barcelona) und 40 Vorstel­lungen von »Don Quichotte chez La Duchesse«, eine Mischung aus Theater, Zirkus und Barockmusik für die Biennale de Bron in Lyon.

Zusammen mit Regisseur Adrian Schvarzstein hat das Ensemble eine Show aus Zirkus und Barockmusik unter dem Namen »Seasons« für Cirque Noel in Graz geschaffen. Ihre neueste Produktion »TheTempest« erweckt Shakespeares Werk mit Originalmusik und zwei virtuosen Schauspielern aus London zum Leben.

Adrian Schvarzstein ist Argentinier, aber auch Spanier und Italiener – kurzum: eine Mischung aus alldem. Er ist Clown, Schauspieler, Zirkus- und Theaterregisseur, vor allem aber ein ener­giegeladener Entertainer/Showman!

Lullys „Armide“ bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci 2916/ Szene/ Foto© Musikfestspiele Potsdam Sanssouci / Stefan Gloede

Einige Konzert-Höhepunkte:  Freitag, 9. Juni 2017 | 20.00 Uhr | Friedenskirche Sanssouci | An der Großen Fontäne Eröffnungskonzert: MUSIK IN IHREM ELEMENT/ Feuer, Wasser, Erde, Luft im Herzen von Sanssouci Balthasar-Neumann-Chor | Balthasar-Neumann-Ensemble | Olof Boman || Momo Sanno | Maja Jantar | DuoTtukunak | Tony Di Napoli | Ensemble Soplarte/ Samstag, 10. Juni 2017 | 22.00 Uhr | Terrassen Orangerieschloss Sanssouci, Maulbeerallee Open-Air-Konzert: FEUER WASSER STURM BAROCK! Musikalische Naturschauspiele mit Feuerwerk Concerto Copenhagen | Lars Ulrik Mortensen/ Sonntag, 11. Juni 2017 | ab 10.00 Uhr | In, um und rund um Potsdam herum FAHRRADKONZERT: 7 Seen, 7 Kirchen, viel Musik und immer am Wasser entlang!/ Sonntag, 11. Juni 2017 | 20.00 Uhr | Friedenskirche Sanssouci DIE SINTFLUT: Ein Meisterwerk taucht wieder auf/ Cappella Mediterranea | Choeur de chambre de Namur | Leonardo Garcia Alarcön/ Samstag, 17. Juni 2017 | ab 14.00 Uhr | Park Babelsberg BABELSBERGER WASSERMUSIKEN Musikalische Spaziergänge, Wasserklangspiele für Kinder und ein Picknickkonzert am Tiefen See Trio Mandili | German Hornsound | Ludo Marien | Alexandros Giovanos u.a./ Samstag, 17. Juni 2017 | 21.00 Uhr | Areal am Schloss Sanssouci Open-Air-Konzert: SANSSOUCI JAZZNACHT – ON AIR Luftiger Jazz in historischem Ambiente/ Freitag, 23. Juni 2017 | 20.00 Uhr | Nikolaisaal Potsdam ITAIPU – DER SINGENDE STEIN Monumentales chor-sinfonisches Werk von Philip Glass Deutsches Filmorchester Babelsberg | NFM Chor Wroclaw/ Samstag, 24. Juni 2017 | 20.00 Uhr | Friedenskirche Sanssouci GESCHWINDE, IHR WIRBELNDEN WINDE! Bei Bach und Telemann liegt Musik in der Luft/ Capeila Augustina | Vokalakademie Berlin | Andreas Spering/ Sonntag, 25. Juni 2017 | 21.00 Uhr | Communs Neues Palais von Sanssouci Sanssouci Prom Concert: FEUER! Abschlusskonzert mit Feuerwerk (Helena Juntunen, Sun-Hae Im, Ed Lyon | Brandenburger Symphoniker | Bart Van Reyn)

Kartenvorverkauf ab 11. Januar 2016; Information und Karten: Tel. +49 (331) 28 888 28/ www.musikfestspiele-potsdam.de/ Foto oben: Musikfestspiele Potsdam  Sanssouci 2017

 

 

Weimar, 06.01.2017: „Die schönere Wahrheit“: Dritte Opern-Uraufführung des Weimarer Kompositionsstudenten Giordano Bruno do Nascimento. Er ist Kompositionsstudent in der Weimarer Klasse von Prof. Reinhard Wolschina – und schon ein gestandener Komponist: Seine dritte abendfüllende Oper präsentiert der Brasilianer Giordano Bruno do Nascimento Anfang Februar 2017 im Kulturzentrum „mon ami“. Die Uraufführung der dreiaktigen Oper „Die schönere Wahrheit“ findet am Mittwoch, 8. Februar 2017 um 19:30 Uhr im Großen Saal des „mon ami“ statt. Folgeaufführungen gibt es zur gleichen Uhrzeit am 9. sowie am 10. Februar. Eintrittskarten zu 7,50 Euro, ermäßigt 5 Euro, sind bei der Tourist-Information Weimar sowie an der Abendkasse erhältlich. Das Libretto für die 2016 komponierte Oper stammt von Lisa Astrid Mayer, die auch Regie führt. Auf der Bühne stehen sechs Gesangsstudierende der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, es spielt ein gemeinsames Projektensemble der Hochschule und ihres Hochbegabtenzentrums am Musikgymnasium Schloss Belvedere unter der Leitung des Komponisten. Für das Bühnenbild zeichnet Selma Kracht verantwortlich, die Kostüme schuf Ron Weigel. Das Projekt wurde von den Studierenden selbst organisiert, die wöchentlichen Proben erstreckten sich über das ganze Wintersemester 2016/17. Die Oper „Die schönere Wahrheit“ thematisiert das Leben in einer autoritären Überwachungsgesellschaft. Im Mittelpunkt der Handlung steht der „Skeptiker“, der dem Lebensstil und besonders den Missständen seiner Umwelt sehr kritisch gegenübersteht. Mit seiner Kritik stößt er jedoch auf taube Ohren. „Und das aus völlig unterschiedlichen Gründen“, wie die Librettistin Lisa Astrid Mayer erklärt: „Verdrängung, Ignoranz, Manipulation, Naivität und übertriebene Heimatliebe geben ihm das Gefühl, allein auf weiter Flur zu sein.“ Nach und nach von all seinen Mitmenschen verlassen, zunehmend paranoid und schließlich vom „Konformer“ jeglicher Hoffnung beraubt, wählt er den radikalsten aller Auswege. „Übrig bleiben eine sich selbst rechtfertigende Gesellschaft und ein winziges Fünkchen veränderbare Zukunft“, so Mayer. Bereits zweimal begeisterte Kompositionsstudent Giordano Bruno do Nascimento mit seinen Werken das Weimarer Publikum: 2014 feierte seine Kammeroper „Lucie“ Premiere, vor einem Jahr folgte dann der düster-dynamische Dreiakter „Die Marmorpuppe“. Der 35-jährige Brasilianer hat einen bewegten Lebensweg hinter sich: Er studierte in Brasilien zunächst Geschichte, absolvierte dann eine Gesangsausbildung in Italien und Deutschland. Seit 2013 studiert er nun „Instrumentale Komposition“ bei Prof. Reinhard Wolschina an der Weimarer Musikhochschule – und absolviert mit der Opernpremiere im Februar zugleich seine Bachelorprüfung. Das Schaffen von Giordano Bruno do Nascimento umfasst neben dem Musiktheater auch viele Solostücke sowie Kammermusik- und Orchesterwerke. Quelle http://www.hfm-weimar.de/

 

Carl Loewe Gesellschaft Löbejün – Carl-Loewe-Museum: Das seit 2014 neu gestaltete Carl-Loewe-Museum in Löbejün (Kirchplatz 2) bietet in der Dauerausstellung umfangreiche Informationen zu Leben und Werk des Komponisten sowie interessante Hörerlebnisse von historischen Aufnahmen mit berühmten Sänger/innen seit Beginn der Tonaufzeichnungen, auch auf originalen Abspielgeräten. Öffnungszeiten des Carl-Loewe-Museums: Montag geschlossen, Dienstag 14 – 19 Uhr, Donnerstag 14 – 18 Uhr, Jeden 1. Sonntag im Monat: 14.00 – 16.00 Uhr, Führungen können auf Wunsch auch außerhalb dieser Öffnungszeiten vereinbart ­werden. www.carl-loewe-gesellschaft.de

Tag des offenen Denkmals: Sonntag 11. September 2016, ab 14.00 Uhr Tag des offenen Denkmals mit Sonderführungen durch das Carl-Loewe-Museum: Die Geschichte des Loewe-Denkmals in Löbejün – ein Ergebnis des gemeinsamen Interesses der Bürger/innen der Region seit 1888. Der lange Weg zu einem weltweit einzigartigen Carl-Loewe-Museum. Die ICLG lädt alle interessierten Bürger/innen aus Löbejün sowie näherer und weiterer Umgebung ein, zum „Tag des offenen Denkmals“ das denkmalgeschützte Carl-Loewe-Haus zu besuchen. Wir werden über die interessante Geschichte des Carl-Loewe-Denkmals in Löbejün informieren und anhand von Zeitdokumenten darstellen, durch welch großes gemeinsames Interesse in der Region seit 1888 – der Gründung des ersten Löbejüner Loewe-Vereins – dieses Loewe-Denkmal finanziert und zum 100. Geburtstag von Carl Loewe am 30. November 1896 aufgestellt werden konnte. Als Neuheit im Museum zeigen wir einen Originalbrief der Tochter von Carl Loewe, Julie Hepburn von Bothwell, vom 24.November 1896, wo sie ihre Absage zu der Feier am 30.November 1896 – dem hundertsten Geburtstag von Carl Loewe mit Aufstellung des Loewe-Denkmals mitteilt und Aussagen zu den Oratorien von Carl Loewe macht. Den Brief haben wir in den Originalunterlagen des Löbejüner Loewe-Vereins (gegründet 1888) gefunden. Die Verbindungen zu den Loewe-Denkmalen in Kiel und in Stettin bis in die aktuelle Zeit zeigen das Engagement von Loewe-Enthusiasten. Der Weg des Denkmals vom Platz vor dem im Jahre 1888 neu gebauten Schulgebäude – dem heutigen Carl-Loewe-Haus – bis zu seinem jetzigen Standort vor dem Rathaus – wird authentisch nachgezeichnet auf der Grundlage der im Sockel des Denkmals gefundenen Dokumentenrollen. Alle Veranstaltungen: mehr Infomationen

Nächste Veranstaltungen Samstag, 24.September 2016, 19:00 Konzertprogramm mit Orgelspiel und Chorgesang Stadtkirche St. Petri „Collegium Canticum Novum“ Ltg. Kirchenmusiker Tim Dietrich Meyer; Veranstalter: Kirchengemeinde Löbejün; Das Carl-Loewe-Museum ist 2 Stunden vor Konzertbeginn für Besucher geöffnet.

Freitag, 30. September 2016, 11:00, „Tag des Singens“, Stadtkirche St. Petri Im Rahmen des Jugendmusikfestes des Landesmusikrates LSA finden an diesem Tage viele Veranstaltungen statt, wo Kinder zum Singen animiert werden. Zum 3. Male in Löbejün sind eingeladen KITA-Kinder aus der Region, Schüler/innen der Carl-Loewe-Grundschule der Stadt Wettin-Löbejün und der Frauenchor Löbejün, unterstützt und begleitet von Lehrkräften der Kreismusikschule „Carl Loewe“. Alle Sangesfreudige sind herzlich eingeladen mitzusingen!

Samstag, 22. Oktober 2016, 18:00 Abendgottesdienst Stadtkirche St. Petri; Mit dem Chorensemble „Bleucanto“, Veranstalter: Kirchengemeinde Löbejün;
Das Carl-Loewe-Museum ist 2 Stunden vor dem Gottesdienst für Besucher geöffnet.

Sonntag, 6. November 2016, 17:00, Konzert Bartsch & Band; Carl-Loewe-Haus im Rahmen der 6. Saalekreisliteraturtage (28.09.-26.11.2016), Neueste und ganz den aktuellen Ereignissen verbundene Songs, Lieder und Balladen werden im Kammermusiksaal des Carl-Loewe-Hauses unter dem Motto „Und willst du mein Freund sein… – Konzert mit dem Liederpoeten Paul Bartsch und seiner Band“ zu hören sein. Mit einfachen, klaren Worte, die in diesen Liedern den Ton angeben, gelingt es dem Literaturwissenschaftler und Hochschulprofessor die Menschen zu erreichen und der Gleichgültigkeit im Geiste und der Trägheit im Herzen zu begegnen.
Ähnliche Konzerte in den Jahren 2015 und 2014 haben die Besucher begeistert.
Ein Besuch lohnt sich auch in diesem Jahr!!!

Sonntag, 27.November 2016, 17:00, Muietisches Klavierkonzert, Kammermusiksaal des Carl-Loewe-Hauses, Klavier-Konzert zu Ehren des Geburtstages von Carl Loewe (30.11.1796) mit Heloise Palmer, Stuttgart (nähere Informationen ab Oktober auf unserer Webseite)

Sonntag, 04. Dezember 2016, 14:00 Nikolauskonzert der Kreismusikschule „Carl Loewe“ Historisches Bogenhaus in Löbejün; Unter dem Motto “ Lasst uns froh und munter sein“ musizieren Schüler/innen in der Vorweihnachtszeit.

Sonntag, 04. Dezember 2016, 16:00 Adventskonzert Hospitalkapelle St. Cyriaci, Löbejün, Veranstalter: Kirchengemeinde Löbejün; Das Carl-Loewe-Museum ist 2 Stunden vor Konzertbeginn für Besucher geöffnet. Alle Veranstaltungen: mehr Infomationen Internationale Carl-Loewe-Gesellschaft e.V., Am Kirchhof 2, OT Löbejün, 06193 Wettin-Löbejün, Telefon (034603) 71188, info@carl-loewe-gesellschaft.de www.carl-loewe-gesellschaft.de

 

Welturaufführung von Johann David Heinichens italienischer Oper „Flavio Crispo“Nach rund dreihundertjährigem Schlummer wird il Gusto Barocco am 18. Juni Heinichens italienische Oper Flavio Crispo zur Uraufführung bringen, die aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte eines der wertvollsten Zeugnisse der damaligen Zeit ist. Diesem Werk war seinerzeit am Dresdener Hof wenig Erfolg beschieden.Ein Streit der beiden weltberühmten  Kastraten Senesino und Matteo Berselli sorgte für einen Eklat, weshalb August der Starke unverzüglich alle Sänger entließ, obwohl Flavio Crispo bereits vollständig komponiert war.

Der Komponist Johann David heinichen/ OBA

Der Komponist Johann David Heinichen/ OBA

Ausschlaggebend war angeblich Senesinos Unzufriedenheit über die Art und Weise, wie Heinichen die italienischen Worte in Musik gesetzt hatte, weshalb er die Noten zerriss und dem Komponisten vor die Füße warf. Senesinos respektlose Einmischung hatte aller Wahrscheinlichkeit nach bestimmte Gründe: Kurz zuvor war Georg Friedrich Händel nach Dresden gereist, um Senesino für seine Londoner Opernakademie zu engagieren. Es ist davon auszugehen, daß der Sänger diesen Eklat absichtlich provozierte, um das Dresdener Vertragsverhältnis rasch zu beenden. Unter August dem Starken erreichte die Hofkapelle in Dresden ihre Blütezeit. Es wurden erstklassige Musiker aus ganz Europa, überwiegend aus Italien engagiert. Auch in Heinichens Kompositionsstil schlägt sich dies nieder: Die Instrumentierung ist mit Hörnern, Flöten und Oboen äußerst reichhaltig. Stilistisch handelt es sich um eine klassische „opera seria“ (dt.: ernste Oper), die hohe Ansprüche von Virtuosität an die Sänger erfordert, vor allem in der für Senesino komponierten Soprankastratenpartie. Der musikalische Satz ist bei weitem nicht mehr so streng kontrapunktisch wie noch bei Scarlatti und Vivaldi. Heinichens Musik zeigt erste Anklänge des melodiösen Stils, den Johann Adolph Hasse weiterentwickelte. Johann David Heinichen (1683-1729) war Zeitgenosse Johann Sebastian Bachs, Georg Philipp Telemanns und Georg Friedrich Händels. 1710 reiste er nach Venedig, wo Antonio Lotti und Antonio Vivaldi zu dieser Zeit große Erfolge feierten. Es ist wahrscheinlich, dass Heinichen hier seine Kompositionstechnik der italienischen Oper perfektionieren konnte. August der Starke engagierte ihn 1717 als Hofkapellmeister an den Dresdner Hof, wo Heinichen für den Rest seines Lebens blieb. Zu Heinichens Unglück stand kurz darauf auch der berühmte Antonio Lotti unter Vertrag, der seinen eigenen Librettisten und ein Ensemble mit nach Dresden brachte. So stand Heinichen stets im Schatten, bis Lotti 1719 nach Venedig zurückkehrte. Prompt erreichte ihn der Auftrag, für die Saison 1720 die italienische Oper Flavio Crispo zu komponieren. Es sollte seine einzige Oper für den Dresdner Hof bleiben. Das Libretto stammt aller Wahrscheinlichkeit nach von Stefano Bernardo Pallavicini, der bereits für Antonio Lotti tätig gewesen war. Nach der erfolgreichen Uraufführung der Oper Tisbe des Stuttgarter Hofkomponisten Brescianello im vergangenen Jahr setzt das Ensemble mit dieser vielleicht wertvollsten italienischen Barockoper, die im 18. Jahrhundert für einen deutschen Hof komponiert wurde, sein Erfolgskonzept fort. Der Südwestrundfunk wird die Oper in Koproduktion mit dem Label cpo auf CD dokumentieren.

Personenkonstellation & Besetzung: Flavio Crispo (Costantinos Sohn) – Leandro Marziotte, Sopran,Fausta (Tochter des früheren Kaisers Massimiano und Frau Costantinos) – Nina Bernsteiner, Alt, Costantino (Römischer Kaiser und Faustas Gemahl) – Ismael Arroniz, Bass, Elena, (Englische Prinzessin am Hof) – Dana Marbach, Sopran, Imilee (Assaricos Tochter, des ostfränkischen Königs) – Silke Gäng, Alt; Il Gusto Barocco – Stuttgarter Barockorchester, Jörg Halubek | Musikalische Leitung; Donnerstag, 9. Juni 2016, 17 Uhr (Bildungszentrum Hospitalhof)
Vortrag Christiane Lutz (Psychotherapeutin, CG-Jung-Institut Stuttgart) – Das Libretto von
„Flavio Crispo“Samstag, 18. Juni 2016, 19 Uhr (Musikhochschule Stuttgart);

 

niusic.de ist ein neues Online-Magazin für klassische Musik in Zusammenarbeit mit Rondo, das sich vor allem an Neugierige und Einsteiger richtet. Die Seite ist stark visuell ausgerichtet und uneingeschränkt zugänglich. Die Themen decken auf spielerische Weise einen breiten Horizont ab. Die Idee wurde vom Klassikmagazin RONDO entwickelt. Durchgeführt als Kooperation mit dem Musikfestival „Heidelberger Frühling“ ist niusic.de die Plattform, auf der klassische Musik neu entdeckt wird.  www.niusic.de

 

6. Carl-Loewe-Festtage in Löbejün: 22. – 24. April 2016. Auch in diesem Jahr möchten wir Sie wieder mitnehmen auf eine ganz besondere musikalische Entdeckungsreise, um neue Facetten des kompositorischen Gesamtwerkes von Carl Loewe kennenzulernen. Der erste Veranstaltungstag bietet am Freitagabend die ganze Vielfalt Loewescher Kompositionen auf und zeigt die Inspiration seiner Musik für nachfolgende Musikergenerationen. Neben den Wiederaufführungen verschollen geglaubter Opern- und Schauspielmusik wird eine Auswahl der schönsten Orchesterbearbeitungen Loewescher Balladen erklingen. Das Konzert wird Live von MDR Figaro übertragen. Als Höhepunkt am Samstag hat Cord Garben, Ehrenmitglied der ICLG, mehrfacher Grammy-Preisträger und Präsident der Brahmsgesellschaft in Hamburg, ein herausragendes Konzert unter dem Motto „Loewe und Schumann – zwei große Romantiker“ erstellt. Insgesamt sieben namhafte Künstler – Piano, Violine, Klarinette, Violoncello und Gesang – lassen Balladen und Lieder erklingen, so das selten aufgeführte Grand-Trio (op. 12 für Klavier, Violine und Violoncello) von Loewe, Schumann Fantasiestücke (op. 76 für Klarinette/Klavier) und die Schottischen Bilder (op. 112 für Klavier/Klarinette) von Carl Loewe. Das komplette Programm und Kartenbestellungen ab März unter ­­ www.carl-loewe-gesellschaft.de und im Carl-Loewe-Haus in Löbejün (T 034603 71188)/ Carl-Loewe-Museum. Das seit 2014 neu gestaltete Carl-Loewe-Museum in Löbejün (Kirchplatz 2) bietet in der Dauerausstellung umfangreiche Informationen zu Leben und Werk des Komponisten sowie interessante Hörerlebnisse von historischen Aufnahmen mit berühmten Sänger/innen seit Beginn der Tonaufzeichnungen, auch auf originalen Abspielgeräten. Öffnungszeiten des Carl-Loewe-Museums: Montag geschlossen, Dienstag / Freitag 14 – 18 Uhr, Mittwoch / Donnerstag 8 – 13 Uhr, Jeden 1. Sonntag im Monat: 14.00 – 18.00 Uhr; Führungen können auf Wunsch auch außerhalb dieser Öffnungszeiten vereinbart ­werden. www.carl-loewe-gesellschaft.de

 

Neuburger Kammeroper im Stadttheater Neuburg an der Donau: Abenteuerlust (Joconde ou Les Coureurs d’aventures), Libr.: Ch. G. Etienne Musik: Nicolas Isouard, ML.: A. Rottenaicher, I: H. Vladar, ab 23. Juli 2016 (www.neuburger.kammeroper.de)

 

Die Deutsche Oper Berlin startet mit den Premieren von Mozarts COSI FAN TUTTE (am 25. September) und Meyerbeers DIE HUGENOTTEN (am 13. November) in die Saison 2016/17 und setzt damit zwei Linien aus der vergangenen fort: letzte Premiere der laufenden Spielzeit ist Mozarts DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL, ebenfalls unter musikalischer Leitung von Donald Runnicles, so dass sich für Orchester und Sänger-Ensemble die Erarbeitung des speziellen Mozart-Klangs mit gleich zwei Neuproduk­tio­nen vertiefen kann. Mit Robert Borgmann wurde für COSI FAN TUTTE ein junger, mehrfach ausgezeichneter Schauspielregisseur mit einer ganz eigenen Handschrift gewonnen, der zum ersten Mal an der Oper arbeitet.

Aber auch die Beschäftigung mit Giacomo Meyerbeer und Benjamin Britten, die in den letzten Spielzeiten begon­nen wurde, findet ihre Fort­setzung: Wir freuen uns, dass in den HUGENOTTEN Juan Diego Flórez die Partie des Raoul von Nangis in der Inszenierung von David Alden übernimmt, am Pult steht Michele Mariotti. Und am 19. März 2017 hat Brittens TOD IN VENEDIG Premiere, Regie führt der Brite Graham Vick, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Donald Runnicles.

Ein Symposion zum Thema Oper und Religion geht der Premiere der HUGENOTTEN vom 11. bis 13. November voraus. Oper stellt die Fragen nach Erlösung und Verdammnis, sie imitiert religiöse Rituale, sie beleuchtet aber auch den Missbrauch von Religion für machtpolitische Zwecke.

In Vorträgen und Podiumsdiskussionen widmet sich das Symposion dem Umgang der Oper mit dem Glauben, aber auch dem Umgang der Welt­religionen mit dem Musiktheater. Das Engagement für die zeitgenössische Oper, das mit der Uraufführung von Georg Friedrich Haas’ MORGEN UND ABEND (als Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden) in dieser Saison einen pointierten Anfang setzt, wird von nun an jährlich auf der großen Bühne fortgeführt. Am 19. Februar wird Andrea Lorenzo Scartazzinis EDWARD II. unter musikalischer Leitung von Thomas Søndergård und in der Regie von Christof Loy uraufgeführt. Und schon heute sei verraten, dass Aribert Reimann, dem wir in der kommenden Woche ein Sinfoniekonzert zu seinem 80. Geburtstag widmen, für uns eine neue Oper schreibt, die im Herbst 2017 urauf­geführt werden soll. Mit der Premiere von Wagners DER FLIEGENDE HOLLÄNDER am 7. Mai 2017 komplettieren wir, unter musikalischer Leitung von Donald Runnicles, das Repertoire der Wagner-Opern am Haus. Und wir freuen uns, nach der erfolgreichen Zusammenarbeit bei Berlioz’ FAUSTS VERDAMMNIS Christian Spuck wieder als Regisseur für eine Neuproduktion gewonnen zu haben. Zum Ende der Saison, mit Premiere am 17. Juni 2017, zeigen wir als Koproduktion mit dem Royal Opera House in Covent Garden Modest P. Mussorgskijs BORIS GODUNOW mit Ain Anger in der Titelpartie.

 

In der Tischlerei, jenem Raum für Experimente, die sich auf die Tradition der Oper beziehen können oder aber versuchen, etwas Neues und Eigenständiges zu kreieren, beginnt die Saison am 1. Oktober mit der Uraufführung von GIANNI. Dafür kooperiert die Berliner Band Brandt Brauer Frick mit Künstlern der unterschiedlichsten Genres, so dass Operngesang, Clubmusik und Elemente eines Voguing-Balls eine neue musiktheatrale Form versprechen. In DIDO (Premiere am 28. Januar) geht es um eine Neubearbeitung von altem Material: Der Berliner Komponist Michael Hirsch arrangiert die Musik von Purcells DIDO AND AENEAS neu und stellt sie seiner eigenen Komposition des Librettos LA DIDONE ABBANDONATA aus dem Jahr 2003 gegenüber. Mit den NEUEN SZENEN III wird die Arbeit mit jungen Komponisten und Studierenden der Hochschule für Musik Hanns Eisler im April 2017 fortgesetzt. Wir freuen uns, dass die Deutsche Oper Berlin für die International Opera Awards 2016 in der Kategorie „bestes Opernensemble“ nominiert wurde und damit das sehr erfolgreiche Opernjahr von der internationalen Jury honoriert wird. (Querlle DOB Pressestelle)

 

Zwei Mayr-Opern in Oberbayern: Die „Internationale Simon-Mayr-Gesellschaft“ Ingolstadt kündigt in ihrer letzten Aussendung für das laufende Jahr Aufführungen von zwei Opern des Donizetti-Lehrers Giovanni Simone Mayr an. Im Rahmen der Audi Sommerkonzerte erklingt am 7. Juli im
Festsaal der Stadt Ingolstadt seine große Oper I Misteri Eleusini (UA 1802 Scala/Mailand) mit dem Münchner Rundfunkorchester unter George Petrou. Ende August verwandelt sich der idyllische Schlosshof in Sandersdorf in eine malerische Opernkulisse für die vergnügliche Farsa Belle ciarle, e tristi fatti (UA La Fenice/Venedig 1807). Es ereignen sich also „Schöne Reden und schlimme Taten“ mit dem Georgischen Kammerorchester unter Andreas P. Heinzmann. Am 2. und 3. September wird diese heitere Kurzoper auch in Celle gastieren.

THE OPERA ORCHESTRA OF NEW YORK TO PRESENT DONIZETTI’S PARISINA D’ESTE, WEDNESDAY, MAY 4, 2016, 7:30 PM Starring Soprano ANGELA MEADEConducted by EVE QUELERJAZZ AT E THEATER/ TICKETS GO ON SALE ON MONDAY, MARCH 28LINCOLN CENTER’S ROSENew York, NY (March 11, 2016) – The Opera Orchestra of New York will present an opera-in-concert performance of Gaetano Donizetti’s Parisina D’este conducted by the company’s Founder & Music Director Laureate Eve Queler on Wednesday, May 4, 2016 at 7:30 p.m. at Jazz at Lincoln Center’s Frederick P. Rose Hall, Broadway at 60th Street, New York City. Soprano Angela Meade, one of today’s foremost exponents of the Bel Canto repertoire, will star in the title role. Parisina D’Este also features a cast of young artists including American tenor Aaron Blake in the role of Ugo, Chinese Baritone Yunpeng Wang in the role of Duke Azzo, Serbian bass Sava Vemić in the role of Ernesto, and American Soprano Mia Pafumi in the role of Imelda. The opera received its American premiere at the St. Charles Theatre in New Orleans on June 4, 1837 and was the first opera by Donizetti to be performed in the United States. Parisina d’Este was presented by OONY in 1974 and starred Montserrat Caballé (Parisina), Jerome Pruett (Ugo), Louis Quilico (Azzo), James Morris (Ernesto), and conducted by Eve Queler. The Donizetti Society of England stated that in this performance “Caballé revealed her mastery in portraying one of Donizetti’s tragic heroines. The conductor Eve Queler commendably restored the work to accord with composer’s autograph at Bergamo”.Single tickets priced from $35 – $165 and go on sale on Monday, March 28 and can be purchased at the the Box Office at Jazz at Lincoln Center, by phone via CenterCharge at 212-721-6500, or online through the Jazz at Lincoln Center website at www.jazz.org.

 

Rossini in Wildbad 2016 – ein kleines Festival geht hoch hinaus: Bad Wildbad – In diesem Jahr will das Festival Rossini in Wildbad im wahrsten Wortsinne über sich hinauswachsen: Auf dem 726 Meter hohen Sommerberg soll das Eröffnungskonzert in Spitzenbesetzung stattfinden, im imposanten, 40 Meter hohen Holzturm des Baumwipfelpfads. Rossinis Schaltjahrsgeburtstag wird so nachträglich mit Weitsicht – das Panorama reicht bis zu den schneebedeckten Schweizer Gipfeln – gefeiert.

Auch bei den Opern sind die Besetzungen vom Feinsten: Sofio Mchedlishvili, die 2014 als Contessa Folleville brillierte und Victoria Yarovaya, die virtuose Mezzosopranistin, letztes Jahr als Falliero gefeiert, sind die Protagonisten in DEMETRIO E POLIBIO im Königlichen Kurtheater, bei der ersten Oper, die wir dieses Jahr aufführen. Nicola Berloffa inszeniert, Luciano Acocella dirigiert.

Sechs bezaubernde junge Sängerinnen, ausgewählt bei Auditions, die in Spanien, Italien, Österreich und Deutschland stattfanden, sind die Stars der Oper IL CONTE DI MARSICO. Diese Oper hat nur einen Tag nach DEMETRIO Premiere. Es handelt sich um ein Gastspiel aus Barcelona vom Teatro di Sarrià in Zusammenarbeit mit der Opera di Firenze/Maggio musicale fiorentino bei der Akademie BelCanto Premiere hat. Die Inszenierung dieser modernen Erstaufführung (Premiere ist im April 2016 in Barcelona) stammt von Festivalleiter Jochen Schönleber.

Und auch die Hauptproduktion dieses Jahres in der Trinkhalle stammt vom Festivalleiter: Mit Margarita Gritskova, die 2014 einen sensationellen Erfolg als Ottone feierte und der wunderbaren Silvia dalla Benetta stehen zwei der besten Sängerinnen des Festivals auf der Bühne bei SIGISMONDO, einer romantischen Oper über einen verwirrten Prinzen. Der musikalische Leiter des Festivals, Antonino Fogliani, dirigiert.

Auch die konzertanten Titel haben es in sich: BIANCA E GERNANDO, die erste Oper Bellinis von 1825, für einige der besten Sänger seiner Zeit geschrieben, wird mit einem Top-Cast konzertant aufgeführt. Neben Silvia dalla Benetta stehen mit Maxim Mironov und Vittorio Prato zwei Sänger vor den Mikrofonen, die bereits 2012 mit I BRIGANTI Furore gemacht haben. Maxim Mironov gehrt zu den ganz wenigen Tenören weltweit, welche die extrem hohen Rollen für den legendären Tenor Rubini aus Bergamo wirklich schön singen können. Deshalb steht er auch im Mittelpunkt bei einem Programm mit bekannten und gänzlich unbekannten Stücken für Rubini unter dem Titel RUBINI ROSSINI BELCANTO.

Nicht fehlen darf natürlich die Aufführung der Akademie BelCanto. Dieses Jahr ist es Rossinis großer französischer Spaß LE COMTE ORY, mit vorzüglichen jungen Solisten halbszenisch zubereitet von Nicola Berloffa und von Luciano Acocella dirigiert.

Nie war der Vorverkauf Bei ROSSINI so stark und so früh im Gang wie in diesem Jahr. Für etliche Aufführungen, besonders am Schluss des Festivals, sind keiner oder nur noch Restkarten erhältlich, da auswärtige Gäste meist am Schlusswochenende anreisen. Für Premieren stehen die Chancen noch etwas besser. Der Festivalleiter ist über diese Entwicklung glücklich: „Mit dem Kurtheater und der endlich auch klimatisch verbesserten Trinkhalle haben wir zwei vorzügliche Spielstätten. Wir freuen uns, dass nun endlich beide gleichermaßen vom Publikum angenommen werden.“​ http://rossini-in-wildbad.de

 

All’Opera: Das Original aus Italien im Kino – 20th CENTURY FOX zeigt die berühmte Oper „DER BARBIER VON SEVILLA“ aus dem Teatro Regio Torino/ 20th Century Fox zeigt in Kooperation mit dem italienischen TV-Sender RAI Com ab Freitag, den 25. März 2016 Rossinis Meisterwerk Il Barbiere di Siviglia im Kino. 200 Jahre nach der Uraufführung kommt die weltberühmte Oper nun im Rahmen der Kino-Event Reihe „All’Opera“ aus dem Teatro Regio in Turin in die deutschen und österreichischen Kinosäle. Seit Dezember 2015 zeigt All’Opera die größten italienischen Opern im Kino. In einem vielseitigen Programm der größten Komponisten wie Rossini, Puccini und Donizetti können Kinobesucher klassisch-italienische Kultur mit jungen Talenten und namhaften Künstlern erleben. Durch exklusive Hintergrundberichterstattung sowie Interviews mit den Sängern soll das Publikum sich hier wie direkt auf oder sogar hinter der Bühne fühlen. Die Event-Reihe wird vom italienischen Rundfunksender RAI Com gefilmt und von 20th Century Fox in die deutschen und österreichischen Kinos gebracht. Die Kinobesucher genießen nicht nur eine Opernübertragung auf der großen Leinwand, sondern auch die besondere Atmosphäre eines glamourösen Abends. Das Kino- Event findet deutschland- und österreichweit in ausgewählten Kinos statt. Weitere Informationen finden Sie online unter http://www.all-opera.com/de. Das kommende Programm von All’Opera auf einen Blick: Il Barbiere di Siviglia: Ab 25. März 2016, http://www.all-opera.com/de/opere/ilbarbiere-di-siviglia; La Fanciulla Del West: 10. Mai 2016 (LIVE), http://www.all-opera.com/de/opere/lafanciulla-del-west/ La Favorita: Ab 24. Juni 2016, http://www.all-opera.com/de/opere/la-favorita.

Das Teatro Regio Torino wurde im Dezember 1740 ursprünglich als Theater des Fürstenhofes von Savoyen eingeweiht. Seit seiner Eröffnung ist es ein bedeutendes internationales Opernhaus. Hier fanden etwa die Uraufführungen von Puccinis „Manon Lescaut“ und „La Bohème“ oder die italienische Erstaufführung von Richard Strauss‘ „Salome“ statt. Das alte Theater wurde durch einen Brand im Jahre 1936 zerstört. Das neue, architektonisch herausragende Gebäude von Carlo Mollino wurde im April 1973 eingeweiht. Schnell machte sich das Teatro Regio Torino einen Namen als eines der führenden Opernhäuser Italiens./ All’Opera – eine einmalige Opernsaison in der Tradition der klassisch-italienischen Kultur. / Internet: www.conjoin-communication.de/ conjoin communication GmbH | Geschäftsführer: Rezzan Güvenir, Tom Koch

 

DomStufen-Festspiele in Erfurt 2016!: Mit Tosca zeigen wir in diesem Jahr Giacomo Puccinis wohl härteste Oper auf den Domstufen. Zwar ist die Leidensgeschichte zweier Liebender in die wundervolle Musik des Komponisten eingebettet, doch vereint das Werk alle Zutaten, die es zu einem packenden Thriller werden lässt. Politische Willkür, Eifersucht, Leidenschaft, Verrat und Mord sind in Tosca so eng miteinander verwoben, dass es für jeden Regisseur eine große Herausforderung ist, dieses Stück auf eine Bühne zu bringen. So sieht es auch Jakob Peters-Messer, der sich dieser Herausforderung bereits zum dritten Mal stellt, aber zum ersten Mal auf einer Open Air-Bühne. „Die Domstufen sind ein sehr spezieller Ort, und ich habe großen Respekt vor allen, die dort schon inszeniert haben. Die Monumentalität von Tosca und das Historische passen natürlich perfekt dorthin“, so Peters-Messer, der sein Regiekonzept in einer düsteren, geheimnisvollen und fantastischen Ästhetik des 19. Jahrhunderts à la Les Misérables angelegt hat. Den Erfurtern ist Peters-Messer übrigens durch seine Inszenierung der Uraufführung von Das Waisenkind im Jahre 2009 sicher noch in guter Erinnerung.
Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz übernimmt zum ersten Mal bei den DomStufen-Fests pielen die musikalische Leitung, für die Ausstattung zeichnet Hank Irwin Kittel verantwortlich, dessen Idee des zerbrochenen Engels auf den Stufen die Grundidee des Regiekonzepts widerspiegelt. Zum zweiten Mal nach Turandot (2013) wollen wir mit einer Oper Giacomo Puccinis auf den Domstufen unser Festspiel-Publikum verzaubern. Wir freuen uns deshalb, wenn sie die Vorbereitungen der DomStufen-Fests piele 2016 Ihren Möglichkeiten entsprechend weiter begleiten und den Erfurtern und ihren Gästen bekannt machen. Theater Erfurt | Theaterplatz 1 | 99084 Erfurt | Tel.: +49 361 22 33 110 | Fax: – 130/ Postanschrift: Theater Erfurt | ÖA | Postfach 80 05 54 | 99031 Erfurt/ www.theater-erfurt.de | E-Mail: info@theater-erfurt.de
DomStufen-Festspiele in Erfurt 2016

 

Semperoper Dresden/ Spielzeit 2016/17 – Traditionen bewahren und neu begründen: Der Spielplan der kommenden Saison mit Uraufführungen, »Mozart-Tagen«, der Pflege des Strauss- und Wagner-Repertoires und einer neuen Spielstätte. 350 Jahre Oper in Dresden – das ist die stolze Bilanz, die man zu Beginn des Jahres 2017 ziehen kann. Denn am 27. Januar 1667 wurde als erster der Vorgängerbauten der Semperoper das »Klengelsche Opernhaus« oder das »Churfürstliche Opernhaus am Taschenberg« nach einem Entwurf des sächsischen Oberlandbaumeisters Wolf Caspar von Klengel eröffnet. Dieses Datum gilt als Gründungstag der Dresdner Oper. Der neue Theaterbau war nach Wien (1651) und München (1657) die dritte Opernhausgründung im deutschsprachigen Kulturraum. An diese große musikalische Geschichte erinnert die Semperoper Dresden in der Spielzeit 2016/17 unter anderem mit einem Symposium im Februar 2017. Nicht mit einem Neubau, aber mit der Eröffnung einer neuen Spielstätte im umgebauten Restaurantgebäude kann die Semperoper bereits im September 2016 aufwarten: Semper Zwei. Aber natürlich lebt Musiktheater vor allem davon, dass es gespielt, vor Zuschauern aufgeführt und weiterentwickelt wird, weshalb die Semperoper und ihr Publikum diese besondere Spielzeit unter der kommissarischen Intendanz von Wolfgang Rothe mit einem vielfältigen und anregenden Programm sowie mit neuen, ungewöhnlichen Formaten in Semper Zwei feiern.

Monstrositäten der Liebe, Begegnungen mit dem Fremden und Projektionen des Vertrauten prägen diesen Spielplan. Als Richard-Strauss-Haus widmet sich die Semperoper dem so bedeutenden Komponisten zunächst einmal mit einer Neuinszenierung seiner »Salome«. Omer Meir Wellber, der vor einigen Jahren sein erfolgreiches Hausdebüt mit »Daphne« gab, dirigiert die Sächsische Staatskapelle, Michael Schulz inszeniert die Geschichte um die Liebe als gewaltsame Selbstbespiegelung. Um Wünsche und Sehnsüchte und ihre Spiegelung im Gegenüber geht es auch in Offenbachs »Les Contes d’Hoffmannn/ Hoffmanns Erzählungen«, die Regisseur Johannes Erath auf die Bühne bringt. Auch Malte C. Lachmanns Inszenierung der Burleske »Alles Schwindel« von Mischa Spoliansky geht dem Schein und Sein auf den Grund, das sich in einer Zeit der Verunsicherung, Anfang der 1930er-Jahre, manifestiert. Der Umgang mit dem Fremden, und sei es das Befremdliche, das die eigenen Gefühle und Wahrnehmungen hervorbringen, ist in Verdis »Otello« das Thema. Die Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg feiert in der Regie von Vincent Boussard und unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann im Februar 2017 Dresden-Premiere.

Eine weitere Koproduktion mit den Osterfestspielen, Sciarrinos »Lohengrin«, schließt sich im April 2017 an. Keith Warner, der bereits mit mehreren Inszenierungen des Faust-Stoffs sowie zuletzt mit »The Great Gatsby« an der Semperoper Erfolge feierte, nimmt sich diesmal des »Doktor Faust« in der musikalischen Version Ferruccio Busonis an, in der es um die Überforderung des modernen Menschen durch all seine Möglichkeiten geht. Mit Mozarts »Die Entführung aus dem Serail« stellt sich der Regisseur Michiel Dijkema an der Semperoper vor und legt die Verstörungen frei, die das Leben in fremder, aufwühlender Umgebung mit sich bringen. Mieczysław Weinbergs »Die Passagierin«, die Geschichte der Begegnung einer ehemaligen KZ-Aufseherin mit einer einst Gefangenen in der Inszenierung von Anselm Weber ist eine Übernahme von der Oper Frankfurt, mit der die Semperoper sich dem Thema Erinnern und Verdrängen stellt.

Auch das Repertoire hat unter anderem mit den Wiederaufnahmen »Das Rheingold« und »Siegfried« aus der »Ring«-Tetralogie unter der Leitung von Christian Thielemann glanzvolle Höhepunkte sowie immer wieder herausragende Gäste zu bieten, etwa Evelyn Herlitzius, Camilla Nylund, Nina Stemme, Stephen Gould, Gerhard Siegel, Kurt Streit oder Georg Zeppenfeld.

Ein Fest für den großen Menschenversteher unter den Komponisten sind an Ostern 2017 die »Mozart-Tage«, die neben der Premiere »Die Entführung aus dem Serail« die an der Semperoper neu inszenierten Mozart-Da-Ponte-Opern »Così fan tutte«, »Le nozze di Figaro« und »Don Giovanni« vereint sowie »La clemenza di Tito« und ein eigens von Omer Meir Wellber kreiertes Mozart-Pasticcio sowie verschiedene Konzerte. Zu erleben sind auf der Bühne unter anderen Maria Bengtsson, Ildebrando D’Arcangelo, Danielle de Niese, Giuseppe Filianoti, Véronique Gens, Lucas Meachem, Christoph Pohl und Ute Selbig.

Die Semperoper Junge Szene zeigt für Kinder ab sieben Jahren Jens Joneleits moderne musikalische Märchenfassung »Schneewitte« und kreiert für Jugendliche auch wieder ein neues Ballett: »Exit Orakel« von Joseph Hernandez, Tänzer im Corps de Ballet. Mit »the killer in me ist the killer in you my love« bringt die Semperoper außerdem ein Auftragswerk an den Komponisten Ali N. Askin zur Uraufführung. Die Kammeroper basiert auf Andri Beyelers gleichnamigem Schauspiel über die zweifelnde Identitätssuche von Jugendlichen, die sich in einem Schwimmbadaufenthalt manifestiert. Zugleich eröffnet diese Uraufführung die Spielstätte Semper Zwei unter der künstlerischen Leitung von Manfred Weiß. Dieses neue, offene Haus für Menschen aller Altersgruppen wird Kammeropern des 20. und 21. Jahrhunderts sowie Uraufführungen renommierter zeitgenössischer Komponisten beherbergen, außerdem Revuen, Operetten und neue Formate wie »Tanz à la carte« für Mitmach-Choreografen, eine künstlerische Bar- und eine »Stimmkunst«-Reihe sowie Symposien. Vor allem die Musiktheater- und Tanzpädagogik sowie die Junge Szene haben ihren festen Platz darin, die hier unter anderem ein groß angelegtes Schulchorprojekt startet.

Das Semperoper Ballett ist nach zehn erfolgreichen Spielzeiten unter Ballettdirektor Aaron S. Watkin zu einer international renommierten Company geworden, was sich in zahlreichen Tourneen und Gastspielen niederschlägt. Neben ihrem vielseitigen Repertoire zeigt sie 2016/17 Aaron S. Watkins Neukreation von »Don Quixote« zur Musik von Ludwig Minkus und Manuel de Falla sowie den Dreiteiler »Vergessenes Land« mit Werken von George Balanchine, Jiří Kylián und William Forsythe.

Fast 400 Vorstellungen, acht Opernpremieren, zwei neue Ballettproduktionen sowie drei Premieren der Jungen Szene und über 30 Repertoirestücke in allen Sparten zeugen von einer künstlerisch lebendigen, anspruchsvollen und höchst produktiven Semperoper. Hinzu kommen 50 Konzerte der Sächsischen Staatskapelle Dresden, die in einem eigenen Programm vorgestellt werden. Der Kartenverkauf für die  (semperoper.de). Quelle Pressestelle Semperoper

 

Julia Dawson ist die zweite Anny Schlemm-Preisträgerin: Der Wettbewerb um den Anny-Schlemm-Preis der Stadt Neu-Isenburg wurde am letzten Sonntag, dem 28. Februar 2016 in der Hugenottenhalle der Stadt Neu-Isenburg ausgetragen. Einstimmig wählte die Jury die Mezzosopranistin Julia Dawson zur Preisträgerin des Anny-Schlemm-Preises 2016. Angetreten waren drei Sängerinnen, die sich mit jeweils zwei Titeln präsentierten: Julia Dawson, Maria Pantiukhova und Jessica Strong. Begleitet wurden sie dabei vom Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Sebastian Zierer. Die drei jungen Sängerinnen hatten sich bereits bei einer Vorauswahl im November 2015 im Rahmen einer Soiree im Holzfoyer der Oper Frankfurt für das Finalkonzert qualifiziert.

Höchstes Niveau bescheinigten die Jury und auch die Zuhörer allen Sängerinnen. In lebhaften Pausendiskussionen, während sich die Jury separat beriet, wurden alle möglichen Konstellationen erörtert. Die Jury des Anny Schlemm-Preises, die aus Bernd Loebe, Intendant der Oper Frankfurt, Bürgermeister Herbert Hunkel, Almut Hein, Künstlerische Betriebsdirektorin und Stellvertreterin des Intendanten der Oper Frankfurt, Juri Masurok, Studienleiter der Oper Frankfurt, der Vertreter der Anny Schlemm-Franz Völker-Gesellschaft Neu-Isenburg Dieter Otto und dem Konzertveranstalter Karl-Werner Joerg bestand, verständigte sich auf die jüngste Teilnehmerin im Finale des zweiten Anny Schlemm-Preises. Besonders in der Cavatine des Pagen aus Meyerbeers „Les Huguenots“ wusste die 24-jährige zu überzeugen. Größtes Potential bei gleichermaßen hoher Musikalität und darstellerischer Überzeugungskraft verhalfen der jungen Kanadierin zu der mit 6000 € dotierten Auszeichnung, die alle 5 Jahre verliehen wird und mit einem Engagement an der Oper Frankfurt verbunden ist.

Julia Dawson gehört dem Opernstudio der Oper Frankfurt seit der Spielzeit 2015/16 an. Sie debütierte kürzlich im Rahmen von Liederabenden im Kennedy Center Washington und der Merkin Concert Hall New York. Zuvor war sie u. a. an der Opera Philadelphia, beim Aspen Music Festival und an der Academy of Vocal Arts zu erleben. Das Repertoire von Julia Dawson umfasst u. a. die Partien Siébel (Faust), Zulma (L’Italiana in Algeri), Javotte (Manon), Dorabella (Così fan tutte), Sesto (La clemenza di Tito), Zerlina (Don Giovanni), Cherubino (Die Hochzeit des Figaro), Drusilla/Pallade (L’incoronazione di Poppea), Ginevra (Ariodante) und Rosina (Der Barbier von Sevilla). Die kanadische Sängerin wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. bei den „Metropolitan Opera National Council Auditions“ sowie mit dem „George London Foundation Award“.

 

Bonjour Frankreich: Vom 10. bis 26. Juni 2016 beherrscht die Musikwelt Frankreichs die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci. In den Schlössern und Gärten von Potsdam zeigen 81 Konzerte, Opern und Führungen die wechselvolle Geschichte und einzigartige Kreativität Frankreichs, das seit Jahrhunderten (musik-)kulturell und geschichtlich eng mit der Stadt verbunden ist: Das berühmteste Denkmal Potsdams heißt eben »Sanssouci« und nicht »Ohne Sorgen«. Die Musikfestspiele zeichnen ein musikalisches Porträt des Landes: von Guillaume de Machaut bis Jean-Baptiste Lully, von Edith Piaf bis Jean-Philippe Rameau und Camille Saint-Saëns, von Opéra-ballet bis Jazz und Chanson. Künstler aus acht Regionen Frankreichs treten auf, darunter Stars wie Richard Galliano und Christophe Rousset, junge Musiker wie Jea Rondeau oder das Ensemble Les Ambassadeurs. Den Besucher erwarten drei Musiktheaterpremieren, ein Fahrradkonzert, Pariser Salons und vieles mehr. Bereits 1685 lockte das Edikt von Potsdam viele Hugenotten nach Brandenburg und bald etablierten sich französische Quartiere. Die französische Kultur beeinflusste Landschaft, Städtebau und Kunst. Nicht nur Voltaire wirkte in Potsdam, sondern auch der Cellist Jean-Pierre Duport als Oberintendant der königlichen Kammermusik oder Pierre Vachon als Konzertmeister der preußischen Hofkapelle. In den Königlichen Galerien sind Gemälde von Friedrichs Lieblingsmaler Antoine Watteau zu sehen und überhaupt wa Friedrich der Große ein Freund Frankreichs, nicht nur des Bergerac! Drei Musiktheaterpremieren atmen französischen Geist: Lullys Tragédie en musique »Armide« gelangt im Orangerieschloss zur Aufführung – mit historisch inspiriertem Tanz und Kostümen. Der Verschmelzung von Tanz und Oper widmet sich die Neuproduktion »Pygmalion« in Zusammenarbeit mit dem Centre de musique baroque de Versailles. Mit dem mobilen Musiktheater »Friedrich & Voltaire & Wir« zieht Voltaires Geist durch Potsdams Straßen. Auf dem Theaterkarren reden und streiten Friedrich II. und Voltaire über Gott und die Welt und bringen das Thema Toleranz ins Heute. Das Areal rund um Schloss Sanssouci ist für sich schon eine Attraktion. Erstmalig wird es 2016 zum Schauplatz für di alljährliche Jazznacht der Festspiele. In der Sanssouci Jazznacht treffen am 18. Juni Alte-Musi Spezialisten aus Frankreich auf prominente Jazzgrößen wie das Michel Godard Quartett, da Dominique Visse Trio und Papanosh. Tradition neu aufgemischt! Sechs »Pariser Salons« führe ab dem 12. Juni durch 150 Jahre Salonkultur. Im Festsaal des Palais Lichtenau (1796) gehen Musi und Wein eine erlesene Liaison ein. Der Besucher genießt Satie mit Weinen aus der Region Loire Chopin mit der Champagne oder Paganini mit Bordeaux. Lebensfreude à la française  Kartenvorverkauf ab 7. Januar 2016/ Informationen und Karten: Tel 0331 288 88 28 | www.musikfestspiele-potsdam.de

 

Im Leipziger Universitätverlag ist ein interessantes Buch von Anke Charton erschienen: prima donna – primo uomo – musico: Körper und Stimme – Geschlechterbilder in der Oper. In Verbindung von Theater- und Musikwissenschaft stellt Anke Chartons Studie einen Beitrag zur Opern­forschung vor, der Oper aus dem Gesamtphänomen Theater gerade nicht herausnimmt. Sie erkundet so ein weites Feld der Theatergeschichtsforschung. Im Zentrum stehen Geschlechtervorstellungen, die in der Oper von vertrauten Bildern abweichen können: Die Verhältnisse von Körper, Stimme und Geschlecht erweisen sich historisch als erstaunlich variabel und können bis heute die scheinbar -natürlichen« Unterschiede zwischen weiblich und männlich irritierend durchkreuzen. Hier trägt kulturgeschichtlich orientierte Opernforschung zur Geschlechterforschung bei, anthropologiehistorische Geschlechterforschung eröffnet der Opernforschung neue Perspektiven.

Anke Charton unterzieht den Mythos von der »Geburt der Oper« einer kritischen Revision und legt die thea- tralen Einflussbereiche offen, die nicht nur deren Anfänge ausmachen, sondern auch darüber hinaus wirken. Die Phänomene Kastratengesang und Hosenrolle, die in Zeiten eines verstärkten Interesses an Geschlechter­rollen zu populären Forschungsfeldern geworden sind, werden vor dem Hintergrund älterer Körper- und Weltvorstellungen neu gelesen. Dabei wird in vielfältigen Zusammenhängen der Formung und Wahrnehmung der Gesangsstimme nachgespürt. Die Studie schlägt so einen Bogen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart und bietet eine fundierte Einführung in opernhistorische und geschlechtertheoretische Zusammenhänge (Klappentext). Leipziger Beiträge zur Theatergeschichte hersg. Von Gerda Baumbach, 357 S. mit Quellenverzeichnis , Leipziger Universitätsverlag, ISBN 978-3-86583-628-1