Eine Säule

 

Barbara Bornemann (8. März 1955 – 12. Mai 2018) ist tot. Die Staatsoper Unter den Linden trauert um ihre langjährige Ensemblesängerin, die Mezzospranistin Barbara Bornemann, die unerwartet im Alter von 63 Jahren verstorben ist. Nach Gesangsstudien an den Musikhochschulen in Weimar und Berlin, wo sie besonders von Hanne-Lore Kuhse ausgebildet wurde, debütierte sie 1978 am Volkstheater Halberstadt als Olga in Tschaikowskys »Eugen Onegin«. Ab 1981 war sie dann am Staatstheater Schwerin engagiert, gastierte aber schon ab 1984 an der Staatsoper Unter den Linden, wo sie u. a. in der Uraufführung von Rainer Kunads Oper »Amphitryon« sang. 1986 wurde sie festes Ensemblemitglied unseres Hauses und war darüber hinaus auch den Opernhäusern in Dresden und Leipzig durch Gastverträge verbunden. International trat sie u. a. bei den Salzburger Festspielen, an der Oper Rom sowie in Japan auf, des Weiteren war sie bei den Bayreuther Festspielen, an der Deutschen Oper Berlin, an der Hamburgischen Staatsoper sowie an der Oper Frankfurt präsent. An ihrem Stammhaus Unter den Linden sang sie zahlreiche Partien ihres Fachs, wie z. B. die Marcellina in »Le nozze di Figaro«, Frau Reich in »Die lustigen Weiber von Windsor«, Ulrica in »Un ballo in maschera«, Mrs Quickly in »Falstaff«, Fricka und Erda im »Ring des Nibelungen«, Annina in »Der Rosenkavalier«, die Jezibaba in »Rusalka«, die Richterin in »Jenůfa« oder das Fischweib in »Die Verurteilung des Lukullus«. Auch als Konzert- und Liedsängerin hat sich Barbara Bornemann, die über eine eindrucksvolle Alt-Stimme und enorme Bühnenpräsenz verfügte, große Anerkennung erworben, etwa in Aufführungen von Werken Bachs, Mozarts, Mendelssohns und Mahlers. Die Staatsoper Unter den Linden wird Barbara Bornemann, die über viele Jahre hinweg zu den Stützen des Ensembles zählte, ihr ehrendes Andenken bewahren. Wenige Studio-Aufnahmen bewahren ihre Stimme, aber bei youtube findet sich doch einiges. (Quelle: Berliner Staatsoper Unter den Linden/ G. H. Foto privat/pinterest)