meyerbeer prophete

Meyerbeer-Symposium

Wagner und Verdi im vergangenen und Strauss in diesem Jahr zu ehren ist selbstverständlich, aber Giacomo Meyerbeer eine derart umfassende Würdigung zuteil werden zu lasen, wie dies augenblicklich in der Tischlerei des Hauses und noch über Jahre hinweg an der Deutschen Oper geschieht, ist durchaus eine Sensation. Damit ist nicht nur das dreitätige Symposion mit insgesamt 14 Vorträgen gemeint (“Europa war sein Bayreuth”, 29.9. bis 1.10. 2014), sondern eine sich über Jahre hinweg erstreckende Aufführungsserie dreier bedeutenden Opern des Komponisten. Noch aus dem angestammten Haus wegen Reparaturarbeiten verbannt, beginnt man mit einer konzertanten Aufführung der komischen (!) Oper Dinorah ou Le Pardon de Ploermel in der Philharmonie, um in den folgenden Jahren mit Vasco da Gama im Oktober 2015, danach mit Les Huguenots am 13. Oktober 2016  und Le Prophète im Mai 2018 fortzufahren.

Meyerbeer_Etoile_du_NordLeicht unter Druck kam, wer das dreitätige Meyerbeer-Symposium der Deutschen Oper erst am ersten Nachmittag mit dem vierten der insgesamt 14 Vorträge an drei Tagen begonnen hatte, nachdem es am Vormittag des 29.9., der im Zeichen von “Die Meyerbeer-Edition – ein großer Opernkomponist wird neu entdeckt” stand, bereits drei Referate mit den Titeln “Vorstellung der kritischen Meyerbeer-Gesamtausgabe” (Reinhold Quandt von der Uni München), “Modellfall Vasco de Gama” (Jürgen Schläder, München) und “Der neue Meyerbeer im Praxistest” (die Dirigenten Frank Beermann und Enrique Mazzola, der Dirigent der Dinorah am 1. 10. ; Beermann sprach über praktische Arbeit und auch Probleme bei der in Chemnitz gebotenen Erstaufführung/cpo und wies auf Striche hin…) gegeben hatte. (Wobei mich der Vortrag von Reinhold Quandt wirklich beeindruckte, denn er trug seine Beobachtungen zum Vasco frei und fast unterhaltungsmäßig vor; seine Betonung des Vasco als eigentliche Hauptfigur der Oper – und nicht wie in der Africaine bislang Sélika mit ihrer abschließenden Sterbeszene unter dem Manzanillabaum – erstaunte und überzeugte auf der Grundlage der neuen Meyerbeer-Ausgabe, die nach dem Tode Sélikas in der Umarmung des Baumes noch eine „Reverie“ und einen abschließenden Chor der Feen und Geister vorsieht, während Vascos Bild wie ein letztes Marienbild auf der Szene aufleuchtet. Nicht als Kolonialherr und Machthaber kommender Gewalt, sondern persönlicher Entdecker und Vollender seines Schicksals).

Bühnenbild zur "Africaine"/OBA

Bühnenbild zur “Africaine”/OBA

Der Nachmittag widmete sich “Meyerbeer im Spannungsfeld der Musikstile seiner Zeit”, beginnend mit “Eine Klangsprache für die Grand Opéra: Hector Berlioz liest Meyerbeers Robert der Teufel“, wofür Jürgen Maehder quasi als letzte Amtshandlung vor seiner Emeritierung an der FU Berlin verantwortlich war. Leider standen ein umfangreiches Wissen und pädagogische Qualitäten bei der Vermittlung desselben in einem krassen Gegensatz zueinander. Kritisch anzumerken ist für alle Beiträge, dass es keinerlei Material gab, das man hätte getrost nach Hause tragen konnte, dazu kam bei diesem Vortrag noch das Fehlen jeder Anschaulichkeit, es wurde über die neuartige Instrumentierung der Meyerbeer-Opern nur durchgehend vom Blatt abgelesen ohne jeden auch nur Augen-Kontakt zum Publikum, ohne  Tonbeispiele oder Projektionen, obwohl alle  notwendigen technischen Geräte dafür zur Verfügung standen. (Und nicht nur das ratternd vorgetragen Französisch raste wie ein InterCity am Ohr vorbei…) So hätte man gern den akustischen Beweis dafür gehabt, dass der schwankende Charakter Roberts sich auch in einer unterschiedlichen Instrumentierung ausdrückte, es war kaum auseinander zu halten, welches die Meinung von Berlioz zu dieser Oper oder die des Vortragenden war, und ein langes Zitat in holprigem Französisch wurde erst nach einem Zuruf aus dem Publikum übersetzt. Immerhin nahm man nach Hause mit, dass ein intensiver Austausch von Erfahrungen zwischen Meyerbeer und Berlioz stattfand, dass sich am Beispiel des Einsatzes der Flöte der Übergang vom Primat der Stimme zum harmonischen Gesamtklang nachvollziehen lässt und dass der Umbruch, der die Zeit kennzeichnet, sich auch am Nebeneinander von Natur- und Klappentrompete zeigt. Glanz, Stärke und Lokalkolorit werden von der Oper gefordert, ein virtueller Raum soll geschaffen werden.

Finalszene aus den "Huguénots" der Uraufführung/OBA

Finalszene aus den “Huguénots” der Uraufführung/OBA

Ganz anders als sein Vorredner ging Thomas Seedorf aus Karlsruhe beim Thema “Kontinuität und Wandel von Meyerbeers Vokalstil” zu Werke, indem er nicht nur  die Gliederung seines Vortrag auf die Leinwand projezierte, sondern auch Portraits der wichtigsten Meyerbeersänger und die Entwicklung der Gliederung der menschlichen Singstimme zunächst nur nach der zu erreichenden Tonhöhe, danach auch nach den Ausführenden, so ob Kastrat oder weiblicher Sopran, und schließlich letzteren nach dem Charakter der Partie, der eine leichtere oder dramatischere Stimme erfordert. Zur Zeit Meyerbeers war die Koloraturfähigkeit der Sänger noch eine Selbstverständlichkeit, er unterscheidet aber bereits zwischen einem soprano legér und einem soprano fort. Noch gibt es bei Meyerbeer die Selbstverständlichkeit, die Partien für bestimmte Sänger zu schreiben, als er am Ende seines Lebens andersherum verfährt, scheitert er, weil sich nicht di geeigneten Sänger für die bereits komponierten Partien finden lassen. Natürlichkeit, Feuer, Darstellungskraft, Intensität und Lautstärke verlangt der Komponist von allen seinen Sängern, Nuance und Vertiefung stellt er über den reinen Schöngesang und gibt Anweisungen für die voix suffoquée, riante, pleurante und viele andere Abstufungen. Das alles wurde frei und mit viel Kommunikationsvermögen vorgetragen und erntete so den dankbaren Beifall des Publikums sowie eine ebenso Rege Diskussium mit dem Publikum, wie bei den anderen Vorträgen auch.

Der Starkomponist Giacomo Meyerbeer/OBA.

Der Starkomponist Giacomo Meyerbeer/OBA.

Sehr temperamentvoll vertrat danach Matthias Brzoska seine Thesen zu “Der Einfluss Meyerbeers auf Wagners Musikdramen” und wies anhand von vielen Tonbeispielen nach, dass bereits bei Meyerbeer eine Art Leitmotiv-Technik angewendet wurde, dass Wagner nach einer Vorstellung des Popheten davon abrückte, selbst über Jesus und Siegfried Grand-Opéras komponieren zu wollen, nachdem Rienzi und Holländer als solche konzipiert waren. Ahnung-Vergegenwärtigung-Erinnerung sollen durch die Leitmotivtechnik vermittelt werden. Drei Phasen durchläuft Wagner, was sein Verhältnis zu Meyerbeer betrifft: bis 1841 die der Verehrung, von 1842 bis 1850 die positiver Kritik und ab 1850 nach einer durch den Propeten  an der Pariser Oper ausgelösten Schaffens-Krise und persönlichen Zusammenbruchs die des besonders gegen Meyerbeer gerichteten Antisemitismus („Das Judentum in der Musik“ etc.).

Meyerbeers Apotheose/OBA

Meyerbeers Apotheose/OBA

Der zweite Tag des Symposions galt zunächst dem Thema “Meyerbeer und sein Werk im gesellschaftlichen Spannungsfeld”. Am Vormittag des 30.9. begann es  mit Sabine Henze-Döhring, die kürzlich gemeinsam mit ihrem Mann eine viel beachtete Meyerbeer-Biographie geschrieben hat (dazu die Rezension in operalounge.de) und die über des Komponisten Berliner Freunde referierte. Zum engen Kreis um Meyerbeer gehörten Alexander von Humboldt und Graf von Redern, Generalintendant  der Berliner Bühnen und wie Humboldt mit einem großen Einfluss auf den preußischen König Friedrich Wilhelm III., Gatte der Königin Luise, und neben Meyerbeer auch Mendelssohn zugetan. Die Referentin schilderte, wie in der heterogenen Berliner Gesellschaft Juden, waren sie nur wohlhabend genug wie beide Eltern Meyerbeers, Zugang zu den höchsten Kreisen hatten. Wenn der König anstelle des Luisenkreuzes Mendelssohn nur eine Verdienstmedaille zukommen ließ, könnte das durchaus mit dessen Verharren im angestammten Glauben zu tun gehabt haben. Wenigstens begründete der König die Verweigerung damit, ein Kreuz könnte Meyerbeer in Verlegenheit bringen. Der neu geschaffene Orden Pour le Merite wurde beiden Komponisten zuteil. Zwar eng an ein ausgearbeitetes Konzept gebunden und nur wenig Bildmaterial benutzend, konnte die Referentin doch ein farbiges Bild von der Stellung Meyerbeers, seinen Empfindlichkeiten beim Buhlen um die Gunst der Königsfamilie, die Gestaltung der Festkonzerte beim Besuch der Königin Victoria in Berlin und nach der von Meyerbeer gewünschten Entlassung aus königlichen Diensten vom Fortdauern der Freundschaft im privaten Bereich entwerfen. Leider nur tangiert wurden die Querelen um die Preußenoper Ein Feldlager in Schlesien, dem späteren Etoile du Nord.

Antisemitische karaikatur zu Meyerbeers gesellschaftlichen Ambitionen in Paris/OBA

Antisemitische Karikatur zu Meyerbeers gesellschaftlichen Ambitionen in Paris/OBA

Arnold Jacobshagens (Köln) Vortrag galt dem Thema “Der meistgehasste Komponist. Meyerbeer und der Antisemitismus”. Er räumte mit zwei gängigen Fehleinschätzungen auf, nämlich der Behauptung, Meyerbeers Opern seien durch die Nazis von den deutschen Bühnen verbannt worden und Richard Wagner sei in der Nazi-Zeit überproportional oft gespielt worden. Anhand einer Graphik konnte man feststellen, dass bereits Anfang des 20.Jahrhunderts Meyerbeers Opern allmählich von den Spielplänen verschwanden und Wagners Opern im ersten Drittel des Jahrhunderts ihren Höhepunkt, was die Aufführungsanzahl betrifft, erreicht hatten. Mozart, Verdi und Puccini  nahmen namentlich bei den Nazis die Plätze von Meyerbeer, aber auch Weber und Lortzing ein. Der Referent  gliederte seinen Vortrag in die Themen “Meyerbeer und Wagner”, “Meyerbeer in der Nazizeit” und “Frühe Meyerbeer-Anfeindungen”. Anhand von Projektionen einzelner Dokumente wies er nach, dass Wagner in den Antisemitismus keine neuen Aspekte brachte, quasi nur als Brandbeschleuniger diente. Eher die Novemberrevolution als die Naziherrschaft war für das Verschwinden Meyerbeers von den Spielplänen verantwortlich. Mit dem Weltruhm Meyerbeers setzte seine Verunglimpfung ein, die Kritik am Virtuosentum, an “der Wirkung ohne Ursache”.  Zahlreiche Schriften, so von Hermann Marggraff und Wilhelm Marr, zog der Referent zur Verdeutlichung seiner Thesen mit entsprechenden Projektionen von Titelbildern und einzelnen Buchseiten heran. Die Klarheit des Vortrags und die Souveränität im Umgang mit den Quellen machten den Vortrag zu einem der Höhepunkte des Symposions. Auch an ihn schloss sich eine Diskussion mit dem Publikum an, nicht zuletzt darüber, ob Vorurteile wie die aus dem 19. Jahrhundert noch heute das Verhältnis zu Meyerbeer trüben.

Auch Meyerbeers "Dinorah" aus Compiegne gibt es bei DMO

Auch Meyerbeers “Dinorah” aus Compiegne gibt es bei DMO

Aus der Theaterpraxis kommt Juliane Votteler, Intendantin und Dramaturgin in Augsburg, die die Huguenots für 2017 vorbereitet und ihren Vortrag unter den Titel “Meyerbeer heute auf der Opernbühne” stellte.  Sie befasste sich mit den Fragen, warum Meyerbeer so selten aufgeführt wird, warum es schwierig ist, dies zu tun, warum es aber interessant ist, das Wagnis einzugehen. Gerade für ein recht kleines Dreispartentheater sind geeignete Solisten schwer zu finden, die Anforderungen, auch was die Zahl der Mitglieder betrifft, an Chor und Orchester riesig und mit großen administrativen und finanziellen Herausforderungen verknüpft. Interessant findet die Intendantin die Tatsache, dass nicht wie gemeinhin in der Oper die Liebeshandlung im Vordergrund steht. Eine Versetzung der Handlung von Meyerbeer-Opern in eine andere Zeit sieht sie als unmöglich an, da diese die Oper “verkleinern” würde, da ihre Handlung eng an den historischen Kontext gebunden ist. Auch müsse man sich drüber im Klaren sein, dass Meyerbeer die Möglichkeiten der Grand Opéra bis aufs letzte ausgereizt hat, es keine Weiterentwicklung mehr geben konnte. Eine Möglichkeit wäre das Versetzen des Chors in das Publikum, um dieses in die Handlung mit einzubeziehen. Szenenfotos aus Produktionen der letzten Jahrzehnte wie die der Berliner Huguenots, die den Titel des Programms des Symposions ziert, wären der Veranschaulichung dienlich gewesen.

meyerbeerAm Nachmittag des 30.9. wurde unter dem Titel “Meyerbeers Grand Opéra und ihre Entstehungsbedingungen” um Folgendes gerungen: “Die Grand Opéra als zentrales Gesamtkunstwerk des 19. Jahrhunderts-Protokoll eines Produktionsprozesses” (Evan Baker, bei allen Verdiensten doch sprachlich nicht leicht zu folgen – da wäre sein originales Englisch leichter gewesen, immerhin aber wurden die hochinformativen Spektroskop-Bilder vorgeführt, die im vom Stereoskopie-Vermarkter Jules in Studionachbau von Jules Dubosque mit Puppen eine originalgetreue Kopie der Pariser Bühnenaufführungen und somit einen überwältigenden Eindruck in bühnenpraktischer Hinsicht boten, Foto oben eine Szene aus dem Prophète); sodann von Jean-Claude Yon, Versailles, ein Vortrag  “Urvater aller Hollywood-Drehbücher: Die Librettofabrikation des Eugène Scribe” (im nunmehr originalen Französisch, das an InterCity-Rattern noch den bereits erwähnten Vorgänger Maehder überbot und angesichts seines eher aufzählenden Referats – mit wem hat Scribe wann zusammengearbeitet – eher im Aufzählenden verblieb, trotz des belebenden Bildmaterials).

Das Final-Trio im letzten Akt des "Robert le Diable", Gemälde von Lepaullemit levasseur, Duprez und Falcon//OBA

Das Final-Trio im letzten Akt des “Robert le Diable”, Gemälde von Lepaullemit Levasseur, Duprez und Falcon//OBA

Und schließlich gab es zu späterer Stunde “Tanz und Ballett in den Opern Meyerbeers” von Stephanie Schroedter aus Berlin (was außerordentlich spannend war, wies die Referentin doch nach, wie sehr Ballette bei Meyerbeer und zuvor beim Prototypen Gustav III ou le bal masqué von Auber die Handlung vorantreiben und in Momenten der nahenden Katastrophe auftreten, wie der öffentliche Tanz sich in der Oper und umgekehrt der Gesellschafts-Tanz sich von der Oper beeinflusst wiederfindet, wie eine unglaubliche Tanzwut des Pariser Publikums dieser Zeit in Gewalt und Exzesse ausarten konnte – wie sehr also Tanz und Gewalt miteinander verknüpft sein können und wie sehr sich das in den Opern Meyerbeers zeigt, wo Ballette eben keine bloßen Divertissements mehr sondern handlungstragende und -treibende Elemente des Dramas sind).

Meyerbeers Grab auf dem Jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee in Berlin/Foto Winter

Meyerbeers Grab auf dem Jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee in Berlin/Foto Winter

Am Vormittag des 1.10. ging es um “Sprachvertonung und Gestik in den Pariser Opern Meyerbeers”, wozu der renommierte Verdi- und Belcantoforscher Anselm Gerhard aus Bern eingeladen worden war, der im kommenden Jahr selbst ein Meyerbeer-Symposion in der Schweizer Hauptstadt veranstalten wird. Er bezeichnete sich als Nicht-Meyerbeer-Experte, der seine Untersuchungen besonders Verdi gewidmet hat, konnte jedoch über “die intermittierende Geste” als “tragendes Kompositionsprinzip” referieren, über das “Mickey-mousing” (d.h. die Umsetzung der Geste/Bewegung in Musik) in den Huguenots, das Erbe der opera semiseria in den Werken Meyerbeers, die “Rhythmen der Präpotenz” im Propheten und den Einfluss Meyerbeers auf nach ihm entstandene Opern. Als Beispiele wurde der Umschwung von Geringschätzung zu Interesse bei Raouls Auftritt bei den Katholiken vor und nach dem Auftritt des Pagen angeführt oder das “Tappen im Dunkeln” beim Treffen Valentine  – Marcel mit der Mischung von Elementen der seria und der buffa. Als Beispiel  (und alles wurde mit Notenmaterial und Musik nachvollziehbar gemacht) wurde der Krönungsmarsch aus dem Propheten heran gezogen, dessen Triole zu Beginn die Gewalttätigkeit der Machtergreifung charakterisiert, während der volltaktige Beginn des Menuetts in den Hugenotten die gewalttätige Hofgesellschaft kennzeichnet. Verdi ist möglicherweise, da er in Wien Meyerbeers Huguenots in der Zensurfassung als Welfen und Gibellinen hörte, von diesem beeinflusst worden.

"Dinorah": Gedenktafel für Myerbeer am Sitz seiner Wohnhauses Pariser Platz 6a, berlin/OBA

“Dinorah”: Gedenktafel für Myerbeer am Sitz seiner Wohnhauses Pariser Platz 6a, Berlin/OBA

An diesen letzten Vortrag schloss sich noch eine lebhafte Diskussion an, so dass zu dem Zeitpunkt, als die Veranstaltung eigentlich ihr Ende hatte finden sollen, noch nicht abzusehen war, wann oder ob überhaupt man mit der Diskussion zum Thema “Endlich etabliert? Über die Zukunftschancen von Meyerbeers Werk im Repertoire” beginnen würde. Für den Abend stand schließlich noch die konzertante Aufführung von Dinorah mit einem Einführungsvortrag von Sieghart Döhring auf dem Programm.

PS.: Wer aber dem Komponisten persönlich seine Referenz erweisen will, kann den Jüdischen Friedhof in der Berliner Schönhauser Allee aufsuchen, wo er seine letzte Ruhestätte gefunden hat; es war sein Wunsch, in Berlin beerdigt zu werden.

Ingrid Wanja (kursive Einschübe Geerd Heinsen)

  1. Kevin

    Über die Maehder-Kritik musste ich schon lachen, weil das genau das beschreibt, was ich während des Studiums in jeder seiner Vorlesungen erleben durfte. Und der Hinweis darauf, dass man Meyerbeers Opern nicht in andere Räume und Zeiten verlegen könne, wird vermutlich gleich an der DOB ad absurdum geführt. Oder glaubt jemand, Vera N. würde VASCO allen Ernstes in einem historisch korrekten Gewand präsentieren? Da hat die Intendanz mit der Auswahl der Regisseurin bereits einen anderen Weg vorgegeben. (Und sollte dann auch für die Konsequnzen verantwortlich gemacht werden.)

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