Bei Mennoniten

 

Stiffelio ist eine Oper aus Verdis mittlerem Opernschaffen, die aber erst seit Herausgabe einer Neuausgabe in den neunziger Jahren wieder, selten genug, öfter aufgeführt wird. Dabei hatte sie Verdi 1850, seinem vielleicht fruchtbarsten Jahr mit Rigoletto, Trovatore und Traviata, konzipiert. Und die Musik klingt sehr danach, mit einer dem Ambiente der evangelikalischen Religionsgemeinschaft angemessenen Farbe. Dass Stiffelio doch so erfolglos blieb, ist der stark eingreifenden Zensur geschuldet, und auch der Tatsache, dass die protestantische Religionsgemeinschaft, auch noch im Älplerischen angesiedelt, den Italienern doch einigermaßen befremdend blieb. Später hat Verdi große Teile dieser Oper für eine neue Oper, Aroldo, verwendet, die sich aber noch weniger durchsetzte. Es ist deshalb mehr als lobenswert, dass sich jetzt ein großes Opernhaus wie Frankfurt für diesen geheimnisvoll außenseiterhaften Stiffelio einsetzt, und dies auch erfolgreich.

Schon im Vorspiel am 31. Januar 2016 fallen fast schräge, anfänglich stockende Pizzicati in den tiefen Streichern auf. Es tauchen seltsame thematische Trompeten- und Posauenenfiguren auf, bis alle Instrumente endlich einen regelrechten rhythmischen Klang-Sog entfalten. Auch die Nähe zur Traviata ist unüberhörbar, denn auch hier geht es ja auch um eine Gefallene, die ehebrüchige Lina. Jeremie Rhorer hat die Musik in ihrer oft befremdlichen, auch harmonischen Widerborstigkeit ernst genommen und lässt sie vom Museumsorchester oft ganz zurückgenommen, dann wieder wuchtig und knallig spielen.

"Stiffelio" an der Oper Frankfurt/ Szene/ Foto Monika Rittershaus

„Stiffelio“ an der Oper Frankfurt/ Szene/ Foto Monika Rittershaus

Davon ausgehend, dass eine historische Darstellung für die Sekte, um die es hier geht, nicht so wichtig erscheint, hat Regisseur Benedict Andrews als Vorgabe die mennonitischen Gemeinden in Südamerika genommen, die sich nicht so radikal gebärdeten und deren Sanftmütigkeit in einer legeren Kleidung zum Ausdruck kommt. So tragen die Frauen bunte Blümchenkleider, die Männer normale Anzüge oder Westen (Kostüme: Victoria Behr). Gleichzeitig bringt Andrews zum Ausdruck, wie sich unter dieser eher glatten Oberfläche bei einem Vergehen Abgründe auftun können. Und wo die Priesterehe erlaubt ist, wirkt ein Ehebruch viel schwerer. Graf Stankar vergreift sich selber an der „ehrlos“ gewordenen Tochter, deren Fehltritt (mit Raffaele) er aber vertuschen und die Familienehre somit aufrecht erhalten will. In der Friedhofszene, in der später wieder auferstehende Jungfrauen unter durchsichtiger Plastikfolie neben ewigen Rotlichtern liegen, wendet sich Lisa an ihre jüngst verstorbene Mutter. Ihr nun vor Eifersucht rasender Ehemann verlangt von ihr, die sich auf „Vergewaltigung“ herausredet, die Scheidung. Und nun wendet sie sich an den Priester in ihm, um Vergebung bittend. Diese wird ihr aber nur durch Zufall zuteil, da bei Stiffelios Schlusspredigt wie eine ‚Losung‘ die Geschichte von der Ehebrecherin aus der Bibel auf der Kanzel (hier eine Leiter) aufliegt. Da erscheint Lina aber bereits verurteilt, was der Regisseur dadurch zum Ausdruck bringt, dass sie nach Abnahme ihres Schleiers in der Gemeinde quasi nackt erscheint. Das Bühnenbild stellt auf einer riesigen rechteckig weißen Drehbühne ein Gemeinde-Glashaus dar, das auf dem Friedhof nach oben gestülpt erscheint und dann wie ein Kreuz wirkt. Bei der Auseinandersetzung Lina – Stiffelio hebt es schräg nach oben ab: Nichts erscheint mehr als geerdet (Bühne: Johannnes Schütz).

Der Chor unter T.Michael kommt zu machtvoll klanglichen, wuchtigen Einsätzen, gedrängt im Gemeindehaus, oder aus unzähligen Türen aus dem Hintergrund auftretend. Die Partie Dorotea wird in einem ockergelben Kleid von Maria Pantiukhova als Mezzosopran gestaltet. Federico ist als Gemeindemitglied Beau Gibson, Jorg als Geistlicher Alfred Reiter mit kurzen Bass-Intonationen. Auch der Liebhaber Raffaele hat nur einen Kurzauftritt in der Friedhofszene und wird von Vincent Wolfensteiner leidenschaftlich gezeichnet. Dario Solari besitzt einen stimmschönen Verdi-Bariton, hatte aber als Graf Stankar nicht seinen besten Tag erwischt. Szenisch macht

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er sich auch als Überbringer des Kopfes von Raffaele unverzichtbar. Dies ist aber in dem sonst eher schlicht-diskreten Ambiente ein allzu naturalistischer Schock, auch für Lina in Gestalt von Sara Jakubiak, die das blutige Haupt wie eine Salome vor sich halten und küssen muss. Als gebrochen wirkende Figur kann sie sich stimmlich immer wirklich exquisit einbringen. Ihr wohllautend

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timbrierter, voluminöser Sopran flutet die Szene wie ihre langen roten Haare. Eine weitere Ausnahmeerscheinung ist Russell Thomas als Stiffelio. Gedrungen und schwarz in engwirkenden braunen Anzug ist er der Außenseiter par excellence. Mit seinem äußerst kräftigen, klangstarken, auch mal gelegentlich starr wirkendem Tenor begleitet er seinen Wandel in die totale Eifersucht, damit einhergehend das völlige Unverständnis für die erotisch liebe-bedürftige Gattin. Somit wirkt er, nicht nur wegen der schwarzen Hautfarbe, ganz wie ein vorweggenommener Otello, der hier mindestens ebensoviel gesanglich zu leisten hat (Foto oben Stiffelio an der Oper Frankfurt/ Ausschnitt/ Foto Monika Rittershaus). Friedeon Rosén