Mal wieder Domingo

 

Als hielte die Gattung Oper, zumindest die Seria, nicht schon in ihrer ursprünglichen Form genug Tote und vielfältige Arten des Zutodekommens bereit, lassen sich moderne Regisseure gern weitere Opfer und vielfältigere Formen des Ablebens einfallen, als fürchteten sie, das Publikum könne sonst den heimischen Fernseher mit seinem Angebot an Mord und Totschlag dem Opernbesuch vorziehen. So stirbt in Verdis I due Foscari, 2014 in London aufgeführt, nicht nur der Doge, nachdem er drei Söhne durch die Pest und einen durch dessen Kummer über seine Verbannung verloren hat, sondern ein weiteres Opfer wird sein ältester Enkel, den die eigene Mutter in einer Wasserpfütze ertränkt. Dabei hatte sie sich doch wenige Augenblicke noch freundlich einem fremden Knaben genähert, der allerdings schleunigst das Weite gesucht hatte, und beachten sollte man auch, dass Verdi in späteren Jahren selbst sein Frühwerk als zu monoton trüb bezeichnet hat, was in dieser Produktion noch ins Extreme geführt wird..

Ansonsten ist die Optik der Londoner Aufführung eine durchaus geglückte. Regisseur Thaddeus Strassberger gesellt dem eingekerkerten Jacopo weitere Gefangene zu, die von der venezianischen Staatspolizei gefoltert werden, weiß für den Beginn des letzten Akts ein fröhlich buntes Volksfest nicht ohne Hintergründiges zu veranstalten und führt die Personen sicher durch das grausame Geschehen. Kevin Knight lässt die Lagune häufig durch Hintergrundvideos präsent sein, vermittelt aufschlussreiches historisches Wissen durch Zitate aus Lord Byrons gleichnamigem Werk, so „silenzio e mistero“ als Mittel der Dieci, ihre hier unheilvolle Herrschaft auszuüben. Pathetisch, aber höchst attraktiv sind die Kostüme von Mattie Ullrich, in ihrem Wandel, was Lucrezia betrifft, lässt sich die allmähliche Auflösung ihrer Persönlichkeit, wie sie die Regie, allerdings nicht Verdi sieht, feststellen.

Neben vielen anderen Verdifiguren für Bariton hat sich Placido Domingo

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mittlerweile auch die des unglücklichen Dogen zu eigen gemacht, und wenn der Rigoletto die misslungenste war, so erscheint der Vecchio Foscari als die akzeptabelste. Den Kampf zwischen der Vaterliebe und der Verpflichtung zu politischem Handeln weiß er auf eindrucksvolle Weise und dem Zuschauer nahegehend darzustellen. Auch klingt die Stimme hier nicht tenoral, ist zwar eher grau als mit satten Farben triumphierend, aber ebenso wie Schwierigkeiten bei einer beabsichtigten generösen Phrasierung nimmt man dem Sänger diese Einschränkungen bei dieser Partie eher als „Interpretation“ ab. Recht lyrisch besetzt sind die beiden anderen großen Partien dieses Dreipersonenstücks. Francesco Melis Tenor hat noch nichts von dem Schmelz eingebüßt, den die Stimme im leichteren Repertoire hatte, er kann noch farbige Piani singen, kommt aber bei den dramatischen Cabalette in Schwierigkeiten, und die Höhe klingt manchmal etwas flach. Auch der Lucrezia von Maria Agresta täte etwas mehr corpo in den Cabalette gut, aber ansonsten singt sie makellos mit feinen Piani, die Höhe klingt frei, und im Duett „Speranza“ passen beide Stimmen gut zueinander. So böse wie er ist und aussieht klingt der Bass von Maurizio Muraro als Loredano. Antonio Pappano weiß mit dem Orchester des Royal Opera House Feuer wie Düsternis der Partitur exemplarisch zu Gehör zu bringen (Opus arte B07 197 D). Ingrid Wanja