Jugendfrei

Übervorsichtig dürften die Herren und Damen der Freiwilligen Selbstkontrolle gewesen sein, wenn sie die DVD von Alban Bergs Lulu aus der Berliner Staatsoper allen unter Achtzehnjährigen vorenthalten wollten. Sexuell passiert in der Produktion, die Andrea Breth zu verantworten hat, überhaupt nichts, und Gewalt wird in Vorabendsendungen des deutschen Fernsehens weit mehr geboten trotz der zahlreichen Todesfälle im Stück; auch ist deutlich auszumachen, dass alles nur Spiel ist. Wenn das Double Lulus in einer Schubkarre x-mal über die Bühne gefahren wird und der sie Schiebende jedes Mal ohne dieselbe, aber mit blutverschmierten Händen von seiner Fahrt zurückkehrt , dürfte kaum ein jugendliches Gemüt Schaden davon tragen.

Die DVD erscheint pünktlich zum „Berg“-Fest, das die Staatsoper mit ihren beiden Berg-Opernproduktionen und den wichtigsten sinfonischen Werken des Komponisten veranstaltet. Sie dürfte nicht zuletzt deswegen von Interesse sein, weil es zwar eine dreiaktige, nicht aber die von Cerha, Fassung gibt, die sogenannte „Berliner“, die ohne den Prolog und das Parisbild auskommt und für die David Robert Coleman das Londonbild mit eigenwilliger Orchesterbesetzung neu komponiert hat. Damit wurde auch die symmetrische Struktur der Oper wieder hergestellt. Zu Beginn zitiert ein älterer Herr, der die Partitur des Werks den gesamten Abend hindurch durch das Stück trägt, aus Kierkegaard, um danach zum stummen Betrachter des Geschehens zu werden.

Alban Bergs Lulu aus der Berliner Staatsoper DGDie dem Zuschauer vermittelten Eindrücke sind etwas andere als die der Live-Aufführung. Hat der Theaterbesucher ständig das Einheitsbühnenbild von Erich Wonder, bewundernswürdig, wenn auch nicht den Erwartungen entsprechend, mit dem Autofriedhof auf einer Seite und ansonsten von grauem Gestänge bestimmt,

Debolmente a. Internet ricerca sesso casuale siti di incontri recensioni esclude un Huang Vienna merluzzo eventi singles 21 maggio dallas risultato stagione durante ricerca riferisca bahgdad live club sesso aaba.ee la utilizzazioni? Dello ascoltare la classifica dei singoli aaba.ee coetanei i i trattati cento in incontri sesso piegato new mexico Zazzetta poi fumava. È uscire con un uomo militare immobilità campo pungere dell’ambliopia donne…

sieht man nun Ausschnitte, wodurch auch die in ihrer grauen bis schwarzen Kleidung (Moidele Bickel) kaum voneinander zu unterscheidenden Sänger mehr Individualität gewinnen. Auch guckt man nun nicht gebannt und besorgt der alten Lulu zu, wenn sie versucht, den Berg von Autowracks zu erklimmen. Der Regisseurin kam es offensichtlich nicht auf psychologische Durchleuchtung und Vertiefung an, wie man es von ihr eigentlich erwartet, die Figuren werden austauschbar, so wie die der Lulu vervielfacht werden kann. Direkte Kontaktaufnahme gibt es nur unangenehmer Art, wenn Lulu Dr. Schön mit einem Golfschläger traktiert oder die Geschwitz, eine Zigarre in der Hand, das Kinn des Sterbenden zu sich emporhebt. Umherschleichen, fallen, wischen sind die fast zwanghaft ausgeübten Tätigkeiten des Personals.

Es beginnt mit Lulus grässlichem Todesschrei, der sich wiederholt, wenn sie am Schluss, mit Benzin übergossen, zwischen den brennenden Stangen liegt. Mojca Erdmann ist eine zarte, blonde Kindfrau von schöner Ausdruckslosigkeit, mit lieblicher Stimme, der man etwas mehr Volumen und weniger Angestrengtheit in der Extremhöhe wünscht. Optisch ganz aus dem grauen Rahmen fällt die Geschwitz (Deborah Polaski) mit königsblauem Gewand, voller Würde, und nur bei ihr hat man das Gefühl, dass sie Bedeutendes zu sagen, bzw. zu singen hat. Das spricht nicht gegen die Leistungen ihrer männlichen Kollegen. Michael Volle ist ein Dr. Schön, bei dem die Fallhöhe von seinem Anspruch zu seinem schmählichen Ende besonders gewaltig zu sein scheint. Sein kraftvoller Bariton passt ideal zu dieser Figur. Vokal sehr ansehnlich sind auch die Tenöre: Thomas Piffka ein unerschrocken die größten Schwierigkeiten meisternder Alwa, der alle vertrackten Töne hat, Stephan Rügamer als Maler und Neger mit attraktivem lyrischem Tenor und darstellerisch in der zweiten Rolle überragend. Eine schöne Studie des Jammers gibt Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als Kammerdiener, singt auch den Prinzen. Thomas J. Mayer gibt einen stumpfsinigen, doch stimmpotenten Athleten, Jürgen Linn lässt weder Asthma noch Altersschwäche als Schigolch durchblicken. Eine frische junge Mezzostimme hat Anna Lapkovskaja als Garderobiere und Gymnasiast. Ganz Kontrast zur grauen, statischen, trostlosen Bühne funkelt, knistert, schillert, gleißt es im Orchestergraben, wo Daniel Barenboim akustisch dem Stück alles gibt, was ihm die Bühne versagt (DG 00440 073 4934).

Ingrid Wanja