Doppeltes Rollendebüt

  Eine kuriose Vorgeschichte hat das doppelte Rollendebüt von Jonas Kaufmann als Turiddu und Canio bei den Salzburger Osterfestspielen im vergangenen Jahr. Zunächst war er lediglich als Canio vorgesehen, hatte sich gewünscht, anstelle des Baritons den Prolog singen zu dürfen, und ergriff, als die Suche nach einem Turiddu sich als schwierig erwies, auf Bitte der Festspielleitung die Gelegenheit, auch in der Mascagni-Partie zu debütieren, deren „Addio alla mamma“ er bereits für seine Verismo-CD eingespielt hatte. Damit war das Verlangen nach dem „Si può?“ hinfällig geworden. Ist die Besetzung von Alfio und Tonio mit einem Sänger nichts Ungewöhnliches, so die der beiden zudem noch vokal sehr verschiedenartigen Tenorrollen eine echte Herausforderung, vor allem wenn es sich um ein „erstes Mal“ handelt. Jonas Kaufmann meistert sie auch auf der jetzt erschienenen Blu-ray darstellerisch mit Bravour und stimmlich gut bis ausgezeichnet: der Canio liegt dem inzwischen dramatisch gewordenen Tenor besser auf den Stimmbändern als der auch lyrischen Schmelz verlangende Turiddu. Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl teilt die Salzburger Riesenbühne in zwei Etagen zu je drei Schaukästen, die manchmal alle gleichzeitig beleuchtet und bevölkert werden, zeitweise auch nur einen oder einige Ausschnitte zeigen, wobei die unteren drei Teilbühnen den Massenszenen vorbehalten sind. Das erste Stück nennt sich Cavalleria Rusticana, die ganz in schwarz-weißem Streifenmuster, einschließlich der Kostüme (Ursula Kudrna), gehaltene Bühne zeigt jedoch eine Industrielandschaft, in der die immerhin verheiratete Mutter Santuzza sich als „dannata“ beklagt, Mamma Lucia auch beim Abschied des Sohnes mit Geldzählen und Buchführung beschäftigt und Compare Alfio ein Gangsterboss ist, bei dem nur verwundert, dass er keinen Auftragsmord initiiert, sondern selbst Hand anlegt. Kirchenkritik wird geübt, wenn sich die Türen des Gotteshauses vor dem Schutz suchenden Turiddu schließen. Das ist alles in sich schlüssig, steht zwar nicht im Libretto, aber überzeugt insgesamt trotzdem. Als Kontrast sind die Pagliacci kunterbunt, haben gemeinsam in der Chorführung aber die Aufspaltung der Sänger in unzählige unverwechselbare Kleindarsteller, was auf der Blu-ray mit den vielen Großaufnahmen (Brian Large) anders (und manchmal lächerlich) wirkt als auf den Zuschauer, der stets ihre Gesamtheit vor Augen hat. Der Chor der Dresdner Staatsoper (Jörn Hinnerk Andresen) meistert Darstellerisches wie Sängerisches mit Bravour. Eine üppige, reife südliche Schönheit ist die Santuzza von Ludmyla Monastyrska, die zärtlich weiche wie aufbrausende dramatische Töne gleichermaßen zur Verfügung hat. Ein Kochtopf ist das Symbol spießiger Häuslichkeit, die ihr hier Ehemann Turiddu offensichtlich zugunsten der Reize von Lola, die ausgesprochen hübsche Annalisa Stroppa mit geschmeidigem Mezzosopran, verachtet. Bemerkenswerte Reste eines Verdi-Mezzos setzt Stefania Toczyska für die

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eiskalte Mamma Lucia ein, die dem Zuschauer mit perfekter darstellerischer Leistung Schauer über den Rücken jagen kann. Schwiegertochter und Enkel werden nicht viel von ihrer Güte zu erwarten haben. In gewohnter Stimmpracht ist Ambrogio Maestri ein Alfio, der bedauern macht, dass er nicht auch den Tonio singt. Jonas Kaufmann liefert eine perfekte Studie des testosterongesteuerten Latin Lover, höchst charmant und unwiderstehlich, vokal eher im Dramatischen zu Hause als im schwärmerischen „O che hai i latti di cammisa“, das er lobenswerter Weise verhalten sehnsüchtig beginnt. Auch in den Pagliacci ist dem Startenor eine gleichwertige Partnerin mit Maria Agresta an die Seite gestellt, deren schönes Timbre ebenso entzücken kann wie ihre perfekte Stimmführung. Nicht mehr und nicht weniger als solide ist der Tonio von Dimitri Platanias, einen nobel klingenden Bariton setzt Alessio Arduini für den Silvio ein, dem die Regie den albernen simulierten Beischlaf hätte ersparen können, ebenso wie die optische Aufmachung mit strengem Scheitel und Krankenkassenbrille, die so gar nicht zu seinem leidenschaftlichen Einsatz für Nedda passt. Manchmal erweckt die Regie den Eindruck, als sei sie hin- und hergerissen von dem Willen, das Werk gegen den Strich zu bürsten, und dem Mitgerissensein von dessen dramatischer Kraft. Inwieweit Dirigent Christian Thielemann sich zu deren Fürsprecher machte, ist natürlich nicht auszumachen. Einen sympathischen Auftritt hat Tansel Akzeybek von der Komischen Oper Berlin mit seiner Serenade als Beppe. Tätowiert und dem Alkohol mehr als bekömmlich zugeneigt ist der Canio von Jonas Kaufmann eine neue Partie genau zur rechten Zeit und am rechten Platz, mit genügend Italianità und dramatischem Durchsetzungsvermögen, mit der Fähigkeit zu zarten Tönen wie zum Beginn von „Vesti la giubba“ wie zum Aufbrausen in den Eifersuchtsszenen, die trotz aller Intensität ohne hörbares Forcieren auskommen. Die Dresdner Staatskapelle unter ihrem Chefdirigenten und Festspielleiter Christian Thielemann macht sich zum Anwalt blühenden italienischen Verismos und zu dem der Sänger, denen sie einen fein differenzierenden Klangteppich unterbreitet (Sony 88875193419). Ingrid Wanja