Eine tschechische Oper nach Schiller

 

Eine beachtenswerte Ausgrabung! Über einhundert Jahre hat es gedauert, bis diese Oper erstmals in Deutschland zu sehen und zu hören war: Zdeněk Fibichs Oper Nevesta Messinska/ Die Braut von Messina, das bekannte Stück Friedrich Schillers in vollendet romantischer Form in tschechischer Sprache. Das Theater Magdeburg hat sich an die deutsche Erstaufführung gewagt. Die Handlung ist einfach wie grausam – die verwitwete Fürstin Isabella von Messina möchte ihre beiden verfeindeten Söhne Manuel und Cesar versöhnen und damit den drohenden Bürgerkrieg verhindern. Sie lüftet ein lang gehütetes Geheimnis: Trotz einer Prophezeiung, ihre Tochter würde das Ende des Fürstengeschlechts verursachen, hatte sie dieses Kind namens Beatrice vor dem Tod gerettet und unerkannt in einem Kloster aufziehen lassen. Doch das Schicksal lässt sich – so meint der Dramatiker Schiller – nicht aufhalten: Beide Brüder verlieben sich in die schöne Unbekannte, in der sie nicht ihre Schwester erkennen können. Aus der Eifersucht wird neuer Hass – am Ende steht der Tod der beiden Brüder. Mutter und Schwester überleben und bleiben mit ihren Schuldgefühlen allein. In der Nachfolge des Komponisten Bedřich Smetanas gilt Zdeněk Fibich als bedeutendster tschechischer Opernkomponist der Romantik. In seiner Oper nach Schillers »Trauerspiel mit Chören« folgt er den Intentionen des klassischen Theatererneuerers und verbindet effektvolle Chorszenen mit überzeugenden Rollenporträts und der leitmotivisch-psychologischen Deutung der Figuren und Situationen.(Quelle jpc) cpo hat nun den Mitschnitt der Aufführung am Theater Magdeburg veröffentlich, anlässlich derer hier in operalounge.de ein langer

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Artikel zu Werk und Komponisten erschien.

 

Zur neuen Aufnahme die Kritik von Matthias Käther: Wer an tschechische Musik des 19. Jahrhunderts denkt, dem fallen vermutlich zwei weltberühmte Komponisten ein: Bedrich Smetana und Antonin Dvorak. Doch es gibt noch einen großen Dritten im Bunde, der in Deutschland wenig bekannt ist: Zdenek Fibich. Jetzt ist seine Oper Nevesta Messinska beim label cpo erschienen. Fibich war ein sehr sonderbarer Komponist der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. (Übrigens stimmt das wörtlich; das sind endlich mal Lebensdaten, die man sich gut merken kann: 1850-1900.) Obwohl er Tscheche und Smetanas Schüler war, interessierten ihn die damals in Europa so heißgeliebten nationalen Fragen gar nicht. Er wollte weder besonders tschechisch noch besonders international schreiben, er versuchte einen Stil zu finden, der hochpersönlich ist. Den Tschechen klang Fibich immer zu deutsch, den Deutschen zu slawisch, also blieb er mit seiner merkwürdigen Musik immer eine Randerscheinung. Nichtsdestotrotz ist er ein äußerst origineller Komponist.

Eine Schiller-Oper für Prag: Die Braut von Messina ist ein ziemlich schreckliches Schiller-Stück, ein Versuch, griechische Tragödie und italienisches Renaissance-Drama zu fusionieren. Sprich, es gibt hier griechische Chöre, deren Tumbheit schon Schillers Zeitgenossen gelangweilt hat. Das Tolle ist, dass Fibich gerade in den sperrigen Chören eine Chance sieht, aus einem miesen Schiller-Stück eine großartige Oper zu machen, er behandelt das Drama wie ein Libretto und nutzt die Chöre, aber auch andere Bühnenmusik (ein großartiger Trauermarsch à la Götterdämmerung dominiert den letzten Akt) als echte Katalysatoren des Plots. Dennoch (oder grade deswegen) waren die Zeitgenossen nach der Premiere in Prag 1884 nicht begeistert. Der Enthusiasmus von Smetanas erztschechischer Libusa (Premiere: 1883) lag noch in der Luft – und jetzt kommt da ein angestaubtes Stück der deutschen Klassik auf die Bühne, das in Italien der Renaissance spielt – nichts dürfte die Tschechen jener Zeit weniger interessiert haben.

Originelle kompositorische Lösungen: Wenn man genauer hinsieht, geht’s dann doch um Opern-universale, wohlvertraute Konflikte. Zwei italienische Brüder mit echt romanischem Temperament sind Todfeinde, weil sie dieselbe Frau lieben, von der sich aber herausstellt, dass es die leibliche Schwester der beiden ist. Am Schluss sind die Brüder tot, und die Frauen trauern vor sich hin. Und vielleicht ist es diese Traurigkeit, die das Werk so anrührend macht.
Interessant ist der Vergleich mit Nicola Vaccajs Version „La Sposa di Messina“ (1839, Venedig); der italienische Komponist hat da viel heißere, glutvollere Töne gefunden, da ist auch wesentlich mehr Action in Spiel. Fibich dagegen hüllt alles in eine echt slawische Melancholie, die zwar nicht gerade die Stimmung hebt, aber doch auf finstere Art genial ist. Ganz abgesehen von seinem visionären Versuch, eine von Wagner abgeleitete rezitativische Opernsprache zu erfinden, die erstaunlicherweise eher den Verismo und Janacek vorwegnimmt als die deutsche Schule imitiert.

Mitschnitt der deutschen Erstaufführung: Es gibt schon mindestens eine tschechische Aufnahme bei Supraphon (weitere Radioaufnahmen sind im Umlauf), die liegt inzwischen aber schon 40 Jahre zurück – dies hier ist also eine durchaus willkommene Neuaufnahme und ein wichtiges Dokument – denn mitgeschnitten wurde hier eine Produktion aus Magdeburg von 2015, und das war wirklich die (längst überfällige) deutsche Erstaufführung dieser tschechischen Oper!
In einem Aspekt bin ich bei der Bewertung überfordert: ich weiß nicht, wie gut hier das Tschechisch ist. Gesungen wurde in der schwierigen Originalsprache, und nur der Tenor Richard Samek war Tscheche, ansonsten bestand das Ensemble aus kanadischen, amerikanischen, israelischen und deutschen Sängern. Also vielleicht würde hier ein tschechischer Kritiker nicht so glücklich sein… Rein musikalisch jedenfalls ist das eine äußerst solide Leistung, besonders die beiden Brüder, der Bariton Thomas Florio und Richard Samek dominieren stimmlich die Cd mit sehr passablen bis bewunderungswürdigem lyrischem Gesang, der Gesang der Damen – vielleicht etwas zu herb und brüsk, Lucia Cervoni als dominante Mutter und Noa Danon als Beatrice – da könnte man sich durchaus noch mehr Fragilität und vorstellen. Aber ihre Interpretationen bewegen sich doch in sehr akzeptablem Rahmen. Großes Kompliment an Chor und Orchester im Magdeburger Theater unter Generalmusikdirektor Kimbo Ishii! Das ist sehr hohes Niveau, und zeigt wieder einmal, dass inzwischen auch an den kleineren Theatern der Republik spannende Experimente würdig umgesetzt werden können. Matthias Käther

Zdenek Fibich: „Die Braut von Messina“; mit Lucia Cervoni, Richard Samek, Noa Danon, Opernchor des Theaters Magdeburg, Magdeburgische Philharmonie, Ltg. Kimbo Ishii; 2 CD cpo 7136657