Die Cherusker kommen…

 

Aufregende Nachricht für Mayr-Fans: Anfang Februar 2019 erscheinen die Cherusker  (I Cherusci) von Simon Mayr bei Naxos in dem Mitschnitt aus Neuburg 2016 unter der Leitung von Franz Hauk8660399-400  – hier der Appetitmacher: Composed when Napoleon’s armies were striding across Europe, Simon Mayr’s highly charged opera I Cherusci is set in ancient Germania in the time of Christ’s birth, its narrative focusing on the perils of the captured slave girl Tusnelda who has been chosen for a sacrificial ritual. The universal themes of Freedom and patriotism in this pioneering tale of familial bonds, romance, jealousy and desperate misadventure would later attract the likes of Beethoven and Verdi. This world premiere recording of I Cherusci uses period instruments, presenting it as it would have been heard in 1808. The Simon Mayr Chorus was founded in 2003. The repertoire of the choir includes works from the 16th to the 20th century. A special emphasis is laid on authentic historical performance and on the promotion of music by Simon Mayr at the highest cultural level. Concerto de Bassus is an international ensemble engaging young musicians in historical performances of music from the 17th, 18th, and 19th centuries. Many members of the ensemble are outstanding students or graduates of the Hochschule fur Musik und Theater, with wind instruments constructed on historical principles. The ensemble takes its name from the fundamental element of Baroque music: the Bassus. (Quelle Naxos)

 

Und der Donaukurier schrieb: … Nachdem das Simon-Mayr-Ensemble bereits zwei frühe Opern Mayrs aufgeführt hat, hat sich Hauk heuer ganz bewusst für „I Cherusci“ entschieden, da der deutsche Komponist diese Oper auf dem Höhepunkt seines Schaffens und zugleich seiner Anerkennung in Italien komponiert hatte. Zu jener Zeit war Mayr der angesehenste Komponist, Giacomo Rossini hinter ihm die Nummer zwei. Was sich änderte, nachdem Rossini mit dem „Barbier von Sevilla“ seinen Durchbruch gefeiert hatte.

Neben den bereits erwähnten Solisten sind die international ausgezeichneten Sopranistinnen Andrea Lauren Brown als Tamaro und Katharina Konradi als Ercilda sowie der aus Ingolstadt stammende Tenor Uwe Gottswinter als Carilo an Bord. Der Männerchor rekrutiert sich aus dem Simon-Mayr-Chor sowie Mitgliedern des Chores der Bayerischen Staatsoper München, als Konzertmeisterin fungiert Theona Gubba-Chkheidze, die Musiker von Concerto de Basso musizieren historisch informiert und in großer Besetzung auf zeitgenössischen Instrumenten. „Die Harfe war für mich eine Wiederentdeckung“, erzählt Hauk. Denn die heutige Konzertharfe könne nicht tiefer gestimmt werden, um der Aufführungspraxis jener Zeit gerecht zu werden. Zum Einsatz kommt nun eine Art Volksharfe, wie sie im 18. Jahrhundert üblich war.

Die Handlung der Oper entführt in die römische Antike: Tusnelda, eine Cheruskerin, ist von Druiden gefangen und dem Tod geweiht worden. Ihr Geliebter Tamaro scheitert beim Versuch, sie zu befreien. Nun tritt der Cheruskerfürst Dumclamo auf den Plan, um sie zu retten. „Nicht nur ein Liebeskonflikt bestimmt die Handlung, sondern auch die – damals wie heute aktuelle – Spannung zwischen Staat und Kirche tritt zutage“, kündigt Hauk an. Romantik ist angesagt, wenn einige Szenen an weihevolle Tempel führen, durch düstere Wälder und in unheimliche Gegenden.