Venezianische Köstlichkeiten

 

 

Zwei etablierte Barock-Ensembles haben ihre Diskographie durch Werke des venezianischen Barock erweitert. Bald 30 Jahre ist es her, seitdem Hervé Niquet sein Orchester Le Concert Spirituel gegründet hat. Liturgische Musik von Antonio Vivaldi steht im Mittelpunkt der aktuellen CD, und zwar Werke, deren Gesang komplett von Frauenstimmen dargeboten wird. Frauen war das Musizieren in Kirchen untersagt, doch in Frauenklöstern pflegte man eine Musikpraxis, die auch in Männerklöstern üblich war. Vivaldis Tätigkeit für das Ospedale della Pietà in Venedig – damals ein Waisenhaus für Mädchen und ein Kloster – begann mit Vivaldis Priesterweihe im Jahr 1703, ab 1713 war er fünf Jahre lang zusätzlich Chorleiter der bis zu 70 Sängerinnen und schuf auch später noch Werke für sie. Niquet will auf der vorliegenden CD diese Tätigkeit würdigen und interpretiert vier Werke: das berühmte Gloria in D-Dur (RV 589, komponiert ca. 1714) und das Magnificat (RV 610A) sowie die kleineren Laetatus Sum (RV 607) und Lauda Jerusalem (RV 609, komponiert 1739). Zu hören sind die Originalversionen: Niquet vertraut die Arien keinen Solistinnen an, sondern lässt alles a cappella singen. Der vierfach geteilte Chor umfasst 20 Sängerinnen, Le Concert Spirituel besteht aus 14 Musikern – das Ergebnis ist eloquent und dynamisch, manchmal fast opernhaft dramatisch und zugespitzt, doch ohne Pathos. Niquet lässt hier keine Stücke für zurückgezogene Nonnen erklingen, weder

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romantisierend noch verinnerlicht, es geht ihm um eine kommunikativ zugewandte Interpretation, bei der introvertierte Moment die Ausnahme sind oder sich öffnend entwickeln. Der präzise und geschmeidige Chor sowie das bestens aufgelegte Concert Spirituel musizieren mit Engagement und Freude. (1 CD, ca. 50 Minuten, Alpha 222)

Sospiri d'amore GlossaSeit 20 Jahren gibt es La Venexiana, gegründet von Claudio Cavina, der auch als Dirigent die vorliegende CD Sospiri d’amore leitet und mit neun spezialisierten Musikern spannende Ausschnitte aus elf der 32 Opern von Francesco Cavalli präsentiert – acht Duette, drei Szenen für Sopran und zwei Szenen für eine männliche Altstimme mit gemeinsamen Thema: die Liebe und ihre Wirrnisse. Ausgewählt wurden hier Stücke aus Egisto (1643), Ormindo (1644), Orimonte (1650), Eritrea (1652), Veremonda (1652), Ciro (1653), Statira (1656), Elena (1659), Scipione Affricano (1664), Muzio Scevola (1665) und Pompeo Magno (1666). Cavallis Opern sind geprägt durch Übergänge, ein Kommen und Gehen: Recitar cantando, Arioso, Arie und Duett, Tragisches neben Komischem, Geschehen neben Reflexion. Die Duette sind als Momente der Vertiefung oft die Höhepunkte in Cavallis Oper – sie drücken zwischen Sehnsucht und Ausgelassenheit, Wehmut und Freude, Verzicht und Erotik sowie Vernunft gegen Gefühl ein breites Spektrum aus und reichen auf dieser CD vom kurzen dreiminütigen Intermezzo aus Muzio Scevola bis zur zehnminütigen Szene aus Egisto. „O luci belle“ aus Cavallis Eritrea steht noch Monteverdis „Pur ti miro“ nahe, in anderen Werken entwickelte er das Duett maßgeblich weiter und wurde zum führenden Komponisten des Frühbarock. Die Sopranistin Giulia Semenzato und der männliche Altist Raffaele Pe sind junge, hochmotivierte Sänger, denen es gelegentlich im Vergleich zu manchen heutigen Barock-Stars noch an Ausdruck und Individualität fehlen mag, deren schmeichelnde Stimmen sich hier dennoch auf schöne Weise vereinen, verzweigen und wieder lassen und das zu Gehör bringen, was diese Duette in jeder Stimmungslage ausmacht: das Verführerische sowohl im Lieblichen als auch im Lamentierenden. Wer Cavalli schätzt, wird hier noch etwas entdecken können. (1 CD, ca. 60 Minuten, GCD920940). Marcus Budwitius