Gemischt, aber knackig

 

Häufig inszeniert, aber selten in seiner originalen Gestalt: Johann Strauß‘ Zigeunerbaron. Beim Label Pentatone (2 CD, PTC 5186482) ist jetzt eine Version erschienen, die sich stark an der Urfassung von 1886 orientiert. Wir werden nicht mehr erfahren, wie die Urfassung wirklich aussah, weil vor der Premiere noch viel geändert wurde. Die meisten Quellen sind im Krieg bei Bombenangriffen in den Archiven verbrannt. So kann man die Frage ‚Wie viel‘ ewig diskutieren. Braucht ein Zigeunerbaron alle Couplets der kleinen Rollen? Undiskutabel dagegen sollten heute Retuschen in der Musik sein: das ‚Wie‘ dürfte einigermaßen feststehen.

Kurz und knackig: In beiderlei Hinsicht stellt mich die Neueinspielung nicht völlig zufrieden. Von den selten gespielten Couplets hätte ich mir zumindest das von der Sittenkommission dazugewünscht, weil es dem sonderbaren Werk eine satirische, kritische Note verleiht und es etwas wegrückt vom Vorwurf der reinen K. u. k. – Revue. Und war Schweinefürst Zsupan nicht eine Girardi-Rolle, also ein Tenor? Müssen wir uns immer noch dieser alten Traditionsschlamperei beugen und die Partie mit einem Bariton besetzen, wie es sich im 20. Jahrhundert leider eingebürgert hat?

Dennoch – die hier erstellte Fassung ist, von kleinen Mängeln angesehen, so übel nicht und vielen „Bearbeitungen“, die dieses visionäre Werk meist auf eine alberne Schmonzette reduzieren, weit überlegen. Man muss es ja nicht unbedingt wie Harnoncourt machen und wirklich alles Material versammeln, das es gibt. 120 Minuten Zigeunerbaron mit kurzen knackigen Dialogen: Das können sehr kurzweilige, genussreiche Stunden sein – und sind es in diesem Falle auch.

Schwächelnde Hauptfiguren, starke Nebenrollen: Gesungen wird in dieser Aufnahme nicht viel schlechter als in der vieldiskutierten von Harnoncourt aus dem Jahr 1995. Aber auch da war ich schon nicht so glücklich mit den Hauptpartien. Damals Herbert Lippert und Pamela Coburn als Sandor und Saffi – jetzt Nikolai Schukoff und Claudia Barainsky. Das ist etwa auf demselben Niveau, wenn die neue Produktion auch aus anderen Gründen unbefriedigend bleibt. War Lippert zu

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leicht besetzt, ist Schukoff, finde ich, zu herb und heldenhaft , die Stimme passt nicht so recht zum windigen pfiffigen Tausendsassa, für den nichts zu schwer

ist, wenn man`s kann ungefähr. Claudia Barainsky klingt in den Phrasierungen und in der Anlage der Saffi-Rolle originell und klug, aber ihr fehlt die Süffigkeit und Sinnlichkeit, die diese Figur eigentlich bräuchte.

Wie so oft findet man hier das Operettenproblem des 21. Jahrhunderts – schwächelnde Hauptfiguren, dafür starke Nebenrollen. Bariton Markus Brück (Graf Homonay) hat nicht viel zu singen, aber was er singt, ist fabelhaft. Vergnüglich auch Jochen Schmeckenbecher als Schweinefürst, beeindruckend der 75-jährige Heinz Zednik als Conte Carnero.

Ohne Kitsch und mit viel Lust am Effekt: Lawrence Foster ist ein Dirigent, der der großen Oper des 19. Jahrhunderts immer gehuldigt hat, sich mit dem Pathos und der Intimität der Gattung gut auskennt und hier eben mit der NDR Radiophilharmonie ohne Kitsch und mit viel Lust am Effekt den Zigeunerbaron eher als Opernereignis präsentiert denn als Operettenhit. Und damit macht er eigentlich alles richtig.

Fragliches CD-Design: Noch ein Wort zum Design der CD. Man kann ja alles ausprobieren. Dennoch sollte man die Gestaltung Künstlern überlassen, die selbst einen positiven und vor allem praktischen Bezug zum Medium CD haben. Eine Rückenbeschriftung mit Buchstabengröße von zwei Millimetern dürfte so ziemlich jeder Sammler verfluchen. Matthias Käther