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Indiskret

29 Auf großes Interesse nicht nur in der Berliner Operngemeinde und nicht nur, weil eine von ihrem Ehemann gestiftete Büste im Foyer der Deutschen Oper an sie erinnert, dürfte eine DVD über Pilar Lorengar stoßen, die bei Arthaus erschienen ist und die sich  außer auf Aussagen von Familienmitgliedern und künstlerischen Wegbegleitern auf ein Dossier im […]

BERLIN: REPERTOIRE, CONCERTS & FRINGE

  Galakonzert Placido Domingo in der Berliner Staatsoper:  Ehrenmitgliedschaft für 50 Jahre auf Berliner Opernbühnen. Innerhalb weniger Wochen debütierte Plácido Domingo vor exakt 50 Jahren an drei großen deutschsprachigen Bühnen: in Wien mit dem Radamès, in Hamburg mit Don Carlo und in Berlin an der Deutschen Oper, für das er ebenfalls der Radamès vorgesehen war, […]

Liebe in Zeiten des Faschismus

  Giulietta e Romèo des in Wagners Todesjahr 1883 geborenen Komponisten Riccardo Zandonai ist eine sehr freie Bearbeitung des alten tragischen Stoffes von  Liebesleid und Liebesglück. Frei „nach Shakespeare“ steht denn auch auf dem Titelblatt der Partitur. Der Librettist Arturo Rossato hat in drei Akten Figuren und Szenen Shakespeares grosszügig weggelassen und hinzuerfunden. Gleich geblieben […]

Gnadenlos

  Als Berliner Erstaufführung präsentiert die Komische Oper Aribert Reimanns 2010 in Wien uraufgeführte Oper Medea in einer musikalisch glanzvollen Interpretation. Benedict Andrews’ Inszenierung auf der bis auf die schwarzen Brandmauern leere Bühne (Johannes Schütz) arbeitet mit den Mitteln des epischen Theaters, so dass die Aufführung zunächst kühl und unsinnlich wirkt. Die Sängerdarsteller aber stürzen […]

Weiss-blaue PR

  „Ganz großes Kino“ kann alles Erstaunliche und Überdimensionale sein, „Ganz große Oper“ ist der Titel eines ab dem 1. Juni im Kino zu sehenden Films über die Bayerische Staatsoper, und der könnte sich als im ursprünglichen Sinne ganz großes Kino erweisen. Dabei beginnt es ganz bescheiden mit einem Einblick in das Opernstudio des Hauses, […]

Intrigen im Museum

  Charles Gounod komponierte seine Oper Cinq-Mars nach dem Roman von Alfred de Vigny nach einer schöpferischen Pause von zehn Jahren; 1877 erfolgte die gefeierte Uraufführung an der Pariser Opéra-Comique. Einige Monate später erlebte das Werk noch eine Wiederaufnahme in einer vom Komponisten veränderten Fassung, in der die vorher gesprochenen Dialoge in Rezitative mit Orchesterbegleitung […]

Meisterhaft

  Der feurige Engel, Titelfigur von Prokofjevs erst 1955, zwei Jahre nach seinem Tod, szenisch uraufgeführter Oper, ist der unsichtbare Kindheitsfreund von Renata, der sie verlassen hat, als sie als Teenager mehr als keusche Freundschaft von ihm wollte – so erzählt sie es zumindest. Kurze Zeit glaubte sie im Grafen Heinrich ihren Engel wiedergefunden zu […]

Bezaubernde Sabine Devieilhe

  Au temps où l’on voyageait peu, l’opéra pourvoyait au dépaysement. Il multipliait les rencontres incongrues, et les malentendus qui s’ensuivent. Un lieutenant de vaisseau américain découvre le Japon sans bien en comprendre les mœurs, ça vous donnera Madame Butterfly. L’officier est anglais dans Lakmé et ça se passe aux Indes : entre la fille des parias et le […]

Stimmenfest mit Inszenierungsschwächen

  Die lothringische Oper in Nancy hat bei Rossinis Semiramide ein Experiment gewagt, man besetzte die Hosenrolle des Arsace nicht mit einer Mezzosopranistin, sondern mit einem Countertenor. Franco Fagioli, der sich dieses Rossini-Repertoire mit seiner letzten Solo-CD bei DG bereits erschlossen hat, stand neben der georgischen Sopranistin Salome Jicia in der Titelrolle im Mittelpunkt einer […]

Feuchter Traum im Nebel

  Eine Oper als Traum oder Erinnerung einer der handelnden Personen zu erzählen, ist seit einiger Zeit eine gängige Methode auf unseren Bühnen. Im Falle der Neuinszenierung von Wagners Der fliegender Holländer an der Deutschen Oper Berlin ist es Erik, der schon zum Beginn der Ouvertüre auf dem Bühnenboden hockt, träumt, nachsinnt, dann aggressiv auffährt […]