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Missglückte Felsenstein-Hommage

  Um Liebe und Tod geht es in fast allen Werken der Opernliteratur – auch Offenbachs Opéra bouffe Barbe-bleue handelt davon. Warum aber mussten Regisseur Stefan Herheim und sein Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach sowie der (ursprünglich vorgesehene) Dirigent Clemens Flick bei ihrer Neuinszenierung an der Komischen Oper Berlin mit dem Titel Blaubart deshalb eine Rahmenhandlung um Eros […]

Musikalischer Rausch

  « C’est un opéra joué à peu près tous les vingt ans » nous assurait un mélomane à l’issue, vendredi 23 mars, de la première représentation de Hérodiade. L´Opéra de Marseille Marseille n’avait d’ailleurs pas monté cette œuvre de Jules Massenet inspirée du dernier des « Trois Contes » de Gustave Flaubert Hérodias depuis…1966. En coproduction avec l’Opéra de Saint-Étienne, cette nouvelle production […]

Voilà un vrai festival!

  Ich muss – gewiss zur Entrüstung der meisten Verdi- oder gar Opernliebhaber/-innen – zugeben, dass ich immer schon meine Schwierigkeiten mit Macbeth hatte. Wäre ich ein polemischer Mensch, könnte ich mich zur Behauptung versteigen, die erste Fassung werde Shakespeare, die zweite Verdi nicht gerecht. Die heute meist gespielte zweite fällt für mein Empfinden stilistisch […]

LUFT VON ANDEREN PLANETEN

  Fast fünf Stunden Aufführungsdauer (inkl. zweier Pausen) – eine geglückte Grand Opéra in fünf Akten ist immer auch Überwältigung durch schiere Masse und effektgeladene Theatralik: Epische Längen und dramatische Zuspitzungen, Spektakuläres neben Intimen, große Tableaus neben Seelenbildern. Meyerbeers Musik galt einst bei seinen Gegnern als „Schaubudenlärm„, seine Opern als „Jahrmarktsfarce„, „wie ein Varietéprogramm zusammengesetzt […]

Recht auf Glück

  1992 erschien Erich Wolfgang Korngolds Oper Das Wunder der Heliane bei Decca in deren Reihe „Entartete Musik“, denn das Werk des jüdischen Komponisten wurde 1938 von den Nationalsozialisten als „entartet“ deklariert und verboten. Nur wenige szenische Produktionen der 1927 in Hamburg uraufgeführten Oper sind bekannt (2010 gab es eine in Kaiserslautern, vor allem aber […]

Katzgold

  Die Spuren haben sich verlaufen. Am 23. Juni 1976 wurde als Auftragswerk der Deutschen Oper Berlin Toshiro Mayuzumis Der Tempelbrand uraufgeführt, der jetzt 2018 an der Straßburger Opéra National du Rhin als Le pavillon d’ or seine französische Erstaufführung erlebte, in deutscher Sprache, so wie Claus H. Hennebergs Libretto seinerzeit in Berlin gegeben wurde. […]

Mehrfüssiges

  Beim Semperoper Ballett: Very British: Der neue Abend beim Semperoper Ballett vereint unter dem Titel Ein Sommernachtstraum zwei Arbeiten britischer Choreografen. Zu Beginn ist Frederick Ashtons The Dream zu Mendelssohns berühmter Musik auf Shakespeares Komödie zu sehen, womit erstmals in Dresden ein komplettes Werk des Altmeisters der Ballettszene gezeigt wurde. 1964 wurde The Dream am […]

Träume im Unendlichen

  Tschajkovskijs letzte Oper Iolanta scheint allmählich auch auf westlichen Bühnen heimisch zu werden. Neben den mindestens 5 frühen CD-Einspielungen (Delman 1989, Rotman 1993, Gergiev 1994, Ludmilin 1996, Fedoseev 2002) hat Gergiev daran gewiss seinen verdienten Anteil, der sie gerne auch konzertant programmiert (z.B. 2010 in Köln und diesen Januar in Rom sowie hochbesetzt mit Netrebko […]

Frauenpower

  Seit 2010 bereichert die Berliner Operngruppe e.V. einmal jährlich das Musikleben der Hauptstadt um die halbszenische Aufführung einer Opernrarität – zumeist aus dem Belcanto-Repertoire oder dem Komplex der Frühwerke Verdis. Der Gründer und künstlerische Leiter des Unternehmens Felix Krieger garantiert seit Jahren ein hohes Besetzungsniveau, was Berlins Opernfreunde mit wachem Interesse und begeisterter Zustimmung […]

Lustfeindliche Inszenierung

  Eigentlich wollten wir über so „normale“ Bühnenwerke wie die neue  Salome an der Berliner Staatsoper nicht berichten, haben wir uns bei operalounge.de doch dem Seltenen und Ungewöhnlichen verschrieben. Aber der gewisse Ausnahmecharakter der die Aufführung begleitenden Umstände macht für uns einen Bericht sinnvoll. G. H.   Dies solle definitiv seine letzte Inszenierung in Berlin sein, hatte Hans Neuenfels […]

Die Alten lassen nicht los

  Mit dem Chorruf „Si ridesti il leon di Castiglia“ wollte Verdi an den Erfolg der Chornummern im Nabucco und den Lombardi anknüpfen, gleichzeitig einen Gruß des purpurfarbenen Löwen der Könige von Kastilien an den Markuslöwen, das Wahrzeichen Venedigs, senden. Für seine fünfte Oper verließ Verdi erstmals die Mailänder Scala, die ihn bisher so gut […]

En travesti

  Die italienische Mezzosopranistin Anna Bonitatibus ist hierzulande für Kenner natürlich kein Geheimtipp mehr, für ein breiteres und nicht auf Belcanto spezialisiertes Publikum vielleicht doch noch. Wenngleich sich im internationalen Opernbetrieb der Name dieser aparten Sängerin längt herumgesprochen hat. Auf ihrem neuen Album mit dem Titel „en travesti“ präsentiert sie bei BR-Klassik (900318) die bekanntesten […]

Windiges Gartenfest

  Ein gleichwertiges In- und Miteinander von Schauspiel und Musik schwebte Frank Martin nach eigenen Angaben für seine Vertonung von Shakespeares Sturm vor. Damit blieb er sich treu, denkt man daran, wie eng in seinen Oratorien und Kantaten (darunter auch der als weltliches Oratorium geplante „Vin herbé“, der sich als absolut bühnentauglich erwiesen hat) Wort und […]