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Würdige Saisoneröffnung

  Erstmals wurde eine Saison der Scala mit Verdis Attila eröffnet, zugleich erst die neunte Produktion des Stücks an diesem Haus – von 1867 bis 1975 war es vom Spielplan gänzlich abwesend gewesen. Die Neuproduktion zeichnet sich dafür (wie die letzten drei seit 1975) durch eine handverlesen erstklassige Besetzung aus – an der Première wie […]

Lebende Bilder

  Eine Einstimmung auf die Klangwelten des Komponisten Beat Furrer gab es während der Barocktage der Staatsoper im November des vergangenen Jahres, als das Vokalensemble Voces Suaves aus Basel im Pierre Boulez Saal Auszüge aus Monteverdis Madrigalbüchern interpretierte. In der Programmfolge fand sich mit „A sei voci“ auch ein Werk des 1954 geborenen Furrer, der […]

Satter Spass

  Donizettis Bühnenspaß Viva la Mamma/Le convenienze ed inconvenienze teatrali in der Inszenierung von Laurent Pelly (unter Mitarbeit von Julien Chavaz) am Grand Théâtre de Genève beginnt gleich mit einem Coup: Beim Hochgehen des Vorhangs erblicken wir das halbe Innere eines typischen Opernhauses aus dem 19. Jahrhundert, an der Mittelachse des Zuschauerraums durchgeschnitten und an die Bühnenkante […]

Leyla Gencer

  Für uns Spätgeborene ist der Name von Leyla Gencer zeitgleich mit dem von Maria Callas. Und es ist wohl wahr, dass sie – die Gencer – darunter gelitten hat, denn sie hatte die solidere Karriere, die interessantere  Bandbreite und vor allem auch das größere, aktive Rollenspektrum. Es ist aber auch wahr, dass die Callas, […]

Offenbachs Grand Opéra „Les Fées du Rhin“

  Lange hielt sich die Behauptung, Offenbach habe Zeit seine Lebens eine Grand Opéra schreiben wollen und nur mit  Les contes d´Hoffmann habe er dies erreicht, wobei er die Uraufführung nicht mehr erlebte. Spätestens seit 2002 war es mit dieser Legende vorbei, als erstmals (in Lubljana) die Rheinnixen erstaufgeführt wurden, eine für Wien komponierte veritable Grand Opéra […]

Im Wiegeschritt durchs Kaiserreich

  Zuerst also das Buch: Natürlich ist auch Barkouf enthalten. Jener titelgebende Hund von Jacques Offenbachs 1860 an der Opéra-Comique uraufgeführter Opéra-bouffe, der an der Opéra national du Rhin derzeit die Regierungsgeschäfte von Lahore übernimmt. Quasi als hors d’oeuvre zu den diversen Vorhaben, die Köln zum 200. Geburtstag Offenbachs im kommenden Jahr anrichtet. Dorthin wandert […]

Il postino di Venezia

  Der Sturm kracht, wütet, tobt. Das Orchester entfaltet in voller Raserei die Elemente und ruft die Titanen herbei. Wir sind in München, an der Bayerischen Staatsoper, bei Giuseppe Verdi und Otello. Ganz klar. Was sehen wir? Auf jeden Fall schon mal keine von der Windmaschine synchron geschleuderten Mäntel und Frisuren und keine bemüht gebückten Chormassen… […]

Wiedereröffnung nach 75 Jahren

  Nach 75 Jahren ist das wunderschöne Theater von Rimini, das während des Krieges zerstört worden war, wieder eröffnet worden. Das vom Architekten Luigi Poletti, einem sehr wichtigen Exponenten des  Purismo classico, entworfene Gebäude  wurde im Sommer 1857 mit dem Trovatore eingeweiht. Einen Monat später hingegen wurde die von Verdi für Rimini komponierte Oper Araldo aufgeführt. […]

Musikalisch zumindest mitreissend

  Offenbachs Grande-Duchesse de Gérolstein ist das Paradebeispiel der Offenbachiade. Im Jahr der Uraufführung, 1867, zumal bei der Pariser Weltausstellung, errang die dreiaktige Opéra-bouffe einen Triumph, der den Erfolg alle anderen Offenbach-Stücke übertraf.  Staatsmänner, Politiker und Granden, Fürsten, Könige und Kaiser ließen es sich nicht nehmen, eine der  200 Aufführungen, die schon innerhalb eines  halben […]

Alagna & Gattin

  Verdis Oper Luisa Miller, sein melodramma tragico in drei Akten nach einem Werk von F. von Schiller „Luisa Miller“, das in sechs Wochen komponiert und am 8. Dezember 1849 am Teatro San Carlo Neapel uraufgeführt wurde – Österreich hat dieses von Mailand und Venedig „übernommen“ –  und das am Samstag, dem 15. Dezember 2018 […]