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Le Retour Royal

  Kaum eine andere Oper verfügt im Titel über diesen mythischen Zauber wie Gounods Orient-„Schinken“ La Reine de Saba (1862).  Allein schon die Erwähnung evoziert wie die „Nuit d´ivresse“ der Berlioz´schen Troyens (1856, nicht soviel früher) den Duft von Mimosen in schwüler Nacht unter Palmen und Zedern, wie sie auch Korngolds gleichnamige Oper (1875) mit […]

Von Engeln, Grossmäulern und Giftmischern

  Lange war der Donizettis Ange de Nisida so etwas wie Das Phantom der Oper. Man ahnte, dass es in irgendeiner Form existierte, doch keiner hat es je gesehen Nun erblickt der L’ange de Nisida, Gaetano Donizettis für das Théâtre de la Renaissance 1839 geschriebene  Oper, beim Donizetti Festival in Bergamo 2019 erstmals nach 180 Jahren das […]

Verstörende Geräusche

  „An inquiry about love“ nennt die amerikanisch-israelische Komponistin Chaya Czernowin ihr Werk Heart Chamber im Untertitel. Am 15. 11. 2019 wurde es mit großem Erfolg an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt. Das Haus bestätigt damit nach Detlev Glanerts Oceane überzeugend seinen Einsatz für das zeitgenössische Musikschaffen. Das Stück entstand als Kompositionsauftrag der Deutschen Oper […]

Alttestamentarischer Politkrimi

  Leicht hat es der biblische Superheld Samson wahrlich nicht: nach geglückter revolutionärer Erhebung wird er von der teuflisch holden Philisterin Dalila nach allen Regeln der Opernkunst verführt, verliebt und verquatscht sich – das kennt man von Heldentenören – und geht so seiner siegbringenden Lockenpracht verlustig. Die Reaktion scheint gegen die Revolution zu siegen, doch […]

Mutiger Kraftakt

  Nach umfangreichen Umbauten im Stadttheater (Neue Klimatechnik, Schallsegel zur Verbesserung der Akustik, Erneuerung der Bestuhlung und neue Studiobühne) wagte es nun das Theater für Niedersachsen (TfN), mit Richard Wagners großem Liebesdrama Tristan und Isolde wiederzueröffnen. Bei der Größe des Orchesters mit nur 30 Planstellen kam ich mit einer ziemlich großen Portion Skepsis nach Hildesheim, […]

Dunkle Zauberwelt

  Die Oper Alcina (1735) von Georg Friedrich Händel ist lang. Auch in Bremen dauert sie trotz einiger Kürzungen (die Figur des nach seinem Vater suchenden Oberto taucht z. B. gar nicht auf) noch immer fast dreieinhalb Stunden. Und bei der Bauart des Werkes, bei dem es praktisch keine Ensembleszenen gibt und sich „nur“ eine […]

Spätheimkehrerin

  A little more than two hundred years ago, on March 27, 1819, Gioachino Rossini suffered the greatest failure of his illustrious career when Ermione, a stark tragedy, debuted at the Teatro San Carlo in Naples.  The surrounding details of the fiasco went mysteriously unreported or were suppressed, and today we have no idea why […]

Dekoriertes Bewusstsein, verpasste Chance

  Vor einigen Wochen hat die Altistin Hanna Schwarz in einem Interview in der Staatsoper Hamburg zu Recht dafür plädiert, dass die Oper nicht nur reine „Dekorationsoper“ sein dürfe, sonst verspiele sie ihre gesellschaftliche Relevanz. Sie müsse sich modernen Themen und Ästhetiken öffnen. Beim Hamburger Opernpublikum stieß dies auf deutlich verhaltene Zustimmung; und so ist […]

An American First

  (…) Pacinis  Maria, Regina d’Inghilterra was commissioned by the Prince of Cuto, who had taken over the management of the Teatro Carolino in Palermo.  Pacini wanted a libretto by Salvadore Cammarano, author of Lucia and Trovatore among many others, but Cammarano was too busy, and the choice fell on Maria, which Tarantini had written […]

Gemeinsame Mission

  Normalerweise berichten wir in operalolunge.de – wie es unser Name ja vorgibt – über Stimmen und Opern und Chorwerke, gelegentlich über Lieder und Liedsänger. Ungewöhnlich ist deshalb – für uns – ein Interview mit einem Liedbegleiter, in diesem Fall der Pianist Daniel Beskow, der mit „seinem“ Sänger Johannes Held eine enge künstlerische Symbiose eingegangen ist. […]

Zurück und nun im Original

  In den Jahren 1957 bis 1964 hatte die zeitgenössische Oper einen bedeutenden Platz im Repertoire der Wr. Staatsoper. Zugegeben, es gab keine Uraufführungen, aber viele Werke wurden bald nach ihrer Uraufführung in den Spielplan aufgenommen. So auch Benjamin Brittens Shakespeare-Vertonung. DIe Produktion, die erste einer Brittenoper im Haus am Ring überhaupt, hatte am 18. […]

Frankfurt/M.: Oper, Konzerte & Fringe

  Vier Buchstaben L O V E: Asmik Grigorians sensationelle Manon Lescaut. Wie mit einem Flammenwerfer schleudert Asmik Grigorian ihren Sopran in den Saal. Es ist keine wärmende Flamme, doch hell und klar und von solch elementarer Wucht, dass sich viele Details tief eingraben. Und dabei von solch stupender Anverwandlung der von Alex Ollé gezeichneten […]

Schwarzes Märchen

  Man weiß es, hat es in Inszenierungen der letzten Jahre häufig gesehen, liest es aber wieder gerne. In ihrem Aufsatz im Programmheft weist die bedeutende Dvořák-Forscherin Jarmila Gabrielová auf das Umfeld der 1901 in Prag uraufgeführten Rusalka hin, auf Debussys Pelléas et Mélisande ein Jahr später und Janáceks Jenufa von 1904, und beschreibt Rusalkas […]