Musikszene / Festivals

Menschen im Hotel

  Lichthof als Empfangshalle, um den herum sich auf mehr Etagen, als die Bühne sehen lässt,  die Zimmer abgehen. Robert Carsen lässt die ganze Geschichte der Arabella sich hier abspielen. Menschen im Hotel mit Musik. Den eleganten rotbraunen Raum im Stil der Zwischenkriegszeit hat Gideon Davy geschaffen, ebenso die bildschönen, dem Entstehungsjahr 1933 entsprechenden Kostüme. […]

ACH ja, die Mafia …

  Was haben Grand Opéra und Hollywood gemeinsam? Den Glamour, die Massenszenen, die (Melo-)Dramatik, den Hang zum tragischen Historiendrama? Das haben sich Jossi Wieler und Sergio Morabito vielleicht in der Vorbereitung auf Les Huguenots am Grand-Théâtre in Genf gesagt (gesehen: Dernière am 8.3.20). Anna Viebrock hat dazu eine sich bei beiden Sphären bedienende Ausstattung geschaffen – einen […]

Im Container

  Ihr Belcanto-Repertoire erweitert die Staatsoper Hamburg, wo in dieser Saison nur Rossinis Cenerentola und Donizettis Elisir zu sehen sind, um Bellinis opus magnum Norma. Die Premiere der Lyrischen Tragödie am 8. 3. 2020 markierte den Beginn der Italienischen Opernwochen, die in diesem Jahr zum dritten Mal veranstaltet werden. Aus nicht genannten Gründen war die […]

A l´orange

  „Hätte ich nicht Hofmannsthal gefunden, so hätte ich gern mit Levetzow gearbeitet“, soll sich Richard Strauss über den mährischen Freiherrn Karl Michael von Levetzow geäußert haben. Der Urgroßneffe von Goethes Marienbader Muse Ulrike hatte Strauss offenbar das Textbuch zu Die heilige Ente angeboten, das er zusammen mit Leo Feld gemacht hatte. Strauss, der sich […]

Berlin: Repertoire, Concerts & Fringe

  Meyerbeer-Reprisen-Zyklus an der DOB: Ihr respektables Meyerbeer-Repertoire (Les Huguenots, Le Prophète) ergänzte die Deutsche Oper Berlin um eine konzertante Aufführung seiner Opéra comique Dinorah ou Le Pardon de Ploërmel. Bereits in der Saison 2014/15 hatte das Haus einen konzertanten Abend mit dem  Werk veranstaltet – in prominenter Besetzung mit Patrizia Ciofi in der Titelpartie. […]

Frankfurt/M.: Oper, Konzerte & Fringe

  Im Spotlight: Barrie Kosky inszeniert Salome. Da hatte sich Barrie Kosky etwas getraut. Und es sich leicht gemacht. Nur scheinbar. Für Salome von Richard Strauss stellte er seine Protagonistin einen Abend lang in einen strengen Scheinwerferkegel und blendet alles andere aus. Wie eine Diva bei ihrem Solo-Programm. Nur Narraboth und der Page dürfen als ausgeregte […]

Selten genug

  Am 21.2.2020 hatte Schrekers letzte Oper Der Schmied von Gent in Gent Premiere (Aufführungen in Antwerpen waren vorangegangen). Das Stück war neu für mich, nicht aber, wie ich in der Vorbereitung erstaunt feststellte, die Handlung. Die Geschichte (die Schreker den Flämischen Legenden Charles de Costers entnommen hat) vom pfiffigen Schmied, der einen Teufelspakt eingeht, […]

Eine Dame ohne Zukunft

  Ein Gespenst ging um in Europa ab 1825, aber ein solches, vor dem keine Bourgeois, keine französischen Radikale und keine deutschen Polizisten Angst haben mussten. Nach der Uraufführung an der Opéra-Comique am 10. Dezember 1825 eroberte die in Schottland des 18. Jahrhunderts spielende Dame blanche des François-Adrien Boieldieu (1775-1834) die Bühnen im Sturm, und zwar weltweit: […]

In guter Tradition

  This season’s operatic celebrations of the 1934 founding of the Academy of Vocal Arts in Philadelphia began with an excellent Le nozze di Figaro in November, and continued February 15-22 with four performances of the school’s first-ever presentation of La favorite, Donizetti’s more-or-less fifty-seventh of more-or-less sixty-four operas, in the original French. I must confess […]

Träume aus der Wunderkiste

  Seit Barrie Koskys Amtsantritt als Intendant der Komischen Oper Berlin 2012 ist die Pflege des seltenen Operettenrepertoires ein Markenzeichen des Hauses. Viele Perlen wurden da schon zutage gefördert, ob von Nico Dostal, Oscar Straus, Emmerich Kálmán oder Paul Abraham. Nun nahm sich der Chefregisseur eines gänzlich vergessenen Werkes des tschechischen Komponisten Jaromír Weinberger an, […]

Von dekorativem Schauwert

  Einem Wiener Team war die Neuinszenierung des Rosenkavalier an der Berliner Staatsoper anvertraut worden, das der bekannte Liedermacher und Multimediakünstler André Heller als Regisseur anführte. Neben ihm wirkten die Malerin Xenia Hausner, die seit 28 Jahren kein Bühnenbild mehr entworfen hatte und sich seit 1992 ausschließlich ihrem malerischen Werk widmet, sowie der Modedesigner Arthur […]

Muttermord en espanol

  Elektra zu programmieren ist für jedes Opernhaus eine immense Herausforderung. Der Palau de les Arts von Valencia unter Leitung seines Künstlerischen Direktors Jesús Iglesias hat diese Aufgabe hervorragend gelöst. Das ausdrucksstärkste Werk von Strauss hat im Opernhaus von Valencia den Glanz vergangener Epochen wiedererweckt. Das Orquestra de la Comunitat Valenciana musizierte unter Marc Albrecht […]

Eine Seele wird seziert

    Dieser Opernabend mit Jakob Lenz von Wolfgang Rihm wirkt lange nach und dürfte sich bei den meistern Zuschauern tief ins Gedächtnis gebrannt haben. Und das aus mehreren Gründen: Zum einen ist da die singuläre Leistung von Claudio Otelli in der Titelpartie, zum anderen sind es die Inszenierung von Marco Štorman und die Bühnengestaltung […]

Nach wie vor putzig

  Christian Thielemann setzte sich nach der Premiere von Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg an der Semperoper nachdrücklich für das Regiekonzept von Jens-Daniel Herzog ein, entsprach dieses doch seinem Wunsch nach einer „unpolitischen“ Lesart des Stückes. Bei den Salzburger Osterfestspielen 2019 war die Inszenierung herausgekommen, nun folgte am 26. 1. 2020 die Premiere in Dresden. […]