Recitals / Lieder

Petre Munteanu

  „Wer war doch noch …?“:   In unserer Serie über weitgehend vergessene Sänger erinnern wir an uns wichtige Personen, die oft nur wenige oder keine Spuren hinterlassen haben, die aber für ihre Zeit und für den Fortbestand von Oper und Konzert so immens wichtig gewesen sind. Es waren und sind ja nicht allein die Stars, die die Oper am Laufen […]

Ziemlich grosser ideologischer Anspruch!

  Eine schöne Stimme und eine einnehmende Optik scheinen nicht mehr die Garantie für den Beginn einer auch erfolgreichen CD-Karriere zu sein. Eine Botschaft muss sie legitimieren, und davon hat die CD von Nadine Sierra gleich eine auf dem Cover und eine weitere auf der Rückseite des Booklets. Bernsteins Maria verkündet : “There’s a place […]

Sepia-Helden

  Ob dereinst nochmals ein Tenor ein Tribute to Plácido Domingo oder Jonas Kaufmann aufnehmen wird? Zumindest erster hat auch in einigen Uraufführungen gesungen, darunter als bekannteste in Menottis Goya und in Torrobas El Poeta. In weit mehr Uraufführungen hatte naturgemäß in Zeiten, die nahezu nur neue Werke kannte, Gilbert Duprez mitgewirkt. An den „Erfinder“ […]

Schmuse-Bach

  Es ist guter Brauch geworden bei einigen CD-Firmen, Sänger in den Booklets selbst zu Wort kommen zu lassen. Eigentlich sollten sie sich ja singend mitteilen. Wenn aber das Kerngeschäft mit einigen klugen Worten begleitet wird, kann das nicht schaden. Für den Bariton Benjamin Appel ist Johann Sebastian Bach der Komponist, dessen Musik „die inneren […]

Wer vieles bringt…

  Ein gutes Gespür für die Vereinbarkeit seiner Stimme mit einem bestimmten Charakter- bzw. Rollenspektrum beweist Kevin Short mit der Wahl des Méphistophélès – and other bad guys für seine Recital-CD. Machtvolles Material und boshafte Schwärze zeichnen seinen Bass aus, anstelle des eleganten Gounod-Teufels hätte er allerdings besser den schwergewichtigeren Boito-Satan an den Anfang stellen sollen, […]

Nostalgie als Nebenwirkung

  Profil Edition Günter Hänssler! Das Logo lässt mich immer an Messingschilder an der Haustür denken. So abwegig ist dieser Vergleich nicht. Denn bei Hänssler kommt man ja immer irgendwie auch nach Hause, findet sich bei vielen Produktionen dieser ersten fünfzehn Jahre in der sicheren Umgebung der eigenen musikalischen Erfahrungen wieder, auf denen die lebenslange […]

Grosse kleine Kunst

  Auf ihrem eigenen Label bringt die Wigmore Hall ein Recital mit der renommierten italienischen Sopranistin Anna Caterina Antonacci heraus (WHLive0054). Aus dem Jahre 2011 stammt dieser Live-Mitschnitt mit dem Titel „L’ alba separa dalla luce l’ombra“, der einer Liedgruppe von Tosti entnommen ist. Diese Quattro canzoni d’Amaranta, komponiert 1907, bilden den zweiten Programmschwerpunkt. Der […]

„Du bist die Ruh´..“

    Das englische Label SOMM Recordings veröffentlicht mit Kathleen Ferrier remembered eine CD der unvergessenen britischen Altistin mit Liedern und Songs, die zwischen 1947 und 52 als Rundfunkaufnahmen entstanden und die hier zum großen Teil erstmals auf CD erscheinen (SOMMCD 264). Mehr als 60 Jahre nach dem Tod der viel zu früh verstorbenen Sängerin […]

Rollentausch

  Einige Balladen bieten sich an, mit verteilten Rollen vorgetragen zu werden. Egal, ob sie nun vertont sind oder nicht. Das ist nach meiner Überzeugung ein Irrweg. Denn das dramatische Geschehen findet sich in dem Genre selbst angelegt und verlangt nicht nach formalen Erweiterungen. Balladen sind weder Schauspiele noch Opern. Dennoch gab und gibt es […]

Spurensuche

  Wohl eine schöne Tradition waren zwischen 1983 und 2000 die Konzerte Edita Gruberovas mit dem Münchner Rundfunkorchester, denn in den siebzehn Jahren gab es immerhin neun mit sehr unterschiedlichem Programm und unterschiedlichen Dirigenten. Von einigen Highlights gibt es in der CD-Reihe BR-Klassik eine Aufnahme, deren älteste, und damit die Gruberova am jüngsten, die Wahnsinnsarie […]

„Eine Stimme wie Feuer und Eis“

  „Es war als würde man von einem Laserstrahl getroffen. Gestochen scharf, im positiven Sinn, nicht aggressiv“, sagt der britische Regisseur von Opernübertragungen Brian Large über Birgit Nilsson. Er kommt in der Dokumentation „A league of her Own“ von Thomas Voigt und Wolfgang Wunderlich zu Wort. Sein Urteil ist wie ein Motto. Es macht neugierig, […]

Grüsse aus Down under

  Lieber der erste in Australien als der zweite in Irland oder auf dem Kontinent. Das dachte sich womöglich William Vincent Wallace (1812-65), dem man Down Under 1835 als erstem einigermaßen bedeutenden Komponisten, Geiger und Pianisten den roten Teppich ausrollte und ihn als „Australian Paganini“ feierte. In Sydney gründete er die erste Musikschule des Kontinents. […]

Liebesgabe

  Eher sich selbst als dem potentiellen Hörer ein Geschenk macht Katerina Mina mit ihrer CD Angel of Fire, Titel auch eines aus ihrer Feder stammenden Gedichts, einem der zehn Tracks, die einen weiten Bogen spannen von Beethoven bis Barber und von Verdi bis Hodel. Das Recht zum Vorstellen auch von Unvollkommenem gibt ihr ihr […]