Diverses

Belcanto à la Marchesi

Zumindest die Namen sind klingend, bis heute: Nellie Melba, die sängerisch das British Empire regierte, Mary Garden, die erste Mélisande, die „Sarah Bernhardt der Oper“, Emma Calvé, die legendäre Carmen. Oder auch Selma Kurz, deren Triller nicht nur die Wiener Hofoper berückte, Frances Alda, die oftmalige Caruso-Partnerin der MET, Sibyl Sanderson, die Schönheit, der Massenet […]

Kleibers Mahler

Nur einer der Berichterstatter glaubte in ihm „einen neuen Mahler-Dirigenten – es gibt ihrer zu gegenwärtig zu wenige“ – gefunden zu haben. Ansonsten waren die Reaktionen auf das mit Hoffnungen verbundene Wien-Debüt von Erich Kleibers Sohn zurückhalten, wenn nicht gar ausgesprochen negativ (sogar ein „Mangel an Musikalität“ wurde ihm attestiert). Carlos Kleiber war bereits 37 […]

Aschenputtel und Seejungfrau

Bei Eugen d’Albert (1864-1932) denkt der Opernfreund zuallererst an Tiefland, sein zu Großelternzeiten äußerst beliebtes Hauptwerk. Doch der Spätromantiker, der zudem als brillanter Pianist internationale Karriere machte, hat mehr zu bieten als das melodienselige Bergdrama, nämlich insgesamt einundzwanzig, stilistisch sehr unterschiedliche Bühnenwerke. Beispielsweise den tragisch-mystischen Golem oder die Jazzoper Die schwarze Orchidee, die beide jüngst […]

Zwei Zeitgenossen teilen sich eine CD

Über die musikalische Verwandtschaft der Zeitgenossen Beethoven und Cherubini wurde schon verschiedentlich geschrieben und diskutiert. Diese CD (Dabringhaus und Grimm MDG 940 1854-6) unternimmt den reizvollen Versuch, Werke der beiden Komponisten direkt gegenüberzustellen. Beethovens erste „Leonoren-Ouvertüre“, von den prächtigeren, späteren aus dem Repertoire verdrängt, ist ein absolut eigenständiges, schönes Konzertstück, dem man gerne öfter begegnen […]

Die Lenya ist der Star

In der Reihe der inzwischen sattsam bekannten 10-CD-Boxen von Intense Media ist nun auch eine Zusammenstellung historischer Brecht/Weill-Aufnahmen erschienen (600124). Auch in diesem Fall sind es größtenteils bekannte, schon mehrfach aufgelegte Einspielungen. Und doch, es finden sich einzelne reizvolle Raritäten, so z.B. orchestrale Auszüge aus der Dreigroschenoper unter Otto Klemperer mit der Staatskapelle Berlin von […]

Land of Hope and Glory

Zuerst: Das Blatt, welches diesen CDs beigeben ist, damit sie nicht ganz schmucklos im Regal stehen, ist eine Unverschämtheit. Die „Cavalvcade of English Singers“ (bei Dutton) hätte es zweifellos verdient, außer mit einer klein gequetschten Titelei auf der Rückseite mit einer Handvoll biografischer Notizen vorgestellt zu werden. Die beiden CDs versammeln einige englische Sänger aus […]

Wiedergutmachung am Sohn des Übervaters

Der „junge” Bach wird anlässlich seines 300. Geburtstages allerorten gefeiert, das Feuilleton überbietet sich an Lobpreisungen für den genialen Sprössling des Leipziger Meisters. Gut so, möchte man sagen, hat doch die Renaissance der Werke des Seniors den nicht weniger wichtigen Nachkommen über die Jahrzehnte zu überstrahlen vermocht. Gleichsam als Wiedergutmachung drängen gleich einige gewichtige Kompilationen […]

Amüsante Jubiläums-Nachlese: Das Gala-Konzert

Selten hab ich mich so amüsiert wie bei der Ohren-„Lektüre“ der neuen Box von Karl-Erik Norrman, der mit seinem „Gala-Konzert“ eine fiktive Begegnung zwischen Verdi und Wagner (apropos ihrer beider Gedenkjahr 2013) erdacht hat, bei der die beiden älteren Herren ihren Frustrationen und durchaus heftigen Abneigungen gegeneinander Luft machen. Das erinnert mich an die irrsinnige […]

Bruckner flirtet mit Albert Lortzing

Anton Bruckner – The Collection. Siebzehn Abteilungen, zwanzig CDs. Das Label Profil Edition Günter Hänssler versucht sich mit einer Art klingender Werkausgabe, wobei natürlich nicht alles und auch nicht die einzelnen Fassungen des sinfonischen Schaffens Berücksichtigung finden können. Das würde den Rahmen sprengen, ein interessantes notwendiges Vorhaben wäre es allemal. Denn kaum ein anderer Sinfoniker […]