Diverses

Jean Sibelius zum 150.

  Mit einer neuen Gesamtaufnahme der Sinfonien von Jean Sibelius fallen die Berliner Philharmoniker im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Rahmen. 2015 wird der 150. Geburtstag des finnischen Komponisten begangen. Sibelius wurde am 8. Dezember 1865 in Hämeenlinna geboren. Die Neuerscheinung als Eigenlabel der Philharmoniker ist dem Ereignis allein durch die Präsentation angemessen (BPHR150071). […]

Wirre Gral-Suche

  So unbekümmert mit historischen Fakten umgehen wie Tony Palmers Film The Searchers of the  Grail von 1998 könnte wohl nie ein deutscher Autor, und der Verlag Arthaus ist ihm darin ebenbürtig, wenn er seinen Werbetext mit der Behauptung beginnt, Hitler, Indianer Jones und Plácido Domingo vereine die Suche nach dem Heiligen Gral. Nun, Domingo, alias […]

Ein Thema jagt das andere

Wenn ein deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt eigene Aufnahmen einem Label in England zur Verfügung stellt, was ist das? Im besten Fall kulturelle Globalisierung. Im schlimmsten Fall hat sich für Carl Loewes Klaviermusik in seinem Heimatland keine Firma gefunden. Wie dem auch sei, bei Toccata Classics mit Sitz in London ist jetzt als Volume one Piano Music von […]

Gerhahers Lieblingswerk

Eigentlich lag die Doppel-CD mit Schumanns Szenen aus Goethes Faust noch ziemlich weit unten im Stapel der zu rezensierenden DVDs und CDs, aber das wiederholte Loblied auf das Werk in Christian Gerhahers Buch (s. Rezension in operalounge.de) muss einfach in jedem Leser den Wunsch wecken, sich näher mit der späten und nicht so recht anerkannten […]

From the British isles

Der britische Komponist Arthur Sullivan, im angelsächsischen Raum hoch gepriesen und viel gespielt, konnte in Deutschland im Repertoire nie wirklich dauerhaft Fuß fassen. Diese CD (Dutton CDLX 7310) nimmt sich zweier seiner frühen Werke an, entstanden, noch bevor seine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Librettisten Gilbert begann und das Markenzeichen Gilbert und Sullivan aufkam. Die dramatische […]

Belcanto à la Marchesi

Zumindest die Namen sind klingend, bis heute: Nellie Melba, die sängerisch das British Empire regierte, Mary Garden, die erste Mélisande, die „Sarah Bernhardt der Oper“, Emma Calvé, die legendäre Carmen. Oder auch Selma Kurz, deren Triller nicht nur die Wiener Hofoper berückte, Frances Alda, die oftmalige Caruso-Partnerin der MET, Sibyl Sanderson, die Schönheit, der Massenet […]

Kleibers Mahler

Nur einer der Berichterstatter glaubte in ihm „einen neuen Mahler-Dirigenten – es gibt ihrer zu gegenwärtig zu wenige“ – gefunden zu haben. Ansonsten waren die Reaktionen auf das mit Hoffnungen verbundene Wien-Debüt von Erich Kleibers Sohn zurückhalten, wenn nicht gar ausgesprochen negativ (sogar ein „Mangel an Musikalität“ wurde ihm attestiert). Carlos Kleiber war bereits 37 […]

Leise Töne aus Kanada und Schweden

In Zeiten rückläufiger Absatzzahlen von Tonträgern ist es durchaus interessant, die Strategien kleinerer nationaler Label zu beobachten. Die kanadische Firma Analekta scheint auf junge, noch am Beginn ihrer Karriere stehende Sänger zu setzen. Die Sopranistin Helene Guilmette (AN 29141) kann schon einige Erfolge auf internationalen Opernbühnen vorweisen. Diese CD widmet sie ausschließlich weiblichen Komponisten, eine anspruchsvolles […]

Aschenputtel und Seejungfrau

Bei Eugen d’Albert (1864-1932) denkt der Opernfreund zuallererst an Tiefland, sein zu Großelternzeiten äußerst beliebtes Hauptwerk. Doch der Spätromantiker, der zudem als brillanter Pianist internationale Karriere machte, hat mehr zu bieten als das melodienselige Bergdrama, nämlich insgesamt einundzwanzig, stilistisch sehr unterschiedliche Bühnenwerke. Beispielsweise den tragisch-mystischen Golem oder die Jazzoper Die schwarze Orchidee, die beide jüngst […]

Zwei Zeitgenossen teilen sich eine CD

Über die musikalische Verwandtschaft der Zeitgenossen Beethoven und Cherubini wurde schon verschiedentlich geschrieben und diskutiert. Diese CD (Dabringhaus und Grimm MDG 940 1854-6) unternimmt den reizvollen Versuch, Werke der beiden Komponisten direkt gegenüberzustellen. Beethovens erste „Leonoren-Ouvertüre“, von den prächtigeren, späteren aus dem Repertoire verdrängt, ist ein absolut eigenständiges, schönes Konzertstück, dem man gerne öfter begegnen […]